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Jüdisches Familienblatt · 1888-01-01 · 5 (1888) · p. Seite 18

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1888
Issue
5 (1888)
Date
1888-01-01
Page
Seite 18 (sequence 2)
Language
German
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Hatten sei»« „©ttanntra" rrcht -«Habt, wem, früher lagle«: .Da» Loben gestaltet sich ander», als jugendlicher Geist e» sich ou»«alt; D» wirst vo» Deine» Ideen, Deinen Anfichten viele verlaffer,. viele aufgeben müssen'. Hatten jene recht? Der Leser uriheile selbst. Sei»« Le den 4« Devise war: .Heg und Neu! «d«1 sei der «-mich, hilfreich mb gtrt!' Diesem Grundsätze war er durch s in“ ganze« Lebe» treu geblieben; er war ein Idealer' Arzt, doch scheint die Könne noch so schön, >m »nde muß sie unterzeh'«!" Rabbi? Der Rakhi ««d die Pa«'». «nltnrhistnrische «rjtchlnn, (M de» XTIL Jnhrchundert. Rach dem Russischen ww *. Lenin»Sag«. •tailf« 0*t»rl|irtt Uttcrlrfun.) l»,«»rn« »er,»««».» 24j .Rabt-i, ich bi» selbst ein armer Mensch, erwiderte Zodek, Ihr denkt wohl, wenn ich keine Pacht zahle, bi« ich schon ein reicher Mann? Ich ... ich bin ein Bettler. Die Bauern habe» oufgehört zu triuken ich mutz Schulden befahlen. Ich kann Euch nicht Einen Gulden geben. Ich kann Euch nicht«, garnicht» geben. Wüusch« gute Rächt. Ich muß »ach Hau«. Meine Frau wird warten.' .Aber, Reb Zodek, wartet doch! Ihr habt mich mißverstanden I* *i&rr verlangt von Euch Geld? Habe ich denn von Geld gesprochen?' .La» soll un» Euer Reichthuo,?' fügte Rah«! mit sichtlichem Unwillen hinzu. .Wa» wollt Ihr sonst von m r armen Teufel?' .Setzt Euch, mein Bruder, und hört wich bi» »um Eud« au. Ich vertraue mich Euch an und lege in Eure Hand da» Leben mliuer Enkelin, da» Leben meiner ganzen Familie. Ihr wndet mich doch nicht verrathe», nicht wahr?' .Sprecht, sprecht, Rabbi! Verlangt von mir Alle», trat bin Geld. Ich habe...' .Reb Zodek! Man will mir meine Enkelin entreißen, «ein letzte» Kind ...' .Entreiße»? Wer?' .Man will sie tu da» herrschaftliche Schloß bringen.' .Wa» füllt Euch ein? Wer wird sie Euch nehmen?' .Pa» Potocki setbf." .«a» soll sie chm?' .Tauft« wollen sie sie lasten, erziehe», a« da» Laster gewöhn«,. ... versteht Ihr'»? C Gott! Warum hast Du chr und ihrer unglücklichen Mutter diese venotiufchle Schönheit verliehen, dies« Lockspeise de» Teufel«?!' .Wer hat'» Euch gesagt, Rabbi? Man hat Euch wa» vorgeloge». Glaubt r» nicht!' .Man entreißt sie mir!* rief der Rabbiner fast schreieud. .Versucht nicht, »ich vom Gegeutbeil zu überzeugen. Man »immt sie mir! Ja dirser Nicht, in diesem Augenblick lörnru schon Me herrschaftlichen Haiduke» kommen und mir «rin Kind, mrinrn Schatz au» den Händen, wein Herau» dem Leibe reißen! Ich habe r» an« glaubwürdige« Mund« erfahren — wir sind verloren l' .Zhr, nur Ihr, Red Zodek, könnt na» helfen!' flehte Rohel in Thräne« «»»brechend. .Rettet uv» i« Namen unserer heiligen Religion, im Ramen de» Gotte» Israel«!' .Rabbi, wa» kann ich chun? Ich Wurm...' .Sei still, Rahrl. Da» Kind könnte leicht Dein Gejawv.cr hören, sich aufregen und, Gott'bewahre, «och keauk «oerdrn. Wie sollten wir alsdann fliehen? Hört, mein Bruder. Im ganzen Städtchen sind keine zuverlässigen Pferd« zu t,abev, leine eiuzige Bude, und fliehen müssen wir unter allen Umstände« in dieser Nacht «och. in dieser Minute. Ich kann mich Niemand anverlrauen. Auch die Uasrigen könnten un» verratheu. Spanut doch Eure neue Bude an. aber ohne eine Sekunde zu zögern, und entführt meine mit Freuden. .Wohin Ihr den»?!' .Wohin Ihr wollt, »ach eiger beliebige» Himmelsrichtung. nur weit, weit weg vo» der Gewalt Pntocki'a. von de« verfluchten Pole», von den Pfaffen und bm Jesuiten Benedicta» " .Laßt mich bi» morgen überlege«, Rabbi, «ad mit meiner Frau berathen. Denn da» ist ja kein Spaß!' _ .Herr Gott, bi» morgen! Ich sagte e» Euch ja. daß «an mir mein Kind noch in dieser Rächt entreiße» .kann, in der nächste» Minute, »nd Ihr wollt bi» morge» Überlyen! Besitzt Ihr den« keinen Tropft« meuschliche» Mitgefühl^?' .Ihr verlangt von mir Uumöglich«»!' lehnte Zodek kurz ab. .Ihr westet un» ob? Ich sage Euch, Ihr sollt da» DoppeVe erhalte« von dem, wa» Euer Gespann kostet.' .von Geld stt hier nicht die Rede. Hier handelt sich'» um ganz wa» Andere«.' .Um wa» denn sonst?' .Ihr verwickelt mich in eine ktzliche Geshichte. Da» stt die Sache.' .Wie? Eia unschuldige» Kind, eine ganz« Familie retten ist eine kitzliche Geschichte «ach Eurer Austastung?' .Wa» geht mich Enre Enkelin. Eure Familie an, w.mu ich »eine eigene Haut ri»kiren soll?' .Wieso? Da» habt Ihr denn dabei zu ri»kireu?' .Hm ... Al» ob der Rabbi «< nicht selber wüßte. Watt soll un« diese Verstellung? Zodf stt keta kleine« Kiud. Sagtet Ihr nicht, Rabbi, daß t* Pan Potocki ist. der da» Mädchen auf« Schloß nehmen möchie?' «Ja, ja! Pan Potock« selbst.' .R» und wozu will st« der Po» selbst nehme«? Er, der alte Wolf, liebt da» Schö.,e. nicht wahr?' .Run?' ,Und Euer Mädchen ist schön — hn! — wie schön!' .Wo» fall da»?' .Und wenn der Paa Potocki selbst Nch eustchlosten hat. sie zu nehmen, so heißl ba» ja wohl, sie Hot ihm gut gefalle«. Und wenn ich sie fortschaffe, so heißt e« ja wohl, daß der Pan sie verliert, nicht?' .Ich hofft zu Gott, j».' .Da» heißt asto. ich, Zodek. hindere den Pa«, WM* cha." Ihr rettet eine jüdisch« Seele vor der Schande, de,» verderben!' .Danke besten«. Eure Eukelt» rette» uud selbst getzäugt werde», wie ei» Hand, der auf ei« Stange' gespießt wird? Uud «ei« Irrende? Glaubt Ihr, baß der Pa» nicht ei:- fahren wird, «er sei«« geliebte Esterka «utfsthrt hat? Uud was wird dann au« mir werde», au» wrioer Irreude, au» «einen Sinder«? Nein. Robbt, ich dt, utchr der Nett»» Eure« Mädchen»? Gatt wirb sie schau rette», weu» c* so Obe» deftiwwl ist; ich aber lehne di« Sache kurzer H«b ab.' .Wa« fall ich aufaugeu, was th«n?I Gatt, delchr« «ttz, erleuchte nein«, verstand! Mein Bruder! Könnt Ihr ntöjt wenigsten» Folgend«» für «ich thnn: i» «tu «che» Darf fahre» uud dart ei» Fuhrwerk Halen? Gebt, was «an fardert. HaudeU nicht. Ist anch da» Such zu schwer?' .Nein, Rabbi, I*» ist nicht schwer.' .Nu» gut. s» geht, fahrt, geschwind! Ich »erde »st Such geh«, Red Zodek, «eiur Snkeli, «itnehmeu. uud sie dart ... bei Euch in der Scheut« verberge»' .Halt, halt! Nicht sa schnell Rabbi!' Ich will Euch nur Säe» sagen: — ich will «ich i» die Sache überhaupt uicht mischen, und Eure Enkelin erlaub' ich nicht bei mir verstecken; meine» Herrn Wille ist mir Gesetz!' .Großer Gatt wa» fall ich thnn?' .Rabbi, wollt Ihr einen gute« Rath auuehmea?'^ .Sprecht, um de» Himmel» willen, redet!' .Uederlaßt dies« Sache de» lieben Gott.'

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