Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1888
- Issue
- 24 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 2)
- Language
- German
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Stabil; aly ■ »sch Gleichgiltigkeft nutz Matertallsmn» db Reih« aller vebmtttaffr licht«; mi$m anch »och f* Mt fNnUnR M Denke»«, «er Erziehung. «er twlfrn Sehnsucht «er Menschendrnft. ihrer Erlösang harr«; möge a»ch t7r Wirrwarr der Neltgiongschnle »ach sa taängst^d zw» Himmel emporfchreie»-d« hast etaen Talisman geg« oll« Jammer nuS alle Gefahr: di« heilig«, die reinen, die alle» beleb«»«», all« Schäden heil«»«, in alle Wunden Balsam träafelnben, die Zerst eulen sammelnd« und fest »erdtabenben, alle Zweifel beruhigenden, vnb — bas sicherste Zeichen de« Leb«» und der Gesund heil —' jed« Srankheitskeim eriSdtendcn, alle« „Nichtfch Warze" „verbrennend«" .... .zwei schwarzen Haare'. O ihr wacker», den ganz« Jammer «er Menschheit erhellenden, Judenihnw errett«»« und über all« Fortschritt« der Menschheit für di« Ewigkeit erhallend«»« ..zwei schwarz« Haare"-ich se,ue Luch mit dem Seg» Abraham«, d« der Herr zuerst berief, um b« Staar der Menschheit zu siech«! Ich segne Euch mit dem Seg«, tan jede« fromme Sin« vor dem Einschlaf« auf seinem vettch« betet: „Der Engel, der uu» erlöst hat von jedem Uebel. er segne Euch!" O ihr starke« SSulm de« Jntamhum«, ihr .zwei schwarz« Haare", möge keinem blind« Simson da« Haupchaar wachs«, daß er Euch niederreiße und da« ganze Gebäude, tau ganzen Tempel eiaftürzel Ich spreche an« über Euch tan Prieftersep« .mit all« Mephorschim", wie fie im vsreod-dacliL)im-8ickäur de« Jacob Liffa angeführt find: dir Swi e segne Euch (d. h. »ach Jacob Siffa: daß Eure Reichthümer fich aus'mmeln und gedeih«); und behüte Euch (d. h. nach demselben: daß keiG Räuber über Euch kommen) — doch nein, da« habt ihr nicht »öthig. tau Seg« gegen die Räuber. Gea« d i e schützt euch schon der Gentu« de« deutsch« Sprichwortes: .Eine Kräh« hackt der andern die Augm nicht ans!" — E« zweifle nur keiner, daß mein Seg« e«st gemeint ist. Was giebt e« tan« da über ,»ie zwei schwarz« Haa>e" zu lachen? Wer weiß, ob nicht die alle» bez»iug«de Macht de» .eisern« stanzler«" in sein» drei Haaren besteht! Dmkt euch einmal Bismarck ohne di« historisch« „drei Haare! Wenn da» große D«tschland von 40 00V 000 in „drei Haar«" sein« G«iu» oerehrt, warum nicht da» Judenthuw in .zwei Haar«?" Ganz in E«ft: „Dem Inden ist nimmer sein Werth geraubt. So larg er noch an die zwei schwarzen Haare glaubt!" Am«. Der Sabbath-Planderer. L»rd George Gordo«. Ein« Proselptengeschichte von H. Zirndort. (Fortsetzung.) Inmitten de« stleinmuhe» und «er Uuentschloffenheit der höchst« Staatsleuktt hatte «er Staig allein fich »er Lage gewachsen gezeigt. Er berief noch am selb« Mittwoch dm Gehet«« Rath und setzte e» geg«über de» Zandern seiner Minister dmch, daß der Höchftcommandirrnta, Lord Amhrrst, Befehl erhiett, mit all« ihm zu Gebot« ftecheuta« Mittel» tau Aufstand zu Unterdrücker:. Georg IV. hnt sich bei dieser Geleg«h«it mit nicht geringem Ruhme tatackt. Er ervärte fich bereit, sein Pferd zu besteig« und, sollt« setae Räth« ihn iw Stich lass«, in eigener Person die Rebellion niederziuoersen. „Einer soll wenigsten» zur Stelle sein", rief er bewegt an», .der seine Pflicht thnt, und für d« Ein« kann ich bürgen." Roch in derseltan Nacht wurta im Hhde Park et» Säger errichtet und von 11,000 Man» zuverlässiger T«pp« bezog«. E» danerw von jetzt ex keine vtmnndzwavztg Stand«, bi« »uh« mW Ordnung zurückgekrhrt war«. Am 0. Juni winde mit Hülfe Wille'«. Lord Gordo» in Haft genmnm« und nemqchn Tage später stantan 78 feiner mißleitet« Anhän^r »or de» Old B^le, Gerichte. Ungefähr die Hälfte nmrde schuldig tafnnta» nnd neunzehn de» Galg« überantwortet. Dw Prozeß «-« »tagg,» Rädel«» führe« schleppte sich »och »eitrre acht Monate h»>, und al« er «blich vor dem Stag'« Vench-Gertchte eischi«. hatte di« Zeit ihr« »dkühlentan Etafluß voststän'tg z« Pta« Gunst» an«geädt md mehr al« einer der Richter nr> Zuhörer mochte tau excentrisch« M'nsch« setzt wieder ak» «in« Sänkpen der Protestantisch« Sache ansehe», der uni in feinem Eifer zu wett gegang« war. Außerdem wurde er tzou zwei der best« Sachwalter seiner Zeit oertheidtat. Dir Geschworen« fand« tan Angeklagt« »ichtschuldig. und sein« Gesta»»»g«geusff« macht« ihm mit allerlei Beglück» ünschnn z«- jubel abermal« d» stopf schwiude'tg. Bergede»« drang sein Bruder, der Herzog v»n Gordo«, und die übrige Verwandtschaft in ihn er soll« fich von der politisch« Bühne zurück,iehen. Anstatt der Rnhe »es Priort« leben« strebte er avr »m so eifriger noch dem Ruhm«, m» fich reden z« mache». Im Jahr« 1782 besuchte er Part« und wurde der stönigiu Marte Antoinette »orgestrllt. Zugleich aber machte er während seine» »orttg« ilufeMhalt« an de» famos« Abenteurer und Betrüger Lagliostrv eine sehr gefährliche Bekanntschaft and ließ fich in di« stünste «ud Geheimnisse diese» Schwindler« eiuweih«. Bon jener Zeit au wird Gordou eine» der viel« Räthsel de» achtzehnt« Jahrhunderts; um seine Erscheinung liegt eia mystischer Schleier gebr-ttet d r aber für die combinirend« Gcschichtskritik nicht ganz undurchdringlich ist. Die vier Jahre von seiner Rückkehr au» Pari» bi« zum Jahre 1780 bieten nur wenige Daten vwlch« oo» ietnm Biograph« der Aufzeichnung werth g Helten wurde». Wen» man aber sie Folgezeit in Betracht zieht, so drängt fich Einem der Gedanke auf: dieser Abschnitt sei!«« S tau» mthält et» Geheimniß, da» vielleicht ntemalti »öllig ansgehellt wertan wird. Um einige» Sicht auf diese Verhältnisse fall« zu taff«, wüffm wir vor Alle« zwei wesentliche Thatsache» festhalt«. Einmal war lange vor Ablauf dieser Periode seine Beziehung zu tau tonangebend« kirchlich« Paitrim tarcit» wesentlich gelockert; »nd ferner sieht fest daß seine verdtadnng mtt Lagliostrv teilen später« Ruin beschleunigt«: demr entweder half dieser Gaukler seinen englisch« Freund tannmir« od-r aber sein Auftret« in Pari» uud sein- Jrtimität mit dem verrufen« Jntriguaut« lieferte sein« Feiatan hiireicheuta» Stoff, um gegm ihn wirksam eiuzuschrett«. I« Jahre 178« verhängt« der Erzbischof »«« Lauterbnry über ihn tan stirchenbanu, »eil er in einer unbeveatmtan Sache der stirchentahörde tan Gehorsam verweigert hatte. Al» er von dieser Maßregel hörte, bemerkte er spittisch: t» sei albern, ch» von einem Verband« anöznschließer-. za de« er selbst sich nicht mehr zählte; nnd dergleichen könne «nr von einem Erzbischof au »geh«. Die» schetat auch rer Zeupaukt gewes« z» sein, wo er dm entscheidend« Schritt that urd offen zum Jndenthnm übertrat. Psychologisch können wir dies« Handlungsweise leicht dnrchschanm. Die Smheit und der Undank tar protestmttisch« Partei« haite seine vorig« Ueberzmgnug u erschüttert, «nd de» äatholizi»- mn» hatte er schon frühzeitig tan Handschuh hingeworfm. G« stand er haltlos, in sich verloren inmitt» einer verderbten Zeit. Ei» Man, von seiner schwärmerisch« Gefinuung Knute aber ohne «in« praktisch«» ReUgiowödota» nicht letan. Unmnth, wen» nicht Verzweifln ag. schlang da» erste Band zwisch» ihm »nd tar J»rael»gemmtdr; zahllos; mn« Fühlfädm «ud Eindrücke kam« Hinz», um lüese« Anschlaffe die ganze Weihe tar Seldsttastumanng zu getan. Man hat kein Recht z» behaupten, daß er dies» Glmcken»- Wechsel au» bloßer Rancü« und nm seine früheru Genoss« zu kränke», nnteniommm habe. Die nemfte Biographie sagt, daß die Jnta» ihn „wie ein» zweit» .Muses* will» ., komm» geheißm hätten. Wo fie nnr dteft ßiehanptnng' geschöpft Hab« mag l E« ist möglich, daß die »klchhgtdtat, di« damal» in der Smrdanrr Gemeinde tan AMftstag gab« «Nd die bekanntlich von jeher für alle» vornehme s-hwärmbn, ' pch dnrch d» lttbertritt eine» Sorb» über die!Natz» ge-