Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1888
- Issue
- 19 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 72 (sequence 2)
- Language
- German
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»Adolf erzählte mir, daß Plast eine» feiner Vilder besitz', eine Madonna, da» ihn lebhaft an eine früh verlorene Tochter erinnere. Er glaubt sie mitunter sich durch Adolj'S Arbeit wieder gegeben und zollt ih» eine »ahrhaft schwärmerische Dankbarkeit.* » * Al» bic beiden Frauen schon lange chr Lager aufqrsucht, stand Alwin noch in höchster Beseligung unter den Bäumen de» Parke». D.» Monde» klarer Silberscheia beleuchtete «in Antlitz, in dem mit hohm Lettern geschrieben stand: „O, zu viel de» Glücke»!* Da legte sich plötzlich eine Hand aui seine Schulter, ein Arm umfaßte ihn: »Kommen Sie mit herein, mein Freund * sprach Simon, »wie Sie, konnte auch ich keine Ruhe finden. Sie baden rine Umwandlung in mir hrrvorgerufen, die in meinen Jahren nicht» Gewöhnliche» ist.* »Ich segne den Augenblick, der Sie zu ua» führte*, sagte Alwin tief gerührt. »Er hat nicht nur unserer Religion Ihren Sinn. Ihr Herz zugrweadet. er hat mir ein Herz wiedergescheukt, da» ich fast verloren glaubte.* „Hielten Sie wirklich Corinnr'» Lied« für so schwach?* tragt« Simon erstaunt; ,o. da ahnen Sie nicht, wie muthig da» gule Kird mit mir gekämpft hat.* »Eine gute Tochter willfährt nur gar zu oft den »Eine gute Tochter willfährt nur gar zu oft den Wünschen der Eltern und vergräbt die eigenen Wünsche in den Schacht ihrc» Herzen» auf Nimmerauferstehen; da» fürchtete ich, und dann peinigte mich oft der G.'danke, konnte ich, der Beamte in bescheidener Ledentstellung. auch für di« Dauer den Ansprüchen de» an Luxu» gewöhnten Mädchen» genügen?* »Daß ich e» jetzt selbst anerkenne,* sagte Simon. »Sie haben in Ihrem Geiste»- und Gemüth-lebm einen Uebnfluß, der selbst mich alten Manu mit veralteten Borurtheilen entwaffnet * »Mein Bater, dieser Sieg beschämt mich!* rief Alwin jubelnd und schloß dm einstigen Feind in seine Arme. »Durch Dich find mich zwei Söhne erhalten,* antwortete Simon, seine Umarmung herzlich erwidernd, »der eine ist mir durch Dich grrettet, und Du frische», blühmde» Rei» umschlingst den alte», morschen Stamm und gibst ibm neue Lebentkraft.* Er wandte sich ab, um die Hellen Thränm. die sein Gesicht netztm, nicht zu zeig«. Ter folgende Tag setzte Alle in tiefe Bestürzung. Rose'» Zustand war bedenvich g-wordm; David wollte nicht von seinem Bette Weichen. »Äfürchte da» Schlimmste und sei muthig!* sagte er zu Leah. Diese seufzte tief auf. sie flehte wiederholt zu Gott, ihr dm lbm erst zurückgekehrtea Gatten zu rrhaltm, sie jetzt erst zu begnadigen, eia recht beglückte» und beglückende» Lrbm führm zu künnm. Gott haste c» ander» beschlossen; mit der untergehmdm Sonne hatte Ros« «»»grtittm. Ein tiefet Aufschrei de» Schmerze» entrang sich Leah'» Brust, da ihr der jetzt erst mehr denn je geliebte Gatte seium l tzim Seufzer aushauchte. Ihre fieberheiße Hand lag noch in der jeinigm, die «kältet war, sie hörte nicht da» Geb« der Umstehmdm; so stand sie lange Zeit in halber Brwußtlosigkest und Erstarrung da. Al» alle sich entfernt, sank sie an d« Leiche ihre» Galtm nied«. J'tzt erst konnte sich chr Schm«z in Hetze» Thränm erleichtern. ,O. daß ich im Tode erst ganz dcinm Edelmuth rrkmnm mußte!* rief sie jammernd. »Zu spät!* hallte r» in thrn Seele nach und stummer Gram erfüllt« chr H«z. Die Beerdigung fand streng «ach vorgeschriebeuem Ritu» statt. Alwi» hielt die Leichenrede. Mit bewegter Stimme gedachte er in derselbe» der kurzen Spanne Zeit, die zwischen jeue» Worten, die n am Traualtar z» Rose gesprochen, und dem gegenwärtigen herbm Momr»te lag, er »»achte der Wandlungen de» Menschenherz«», da» »st erst durch schwere» Leid zu seine« Gott emgcht; Leich glich «i»er Mannörstattre, jeder Blntstropfm war an» ihr» Gesicht gewsthm; sie litt unsäglich. Ihre» Bleibe»» i« Lager war nun nicht länger. Ich«» Lampfsigual, jede» Wagmraffeln, jede Schießübung brachte sie t» rine nervöse Aufregung, die eine schleunige Entfernung nöthi» machte. »Nicht meinetwegen, um Dein«» Bruder» Adolf willen,* bat sie Eorinue. »begleite «ich nach St. — Oickel Simon macht sich ohuchia Sorgen, wie «r Dich wieder nach Metz bringe« kann; unsere Lmte habm selbst die unterirdisch«! Gänge, durch die Ihr gekommm, besetzt; e» bleibt Dir also kein and«« W:g. und mich bemhigst Dn durch Kleine Gegmwart.* »Ich folge Dir,* sagte Lorinn« ohne Uek«rlea«ng,' »nur einen Wunsch hätte ia>, dm. daß wir Eonsin Lout« mit ua» uchmm. Ecaeute Ausfälle stehea bevor. Da wetzt, wie da die Lazarethe überfüllt uad David oft tazelang auf dm Feldern beschäftigt ist.* »Sprechm wir mit ihm darüb«,* sagte die junge Wittwe. D« Brud« fand Corinn«'» Ansicht begründe!; Loai». gelestet von seinem Bat« uad dm aad«ea Berwanl-ten, trat die Reise nach S'. al« verwundet« Franzose «». Acht Tage uud Nächte war «an uaterweg«; d« Kranke mußte möglichst geschont w.rdea, da die offen« Kopfwunde, gar za nahe dem G.hirn, noch immer die Gefahr nicht o»»schloß. Al» man in S». eintrai. war allgemeiaa Jubel. SiegeSdepeschm waren an dm Säulm, da» Bali wogte auf dm Straß« auf und ab, daß e» lebensgefährlich schim, b a zu vnkchreu. »Ausfall der Franzose« au» Metz siegreich zurückgeschlagm,* hieß «». „200 G.schütze ((beulet, 5000 Gefaugme gemacht, darunter viele Gm«äle, 3000 Berwunbete in unfern Häudm.» ■ »Nun, da werden die Uasrigm tapfer zu thna habml* sagt« Adolf. .Brud« David ist wirklich ela gariz« Held geworden, ich hätte da« dem Juagea w rklich nie »»getränt; »So sehr e» mich schm«zte, daß Alwin ua» nicht begleitete,* sagte Lorinae, »so freut e» mich j-tzt. daß er mit echtem Maaae»math an der Stelle au»ha«e, wo ma« seiner bedarf.* __ _ (Schluß folgt.) Zur,,«phikattm-»*Pla«derei." Ueba die in d« tatereffaatm und aaregmd« Aphikouma»- Plauderei (Rr. 17 diese» Blatte») mthaltme Fca»e: »Wie mag die Sitte de» Aphikaumou-Berlirckm» entstand« sein? «lande ich mir hi«mit d« Shlußbitte de» Plaudi«» sol» gmd »einig« diesbezüglich« G.davkm mitzatheilen*. vor Allem glaube ich dm angeaeh mm Plauderer in d« Darstellung dn Sitte berichtig« zu müssen, da nach de« bst ««» herr» schmdea Gebranch und nach de» Wortlaut de» Ehok-Jakob 8 472 frrip'bnn mprnn frnw, b« «phikaumon nicht, wie d« Herr Plauver« gleich Aufaug» behauptet .»«steckt und von de« Lindem anfgesncht wad,* «ad so die Findigkeit d« Linder ans di« Probe gesetzt, soadn« « wird von d« Linder» gestohlen und von deusiäbm versteckt und nicht da» Lind, sondern d« Hangherr muß sich ans da» Suchen verlegen, odn, da die» für dm Seder» Abeud-Löni» »aziemmd «ad schr störend wäre, durch eia Ge« schmk dm geschicktm Dieb, nicht dm Find«, zur Heran«, gab« de« grstohlmm Aphitaumoa zu bnoegm suchm.HDie Frage lautet daher, «ah« stammt di« Sitte de» Aphik.^ötehlen»? Hinauf uuu folgend:». Da» Bersteckm spielt bei« Aphik. überhaupt eine Haupttolle, e» ist fast lönntt «an sag», die Aphikanmon-Weche. D« Lpchik. wird nämlich, nachdem er von d« Mittlern Mazzah gebrochm ist, — fit et an» besonder« Rücksicht für dicken vattettr de« »Pcßarl»-Opfer»* odn da deffm Gennß erst nach dem Nable stattfuidet somit leicht vergeffm w.idm ktmste, in eine besondere strsorglicha Obhut gmomme», er wird verwahrt, anfbewahrt, davon auch fwA gmannt, oder »ach de« Wortlaut dr» Orach-Lhajim z 477 rmopn rnrs. Dies«» »ufbewahrm de» «pH», da» eine« versteck» ähnlich nicht, mag dm Impuls duz« gegibe»