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Jüdisches Familienblatt · 1888-01-01 · 20 (1888) · p. Seite 77

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1888
Issue
20 (1888)
Date
1888-01-01
Page
Seite 77 (sequence 3)
Language
German
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ta dies« Sache hervorzuhebm. Die Emanzipation d« Juden > ist tznrchau« eine staozöstsLe Frage; ei« französisch« kathousch« Priest« war e», dessen Ninir ewig bei de» Fremde« der Freiheit in/ihren stehe» wird, d« fromme Ldbt Gregoire, tat dies« Angelegenheit in d« constituirendm Versammlung zn« Siege vekhalf. Wir würden uns«e Pfl-cht verletzen, wenn fein edle« Elbe in unsren Händen ohne Früchte bliebe." ^Ferner sagte «r: Frankreich ist mit de« Beispiel vorange- -gangen. 3» ist ihm gestattet heute Dmtschland daran zu «in»«», daß wenn die ganze Menschheit dem mosaischen Volke für so viele Jahrhunderte der Erniedrigung und Barbarei Gkuugthung schuldig ist. gerade Deutschland c« ist, . welche« in fetncr Geschichte sich al« Mftn grüßt« Schuldner : verzeichnet hat." — Minist« Grizot versprach in diesem . Sinne zu handeln. Eine Deputation d« Juden, sowie da« -Confistorium sprachen damals dem Redner den Dank d« Juden au«. —_ Lte Juden im Kanknsn». - A>>1 Kuba in d« Provinz Baku berichtet ei« Eonesp. im »Hameliz': In unser« Stadt sind 1328 jüd. Familien, -alle zu de» Portugiese» qetiürend. Jaden wohnen hi« schon seit uralte« Zeiten. (Deutsche sind unt« ihnen nur drei Familien). Se kleiden sich nach p.isischer und tartarisch« Art und sprrchm einen dem persischen ähnlichen Dialeci. Tartarisch verstehen sie Alle, rusflch nur sehr wenige. Für «00 Schüler haben sie 12 Lehr«. Sie haben 2 große und 7 kleine Synagoge», 6 Bethäuser und 1 Mikwa. Bi« Schochtim find aogestellt. E« giebt Kauflrute «st« Gilde unter ihnen, Manofactnristen und Krämer, vule, die T-ppiche verkaufen. Man findet hier die verschiedensten jüdischen Handwerk«: Müll«. Ä.iber, Schuhmacher, Flrb«, Goldschmiede, Limmerlent«, Barbiere, Mützenmacher; f«ner Musikanten, Tabakpflanzer, Fuhrleute. Lastträz«. Holzhauer rc Die Inden sind hkr sehr gastfrei und wohlthätiz, trotzdem kein groß« Wohlstand unter ihnen ist. Biele unt« chaen sind Hanflr«, viele beschästigm sich auch gar nicht, gehe« od« siden müßig auf den Straßen. Dir Juom sind wie die übrige» Bewohn« dc« Landes bwaffnet und kampfgeübt. Sehr zahlreich stad die Muhamedan« im Lande, sie sind den Juden nicht gut gesinnt und vergeht kein Jahr, wo nicht 4—B Juden rrmo.brt in bot Dörfern od« auf den Land- . straßen gefunden wnden. Da« Studium dn Thora wird . nicht ton den Juden diese« Lande« getriebm, wie überhaupt - wenig Bildung unt« ihnen ist. Sie habm mancherlei Gebräuche, dir mun bei un» nicht kennt. So gehen die jungen Leute von Purim an bis zum 1. N ffan täglich auf's Feld, sammeln trockene Reis« und legen sie haufenweise zusammen, k- - Am Nachmittag de« 1. Nifian versammeln sich Jünglinge i,'., und Jungfrauen, jed« eine Fackel in der Hand, zünden *' «nt« großem Lärm die Hölz« an. tanzen umher und singen O dablt Lichcr zum Lobe und zur Begrüßung de« Frühling«, «st Wünschen und Bitten um ein fruchtbares Jahr. Jed« nimmt deurn «in v«glimmeude« Hölzchen mit nrch Hause, -wirst e« in dnr Ofen, vabei stngeid: Die Greis« segnen dst Zugerd, sie möge blühen wie d« Frühling. Am Anfänge de« Peffach zehen die Jünglinge wird« den Frauen, durch de« segnen darauf ihre ükrkel. Vereine giebt e« in Kuba nicht, auch keine Unterstützung« kaffen. In d« Gemeindevnwaltnng ist keine -Ordnung. Einmal vor 2 Jahren wurden unt« Aufsicht lde« Rabbiner« Büch« üb« die Gnnahmm und Ausgaben " d« Gemeinde j^führt. j_ Diese borichmte Kbalifrnstadt »«de im 8.! d. g. Fdmch Almansor gejpüu>et und blieb »adert Iah« lang d« Herrschersitz seiner Nachfolg«. Sie liegt nm Tigri« «ni^fähr 220 Meilen von d« Stelle, wo dies« Flnß, räch« deor « «st dem Euphrat sich verenrigt hat, in de» persisch« Mrerbusm sich ergieß». Sehr bald »ach ihr« Eründrörg wurde sie v« Sitz det- Luxir» und der Herrlichkeit, kür welche d« Hof d« Kalistn seitdem imm« eingenommen blieb. Ihre Einwohnerzahl war so groß, daß »ach d« Sage da« Leichenbrgäagniß eine« populären Heiligen unt« eia« Betheiligung von 800,000 Männern und 60,000 Frauen au« d« Stadt und Umgegend vor sich ging. Barken und Boote mit den kostbarsten Zienathen konnte man auf dem Tigris schwimm« sehen. D« kaifnliche Palast war b'hauge» mit 38,000 Tapeten, wovon 12 500 au« goldgestickt« Seide waren. Di« Fußböden waren mit 22,000 Teppiche« bedeckt. Jur 12. Jahr hundert, als d« jüdische Reisende Benjamin von Tudela die Stadt besuchte, war ihre Herrlichkeit «och nicht im Aboehmk«. Er beschreibt dr« regierende» Kalifen alt. «inen vortreffliche» iRann, zuverlässig und gütig gegen Jedermann, al« großen Sprachkenner, sehr bewarrdrN in mosaischen Gesetzen und auß«ord«rtltch freundlich gegen die Jnven, deren zu sein« Zeit ungefähr 1000 in d« Stadt lebten. R. Daniel bm Ehirdai, welch« damal« Ob«- Haupt d« Bntriebenrn war, halte seine R sidenz in Bagdad und war hochgechrt nicht vur von seinen GlaubmSgmossea. sondern auch von dm Mohamrdanern, welche ihn den Titel „Saidna bm David", oder »uns« Herr, Sohn de« David" beilegtm, weil man glaubt«, daß sein Stammbaum bi« z» diisem HirtenUnig zurückrriche. Heute ab« hat sich alle« kläglich geändert. Di« Macht und die Herrlichkeit d« Stadt sind grschwuuvm. Ihre Paläste sind in Trümmern znfallm und dre Kind« d« Bnheistung. welche dort verweilen. wnden mit B«achtung behandelt van ihrm fanatischen mo»lemischm Herren. Die jüdisch; Gemciade zählt ung'fähr 6000Seelm, und der Handel der Stadt ist fast äuoschließlich in deren Händen. Manche geltere süc außergewöhnlich reich und fttljnt deshalb in höheren Ansehen; die Mehrzahl ab« ist elendiglich arm, untndrüekt und »«achtet Assertei für den AamMenttsch^ Der Schnurrbart. Ein arm« polnischer Jude mit auß«g'wöhnlich langen Bcirte war bei einem Rabbiner zu Tische geladm. Letzter« halte sich bald überzeugt, daß die Geledrsamkeit seine« Gaste« in ganz diametralm G gensatz: zu deffm Bartumfang staud und mtließ ihn «ach beendetem Mahle mst einem geringe« Gildaeschmke. D« zufällig anwesende Hau»strund de» Rnbtnaa«. der jedm langen Bart für einm Gemoro- Brhält« hielt und dem die Freigiebigkeit de« Rabbiner«, besonder» gegen Talwndgelehrte bekannt war, äußerte nach Birabschiedung de« Pol«» dem Rabbiner sein Befcmrdea darüb«, daß n den großm Gelrhr-terr so kärglich unterstützt hätte, da « nach seinem Barte doch eine talmudische Größe Su sein schim. »Verzeihen Sie, lieb« Freund," sagte der iabbimrer, ,da» war kc n Gemoro-Bart, da« war nur esti Schnorr- (Fchnun) Bart. L. Lohen. An» dem Sprachschatz de» Lnlmnd. Poetisch übertragen von vkax Weinberg. lkia »SnNseh Weib Ist örgre Plag', «>» Regen petz den g»»ze» Lag. " . 'ä Stürzen Hause» Wände rin, Weh' dem arme» Fenster lein. So lange Lageab, So lang« har p« «iffenschasr »»> Wotzlthun t» »er Welt wstchu, stste» H,lt »ad «an» dt« Welt »ich» miieGchn»

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