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Jüdisches Familienblatt · 1884-01-01 · 25 (1884) · p. Seite 97

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1888
Issue
25 (1884)
Date
1884-01-01
Page
Seite 97 (sequence 3)
Language
German
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We auf andern fBrflm a(A ßte feinigeu «m, dem (Bernd* Wohl ihr» Dienste widmeten. In diese» dichfte» Sinne war er et» Ariedensfürst: W«k»der. daß er z«rrcht u»d treu »ar, baß er. »te >r»», di« Mensche» liebte, daß chm die Zurücksetzung eine« Standes oder dnes Berufes «der einer Religtonsgesülschast tn tiefster Seele zowider »ar. Es k»»»te Ntewaud überrasche«, alt dieser Kürst sogleich bet Antritt feiner Regierung, (»am daß er »ach einer außerordentlich beschwerliche» Reise den Fuß aus deutichrn vodea gesetzt hatte, da« goldene Dorr anssprach: daß der feit Jahr» hearberten t» Lause der Hohenzoller« heiliggehaltene Grund, fotz der religicse» Duldung auch f« »er allen seine» Unterthaneu, »elcher Reltgi»»sge«ei»schaft und welche» Bekenntnisse sie auch angehören. zum Schutze gereich«, denn ein Jeglicher «nter ihnen steh« seinem Herzen gleich nahe. Darum klagt da« ganz« Bolk über ihn jede« Haupt ist krank und jede« Herz «ergeht in L rauer, e« rührt »»« da« Seid de« Fürste«, der so »tel hat dulden müssen, der Meist nnr Worte und gar »eutg Werke seine« Bolle hiuter» laffen tonnt«, der di« Fülle der Gedanken und PlSne, die er zum Helle seine« Bolle« ersonnen, in« Grab hiuonternimwt; es erregt un« liei da« Wch lxr Gattin, die auf dem Thron da« Bild einer deutschen Hausfrau gewährt hat» die ch de« Tagen der Freude und der Trübsal dir hochstrebende Genässt» de« seltene» Manne« gewesen ist; »« erqreist u»« der Schmerz der hochbeiagtru Mutter, der Kaiserin, der g» der Trauer um den Gemahl die Trauer um den Verlust de« einzige» Sohne« fich hiuzugrsellt; wir empfinden den Kummer de« junge« Aürste ». der jetzt aus den mächtigsten Thron der Erde berufen »ird. der so lange de« Rathes und der Führung de« Großvater« und bi« Vater« fich erfreut Hot, und «uu allein auf fich angewiesen ist; wir verstehe« den Schmerz der Kinder, de« ganzen Kaiserhauses, da« fein Oberhaupt verlor«» hat. Aber nicht Mitleid nur, sonder« eigene« Leid bewegt und erschütte-t uu«; jeder Deut>ch«, j, jeder Menschenfreund hat eine» Berlust erlitten el« Kaiser Friedrich für immer die Auge« schloß. Jnbeß da« feste monarchische Geiüge unsere« Staate« £bt uns u»d gab sicherlich auch unserem Heimgegangenen tter in seinem letzten schwere» Kampfe eine» groß«, Trost. Bevor Aron starb, so lasen wir in dem dieswöchentlichen Schrift»«legte er die Zeichen seiner Würde ab und Mose .bekleidete mit diese« Zierrath de» Eleasar, den Sohn de« Aron und unsere Alten sagen Gott sprach zu Mose: damit rkannst d» den Aron trösten. Sein Sohn erbt seine Krone. Da« ist der Segen de« monarchischen Staate«, daß auch der sch »erste verlast, der Heimgang zweier so ausgtzeichaeter Fürsten wie Kaiser Wilhelm und Kaiser Friedrich keine banernd« Lücke reißt; unsere Hoffnung wendet sich dem jungen Fürste» zu, der schon, da sei» Vater noch lebte, mitgeholseu hat bet der Wallung de« Lande«, der der Erbe ist der Traditionen de» Hoheozollerastammc« der wie sei» Vater nnd sein Ahn die groben Männer verrhu, die Deutschland zur Größe und zur Wahljahr, geführt haben; jung an Jahren bestieg er den Thron der Väter; aber wie der groß« Kurfürst. »1« Friedrich der Große, schon in jungen Jahren der Welt Ehrfurcht eiugeflvßt haben vor ihrer Weisheit und ihrer Thtllkraft, so wird auch Wilhelm H. fich zeigen als der würdige Sproß großer Ahnen, als ein gerechter und „all du wener Fürst. Allgerechter Gott I Die ganze deutsch« Nation empfindet tief schmerzlich den Heimgang de« edelsten der Fürsten; » schütze die« schön« Laad» daß da« Audenkeu de« Heimgegangene« Kaiser« ihm znw Segen werde und Frieden, Gerechttgkell und Treue in ihm eine dauernde Stätte finden; ttöst« die Kaiserin, möge sie eine» Hatt gewinnen im Aufblick zu Dir and in de« hohe» Bewurfein, daß sie bi« zu späten Zeiten ein Boedild sei» wirb, wie ein« Gattin den kraule, Gatte» ..pflegt und aufrichtet; tröste da« schwergeprüfte Kaiserhaus, Haß fürderhin solche Schrecken ihm fern bleibe». Segne ustsera Kaiser Wilhelm IL. der in heißem Gebei« zu Dir fich »eadet und von Dir dt« Weishett erbittet, um dies große Volk zu leiten; möge er tn einer langen Regierung fich und sei, Volk zu Rnhm und Ehren führe»; möge Wohlfahrt r.nd Gesittung unter seinem Scepter blühen; gieb, o Gott, de« Heimgegangene« Kaiser, der wie ein Friedensfürst gewaltet hat. de« ewige» Frieden tu Deinem Reiche. Amen. res S«bbat4 Trost. Vabbath-Plauderei zu Hg-cheuaifthnttt 8»lat. .Sabbath ist es und «an darf nicht trösten, denn Trost ist nah« fich einstellrnd, und «!Ü-t im Frieden" *)-so lautet die Formel für de», der am Sabbath der Trauer. Woche die Leidtragenden besucht. Auch der .Sabbath. Plaudeier* will heute nicht de» tn der Tendenz zu trösten angeschlagenen Ton sdae« scherzhaften Ernstes und seine« ernsthafte« Scherze« anschlagen. Ach, wir alle, da« gavz« deutsche Volk, dir ganze Menschheit, alle sind mir jetzt Leidwagende I Wer un« trösten wollte, wer fich nicht selbst zu den Leidtragenden zählte, von dem wollen wir keinen Trost! Wer ihn, unseren Kaiser Friedrich, nicht mit un« verloren hat. der könnte unseren Schmerz nur vergrößern! Denn imß ihn all», alle mll un« verloren haben, da« ist der «innig« Balsam auf unsere schmerzhafte Wunde. — .(der Menschheit ganzer Jammer faßt« «ns an", in dem Geschicke unsere« verehrten und geliebten Kaiserhauses und de« deutschen Vaterlandes! Der Helle .Mittaf" hat fich dr finstere .Nacht" verwandelt, der Glanz de« btsher imm.r getreue,, Glücke«, der die neuerstandene deutsch« Kaiserkrone umstrahlte. hat der düsteren Trauer weichen müssen; wenn je «in 8oi.k sich verwaist gefühlt hat beim Tode eine« Fürsten, so das deutsche Volk zweimal in 100 Tagen! Und der edle Sproß des Hohenzollern-Stammrs. der unseren G horsam und unsere Ehrfurcht für Kaiser und Reich geerbt hat — ei: fühll sein erhabene« kaiserliches Herz noch mehr zerriflm durch die Trauer um dnen »solchen Vater", dir sich zu der noch nicht erloschenen Trauer um den großen kaiserlichen Großvater gesellt. Rn«, wer soll uns trösten, da Jeder de« Trostes bedarf- »Sab. bath ist es und man darf nicht trösten", denn der Sabbath ist der größte Tröster. Der Sabbath ist der Strahlenkranz der Krone des .König« der Könige", und in diese« Skeahle erleuchtet sich jede Finstrrniß. W:r wollte der Trauer die Herrschaft einräumen, wenn eseinen Gott giebt? Was ist Trost- Was kann der Trost? Kann er da« Leid in Freud verwandeln? Welch i Trost könnte dieWunde schließen, die schmerzhaft klaff,? Ach, aller Menschentrost ist nicht Wegschaffung de« Leid», sondern nur Verdeckung desselben vor dem Auge de« Geiste«! Aller Renschentrost ist keine Sonne, die die Nacht verscheucht, sonder« nur ein schwaches Licht, da« ein Stückchen von der Nacht erleuchtet, während ringsherum die Nacht weiter düstert. Ein in Trauer versetztes Gemüth. ist ga», in Nacht gehüllt; alle Spuren freudiger Eindrücke find erloschen — alles finster, alles Nacht. Der Tröstende versus es, da» «ine oder da» andere dieser erloschenen Lichtstia anzuzüudeu.-Wenn die« auch gelingt, die Rmht ringsum ist nicht verscheucht. Aber der Sabbath ist eine Sonne, die »lles -in Tagesftrahl verwände!', «lebt es «in« Trostlosigkeit, wenn es einen allweiseu, allgütige«, allmächtigen Sott giebt. dessen Krone im Sabbath uns ihre Strahlen sendet? — Wer neben dem Sabbath am Sabbath Trost spenden wollte, der gliche Einem, der der Mittags-Sonne mll «neu, Tala-Licht zu Hilfe käme. — Und weffea Auge erblindet ist für den Strahl der Sonne» kann dem et» künstliches Licht helfe»- Aber die Sonne wdll nicht immer bei uns; bann r m^-2 wcan *ah ranp rartn jartbo un rav e

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