Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1888
- Issue
- 18 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 2)
- Language
- German
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»«trf Erheb», hervirzurufeu. Wie hatte »ich »ei, var- «rtheil für Sie verblendet!" Kvriu schien kan« zu höre». er hatte ja sei« Corisae. Nu« ihre» Munde hörte er auch in bauge« Mitleid«», »der vielmehr N a chleiden, »elch« Gefahre» fie bei der Serknnft Überstande«, wie fie uud der Onkel Tai« z«v»r früh beide mit einem Lieferanten, der ans einem unterirdischen Wqe Lebensmittel zusühre« sellte, die Stadt verlaffea, »elch« Kämpfe es fie gekostet, daß der bei solcher Gefahr für sie viel mehr al« für sich fürchtende Onkel fie »Ituehme. »ie fie aber freudigst da« Schlimmste bestanden Hütte, «« — Karin ließ fie nicht vollenden, eia glühender Laß schloß ihr de» rofigtn Mund. »Der Zug de« Herzen« ist der Vorsehung, ist Gotte« Stimme", sprach er erregt. So vrie Du, f« habe auch ich. uubemußt meinem Ziele »ich »ühernd, alle« gemagt. »d ich sehe: De« Herr» Wege, «eunschon »erforschlich, führe» sicher Ziele i" .Und zu welch schöne« Ziele!" rief Loriune jubelnd. Inmitten de« freudigste» GefühlSanStausche» würbe» die Glück» liche» durch die Nachricht erschüttert, Los« sei dnrch ein« »erwartet angelangten Besuch derart aufgeregt, daß Gefahr vorhandeu. .Wa« für eiu Besuch?" fragte Alwin befremdet. .Wer darf unangemeldet da« Lazareth betreten?" .Eine Dame, die fich nicht abweisen läßt", entgegnet« die Würterin. .Seah", sagte ahnungsvoll Lrrinne; vergaß ich doch ganz in der Freude de« Wiedersehe»« «ich nach ihre« Ergehen zu erkundigen! Doctor David uud Alwin, die eilig de» Lrankensaal betraten, ware» Zeuge» und erschütterte, Scene. Rose lag bleich, leblo« auf seinem Bett, vor ih» kniete, feine Hände nrit Söffen bedeckend Lenh. .Somm zu Dir", bat fie flehenttich, indem fie ih» nufzurichten suchte, ich »erde e« »tr j, nie vergebe«. Dich durch mein plötzliche« Erscheine» erschreckt z» habe» k Und al« Rose jetzt die Augen aufschlng und str an fich zog, ihre» Lopf an seine Brust lehnte, uud lei« die Worte »nrmrlte: .Dank, tausend Dank, 8eah, daß Du gekommen, daß D» mir Gelegenheit giebst. Dir Abbitte zu thu», — da schluchzt« Leah heftig »d fich zärtlicher al» je au ihr« Bttteu schmiegend, sagte fie: .Wnm Sott der Allgütige Dir deine Gesundheit wieder schenkt, dann, nicht wahr, soll Alle« zwischen uu« aut werden? Da wirst auf meine Idee eingeheu, ich auf die Deinigru! Wir «olleu ia Eintracht Gott dien« »nd unser Hau» zu einer Stätte echte» Familieuglück« machen l" .Amen", sagte Dr. Alwin jetzt, auf Leah zutretend «nd fie herzlich begrüßend. Dr. Simon ermahnt den Kranken, fich nicht aufzuregru; Rose versprach sich ruhig zu verhalten und bat ,mr um die Erlaubniß, daß man srin Leah. nach der er fich mehr al« er zu sagen vermocht, gesehnt, bei ihm laste. Still saß fie dann noch stundenlang an seinem Lette, seine Hand in der ihrigen haltend, innig beglückt, dem Leidenden dnrch ihr Herkommen uud die gewährt« Bersöhnuug einen Herzenswunsch erfüllt zu haben. K» Rose von Ermüdung überwälttg», eiuschlummrrte, suchte Leah ihre jetzt von' Glück strahlende Cousine Lorinne auf, die längst nach ihr verlangt. (Forts, folgt.) Die Geschichte des Ordens Bne B'rith. Ueber den jetzt auch in Deutschland eingebürgerten und immer mehr sich ausbreitenden Orden der .v'ne B'ritb" über fein« Organisation uud Tmdenz wird gegenwärtig in jüdischen Blätter« so viel Irrige«, Uuglimpfitchw und verdächtigende« vo breitet. daß wir diesen «eist au« Uokenataiß hervorgegangene» falschen Vorstellungen uäd »klare» Anschauungen am best« dadurch begegnen, »euu »ie di« Geschichte diese» Orden« von ihre» erst« Anftugm an, wie sie von maßgebendster Srelle anf Gr»»d sorgfältiger Otzellenstudi« in kingehendstrr Weis« bchcuchett »«che», in diese» Blätter» veröffentliche». Sie Bietet sticht «Kt viel bei Inte» «staute» für die Güeder diese« Ochen«. sonder» aach für Ich«, de« die Eatmickrtnag der amertkmrische» Gemettriie» uud der social« Sttllaug unser« dortige» Glaubeu« zeuoffe»' tuteressirt; de»« die Entwicklungsgeschichte de« Och»« der B'ae Iwrith ist eiu Stück Lulturgeschickste der Judo» tu Amerika während de» letzte» hakte» Jahremudert«. Dir geschichtliche Darsiellnaa derEntwickilu,;, diese» bedeutsamen Orden» hat aber, orsoaber« für die Glieder deflelbe«, auch de« nicht gutua aug»schla«L»d«» Wnth. baß sie uu» mtt de« »chreu Motiv«, »st» Ad sichst» der Stifter bekannt machen, uu» zeigen, welch? Nufggbe» »nd jfmle sie dem Orden »«stellt, anf welchen sittlich;» »nd vrligißft» Grundsätze», sie denselben auf- »ad fortgebaut, und weicht' praktischen Erfolge sie erzickt habe». Dnrch eine vertief»»» m den Geist »nd die »«getrübten Ixen der Stifter gewinne» wir den richttgen Maßstab zur Selbstprüfnug »nd Selbstbeurtheilnng. pv wir »n« auch anf de« richtigen Wqze der Forteatwickelnag befinde», ob wir i« rechten Grifte foctarbeiten auf de« alten Gründe: im Geiste der Wahrheit, der Erleucht»»», de» Frieden« »ad der über alle religiöse» Forme» erhabenen Humanität „d Bruderliebe. Wir beginn» mit der .früheste, Zrit". I« dritten Jahrzehnt dies«» Jahrhmrdert» fand «ine große Einwanderung von Inden nmh de» vneinigst» Staate» statt. Di« waehsmde Uuterdrückuag in »» alte» Welt, der Erlaß von Gesetze», welch« de» Inden bsiimmtr ver»f«zweige verwehrte«, str von den mchr chrrnwerthe» Beschäftigung«, de» Leben» «»«schloffen »nd ihn» jtde LnSstcht anf Stella»», Amt, uud wistmschaftliche Laufbahn versperrst«, veraulaßte «in« groß« Zchl von Jade», '' ihr Vaterland zu verlassen, neue Gebiete aufznsnhe» in einem Laude, da« «icht nur Zuflucht vor Tyraunri uud Verfolgung bietet, sonder» jede« Menschen »ie Freihett lässt, seine befferea Fähigkeitea zu eutvrickelu uud Jede» gleichmäßig Anerkenauag und Loh« za eroechea gestattet. Ja jener Zeit bestanden in der Eitadt Re»-York mehrere jüdische Gemeinde«, deren älteste die portugiesische war. Der Sruadstam« bestand au« eingeborene JSeaelite», au« Nachkommen der spanische« uud portugiesischen Jude», welche sich unter de» älteste» Austedlern de» Laude» befcurde», doch bildeten dies« die Minorität, während der Majorität die Einwauderer au» de» verschiedenste» Länder» angehöiteu, die aber bald nach ihrer Ankunft dr« Bedürfmß emafandeu, sich einer Gemeinde anzuschießen und sich mich «ad Hach «tt derselbm asfimilirteu, indem sie die «sellschaftliche» und religiösen Sitten und Gewohnheiten derselbe» annahme». Die poriugiesischm Jude» habe» da« Hohettsgesühl und die Au«schlirßlichkett. durch welche ihre Brüder übcrclll auf der Erde sich charakterifirr», bewahrt; sie bildete» g» alle» teilen eine Art Hriftofatie unter de» Juden. Ja all de» ltädten. in denen sich Gemeinde» bildeten, blieben sie ge» schlostm für sich, ein« Art besonderer Laste. Sette» verhei» rathestu fie fich außerhalb ihre» Lrrise«. »ud die Naclstommr» der Menooza«, Abarbanell«, Jbu-E»ra'«, E«piuoza'« erkannte» andere Jude« kaum al« ihre» gleichen an. «tt größstr Zähigkett hingen sie an den Rituale«, Forme» urd Lere« monien, wie str iu Spant« u«d Portugal in da« Zette» gebräuchlich waren, bevor ihre Voreltern a»» joren Länder» vertrieben wurden. Außer jmea Gemeinden bestanden »och salzende: 1. die Bne Jcschnrua-Gemeinde, deren Mitglieder größtrntheil« au» Eagland eingewaadert Ware», nur weaiz nntermischt «tt Einwanderern au« aadecra Länder« Europa»; 2. eiue oder gar zwei polnisch« Gemetckde», »eiche au« poinische» Juda» zusammengesetzt Ware, »ad dem p rluischar Miahag solgtea; 3. dm Gemeiude Aus che Ehedek wache erst kurz vorher von geboeeu» Hollä»der» gebildet worde» »ad den«« fich etliche Deutsche an«,schloff«» hatte». MstostUUMMMnastM,