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Jüdisches Familienblatt · 1888-01-01 · 15 (1888) · p. Seite 57

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1888
Issue
15 (1888)
Date
1888-01-01
Page
Seite 57 (sequence 3)
Language
German
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Bi^Meßchtcht» timt MßsthO» jutliiW vor cfari|fr ZS ab« chmh bk palttifcheu Vtätter bk Nachricht, der Kmdiual Howard sei «ch»fi»«iß gemaebe«. Datei Mt erwähl,t. k| deffelbe Iw« .erst«* euallscheu flcmikijt, fern vo, Rocfvtt, ariftammr. Dk „Frauff. Ztg.* teilte später mit, er sei k» zebärtiger Jab« uameas Lcherlitz aas Prag. Der „römffche Sorrettwabraf de» pe» aa»»te» Blattes berittet uv« i» schr iutrrrflanttn Details Näheres über diese» Kkcheufürste». Kardinal Howard, den ich wähnod der letzte» Jahre oft gruua «sehe» habe, «rr eia auffallrad schöner Raa». I» »rilltarischer Halt»»- schritt er mk ei» Grenadier Irr Kirche mit seinem kräftige« Lypv« »ad dem stets -erütttea Antlitze, aas dem dir Wetnblawe vo» Frascatt biöhte and glänzte, oa hin. Oft -e»usah ich ihn. de» Eezpriester vo» St. Peter »ab Bischof von Fraätttti, in de» heilige« Halle» vo» St. Peter bas Prkstrrawt vecrichtea; und fMÄ fand sich eine Echaar vo» Eagl-nberiunen et», um diese» weltmäanischeste» «nter den , Hohwriester» dieser Lide celedrieren zu sehen. Er sollt« »ach der Rittellnug meiars Gewährsmannes ei» geborener Prager sei» nnd ursprünglich Austerlitz geheißen haben? Nu» aber finde ich im »Oakndttfio eooleuMtioo* vo» 1888, einer halbosfiziellen Vrchlich«« Publikation, die alljährlich in Rom erschemt, folgendes: ,J»Haiato» in der Diöcese von Nottingham wurde Edward Henry Howard am S. Febr. 1829 als Kind hochadeliger Elter» geboren." Wetter ist es hier bekannt — und jenes halbHfittellrs Buch bestätigt dies — daß der auffallend stramme uro sdöne jung« Mann dk militärische Karriere eivschlug und als Offizier in dir königliche Garde eia» , trat. Da»» aber entsagte er dem Waffen Handwerke und ttat in Rom in dk ,Ao«tdem1» dei Nobili sookdubici“ eia, «ine Anstalt, in dk mir Adelige Zutritt finden und m der u. n. auch der gegenwärtige Papst mehrere Jahr« zubrachte, eh« er Prälat wnrde. Al« Priester machte Howard rasche Karriere. Iw Jahr« 1877 wurde der damals 48jährtg» Prälat Kardinal. Howard wird stets, wenn man die hochadeligeu Kardiaäle nennt, mit diesen genannt. Man nennt ihn neben dem Deutschen Fürste» Hohenlohe und dem Franzosen Boua» parte. Diese drei Minner waren die vornehmsten Mitglieder des heilige» Kolleamms. Man rühmte Howard» Sprach» keaataiff»; er sprach ln meisten wodernstm Idiome. Dagegen leistete er als Bischof von Frasetti nichts. Der schöne, ia aljen Salons Nom« wohlbekannte Kardinal hat »»»mehr seine Rolk aasgespielt, (i? erkennt niemand mehr, er hatte eine» Anfall vo» Tobsucht, and, mk man sagt, wollte g sogar in diesem Anfall seinen Diener erwürgen. Lr leidet au Aaämit des Gehirns. An dem Kraakeadette des angedlicheu „Pra,« Jaden*' wueht u. a. anch der hier anwesende HerM von ieorsalk viel, den aber Howard, wiewohl &lcmt Meldung .jewiffer hiesiger Blätt-r ein Vetter des leidende» Mannes sein soll, glenchfalls nicht wiederer» öaaut hat. Herzog von Norfolk aber und der Prager Jade Austerlitz — »k erklärte sich dies« Petteraichaft? Dk A. A. stritt »un diesen Angaben ihre» Korrrsp. fol» cheades zäunende Oaxrioahun Tita» des Kardinals gegevlüöet: In der Stvckhausstraße zu Prag wohnte »kle Iah« eine Witwe Austerlitz,' ihr Man« war bald »ach der Gebart ihres einzigen ssiahües Jakob in der dortige» Irden» asstutt gestorben. Witwe, welche einen GrksierladeN hatte, Keß es sich angelegen sei», ihrem Sohn, der schon früh -rohw Lalertt für »lustk nnd SpraLen zeigte, anfs beste z, erziehen. Auf dem tzträger Konfrrvaorimu lernte er mchrere Jupr»wr«k» »amenttlch t^vete^rr sich m einem tüchtige, Kltwktfflwkb »üb w Nach dem Abganöe vom KswUervatorium trat Jakob Austrttitz in dk MM* de» fünstell Jäger-vittlrillon», werde bald Oberjäger, verüiß aber nach drei Jahre» de» Dienst, da bk Mbitch g» weite«« Ausbilbuug gewährte». " «w bestich« den» dk M»stt»Madmuk - - - - - nnd chwchch Gs» weih in neun Sprache» sich nnterhalt» zu Viunen. V& ttec* «chiffstapitä» Dm», Heu tt-l Paris kenn« gelernt, «acht« er eine Reffe «ach Wetztndte», nnd vüdafrlla. In Kapstadt blieb er einige Zm als Dolmetscher im französischen - Konsulat. vo» hier ging er »ach Alexaadrirn. wo er ta einem Geschäftshause de» Postm eines Kassierer« erhielt, dann nach Brest, Brüffck und eudtich »ach Soudo». Hier kam Austerlitz ohü« eine« Peace in der Tasche an. Ja einem Gejchästk erhielt er ettu» «uter-eordnetta Dienst. Als er einiges Geld erspart hat«, sucht« er durch dk Zeitung eine andere Stellung, wobei er sek« musikalischen und sprachlichen Kenataiffe betonte. Darauf «ahm ihn der Londoner Ö linkt Jackson als Hofmeister las $kw*. Hier erwarb er fich bald die Gunst nicht nur seines Herrn, sonder» auch der Tochter desselben. Zwischen de» junge» Leute» eatwickelte sich schnell das innigste Bnhtltniß. Als bk Brautwerbung um Riß Emma Jackson brüsk zurück» gewksea wurde, flächtet« das verliebte Paar nach Antwerpen. Bei der Uedersnhrt herrschte et» gewaltiger Sturm. Der uuerschrockeu« Austerlitz, uulerstützte de» Kapitän bei de» Auftteugungeu zur Nettung des Schiffs tu kräftiger vetsr. Da tik Flüchtigen krme Pässe hatte», so demühtt stch der dankbare Kapitän, dem fich Austerlitz auvertraut hatte, fie glücklich durchzubriugeu: er stellte st« dem Postzetbeamte» in Antwerpe» als Dr. John Brown. Advokat aus London, sammt Gemahlin vor. und verschaffte ihnen auf diesen Name» auch Pässe »ach Wie». Das flüchtig« Paar wurde inzwischen von!Facksou durch die Polizei und die Zeitnugm verfolgt. Et begab fich von Antwerpen »ach Deutschland. Ja Wies« bade» und Homburg versuchte Austerlitz sei« Glück im im Spiel, gerkth aber dadurch bald ia solche Geldverlegq»» hnt. daß Emma ihre Schucksachen verkaufen mußten. Ja Berlia und Leipzig amchteu fie Schulden «ad kamen daun »ich Dresden, »o Austerlitz von einem Engländer kimeaes, mit t«m er Freuudschaft g-schloff m, 100 Pfd. erhielt. Sie reiste» nun nach Prag, wo Austerlitz auch seine Mutter besuchte. Nach einigen Tagen reifte das Paar »ach Wien; in Brünn jedoch wurde er ans Grund eines Telegramms verhaftet und nach Prag zurückeskortirt. trotzdem Austerlitz seine» Paß als Dr. Brown vorwies und fich stellte, als ob er nicht deutsch verstände. Auch im Polizei jefäugniffe in Prag, wo er fünf Tage brhalten wurde, sprach er nur englisch. Am sechste» Tate wurde er dem Strafgerichte ausgeltefrrt. Der Prager Dollmttscher im Englisch«», Profeffor Fischet, wurde zum verhvw teigezogen. Landgerichlsrath Peichek im Beisein des Staatsanwalt« von Rapp führte das Unter« sachtllgtoerhdc. Al« der Loadoaer Adrokat Dr. John Brow» vorgeführt wurde saate er dem Landgerichlsrath: „Pro,im, Vj j«te pui r»d»/* ll h-rvascht fragte der Untersuchungsrichter, ob er de au Böhmisch -erstände? »Ich heiße Jakob Austerlitz und dt , zi» Prager!* Nach größere Uebrrraschuug. Der A-gek'agte legte nun ein umfaffendrs Gestäudüiß ab. Ans seine Bitte wurdt dt« vo» ihm eutstihrtt Emma Jackson, welche als »aschuldtz ans freiem Fuße belasse,« war, zu seine« Mutter gebracht. In der Schlußverhaudlnug war nur limeaet aus Dresden erschteuea, der für Austerlitz und setue Geliebte 1V0 Gulden hinterlegt«. Der Angälagte wurde zu sechs Monate» einfachen Kerker« verattheilt. Austerlitz ttat jafort dk Strafe an. Emma. durfte ich, jede» Souutag besuche». „Ich will getauft sei»/ äuhei-k er «tue» Tags zum Juipekttousbeamt«». Senat uud Eaufistorium rntschiede« »ach dem Wille» des Sträfling«. Kchtln» Pater Nowotuy ertheitte ich» Nell» giautwuierricht un» nach überstasdeoer Sttaszett wurde der Tattfatt i» der Kirche zm» heilige» Geist Nkumud Geringerer als Karmuck Fürst-Erzbischof zenberg als Dttegtrttt fuugiktt als Pattze. Tue wähtte de» Nomen Sdrn»w>, nud mtt Bewillig uug der Swtchalteret «chu lvstnchsi de» IamilkuuaM« Howard m». Batt darnuf stl^r bei St. G^aüw dch.Trww,»b«A uch Emm» Jsukfmr. Der uae

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