Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1888
- Issue
- 18 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 69 (sequence 3)
- Language
- German
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1« Wohlchätigkett»»426 •* rar eine einzige vo» Bedeutung: die witthi» bekannteHckrrwB.nmolent- Society Kchr. ISohUhätigkeils^.-sellschaft). die „de«« Brr» cte besqzm geicknger» E.inflnß; sie übt«, ihre Wchlthätig- 'feit «ehr »der lvaHgn inneichalb der Gemeinden, mit deam (Jj ztstammTuhirgm. ( So stch damals da» Jadenthum i« Re» Bort. Ja da: Städten Philadelphia. Richmand, Äharlestoa nndRew-Orleaus »»»einigeSynngaam; sveiler wchlich war keine, anßer in Tineinnnti, znfladm. Die erste gottesdienstliche Bersammlnaa ia St. Louis fand am Rösch hnschonoh 1836 stitt; am di« ritaell vorgeschriebe»« Anzahl voa 1V Männer» hierzu antfindig zu mache», maßte matt btt aon^c Stadt durchlaufen. Einmal fozar ward«, eatwedee wnl nicht mchr als neu» Pisonen anfgefnadea widen konnten. oder ans Mißverstäadaiß. weil der Betreffende eine» biblische« Nimm führte, ei« N cht- Israelit zagezojm. Ec »ahm ruhig theil und schloß sich fplter dm Jüdin an. Das I tbr 1837 brachte I« Amerika «tue» bedeutende« kommerziellen Niedergang und theilweise Stockung desGfchästs. Dies warde voa allen Rrueiagewaadertm am «eist« empfunden. denn sie fand« si h ia ihre» Haffanagea, die durch die Berichte über di« frühe«» glücklich » grite» herdrr» jacsftn waren, getäuscht. Sie stand« «ua ohne ratheaden Femmd »ad ohne Aussicht auf irgend welche vfchlftignag doppeü vttlaffm da. well si: faß alle dt« 8 indessprach! nicht kannten. Ihr« Lage war wirtlich milleideeregmd «ad die H:be. Boue»>Society sowie die ande«a jüxschen 8,hl> Ehätigkrits-Brreiue machten die grüßten Anstrengung«, dem Unglück abmhelseu. Bcod und G:lk> warren vrrthellt. um nur den nächste» Bedürfaiff« zu gntüge», «an stand ihn« aber auch mit Nach und Thtt bei. bi» die schlimmstra E - fahrungm des schwrreaA ifaaqS überllaadm waren. In einigen Äahrm wurde die allgemeine Lage wieder «ine beffere und dadurch gelangte die groß« Anzahl jmer armen Leute ebenfall« in beste« Verhältnisse. Der fortgesetzt graßr Zufluß durch Au»waaderua; aus Deutschland vttgÄßerte die Zthl der Jade» au« diesem Lande so sehr, daß sie bald die Ziffer der Juden aller anderen Nationen tont überholten. S:e wtrea «tue arbsitfawe und gmügsam« Mmschmklasse «ad gelangt« bald auf niese» Wege zu:: Wohlhabenheit. Neue Gemeinden «ad Gesell- " sie» eusttand en unter ihnen, so daß auch ihr geistiger Fortmit chrer: günstigen Verhältnissen sich weiter mtwick.'lt tte, wm« näht ei» »eist der Eifersucht und Intoleranz, welcher früherer! provinzial« Abneiqunzm und Borurchellea -»nlstammte, die Einigung «ad da» Zusammeawlrtm gehiadttt hätte. Einfältig» Riorllstceu führte Öfter zu Streitigkeiten «ntn chnm und so waren sie in feindlich: Lager getheilt. der» unglückliche Eifersucht lauge Zeit sedm Fortschritt Hinderte und jeix Förderung des Allgemeinwohl» stücte und -vernichtete. Solch eia Zustand übte vothwmdigerwestk ein« sehr gefährlich« Einfluß aus da» gesellsckmfttich« «nd moralisch« Leb« dieser Lettte »nd schädigte ihr« Stellung in der Bürgerschaft; auch w trd dadurch ei» dunkler Schatten auf den -Eharakter des Judentd >m» i« Allgemeinen geworfen. Eg fand« sich hin und wich« Personen, »rftfic eine Sesterung herbeizuführen stch best'edlen, aber ihre Aastrmg- «ng» halten geringen oder gar keinen Erfolg; di« Masten, 'ivmifiußt von bü»William oder unwiffmdm Führern, verharrt« bei ihre» häßllchm Zwistt-keilm; uiw beständig« Statterrirn bltebm unoerbfserlich. Diese Zustände hielt« s» tatet« an, bis einige Jahre 'später mehrere Personen der jIngenn Generation, verschon «ine bester« Eqiehung genoss:» und etwa» «ehr 00« Leben »ad der Welt gesehen, »nd Keantniß von dm Fortschritt« hatte», »elche durch dm Zeitgeist in Emtral-Ourop» gezeitigt waren, aa> Semetndelch« tyättg Lathell »ah»«», «iw «in« einflußreich: Strllnng in de» dentschm Gentettcken N«w-A»rk» «rtargtrn. Dies« übten chtca nicht gering« Snflnß ans ih« Lands^ lente ans, »nd die gutm Erfolge ihrer Bemühung» wurdm anchvon dm Schwestergewrindm bald empfuadm, Es wnrde nun eine sociale Nothwmdiqkrtt für ein» Ickten, stch einer Gemeind« anznschUeßm. den» selbst diejmigm. welche dnrch BesäsSstianng lange von der Stadt abwesend waren, »nrd» in t«n Kreis der Gewtinden hinrinqezogm; nicht war es mchr et» willkürlicher Entschloß, soabem «ia Erforderniß der soziale» Stellung, «wer Grmeiude anzngehürea, eine Sh» tgoze zu b.-snchm Ein« nicht «»beträchtliche Zahl der Jndm war damals LüasUer «nd Hmdwerller, andere warm Geschlftslente. »ährend eine große Zahl. namentlich der «enangeko«menen und jüngerm Einwandrer, ihren Geschäftslnnf damtt begann«^ daß sie in dm läudlichni Distriftm haustrtm. Diese k««m jährlich zweimal zur «Stadt zurück, «« ihre Geschäfts» angelegenhette» zu ordne» «ad ihre» Waarmvorntth z« ergänze», «nd dies geschah grwühulich »der wurde »bstchtlich so eiugertchtrt. daß es ,« dm Fahlings- «ad Herdftfeievtag« geschah, so daß dtt Haustrer am Festgattesdtenfte ihrer Brüder ttzetlnrhmea rannten. Die groß« jüdtschm Feste, wllche dm wmdemdm Kaufmann »ach der Stadt brachte», »arrii anch die Gelegenheit, dei weicher jnage Lente beiderlei Geschlecht« gesellschaftlich rinaader begezaetm was sehr aft zu Ejeschiießungen führte H war selbstverständlich, daß die Minner «it hshere» GeiftiAgnbea und voa beiserer Bildung stch mger aneinander» schloffen «ad im Umgänge »it einander hühere v.frtedtguag und Anregung fand«. Ja dies« Lreism kam es wähl «ft zur Sprache, wie es zu ermlglichea sei, die Brüder, die destea so sehr bedürfe», tu geistiger «»d moralischer Hinsicht zu fürdrra. Die Bemüh angrn ächtete» stch dahi», die verschiebeam Grmeiadea un» Gesellschaften zu »eretuigm. die Selbjtsachi der Eiazeluru tu Gemetastna zu verwandelu »ad so da« Judeuthu« «it grössere» Ansehm auszuftatte», damit es bei bm Mitbürgem aaderm Glmrbeas geachteter baftche. Alle Austreaguageu hatte» jedoch fast gar ketum augeablicklichm Erfolg. E« ist wahr, die M iuaer jmer Tage, welch:, um ihre Lage zu v:rbefsera, ihre Heimith »erließe» «ad die weite Reise über dm Oceau auf Segelschiffe» w tgtra, diese Minner hatte» wohl eine« sestm Wille» »a» de» besten B ersah, dm fie dirrch ihre Eatschloffexheit. durch ihren Fleiß uad durch ihre Smüzsamkeit bald »»» Erfolg getröat sähe»; aber sobald fie ihr Ziel erreicht hatte», ruhten fie auf ihre» Lorbeeretr uud ihr etazigr« Strebe» ging na« »och etwa dahi«, geleglMtlich sich in einer Ehreustelle oder Ehrenbezeugung einer G:meiade sonam z» Sauen. Es waren fast so viele Ritus (äliuianzim) wie Ge»' meindm «ad es schien, daß der »Mitthag" da« Graadprincip der «Semeiudm sei. Daß die Gemeinden von einander stch unterschiedm. da» war eine selbstoerstäudliche Sache, aber auch innerhalb der GemiÄde herrschte das Stteberthum, der Lampf au« eitlem Ehrgeiz; deshalb waren Skandal, Unfriede und Herrschsucht an der Tagesordanng uad da anch jener Eonservatismn« fehlte, welcher aus Herzensbildung und Geiftea. stärke stammt, gab ei sehr beklagmswerthe Scene«. I An« den versammling«lokalen und Synagogen wurde der «Leist des Zwiste« ia« gesellschafUth: Lebm »erpflaazt., Diejimtgea, die vor Karte« erst ooa B.-rfolguaz «ad Ja-' loleruaz befreit »orde« waren, »urden »an selbst religtsse stSerfittger »ad Ftnattker. sie sti-ßea alle an«, die es wagten, Mtgegmstehmde Metnnnze« zu außer». »:«» fie «einten, alle Gebrauch: uad Grwohahette». di« st« anfrecht erhaltm zu müffiu glaadte», setm als eiae nufehloare Standarte von der Traditio» eiagstegt f ic alle Zeiten. Senn man jedoch «lle U»stäube erwlzt, so wird man es gtulz «ntürllch finden» daß solche Leute, deren G:tst noch von de» Grmzen einer längst »eegangenm Lwillsation eingeengt war, Ihre ganze lkraft darauf richtet«, di« Ixm z»