Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1888
- Issue
- 20 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 76 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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«Ich »ffrU (rix Anrecht auf 9HM zu Hahr»", sagte Leah gesrvktm Blicke«. «Hat dach «ei» u»seli>er Einflnß Rose damals —* «Sprich nicht von ihm-, «uterdrach Idols; «Du »arst «ur sei« Seid in de« Worte« edelster Bedeut«»-; gezwung« folgtest Du ihm. Eure Ehe war ein Kampf, eia unseliger Zwists - Leah bat sich Bedenkzeit au«, doch Dr. Alwin legt« segnend ihre Hände in einander. «Eure Herzen haben längst einen Bund mit einander geschlosirn, lebet für einander zur Freud« Gotte« und der Menschen!- In der That wurde die Ehe Adolf Simon« mit der verwittweten Leah Rose eine Musterehe. Man wunderte sich, wie die a>« gottesfürchtig bekannte Frau ihr Leben dem de« Manne«, der einst dm Glaubm seiner Väter obgeschworen, einen konnte, doch, a!» man die beidm so glücklich mit einander sah. Adolf Simon wieder so ganz Jude, daß der Manu zu seinem bessere» Selbst erwacht und der edlm Frau vollkommm würdig sei. Onkel Simon ist, so oft er nach 8t. kommt, eia geragesehener Gast in Alwin« Han«. Er ist h'ute ein strenggläubiger Israelit und erzählt oft und gm», wie nur der Gottesdienst, den er Ilona damal« i« Lazareth vor Metz acbhltm sah, ihn zu seine« Volke zurückgeführt. «Damal«-, sagt er, «habe ich empfunden, welche Kraft, welch ein Segm in de« Gebet unserer Bäter liegt. Ich bin seitdem ein befferer Mmsch gewordm und hoffe eine Anhänglichkeit an da« Judenthum dereinst durch die That zu beweis«! - Niemand wußte, wa« er damit meinte, al« aber nach seinem zwei Jahre später erfolgtm Tod« sein Testammt eröffnet wurde, da zeigte e« sich, daß jener oft verkannte Mann seine religiöse Ueberzruguag zur That hatte werdeu laffen. Ich vermache» hieß e« in dem Testament, die Hälfte meine« Vermögen» im Betrage von 100 000 Mark zur Gründung eine« Waisenhauses, in dem jüdisch« Kinder Unterkunft finden sollen. Die andere Hälfte sei unter meine Kinder David und Louis gelheilt, und wenn «ein Sohn Louis mir einen rechten Hrrzeuwunsch efüllen will, so wählt er dereinst Lorivur« und Alwin« Tochter Sarah zur Gattin. Sarah ist heute eine zur vollsten Schönheit erblühte Mädchenka»«pe. Sie weiß nicht» von dem Bermächtni», da« ihre Zukunft zu einer so glänzenden gestaltet, aber sie verehrt Louis Simon, der mehr noch al» durch verwandtschaftliche Bund« durch die Dankbarkeit mit Dr. Alwin« Hause verbunden, al« den besten, edelsten Menschen; bei seinem Anblick leuchten ihre Augen, belebt sich ihr Sein. Ahnt sie wohl, wa« sie ihm ist und daß er, sobald fie ihr sechzehnte» Jahr erreicht, sie für sich zu begehrea denkt? Der Eltern Einwilligung hat er, seitdem er durch die That ihueu bewiesen. daß er nicht nur rin gläubiger Jsraelit geworden, dem die Satzungen der Väter heilig, soudera ein strebsamer, keuutuißreicher Mensch, der sich eine hohe Stellung in der bürgerliche» Gesellschaft errungen hat. Z«r Geschichte des Orden» B'ie.v'rith. Wir habe» in Nr. 18 d. Bl. dir Gründe dargelegt, die un» veraolaßt n, de« von vielen Seiten immer dringlicher an va» ergangen« Ersuch«, Nähere« über die Eatstehuag»- und EntwickeluagSgeschicht« de« weitverzweigt« Ordm» der B'nr v'rith mitzuthrilru, nach langem Zögeru aachzugeben, und «it der Wiedergabe einer deutsch« Uebersetzung der von eiuem der erst« Beamt« de« Orden« in englischer Sprach« nach d« Quell« verfaßten Hiatnry of the Ü. O. ß. B. by Julia« Bien*) zu beginn«. *) SfcfAe erschemt tu de» »«de» ehemalige» geatzt »er Verein. Staate» ffa vmaitnie, «ak gantet*, ve. ve^awt» Weirotw» «diäte«», »oeatltch «fchrwmwe» Orben»^»»» »Id« rtwtouL", H«wlock, Broadway 89. Jngwksch« erfuhr« wir, daß «an von nndeat Seite sich ebenfalls entschloss« habe, eia« bentfchr Uebersetzung jene« malisch« Original« zn vavffattllchen nnd j»ar(t« monatlich« Lieferuagen. Der Ueberfetzer, Br. S. Frenthal, Lehrer in Kattowitz, and Mitglied der dortige» Toncordia-Loz« (der viert« in Deatfchland) übers«det ul die 1. Lieferung, welch« auf 16 Octaoseit« 4 Piecm. 2 Ansprachen von Henry Jones, dem Hauptbegründer d!s Bne Vrich-Ordeas, aus d« Jahren 1844 »ad 1882. fo:i!c e'me Rede »ad ein Gebet de» Dr.Merzbacher (1881 und 82) enthält. Später soll die eiaentliche Geschichte des Ordens folg«. — Ans diesem Grunde sistir« wir »orderhrad die aageküadigte vaöffmtlichung unserer Uebersetzung, lchalwa uns jedoch vor, in mehreren Efsay's auf die allmähliche Enlwickrluag dieser großartig« Institution. die d« zerciff«« amerikanisch« Gemeinden eia« festen Bodm zu zemeinnützigem Wirk« geschaffen und dem gelästert« Jabeethnmr daselbst di« Wege zur weitern Entfaltung gerdart hat, z>rrückj«- kommen. Dmu soviel dürfte Jede», der di« bisher in der Mmorah vnöffeatlicht« 24 Kapitel der Geschichte de« Ocdm» gelesen hat, klar gewordm sein, daß diePriuzipi« des Ordens sich ,nr «it dm« des geläutert« (prophetischen)Jrdenthum» decke« «ad daß es eia eitles Beginn« wäre, ans eia« solch» tStam« orthodoxe Bestrebaagm zn pfropf«. — Die bisher eri'ckieaen« Kapitel umfaff« dm Zritraam vo i 1843 bis 1850, and bilden dm wichtigste« Inhalt der ersten 24 Monatshefte der , Mmorah- (Jali 1886 bi» Mii 1888). Daß du: Ordm keine geheim« Gesellschaft ist, beweist schon der Umstmd, daß sein einzige» offizielle»Organ Jedermann zugänglich ist. Der Aboaaemeatspreis ist b.n dem reichen Jahalt — jedes Heft enthält auch mehrere iaterrffaate linerarische tzteiääge — und der guten Ansstattung eia überaus billiger: 2'/, Dollar» pro Jahrgang (incl. freie c Zusendung nach Iruropa) zu bezieh« durch die Exprditioa der Meaonth, New-York, Broadway 38. Hippilht Sar«ot, vercheidtger der Z«ve«. Der Bater de» Präsidenten der französisch« Rrpibik hat bei verschieden« Gelegenheiten seine wohlwollmdm Gesinnung« gram Jaden und Jndmrhu« an d« Tag gelegt. Der so plötzlich eiugetreteae Tod de« selb« macht rs zur Pflicht, den Lesera der jüdisch« Blätter d« lrbhafi« Aalheil, dm derselbe in der Deputirtm-Kamaur an einer dir Rechte der Judm betreff »dm Diskasstonm genommen, in dankbarer Erinnerung zu bring«. Er orrdimt dies masomehr in Deutschland in Erinnerung gebracht za werde», als di« Beranlaffuag dazu von Deutschland ansgiag. — In Jahre 1841, am 28. Mai, nahm dir französische Deputirten-Kammer dm Bericht des Herrn ». Braamoat «tgeaea eia« lst.lition des Abraham Wormser. Wählers de» 8. Seine-Anoodiffem«t. Dieser beklagte sich.daß dir Polizei vo a Dresden wohin er geschäftlich gereist war, chm dm Aufenthalt daselbst verbot« hatte, dr ei» derartige» G.-setz bezüglich der fremden J»rarlitm daselbst brstaod. Er hatte sich in seiner Ligmschaft als Franzose au dm französische» Gsavdteu gewandt; doch dieser erklärte, nicht intervmirm zn rönnen. Der Bericht beantragt?, d« Minister des Ln<vtr:igm zn ersuch«, dahin zu »klm, das die französisch» Ruttonautätm, ohne jede Belästigung weg« ihn» Glaubm», in der Fremd« ungehindert reis« zu können. — Da bedat Herr Earnot die Tribüne und h«U eine längere ausgezeichurt« Red« z» Gunst« der Petent«. Er sprach »it Bmeistanng von dem Recht, der. Israelit«, «it derselbe» Rücksicht behandelt zn werdm, wie alle Bürger; er verlangt» daß das Kabiuet von Paris ganz magisch intavenir» »» ti« französische Rationalität auch in dm Jfraelitm in der Fauche zu Ehrm zn bring«: ,<S» ist van Wichtigkeit, sowohl weg« da Eh« da Initiative, als auch in Besag uf dm Fortschritt da Zivilisatio», dm