Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1888
- Issue
- 4 (1888)
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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stwWEv vtchtzß? He? j« nicht. Sitz''D>iH^ ■RbK'iMc, «sk ruhe ein -Tnsenivr Besteh' Dich doch zu» SptH t» C^iefeL Ha ho ha I Deine Kopfbin»« ist ja ganz -asf die Seit« gerutscht l ..La» Ds »och.jetzt tomifch «»stehst, Großmittterchenl" »Laß «ich Esther, laß: stör« »ich nicht. L» -ist «tr nicht znm Lochen. Hilf liebe,. Unterwegs wirst Du noch .Kenn» lochen können." ( .Nein, wo» Du heut koraUch bist I Mich freut e» ja, daß ich «Besuch fahren darf; ich fahre so gern ein bischen, und Du! ... Du scheinst ungern auf di« Reise gn gehen. Wozu wollen wir denn fahren? wollen wir lieber zu Hau» bleiben. Ich will nicht «Besuch fahren 1" schloß da» eigenfinnige Mädchen, sich resolut auf einen Stuhl setzend, der zufällig in der Mitte de» Zimmer» stand, und die Lippen «fblafend. .Nein, mein Lind!* rief die Greifin, da» Mädchen stürmisch küflend. .Ich freu« mich auf die Reise noch mehr al» Du- Ich möchte meine alten Knochen ein wenig aufrütteln, denn fie find schon ganz schlaff gtworden. Nur ' -schmerzt e» mich, den Großvater allein zu lassen." .Ach, wenn Du wüßtest, wie e» mir schwer wird, ihn -'HS verlassen . . . Aber «arm» fährt er nicht mit un»?“ '«j/ .Er kann nicht, mein Kindchen. Die Gemeinde kann ''«icht ohne Rabbiner sein, und e» ist möglich, daß wir dort '‘■■'r . . lange zu Besuch bleiben . . ,34 will nicht lang« fortlileiben! Und wird «» mir dort, bei den verwandten, nicht langweilig werden? Haben fie «mch Kinder, mtt denen man spielen kann?" .Natürlich, natürlich, mein Kind. E» wird sehr lustig «gehn. Komm, wir wollen schlafen gehen, Komm." .Ruhe noch ei« wenig. Lächele doch, lache doch!« Die Greifin verzerrt« gewaltsam da» Geficht und stieß «ine unnatürliche Lache hervor. »wir müssen un» beeilen, Estherche«. Der Großvater spricht mit Jemand an der 3'hüre, am End« ist e» der Kchrmann." I« di« Stube trat der Rabbiner, begleittt von de« Schenker Zodek, der sehr aufgeräumt Rahel begrüßte. Nicht ch»gr Zeit war verfloffen seit jenem Tage, wo die edrlhrrr. Ache Ungnade, die den Schenker und dessen Familie fast an »cn Bettelstab gebracht, in Gnade sich verwandelte, und trotzdem war d»r Schenker schon jetzt kan» zum Wiedererkennen. Sein ehedem so entsetzlich abgemagrrte» blaß-grüne» Äeficht strotzte vor Fett, die aufgedunsenen Backen waren mit einer ibbchtea Röthe bedeckt, die früher so wild nmherirrendeu Augen blickten jetzt selbstbewußt» frech, mit dem Au»druck jener genieineu Aufgeblasenheit, welch« allen niedern Parvenü», die schnell ihre schmutzige Bergangeuheit vergessen, so recht eigen ist. Auch sein Rücken war «löst mehr gebeugt, seine anfge- .schwolleneu Hände zitterten nicht, wenn er mit ihnen über seinen Leib fichr, seine Pete» kräuselte, seinen Bart scheitelte. Bon seiner traurigen Bergangeuheit hat er in die Gegenwart nur Einen Gegenstand mit heriibergenommen — seinen zerfetzten Last«, der mtt Flecken und ««getrocknetem Koth nicht sehr malerisch kolorirt war. ,wa» ist denn io», Rabbi? Ihr wollt ja schlafe« gehn, wie ich sehe! Bre«ut e» etwa hier in der Nachbarschaft? Aber wo« habt Ihr «ich heran»getrommelt in die stockfinstre Nacht? wtt, d. h. ich und mein« Frau, find so erschrocken, al» Shaim plötzlich an unser Fenster pochte . . . .Ach wollte schon gar nicht antworten; ich denke, es ist irgend <tn »ettunlener Bauer. Da hör' ich aber, wie Jemand ruft ans Jüdisch: .Frau Rendarin, Frau Reudarin!" . . . Nämlich da» ist meine Frau, und Niemand nutersteht fich jetzt >i« -Schenkerin" « nennen, wie früher ... Ich bi« auch jetzt «in Schenker mehr, i« Grunde genommen auch kein Nendar. .Ich bin Gasthofbrfitzer, Wirt», mein eigener .Herr. . .* »Reb Zodek! versucht« bei: Rabbi den Schwätzer « . «ntelbreche«» »och »loser ließ, fich «tcht stören »Ihr «üßtÜfssett, RabR. und auch Eure Alle muß es «iss«,. Meine fsran Merk und mästet «ich mit fetten Hübnern, wie eine Wöchnerin, und stopft mir die Gurgel ,oll mtt allerlei Leckerbissen, mit einem w rte» fie »ästet «ich, wie «ineck Putha« ans Peßachk") Denn seht, je länger ich lebe, desto'«ehr Guldenchen . . ." .Reb Zodek k" unterbrach ihn jetzt auch Rahel. ».Gleich, gleich! So z. B hat mir heut mein« Fr« ein Abendbrot vorgesetzt, ei« Abendbrot, sag. ich Such, daß . . . Nun ja, natürlich, W* schlafe darauf ent, wie eit Todter und »a «eckt «ich «eine Frau: »Der Rabbi schttkt nach DK! Hörst Du ««. «indoieh? Der Rabbi schickt na» DK. — lauf!" sagt sie und zujsst mich so stark, daß ich fast an» den «eichen Betten ans die Hane Erde gefallen wär'. Ich «ard« natürlich böse . . . .Nach mir hat Niemand « schicken! sag ich. — ich bin nicht der erste beste Schenker, — ich bin Äasthofbefltzer, wirth, mein eigener Herr. Aber da wird mein« Frau böse . . . Sie ist ja so eme . . . ua ja. Ich Hab' mich aagekleidet nnd nun bin ich hier. Und jetzt, «m» verlangt Ihr een mir?" »Efiherchen! Geh, mein Herz, in Dein Zimmer, leg Dich zu Bett« nnd schlaf ein wenig/ sagte der Drei» innig. »warn«, Großväter»»«»? Wir müsse« ja etnpacken." '' .Geh. geh, mein Täubchen! WK werden schon ohne Dich Alle» besorgen unb Dich wecke«, wenn e»Zttt ist. Bi» dahin schlaf« ein wenig." Al» Esther sich entfernt hatte und hinter ihr die Thür« geschloffen war, ergriff der Rabbi krampfhaft beide Hände Zodek». .Mein Bruder l Ich will Euch nicht an jenen traurigen Tag erinnern, wo mein Kind mit seinen jugendlichen Schultern den für Euch bestimmten entsetzlichen Peitschenhieb aufgefangen, und nicht an der: Dienst, den meine Enkelin Euch erwiesen. Denn nicht sie ist die Ursache Eure» jetzigen Glücke»; e» war der Wille Gotte». Allein fie war doch da» Werkzeug iu der Hand de« Allmächtigen. . ,Wa« wollt Ihr dawit sagen, Rabbi?" »Meine Enkelin, ich, meine ganze Familie — wir find in eine schrecklich« Lage gerathe» ... wir müssen un» schnell anfraffer, fliehen, haben ater keine Mittel . . ." »Im Namen Gotte» beschwöre ich Euch, Reb Zodrk," flehte auch Rahel händeringend. .Rettet uu» vor Unglück, wir sind sonst vrrlorar!" (Forts, folgt.) Si« Besuch bei de« indische» Indem. Bevor ich Zanzibar vwließ, schreibt Dr. Gregory d'Arbella au» Jaffa, um nach Europa zurückzukehreu, hatte ich mir vorgenommen, bic Schulen und Einrichtungen unserer Brüder in Bombay zu besuchen. Anstatt mich also gerade» Weg« nach Europa zurück»«begeben. nahm ich meinen Wenach Ostindien. Der Sultan von Zanzibar, der gegen die, welche ihm Ken dienen, immer zuvorkommend ist, hatte mir die Uebersahrt in seiner prächtigen Nacht „Fchanza" angeboten. Die Zeit war un» günstig, und wir hatten (meine Kinder und ich) eine herrliche Uebersahrt. In Bombay angelangt, hatte ich mich sofott in die Schule de« David Gafsoon begeben. Ich habe in dem Dkektor dieser Schnk, M. Ezekiel Rajpurker, einen wahrhaften Fceund und einen nuermüdlichen Führer gefunden, welcher nur allnöthigen Eckläruugen und die genauesten Au-küufte gab. Dir Schule David Sussoou« bestadrt sich in einer der Hauptstraßm der eiaentlich«n Stadt. .Durch eine« großen, mm einem eisernen Gitter umgebenen Hof, gelangt man in dn weitfensttige« Hau«, nit großen Sälen. Ja Hinter» »runde de« Hofe» defiadet äh da« schöne Syuagogengedände rer J-roeUtea au.« Bagdc.d, da« auf Kasten de« Philan» 1 Paff-psest.