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Jüdisches Familienblatt · 1888-01-01 · 19 (1888) · p. Seite 73

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1888
Issue
19 (1888)
Date
1888-01-01
Page
Seite 73 (sequence 3)
Language
German
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r'haben, muthwilli»ere Linder aazurege», in der Kunst de» -''Bersteckeu» es mit de« Hausherr« aufzuueh«eu. Bestärkt Imb augefeuert dürft« sie dazu roh die EÄnernng au die k'Thätigkit de» Hausherrn am veiflofsmeu Abend haben, an w'ivächem nämlich der Hau«herr auch al» »Sucher- — nach H 5lhmuez, figurirt und dabei seine Findigkeit oftmals zum Aeraer und Vndruß der ihn begleitende« Gattin und l Kiuder bekundet', wofür ihm nun auch heute Gelegenheit gegeben werden soll, seine .Findigkrüzu erproben; hat p da» beute Gefunden« — der Aphlkaumon — zum Theil '■ da«kelbe Laos, ul» da» gestern Gefundene, in sofern nämlich! »ach dem bei uns üblichen Brauch ein Theil de» Aphikaumoa» fortgelegt. da» ,;anze Jchr im Hruse aufbewahrt bleibt, um t daun am kommenden 14. Nissan mit de« Lhamez verbrannt l zu werden. fCin ferne, er Grund dürfte in der Bsiimmuag de» Aphikaumou überhaupt zu suchen sein. D r Aphik. ist. wie bereit« erwähne, da» Anqutvalent für da» Pessach-Opier -<noe p5pl, daimm die gleichen Bestimmungen üb« dessen Ge» nutz: 521 VN 55 *?2KJ und besonder» dieBorschrist: p55SL8 pe i- Tpyru*nran*yh«, bog nach demselben nicht» ge. s nossen werden darf. Er bedeutet also da» Eid« de» Mahle«, er ist <* also, den der nach den Trfelfceuden gierigen Kinder «in »bi« hierher und nicht w iterzurief, uad kann daher nicht auf die besondere Sympathie der Kinder rechnen. E» ist daher nar natürlich, daß sie sich bestrebten, dm Genuß dessrlbm;,u verhindern, oder so weit al» möglich hinau»- zuschiebm. Diese Lehre de» fTttBä pM wird ,u Beginn der Haaodoh dem .klugen Kind«- in Erinnerung gebracht, und er beweißt auch dadurch seine Klugheit, daß er die uarngeorhmen Wilkurgr-i dieser Vorschrift unschädlich zu machen, und da die» füglich nicht ganz möglich, den »Fluch de« Gennßslörm« iu dm Eegm eines Geschmke» zu umwaudeln sich bemüht. Merkwürdig ist folgende Midraschstelle (im Jalknt Elieser Midraschim 1.31) Auf da« Verlangen de« um seinen Segen grkomm'nm Esau: »Segne auch mich mein Vater lantwortet Jizchak: drin Bruder kam mit List und nahm deinen'Segen. Hierzu bemerkt der Midrasch: N82N2 «58502 1b mrtn pip*c« «nein -jmiaa nvi,vnin. Jacob ist also der 82N sä, der mit Hilfe dc» Aphlkaumon dem Jizchak den Segm entlockt, eine Bemerkung, die im Lichte der ermähnten Eitle de« Sphikaumon-Nehmen« und dafür Belohnt werdm einigermaßm verständlich uad so da« hohe Alter der Sitte bekunden würde. — Schließlich sei noch erwähnt, daß der gewöhnlich in Kleidern bestrhmde Lohn für da« Herausgeben de« Aphikaumoa nur zu sehr an die Stelle II. B. M. K. 3,22 71158«?«,, n,K®1 erinnert, nach welcher ebeofall« die auf dem Weg« der ,n<?KV erworbmen Kleider den Kindern zu Gute kämm <.82'N112 5510252 55 27181511 Uad nun noch Einige» über die äußere Ausstattung der Sederfchüsiel, wo nebm dem gebratmen Knochm <51511, dem Symbol de« Veflach-Opfer«, da» Ei zur Erinnerung an da« Ehagtgaopfer — »Warum eia Ei?- fragt mit Recht der Plauderer, — hierauf antworte ich mit dem kurzm Hinwei« auf di« Gemara-Petzachtm. Die in derselbm «uthaltme Traktate weism in ihrer Anfeiuaaderfolg« eine meikwürdig ähnliche Nachbarschaft, wie die der Sederschüsfel dort Pessachim, Bezah, Ehagiga, hier aaf der Srderschüfsel- Pessach <51511 und Bezah al» Etzagigasymbol. und uchmm vir dazu, daß der 4. Tractat (dlosä doton) der Trauertractat ist, so Hab« wir auch die Erklärung für da« Laus« i» Men« de» S«da»Abeul>, da Eier 7552Ä5 521 (Tart- Ladad 473,4) find. — Die Nachbarschaft der Pessachimtractate scheint die Aa«sch»ückung der Sederfchüsiel veranlaßt zu l^d». Und damtt schließe ich auch wem« Aphikaumou- Gran. Dt. W. S«r beschichte de» Sarte«b«»e» bei de» alte» Hebräer«. Die Hebräer beschäftigten sich eben so gern uad fl-ißig wie imdere Völker de» Llrieat» mit dem Gartenbau, theil» zur Lust und Freude, thest» um daran« Ruhm für ihre physische Erhaltung zu ziehe«. Die charakteristischen Eczeugniffe de» Lande« wäre, der Oelbaum, Feigenbaum und Wemstock. Sie waren "olksvirthschaftlich sehr wichtig für da» Laad; denn sie bildeten beinahe den einzigen Nitioaal« reichIhum. Was dem Volke lieb uad werth erscheint, da» bmutzm die Dichter gern in ihren Erzeugnissen zu B.uglri-» chuuzen; auch die hebräischm Dichter pflegten also zu thun und verwecthcten jene wichtign, und von den Bewohnern sorglich gezogenen Produkte de« palästinensischen Boden» zu herrlichen Vergleichungen. Ebenso gerne nahmen sie ihre Gleichnisse au» der Blunmwelt, welche namentlich im nördliche» Palästina mit seiuem überau» üppigen Pstrnzenreichthume bemerkenswerthe, allgemein beliebte Art darbot. Die weiße, süß duftend« priichlige Lilie vornehmlich, eine Lieb» liagiiblume der Hebräer, verwendm sie reichlich in ihren Schilderaagen und vergessen auch nicht der in Palästina seltener aagebauteu Pflaaze», der Balsamuad Eypernstaude (Hohe Lied 1.12. 4.13). deren H.-imath Indien ist. — Ja den Gemüsegärten pflaazten die Hebräer Zwiebeln und Sa» bl auch iu großen Mengen an; denn diese Gewächse bildete« einen Theil der Balksnahruag. Auch in der Z:rstreuuag blieben die Juden denselben uneatweg^reu und laben sich nach wie vor an den kcäfligea LaäuWrwächscn. Die am höchsten geschätzten Zwiebeln kamen au» dem Lande der Philister, wo sie. in der Stadt uad Umgebung von Askaloa häuft, angedaut wurden und davon den Namen Asoaloniae, Esoalontd», (Schalotten) führten. Die Vorliebe für Zwiebeln und Knoblauch hatten die Hebräer mit den Persern gemein, aber gelernt hatten sie da« Essen derselben von den Aegyptern. Wie wehmüthig erklingen die Klagen der J»rarliten in der Wüste über die Eatbehmng ihrer Liebling«speise»; »sie saßen und weinten,- heißt e» 4. Mos. 1l,4, »und sprachen: Wer will un» Fleisch zu essen geben? Wir gedenken der Fische, die wir in Aegypten umsonst aßen, und der Kürbis, Pseben, Lauch. Zwiebeln uad Knoblauch.- In der That waren die yier angeführten, von den Kindern J-rael ersehnten Speisen, neben Bohnen and Rettigea, die Hauptnahrung-mittel der Aegypter, uad man kann daran» schließen, daß diese Küchengrwächse in dem äußerst fruchtbaren Nilthale sehr gut gediehe« und von den Ack:rbauera seit undenklichen Zeiten iu ungeheuren Mengen mit Glück gezogen wurden. Bereit» zur Zeit der Erbauung .der Pyramide de« Eheop» waren Retiige, Knoblauch und Zwiebeln ein Haupt« bestandtheil der Nahrung-mittel, mit denen man die nach vielen Tausenden zähleudeu Arbeiter an der Errichtung der Pyramide beköstigte. Herodot erzählt, daß an der Spitze der Pyramide sich eine Inschrift in ägyptischen Buchstaben befand u Hab«, welche «»zeigte, wie hoch sich der Aufwand für die Beköstigung der Arbeiter mit jenen Gewächsen belaufen; er betrug ungefähr 5600 silberne Talente, d. i. nach unserem Gelbe, da« Talmi zu 4800 Mark gerechnet, eine Summe von 7 200 000 Mark. »Wie viel,- fügt Herodot hinzu, »müssen also erst di« übriger. Speisen und die Kleider für die Arbeiter uad die eisernen Werkzeuge gekostet haben!- Jtfrrfei für de» Aamilierrttsch^ Eine heikle Kra»e. Als der Wiener Schauspieler Rott, der Freund Saphir», bei eine« Disput diese» in der Erregna» zurief: „Du bist MA-, fragte ihn dieser schelmisch: „Sn»' «al Rott, bin ich nun Dein Freund. «eil ich ein Esel dt», »der di» ich eia «si^ we» ich Dein Freund dt»-. Wb«. ,

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