Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1888
- Issue
- 15 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Attische. t&ÄÜif»-#/*// Heeaulgtgeb« mb Dr. flL IMacr in Magdebmg. Zrr ArtrrtzM»-«. -eletznmftr w isneütjsche F«Me. JuüM: Der Sie» »er Siellsiov. N«v«lle ton Ma Botin. — Dt» Geschichte et»e» Msche» ftoritaaU. — Mlerlel stk ie» Aamllk». tisch: Gchäzftaae» ntt »«»orte». — Zur Jnstallattoit-Keter der.Bictotia-Log«'. — RSrhsil-Rafgabe» nad «itthsch. Lsstmwa.-(tUtofagtar «tttmt m* ikse» «attr «st mtterkgt.» Der Citfl der Neltgio«. SowDt »ob Ii. Votier. IL Der Hochzettslag «Mt herangenaht; Leah, auf deu Srm ihre« vräuttgams gestützt, wankte einer gebrochene» Lilie gleich, hin an de« Tranaltar. Das weiße Atlasgewand amwallte die schl »kr» Glieder, ei« Geschmeide von Perle» und Edelsteinen erglänzt: an ihrem Halse; es war das Geschenk ihres verlobte»; .Perlen bedeute» Thrän»*, hatte es in ihre» Innir» gerufen, als er ihr den Schmuck überreichte. Alwin stand i» iestliche» Oneat vor dem Tranh'mmel; er war bleicher als gewöhnli», sein« Stimme klang seltsam bewegt und erhob sich zu eroreiiend melodiöser Wirkung, als er das Glück des Geliehen Lebens, die Srligkest eine» innige» Einverständnisses der Ehegatte» betonte; es schien, als fliehe sein Heiz in seinen Worte» über, und wo das Herz zn» Herze» sprüht, da bleibt auch di« weidevolle Stimmung nicht aus. Doch zu wessen Herzen sprach er? Wem galt jene gcheime Deutung, wem jener suchende «lick so ganz voll Seel«? Onkel Simon hatte mit seiner breiten fiKfialt Lorinne's iäsenhafk Erschemung gedeckt, Alwin sah sie mcht, doch als jetzt, wo er von dem ewigen Lrcudunde der Herzen, der, so«ml» »an sich gefnuden, nuaufhörlich sein müsse, sprach, da ivnßtr er an dem lauten Schluchzen, da« sich ttaer gepreßten Seele entrang, wo dir war. die er sucht,. Die Lerrmonii! war beendet. Leah wollte es mit der ganzen Energie ihr,« Wesens durchführen, treu den Satzungen der Religion zu folge». .Sei glücklich, «eine Leah*, hatte ihr Eorinne, dir ihr > völlig «schöpft in die Arme sauf, zug,flüstert. .Werde auch tu es, werdet Ihr es beide*, eatgegnete Leah, Alwins Hanl» ergreifend und sie unter ihre« Brautschleier, ohne daß es jemand anders, als chr Semahl, bemalte, in di« Torvme's legend. «Also tat Doppelhochzeit!* jubelte Rose. .,St! Stl kein Wortk* hauchte Lorinnr; .,der Onkel!* „Sie. Herr Prediger, haben mir henk da« Mädchen meiner Wahl zngejührl", entgegnek Rose, »nr für Alwin hörbar, „vklleicht kann ich Alm» einst eine gleiche Freud«, wen» sch« in autzrrrr Weise, bereit»!* „Saal tausend Dank für diese Aussicht f" lispelk Llvi», des glückliäen Gatt» Hand innig drückend. Wie viel verspricht der Mensch nicht in fteudiga Gefühls- Wallung, und wk >«va hält n davon bei nüchterner ucocr- S Schon drei Mmlatt warm vergang», Rose hatte, mehrfach cmgereat durch seine junge Gattin, keine» gemacht, Onkel Sm»ou der Leremmnng da jung» Lenk g»eigt zu machen. <k» Wesentliches Motiv dafür Var vielleicht auch, daß die durch Alwin in seiner Frau genährt rrlißtöse Richtnog ihm mit jeden: Tage uubeqnema wurde «ch a so Pas« und Sache »«wechselt«. — Rose hatte viel Verkehr großen Welt; Einladungen folgte« ans Mrad war es da, wenn Leah sich bei» Efs» passiv verhtelt, wo sie nicht stcha »ußk, die Famlli« führe einen ganz grsrtzestreuea Haushalt; oder mau hatte Sonnabend Gesellschaft, wollk nach dem Dian eine kleine Ausfahrt machen und Leah harmlos erwiderte: .Du weißt ja, lieb« Mann, ich fahre heuk nicht!* „Nun, so wndr ich allein fahren l" erwtdak einst Rose in ärgerlichem Tone. — So trat durch täglich sich einstellende Disharmonie nach und nach eine Kluft ein. die in da That da» Glück da beiden Ehegatte» als ein sehr zweifelhaftes erscheinen ließ. Rose war mdiguirt, daß Leah, die ihm doch so viel verdanke, — auch nicht einmal eine klein« Ranbett, wie a es nannte, opfaa wolle; Leah war dnrch die siete Rücksichtslosigkeit ihre» Gatten, den sie dnrch conseanentes Bisolgen ihra Grundsätze anch zu drnseibeu zu bring» hoffte, anfs Defsk verletzt: da«, was ihr hoch und heftig war. wurde von ihm tu den Staub getreten. — M mich er Brief voll danga Klagen wandak hin zu Eorinne; das gepreßte, in seinen schönst» Hoffnungen betrogene Herz, muß fiä; in Mttttzetluug» Luft «ach«. .Wk traulich saßen wk beide oft auf unser«« klein», mit Kattun bezogenen Sopha*. schrkb Leah einst, ,«« wieviel besser mundete uns da ras einfache Butterbrot als jetzt» wo ich ans schwellendem Sammldiva», perfische Teppiche zu «ein» Füßen, dm Vtflm fast hiunnterwürge» muß. Du weißt ja noch nicht, guk Eortime, daß ich endlich uachgegebm habe, gewtffe Speis» wk Austern. Krebse rc., vs» deu» mein Mau» sich als Sourmand Mcht entwöhnen will, bei mir bereit» zu lassen. Der Freitag Abend, ans deu ich wich sonst, seiner süßen Weih« nnd Heiligkeit weg», die ••«p Woch« freute, ist jetzt zu« Theaterabend herabgewürdigt. — Rose hsrt -er« Paffen und Lastspiek und komtte in dem Theater, wo solch« gegeben werde», nur noch eine Alwunemmtskartt -n Freitag bekomme», und alle Rückficht für mich bei Seit« laffend, «chm er sie nicht unr für sich allein, er befahl ak sag«, ihn immer dahin z» begleite», damit wk er sich ausdrückt, ich endlich »eine Grill» vergesse and da vernünftig »erd«. S» mnß ich »an dort fitz», ftt'k« Geschwätz, ekle Couplets mit «uhörr». während dk hehr», heilige» Weis» unserer vollsgesäuge «et« Brnst darchtsnen. — Neulich, ich kannk nicht anders, ich weinte beim Nachhansegeheu. da »ich das fad« Spiet augemidert hatte uad ich so gerne den Abend bet «ein» alt» Eller», di: ihn in seiner ganz» Würde genieß«, zugebracht hatte, da ruft Rose ein» »orbrifahrende« Ftacre zu. hebt mich wk eti» willenloses Kind hinein, mit dem Bemerken, er »oll« nicht mtt einer weinenden Fra« über dk Strich« gehen. Und doch benetdet «ich dk ganze vornehme Welt, wen» fie »ich i» Theater, j» der Equipagein Gesellschaft ficht; », ihörichk welt l Der riaztgeMmsch, der mk sympachisch ist, ist destt Llwi», doch hält er fich, ich wage es nicht z» denke», ans Anrathen «eines Gatt» feu, der «ich vernmthltch auch von meinen früheren Bekannten trenmu will. — Alwin hat seit deiner Abreise Mac Gesellschaft besucht, sei« Psw digtm — ich darf sie ja leider nicht hsre» — »erden »chr als je gelobt, dach scheint ihm alle Aaerkmnung, so sehr sie