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Jüdisches Familienblatt · 1888-01-01 · 4 (1888) · p. Seite 14

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1888
Issue
4 (1888)
Date
1888-01-01
Page
Seite 14 (sequence 2)
Language
German
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ihr« dnotgeni, »jeder str ihre «euer zu zu strebe». in de«« «etter z» lebe« »ud so ptc höchst» Verv»llk»»»»«tz der Mensch« beizutrageu; s» bebingt t* tat 8wf tot 9taur! Kur), die Litern sind du für ihreKiner da, sie soll« alle« für diejelbe« thun. dam sie chm» es ja für sich frf&ft; dabei solle« sie aber nicht etwa denk«, sie lastete» damit etwa» Außergewöhnliche», denn sie thun darin nur ihre Pflicht; sie habe« die Sinket als ihre Fortsetzung geschaffen, müssen also je nach ihren Verhältnissen für sie sorgen. Betrachten wir die Sache «uck »och von einer anderen Seite: Haben die Eltern riuen Anspruch auf «ine sogeuante .Äergeltung" seiten» der heraugewachseueu Kinder, können sie verlangen, daß dieselben sich jetzt, nämlich wenn iie, durch die Eltern dazu gebracht, fähig find, iu der ffiilt gut fort« zukomweo, ihnen zur Berfügung stellen? — Das ist gewiß nicht von der Natur beabsichtigt, denn e» ist wohl die Bestimmung der Eltern für ihre Kinder zu sorgen, aber nicht die klein für il der Kinder, einzig und allein für ihre Eltern die« zu thun. Lader) ist die SaOagr allerding», wenn die Eltern z. B. zurückkomme«, nicht fähig find, sich zu ernähren, so ist <« selbstverständlich, daß die Kinder al» me Nächststrharden die Stütz« ihrer Eltern werden; beabsichtigt ist ein solche» Berhältniß von der Natur jedoch nicht, sondern gewissermaßen nur al» Abnormität aufzufassen. Di« Kinder entgehen ja auch ihre« Pflichten nicht, denn sie leben gleichfall« in ihren Kindern fort und gehen so denselben Sorge« und Opfern entgegen k' — tgortsep,»» folgt.) Der Rabbi u«d die Pattys. änlturhfftortfchr Vr-Shlung an« de« ITII. Jahrhundert Rach dem Russischen von A. Lev in» Tag an. tttiuij» dutortllit« Uttcrfrlma.' tU»chdr»!l »ert»l«». ■JT Achte» Kapitel. zestf« ßtuter'« La»». E» war später Abend, al» die Hau«thüre der kleinen Rabbinerhütte sich aufthat, um die stattliche Figur eine» Manne» einzulufler.. Dieser war in einen warmen breiten Mantel gehüllt, ein breitkrämpiger Hut beschattete sein Gesicht. Obwohl auf der Straße eine undurchdringlich« Finsterniß herrschte, trat die Figur nicht über die Schwelle, ohne fich vorher nach allen Seiten vorsichtig umgesehen z» haben. Der weite Marktplatz war völlig menschenleer. Ringsum herrschte jene lautlose Stille, die in der nächtlichen Stunde besonder« in Dörfern nur durch unartikulirte, vereinzelte Laute unterbrochen zu werden pflegt, ohne daß man mit Bestimmtheit die Richtung hätte angeben können, woher diese Laute kamen. Schließlich aber doch die Schwelle überschreitend, blieb die vermummte Gestalt stehn. „Welche Finsterniß! Wie sollte man zu einer solchen Zeit auf den Weg? Wäre es nicht besser, Rabbi, die Reise bi» zum Morgengrauen zu verschiebe«?" „Nein, edler Don Pedro! Die Gefahr, welche uns bedroht. ist noch bedeutend finsterer, al» diese schwarze Nacht. Ich werde die Reise keine M i nute aufschieben. Und erst dann werde ich mich einigermaßen beruhigen, wenn ich «ein Kind weit, weit weg weiß von dem Rachen de» adeligen Räuber». Fm Namen de» allmächtigen Gotte» segne ich Sie, mein Bruder, für Ihren Schutz. Ja, ich nenne Sie ohne Bedenken mit diesem vertraulichen Namen, ohne irgend ein Recht dazu zu haben; allein Sie verstehe» mich wohl, «nd fühlen, wa» in mir oorgcht. Nie. niemal» werde ich Ihre Wohlihatrn oergeffen. Sie retten da« Leben einer ganzen Familie. Uud er, der erhabene Beschützer aller Unfchnldigen und Gebeugten, möge Ihre Handlung Ihne« anrechnen. sie Ihnen lohnen. Ich ... ich aber bi« nur t» Starke st» empfinden und Ihnen dankbar z« fei« bi« in de» Tod.* nttstfFtMrdch^il- _ , nicht« Besofitan», nnb Sie aHfcfcn an »einer Melle ^handelt hchde«. «lei« * . . Anickt, ich glaata, Skehab» »nich Ihre» Br «der Genannt , . .* r' „O, wen» e« Sie nicht verseift, nülchtr ich Sie hnacr bei diese« Nmnen nenne«. Ich fühl« da«, wa« ich rrde." „Ich bin stolz auf diese« Namen uud auf die innige Freundschaft eine« Manne«, wie Sie. Doch Sie wisse« e« ja, ich glaube nur an da«, «a« ich sehe i uud fühle, dein ich bi« im Allgemeinen etwa» skeptisch?' .Wie, Sie glaube» mir nicht?" .Ich glaube Ihnen, Rabbi, aber ich will überzeugt, sein. Beweise verlange ich!" .Beweis«? Wodurch?" , »Dadurch, daß Sie mich wirklich al» Ihr« B.nder anseheu." .Wie könnt« ich «» Ihnen beweisen?" .Sehr leicht." »Befehlen Sie!" »Gut. Die Abreise Ihrer Familie kam so uuerwartet, daß Sie sich gar nicht daraus vorbereit«« konnte«. Eine solche weite Reise erfordert Mittel, Sie aber find kein reicher Mann. Ihre Familie habe ich lieb gewann«», wie meine eigene. Ich bin Ihr Bruder, nicht wahr? Und wen,, Sie mich in Wahrhest für Ihren Bruder Hallen, so dürfet« St« wie mir nicht streiten. Und wen» Sie nun auch die Gnade Potocki« stolz zurückgewiese» habe«, so habe» S«e. nachde» Sie mich Ihren Bruder genannt, keia Reche, die Bruderhand zurückzustoßen, die Jtzue» gereicht wird in Lied« «nd Hochachtung." .Sie haben Recht. Wen» ich unr ei« wenig betürstig wäre, ich würde kein« Sekunde gezögert habe», Ihre drüberliche Hilfe auzunehmrn; allein ich gebe Ihnen mein üchren» wort, daß ich nicht» brauch«. Ich kenn« so gena« da« Unbeständig« der Lage eine« Inden tm Lebe», deß ich stet« einen Groschen im Borrath habe für eine« Tag der Noch. Und dieser kleine Borrath kommt »ir jetzt z» Statten." »Aber wen» Sie je . . .Wenn ich jrmal« etwa« benvthigen sollte im tato», Schutz, Hilfe — so werde ich nie vstrgeffen, daß der edle Don Pedro einem ungebildeten . . . Juden erlaubt har, chn Bruder zu nennen." .Ich danke Ihn«. Rabbi . . . e« kommt Jemand. Höre» Sie die Schritte?" »Seien Sie unbesorgt. E» wird sicherlich der Sck»acker Zodek sein, nach welchem ich geschickt." .Ich will mit ihm nicht zusamineMressm. Lebe» Sie wohl, .Rabbi! Küssen Me Ihr« Enkelin für mich und Daniello, uud gebe» Sie »st Nachricht." Der Spanier drückt« «it beide» Hände» die Rech»« de« Greise« und entfernt« sich. Bon der entgegengesetzten Richtung ließe« fich die eiligen Schritte eine» Fußgänger« veraehmcn. der die Hütte de« Rabbiner« zum Ziel« zu haben schien.- Und in de« Innern dieser Hütte lief währenddem Rahel geschäftig umher, holte au» Kiste« und Kasten allerhand Gegenständ«, Wäsche uud Kleidungsstück« hervor nab stapelte fl« zu einem Haufen auf. Die alte Fran war ganz erhitzt, de? Schweiß rann ihr über da» tiefdurchfurchte Gesicht. die > trüb« Lagen bewegt« fich fieberhaft nach all« Seit«, wie bei eine» Menschen, der in äußerster Angst fich sputet, sei« Leb« «nd sei« Siebenfach« vor einer FeuerSbrnn t za reit«. Die nervöse Frau war so erregt, daß fi« nicht einmal wein« konnte »ach ihrer traurig« Gewohnheit. Bon Zeit zu Zeit erbebt« fie nur heftig au all« Gliedern, führ fir sich mit der Hand über die «»geschwollen«, «tzüudettH Lider. Esttrka half der Großmutter, rannte ebenfalls « »her, hei« Lauf« tollend uud schäkernd wie ein Spielkätzchen, und in ein herzliche« Lach« »»«brechend, so oft die Großmutter über d« Hanf« Sachen stolpert«. Sir schien die Aeranlassung zu dieser plötzlichen nächtlich« Abreise nicht zu feg»». -£ \ %

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