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Jüdisches Familienblatt · 1888-01-01 · 18 (1888) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1888
Issue
18 (1888)
Date
1888-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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j»t J*trr|iltn| i Ke!ehnvfiir dir isnelitische Fmilie. «==!► («(MlfifgctfR WM Sr. «. Ha«WfT in «ogdeburg. 5fw der RcIUm. JNhalt. «mf.fiiw| KMcOt wm Id» Vorder. (Forts, ^«ig ) — Di« Geschaht« de« Orden» V'n« v'rilh. — Allerlei für den — Nivhs«l->nsg«beu vrd NLtI>siI.LSftingen. — — (U»defn>>er «bdrNck ans diese« Matte Lcr Sieg der Religio«., Novelle von Id» Vorder. (90itfe«aw.) VI. David, dir einige log« in einim mehrere Stunden erlfnnstv Lozanthe. tro Mangel «« Aerzte» war, beschäftigt gewesen, war tief erschüttert, als er den sonst so lebensfrohen, selL'ln Mann ol« — ÄiDtprl vor sich sond. Zwar de. tvdigie «r ihn über seine» Zustand, drch Alwin tauschte sich, »echtem er in seinem u»störten Blicke gelesen, um so tvenigir thr die gieße Leder llichkiit seines Zustande». «Atoljh ist bei Le«h in Berlin", sagte er, einen Brief hervorzieterd; .er Hot Rom für irr wer verlosten, scheint tief ersckLitert. daß man ihm, »echtem er sei»«» Glauben einer ChretFlelltrg gcopsnt, diese, wenn auch nicht gänzlich der» weigert trch auf v Jahre voi enthält. Da. lies selbst," sagte er, Rose de» Brief reichend. »Diele Jesuiten." sprach er empört zu sich, »nun, da sie ihn mit Tavfwosser genitzt, eine Seele de» Himmelreich ckerettet. übetlesse» sie ihn der Berzweiflung. Misten Sie, H0r Pud',,,»," sprach er laut, »ich glaube, Adolf wird nach dieser Lehr« nrch «in guter Israelit werden > Nur schade, daß dies» Liesterurg durch so schwere Opfer,— ich fürchte, er ist gemül^t Irans,— ersauft werde» mußte." Zwei 'löge darauf traf ei« Brief aus St. von Leah an ihren Gotte« ein. Dieses Llftleiden, nicht vur Mit'eid. »ältliche Liil». tröstliches Avffchouea zu Gott, Alles lag in diese» Sch:eiten. Gi« hürmte flch Dag und Rächt unter lauter Borloürftn, daß sie ihren Gatten in's Unglück ge» trieben, und doch Hab« fl» ja i» ihrem Slrebeu, ei» religiös frommes Hau« z» begründe, nicht anders gekonnt; »ich Io»me" schrieb sie, »zu Deiner Pflege, nur muß ich »och einen Dag hier vet weilen, v» erst «nsmr armen Adolf, der vollständig gebrochen an Geist »nd Körper, fast tiessiuuig, «iuttaf, z» versorgen. Mein Later wünscht zwar, ich solle erst nach dem Rersöhnungstag« reifen, dach drängt es «ich, »och vorher: »ich an De««» Heizen auszuweimn, Deine Munden |»i linder» und Deine Berzrthnrg z» erhalten." JD, welch ei» Segen ist «in frommes Weib!" sagte Rose tief gerührt. .»Io, dieser versühnnugstag soll et« neues Dasein i» mir begründen." »Zu ipät, z» spät!" lispelte David schmerzlich erregt in sich hinein. Si»e» Dag später, a» Morgen des Bersöhunngstages war |» de» sonst f, stillen Leza eth ledhoft« Bewegnerg. Onkel Sin«« war ans Metz herüdergekouirneu, sich von sei»rs Sah,es Befinde« zu Übertrugen, ih« Drall und Hilfe z» dringen »nd. -hn, daß tt # ahnte; war er Zeuge ein«, erweisend«, Aete^ die ihn wieder an di« glückluhea Tag, «Ärnerta ha rp roch glaube«, de.tr», innigen Zuaiesproch Mit s«W» Galt beste» kanutL «lg er deu Lodachtajaal d trat, sn.dM D»,.Astvt» di« Krarst» »od-Leidend.» «» sich ge-, sannmst Hawe »ob «>t rrhowner Sknun« dir G bet« vor»»». i.r etz» Ttsltzoatrsstngrer weßannta MS mit rinstimmte, da wäre» ihm, als füble er ein Siück Eis in seinem Herze» schmelzen. Feucht ward rS chm in den stuft stet» finster dlicker den Augen, au» denen ein heiliger Glanz leuchte!«. — Er schämte sich nicht der Thräne, die in den graue« Bart hstabrinnei sollte, sie erleichterte sein lummer beladene», verhärtetes Herz. — Niemand schien ihn zu bemerken; Alle detrteit andächtig, am andächtigsten v'elleicht Coriane, die hinter srine« Stuhl« stehend keinen Blck von D<\ Alwin sottwandt. Seltftvelstäpdt^ch hatte sie, als Onkel Simon den Entschluß gefaßt seinen Sohn zu besuchen, Alles daran gesetzt, i« seiner Begleitung sein zu können. Louis nrch immer schwer leidend log in einem Reben« snale. Als Simon, nachdem eine Pause in der Ar dacht gemacht woiden, sich Dr. David rufen ließ, um von ihm die ihm vou den Wärtern verweigerte Erloubniß zu erlange» seinen Sohn zu sprechen, führte ihn der junge Arzt selbst an dos Bett des Kranke». Dieser konnte nicht genug die Sorgfalt rühmen, die ih» der Cousin, wie auch Dr. Alwin g!widmet. — Simen versagte das Wort, als er sich bald hernech Dr. Alwins, der de« Krarkin zu besuchen kam, gegenüber sah. . ^Können Sie mir vergeben, ewig theurrr Mann?" fragte ei: in tiefer Rührung, »Schon stundenlang folge ich, fest langen, lange» Jahren wieder zum «>ste« Male, Ihrer rr» habenden Feier de» Festgottesdienste». Ich langte schau früh an, waltete die Pause ab, um sie nicht zu unterbrechen. Ihr Wort voll editer Frömmigkeit hat die Wandlung verständigt, welche die wunderbaren Fügungen ia meinem Inner» herdorgernfe», ich l-iu von Stbd« an einer der Ihrigen, ich und meine ganze Familie Und diese da", fuhr er fort, Coriuue's Hand ergreifend, »sei das Baud, das Sie unserer Familie erhält". „O, zuviel des Glücke«!" rief Alwin im höchsten Rausch«, .zuviel der Wonne an diesem so hocherustea Tage! Der gütige Galt aber tnhrb mir auch dies vergeben, es ist je» heute der Tag der Bergebuog l" .Ja. der Dag der versöhnirug", wiederholte der Oheim, wiederholte« all di« Umstehenden. .Run Kinder", begann Onkel.LImon, .setze« wir ernst und andächtig die Feier de» heutige« Tage« fort» meine Brust ist z« voll, ich mitß Gott danken für da« große mir und uns allen brschiebene Glück." Wer hätte da« je geglaubt! Der einstige Gotteslengner, der Nihilist, tt ries zum Gebet« in vorgeschrtedener Lilu'gi« der Synagoge! Er, der t» seinem Hans« jede rrligtssr Wethe »erpöul hatte, wnrd« von Gattes fi^ung dezauageu, hier bet eine« tinfacheu Frldgottesdienste, ohne all« Choral- und Ifnstrnmentaldegleitung Crdannng zu finden, »nd rr fand f* gerade hier, in ix« echt jvdiichen, jeden änßereu Inge»- »nd Ohrenkitzel verschmähendrn Castus. Vle'-end, ohne ein Wart zu verfünnten, folgte Sin»» den nnver kürzte» G-beten bi« za» Abende. .Ja. schöa »nd s.tztdenb ist Wter. ist «nscr Gottesbien-f. sagte er nach BeenblW»g desseide». »aber Sie liwin, sind auch der Mann

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