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Jüdisches Familienblatt · 1888-01-01 · 19 (1888) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1888
Issue
19 (1888)
Date
1888-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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HkMUkU-K/5// Heron«ge»eben von Dr. M. Ottmar in ttagbebatg. Zur lntfftilixMf i* Ktlttznm- Ir die imelMstze |niiir. tlnftim faiftr. Cm?l. — Da Eiekn Religion. Novell« von Ida vorder. (Fvrtsetznng) — Zar „Vpttltumn» Vlonterri». — Zn, Geschichte kt» Gorlrnbeuet bei den ollen Hebe Sern. — Allatit für den FomMentisch: «Ine brikl« -reg». ^lll|UU< Line Roihschild-Rnekdot». Der >8. Omer (Oog l»«-0rn«r). — Znm 70. Grünkn»s,«o»e >de» Jüre«!irischen .Armen-Holz-Verein» zn Horndmg v. d. H. — Alihfel-Ans-aken und Rdldlel-Ldsnngrn. — (llnbesngter Lddrnck ans diesem vlotie ist nniersegl) Puserw Kaiser! Welch' iritftt Schmerz derchmogt Germania'» Gonen I Welch' KnmmafUe jede» Her, h« woh«»I Mit angsiaflllien Blicken All« schonen Dahin, wo Dentsch'and« Siolz, sein Liebling thront I Zn Dir schon'n wir mit kummervollen Blicken Und widmen Dir da Andacht Wort« bene', v. Iben rer Weise', wie gar s-hr bedrucken »I« Leiden ml, di« da» ««schick Dir beut! Mit welchrr Gnade hatte Dich nmgebrn Di« Gottheit, die von Dir in Lieb a-wnrdt' Stet» «llöt L-id, wie ichllgie fl» Dero Leben Im blni'gen Dampf mit gor so «äckr'ga Hendl Wie schien »i« Letenlsonn« D'r so golden Und warf auf Dinen Pfad so kehren Schein! De« Searn» »ngel zierien Dich, di« holden. Mit Glück und Kiirden, ach, so »oll, so rein l Run schrint Dein Leie »»glück Dir jäh .nttchwunden: «* nagt an Dir »er »Aschen «lankteit Zahn! — Rur Gott allein kann lassen Dich gesunden! — Drum süc Dich fl.hrn» Alle fih Ihm nah'nl- JA » Dir ein Drost nicht in drn Schmer^ngstunde», Wenn Deine» Volke» Ruf Dir dringt ,u« Ohr: »Loh, «o!t, doch unsern Kaiser bald gelnaden!" — Aach Du ti ckst dann beseelt,n Gott empor, — Dankst Ihm beglückt für f» viel Lieb' und Treue, DI« DK von Deinem Volke nrfrb ,u Theil, Und Di« gelobst im Herzen dann ans« Reue, Die« Volkyt leiten ,n dem wahren Heil, — Sprich«: Dank sei DK. »llwächtimr, Allweiser! Mein Volk, e» lieb t mich so inniglich!' — Und Hirse» betrl: „Stürte unsere Aaisrrl Erhalt». Sott» den Kaiser Feiedeeich!1“ Jn»wre»low. drn >0. April 1889. J. Santo«. Der Sieg der Religio«. Novelle von Ida Vorder. 'A«ns«tzM>,.1 Tie beider» Freundinnen plauderten noch bi» lief in die Nacht hinein. Ach, ui« hatte sich ihr beiderseitige» @r« schick gründeit! Der gewaltig« Flügelschlag der Zeit hatte auch iu ihr Lon» eingegrffen; die Böller waren entzweit, die Individuen lxreütt, doch welch« Opfer lagen dazwischen! Nos«, der sonst so blühende schöne Mann — ein Krüppel; Loui», der Alwin'» und Toriune'4 Glück durch sein Leid begründet. lag verwund« t in Feinde» Hand. »Und Adolf?" fragte Eoiinae, »ich hörte, daß er Dich hierher begleitete" »O, da» ist eine unselige Geschichte", begann Leah. „Gr brachen au tzerz und Geist, gemartert von schweren Bor- Würfen, oh«« btftiuuntk« Lebenszweck kehrte er zu un» nach Et. zurück. Du wagst ermesten, iu welchem Zustande ich selber war. — getrennt durch ein unselig«» Zerwürfniß von »einem Gallen, oh« Nckhricht von ihm, »ich selbst mit Xtafcfirfc« peinigend, da wird mir die Anfgad«, ^kdtznvurwathe» zu trtzftr», ih« zu sich selbst. Und seinem Goit »urückzuführen, Di« Größe meiner Aufgabe die Diese meine» rgaten Leiden» gaben mir Kraft, dem Unglückliche« mchr zu sein, als ich ihm tu glücklicheren Tag'» Hütte sein körnen. Wie ein Kind saß er zu meinen Füßrn und lauschte meinen unbcheutrndstrn Worten. Hatte ich geendigt, so bat er: »O. Leah, sprich weiter. Dein« Worte belebten mein kranke« Herz; sprich mir von Deinem Gotte, lehre mich ihn kennen, daß ich «ich ihm wieder zuwende, sprich mir von seinem Gesetze, von Garer Glauben»- und Eittrnlrhre, im Großen wie im Kleinen, im Ganze» wie im Brsondärn. Du weißt, welcher Ehrgeiz ihn stet» durchdrang, ach, er »iar ja die Qrelle seiner Schuld. Als vor einigen Wochen liie Nachricht eintraf, sri» Gemälde »Di« büßende Magdalena", hibe auf der Londoner Autstellung drn nsten Prri» erhalten, glaubte ich. er würde in Jubel auibrechrn, da sagt! er nicht« wrtter al«: „(£« ist schön! Liebe Leah, veriheik Du da» Geld, e» »»den 4000 Thaler s in, an Deine Waisinkinderich hatte ihm uämlich tag» zuvor erzählt, daß man mich zur Vorsteherin unsere» Waisenhause«, dem die Mittel schr knapp zuflirßen, ernannt." „O, siehst Du, et ist brav geblieben," rief Torinne hoch erfreut; „ich wußte ja. mein Bruder konnte sich wähl iu sündhafte» Denken verirren, abrr nicht hoffnungslo» verloren gchen." „Ich weiß, welche Anstrengung e» ihn kostete, sich au» sri'er Lethargie aofj.urütteli, doch al» Alwin'» Nachricht lintraf, Rose sei verwundet, al« ich den Wunsch oulsprach, ihn zu pflegen, da war er brr Erste, der mich in meine« Vorhaben b»klältigte. Mit welcher Umsicht ec olle» leitete, wie er seinen Einst»» zu benutze» verstand, um un» selbst unpassirbare Gegenden iu Fiiode» Land zu erschließen, war oiir oft ein Räthfel. Ec war jetzt nicht der träumende, in in seinen Idealen schwelgende Künstler, er war ein Mau« der That geworden. Al« wir nach »»«tägiger Re se in Mainz anlangten, hi>rß es plötzlich: .Passagrere werden in dus r Woche nicht mchr befördert." Da magst Dir meiue Lngst und meinen Schrecken vorstellen. „Wer kommandirt hier? fragt« Adolf easchicdr». .Oxrst voa Plant." „So führe» Sie mich zu ihm." Da ich nicht alleine uuter dem Kkiegögrwühle bleiben konnte, begleitete ich Adolf, der seine Karte in» O,fizirr»z-lt gesrudet halte. „Mein lieber Simon." kcm ihm der Offizier mit offenen Armen entgegen, was führt Sie ha?' Adolf theilte chm die Sachlage mit. „In einer halben Stunde gcht «i» Zug nach Metz, der Sie und^ihre D>ame »itnehmm wird" sagte der Oberst, „mzwisch«« gestatten Sie mir, süc Ihre Erfrischung zu sorgen." Ich wacht« dankbar von tieier. nach der gehabte» Anstrenguug wir sehr uöthigen, Erfrischung Gebrauch. Der Oberst batte für un« ein loaxä erster Elaste anhäuge» lass«; Adolf nahm die Rücksicht während der Nacht i» ein N bmcoupL zu geh«, und so konnte ich seit 48 Stunde, zu« erst«» Walt den nett« Glieder» «tue Erholung güeueu." „Da seid Ihr uwhl." erwidot« Eiriune, „dem Oberst »itklich zu großem A>a»k vrrpflichtrtl'

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