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Jüdisches Familienblatt · 1888-01-01 · 15 (1888) · p. Seite 56

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1888
Issue
15 (1888)
Date
1888-01-01
Page
Seite 56 (sequence 2)
Language
German
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ihn sonst freute, kaft i» lossur. DM Bruder Daoid »erkehrt viel mit chm; oM har dieser Mariner llnknnft ack einige Male tesuchi: Profrsior Mar, liet de» er LoSM hört, lebt« mM »enlich fttve selten« Sstchtigftft «ud schfiMe llnffaflungsgab«; er steht bereist thkn ^chllgen Arjfi » ihm. Daß de« Schicks«! deine« Bruder« Adels dich se sehr bekümmert. «eine -ule Lori »ne, thut »tr in »erlich »eh, dach steh, «ie viele Lünstler find gerade in Italien, dies«» Irrthnnie erlegen; «in Urdertrftt «8» Latholirtömn« scheint Biele« geboten, um fich alle «unstschätze zugänglich z« mache»; «»herdem schreibt mir Adolph, deß da« Indeuthn» nicht« n ih« verloren, er Hab« doch früher nie el« Jude «riebt, da« vi«chen Laufwaffer Hab« an-erde« an seine« inner» Menschen nicht» geändert, der Süßere aber strebe »ach Rang und Lhrenstellung, und die seien eben dort an einen Juden verschloffeu. Ja leider! Wann scheinst du goldene Sonn« der Sleichberechtignug alle« Landen!" — VI» Sorinnc diesen Brief erbrach, hatte fie gerade eia« harte «utetaandersetzuag mit ihre« Onkel gehabt; dieser hatte ihr angeküudigt, daß Herr Bloomsteld der längst für fie bestimmte Satte, «eine sehr gut« Partie", in de» nächste» lagen e-ntreffen und fich mit ihr verlobe« werde. Wie lebhaft stand noch da« Andenken an den Man» der durch seine» hohen Seist, seine hinreißend« Beredsamkeit, seiner auffallend schönen Persönlichkeit, durch den Adel, der fich über sein ganze« Wesen au«goß. ihre Seele entzündet hatte, in ihr, und da führte «au ihr nun de» nüchternen, aller ttefere» Eigenschaften entbehrende» Banquier. rin kleine« verwachsene« Männchen, entgegen mit der Forderung, auf diese» alle Zärtlichkeit, alle Sluth ihre« erst jetzt zu ächte« Frühling er- «achte» Herzen« zu übertrage«; fie sollte de» Manu seinetwegen vergeffeu, der ihrer Seele Ideal war, de« jeder Pnl«- schlag ihre« Herzen« in feurigster Weise entgegen schlng. Bloowfield hatte ihr seinen Anttag gemacht, so nüchtern, so ruhig, al« wolle er ein Geschäft abschlteßeu. Die Lied« zu Alwin gab Lorinne -rast, da« Aenßerstr zu wagen, selbst auf die Sefahr hin, ihren Onkel, der Baierstelle an ihr vertteten, auf ewig z» erzürne«. .Mein Herr!" entgegnete fie, »Ihr Antrag» so ehrenvoll er für mich ist, muß von meiner Teste eine Ablehnung erfahren. Bloomsteld ttante seinen Ohren nicht; er der reich« Banquier, der mü Equipage«, mtt gallonirten Bedienten vorfuhr, sollte abgewftsen werden! .Hören Sie «ich an, «ei» Herr!" fuhr Lorinne rnhtg fort; »ich »erd« mich selbst und auch den Man«, dem ich «ich vermähle, nie so tief erniedrigen, daß ich chm meine Hand ohne mein Herz gebe; letztere« aber habe ich schon vergebe»; mein Suserwählter ist zwar nur eia Beamter, mtt bescheidenem Einkommen (deöholb will mein Onkel nicht« von unserer Vereinigung wißen), aber er ist et» Man«, wie fich ihn mein Herz ertränmt» »ft de« zu lebe» für «ich schon hieniede» himmlische Stetigkeit, ohne den selbst im ranschevdsten« Berguügnnggstrndel für »ich ewige Nacht ist. Hege» Sie. mein Herr, für mich irgend ein edlere« Sefühl, so, ich stelle ein« mhne Bitte: vermöge» Sie »eine» Onkel» seinen Starrst»« anfzngebe»; Sie »erden kein Mädchen freien wollen, daß Ihne» anch nicht die geringste Hoffnung für et» etwaig« Erwacheu der Lieb« läßt, fie werde» zu stolz sei» —". .Halte» Sie ei», «ei» Fräulein", unterbrach sie Bloomfield, »ohne Liebe ka» ich z» Ihne«, Sie errege» fie «ft ßede» Worte, da« Sie gesprochen.- Ja. ich di» z« stolz, oder auch zu ehrenhaft, ein Herz an »ich zn ketten» da«1 einem Kabcra gehört. Ihr Onkel hätte aufrichtig z« mir sei» pelle». und nn« beiden wäre diese peinliche Scene erspart worden; wenn ich anch nüßvergnügt und entrüstet in nwiwe fiAMt I® Ul Ah» VcfffCHI lti»n. bk qaoe» »Nf gereqrr, an wemmtze weene nno Dpsorftendigkrtt Man»«» TklrtwstM HM» dann «ch tftw lange Untervednn» mit Simon, di» ft»^ nnr M ie» Mesnl» tate führt«, »aß Simon schroffrr an» nnltedenöwLrlüger dm» je M sein«» Nichte wMde, dw» »ft er sie iefchwdigtr, ihr Slüll »st Füße» trete/ .Deine Energie -ifi ein»» Feldherr» Hürtzta", schrieb ihr ihr Brnder David, de» fie «l« Alwin tnttmMr Frennd von der Unterredung «tt Bloomsteld in Snüttniß gifetzt, ^ock wen» die heranfzi heude -neg« wolle fich wirklich entlade» sollte, so stell« ich mich gleich nnter Deine Fajfltt, ich and 'noch jemand." — - ni. ’ - E« war. nämlich n« die Zeit (1870), da Frankreich leine Heermaffen an de» Rhein führte, ikdntg Wilhelm in Folg« der Beleidigung Beuedetft'g von Lm« «brdtte «nd ebenfalls rüstete. David hatte in prophetischem Seilte gesprgcheu, drei Monat« später stand er al« Führer eine« Sanität«- corp« bei der Fahne, uw durch seine Wifftaschast t«m Vaterland« de» Zoll darznbrtoge», an de« ihn feine Körperschwäche verhinderte. Wer wäre nicht augestcht« der todeömnthifen Bereitwilligkeit. di« die Arm» erfüllte, mtt tu de» Strudel hinein« gezogen worden! Lin »euer Seift schfta ttber die sonst trvckoneu Lrämer und Pdftisterseelen gekommen, eia Seist der Lnfopfernng, der Hingabe, de« wahrhaft spartanische» Hrroichmn«. Die Lunde der firgreichen Schlachten nttzüudet« edw vaterlaudsliebe, von der wir in den letzte» I'hrzehntrp kein« Ahunnq hatten, die Sorg« für die verwundeten »nd Siuterbliebeneu «inen Wohlthättgkettöstn», der seine« Sleiche» chte. Alle« wollte helfe», rette», lindern! We« Wunder, daß auch Alwin, den e« schon lange nicht rnetr tu seiner engen Wirksamkeft litt, der sei» Herz gern htnirusgeströmt hätte. Unzählig« zu beglücken, da er die Eine, der e« gehörte/ nicht beglücken durfte, wa« Wunder, daß auch er fich de» Rethen seiner Brüder anschloß! Ei» glücklicher Zufall fügte e«, daß er gerade der Abtheilung zngewiese» worden, bet der David stand. Der Feldgeistliche hat ein schwere«, aber ein lohnende« Amt; der letzte Seufzer, de» ei» sterbender Familienvater, ei« zärtlicher Sohn, rin bangender Bräutigam in seine Brust niederlrgt, er kau» de» Hinterbliebenen ein Trost, de» Sterbende» eine Beruhigung sein. — Wo Alwin nicht im Dienste feine« Amte« thätig war, da führte er «affeuhast Lorrr«- poadruzeu, nm denen, die vielleicht schon wochenlang eine« Briefe« harrten, die den thener« Sohn oder ltetende» Br», der schon tobt glaubten, eine» Sruß in deffen änftrage yt senden, einen Srnß. der die Trauernde» dann et» kluferstkhungsfkst feiern ließ. „Wer selbst de« Tröste« ledarf, weiß, wie wohl Trost thot", dachte er bei fich und legte dft Hand auf da« brennende Herz. Seltsam durchzuckte ihn dft Nachricht» «bl sei» Regiment in Nauctz lag, «mm werde morgea «nf Metz marschiere». O, schaurig süße Gewißheit; der Seliebft» so »ahe z» sei», fich al« Kein» de« Lände« ihr ,» »ahe»! vftllticht war fie gar schon geflüchtet, oder al« Deutsche de« Lande« verwies», doch nein, ihr letzter Brief a»!v«i», i» de» fie ihm ihre Frmde zu erkenneu gab, daß er heldenmüthig sei»«» leidenden Brüdern beistehe» »olle, drückte z» gleich« Zeft dt« Besorgui« au«, daß, fall« er zn» Sewehr grelle» müffe, er o« «r nicht gegen feine» eigenen Vetter Loni«, Ovftl Simm^g älteste» «oh» kehre, der t» Metz in Sarntsmr sei, »nd de» fie, solange der Belager»ng«z»f^ch kein ernster, täglich «ff seiner Lttndelle desnche» dürfe. David, »tcr Dr. .SianG wie er fich jetzt im Sefühl feiner nenere» WÜr!»e gern mchne» hörte, hätte «st gern im v»t scheidende» AngeMftt pW Schwerte «egrtffen, doch der fiftdmcke, M Io» »st c« gchmr bei« eigene» verwandtt» kehren, hielt ihn pttüL hU.)

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