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Jüdisches Familienblatt · 1888-01-01 · 4 (1888) · p. Seite 16

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1888
Issue
4 (1888)
Date
1888-01-01
Page
Seite 16 (sequence 4)
Language
German
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ihropen David Saffoon, der «l» Bagdad stammt, «baut ist. Der Name der Saffoon« ist Inbegriff d«r Menschenliebe und größter Handelsthätigkeit. Sie habe« die Sradt Bombay mit mrhrerrn höchst nützliche« Gründungen versehe«; da ist eine Rhede für die Schiffe, die .Dock de Saffoon* heißt, da sind die .Filature» de coton SassoonS*. da ein üffentlich Park, den man .Saffoon'« Garden* nennt, die jüdisch« Schule» de» Saffoon, und. endlich tritt man hier in da« Bombayer Museum der Naturwissenschaften ein, so findet man hinter den Büsien de» Prinzgemahls und de« Fürst« von Galle« die Büste Soffoon'S, des Gründer« diese« groß« Hause«, in orientalischer Kleidung, w'e sie die J-raelitm von Bagdad tragen, mit Turban und großem Abba oder arabischem Burnuß. An der Thür des Hofe« oder de« Schulgart«« bin ich 2 arm« verkrüppelten J-raeliten begegnet, welche mich mit .Schalom alekum* onredetm: diese beiden arm« Krüppel Hab« mir den Mann gezeiot, welcher für meine Gänge durch die israelitisch« Viertel von größtem Nutz« war, dm ob«g«anntm M. Josef Ezekiel Rajpurkrr. Ich richtete mich an ihn in englischer Sprache, irdem ich ihm mein« Wunsch aussp,:a<b, die Schule besuchen zu wollen. Sogleich führte er mich in das Innere de« G.b'.ude« und theilte mir folgende Einzelheiten mir. Unsere Schule ist eine Einrichtung, die für israelitische Kinder au« Bagdad bestimmt ist, aber wir nehmen auch Kinder der Beni Israel (indische Israelit«) auf. Polen, Deutsche, Perser u. s. w; in den unterm Klaff« sitzen Knab« und Mädchen zusammen. Herr Ezekiel hat mich hierauf in die ersteKlaffe der kleinen Kinder geführt, da find etwa 30 in 2 Abtheilungen. Sie sogt« das hcbrätsche der mit einer vollendet« orimtalischen Aussprache; unsere heilige Sprache gewinnt dadurch sehr an! Wohlklang. Die Lektüre im Englisch« ging auch recht gut. Der Lehrer der Hebräischen Sprache ist rin Jude aus Köchin, ein alter Mann, mit schönem schneewcißm Barte; er spricht nur da« Maharätische und verständigte sich mittels de«! Hebräisch«. j Die Mädchen sind alle sehr schön und kleidm sich in «ropäischer Weise. Von dieser Klaffe gingen wir zur zweit« und drittm hinüber. Die Kinder lasen sehr gut und übersetzt« die Bibel ins Maharätische und sagten englische Stücke in Poesie nnd Prosa recht gut her. Ich habe unter diesen Kindern aus Bagdad viele blonde und schwarzäugige gesehen, mit stolzen Gesichtszügen und feinem Benehmen, die gar keine Scheu vor der Gegenwart eines Fremden zeigten. Sie antworteten recht treffend auf die Fragen, welche man ihnen stellte. Der Hebräischlehrer ist ein Israelit aus Bagdad. Hebräische Grammatik beginnt in der vierten Klasse, und zwar lehrt sie Herr Joseph Ezekiel. In der 8. und letzt« Klaffe habe ich mcine Sprachunntnisse üb« könnw. Mit den Schülern aus Schiras mußte ich persisch sprechen, mit den Ruff« aus Odisia in russischer Sprache, mit den« aus Bagdad arab sch u. s. w. Und alle diese armen, auS ihrem Geburtslande vertricben« Kleinen, hob« in dieser entlegenen Stadt die volle Freiheit des Gewissens und die Möglichkeit einer guten Erziehung erhalten, um in Zukunft ihr täglich Brod gewinnen zu können. Die Familie Saffoon hat auch aus diese Zukunft ihre Gedanken gerichtet, denn sie stellt die Beamt« für ihren gewaltigen Haushalt au» der Zahl solcher Schüler.an. Die Gesammtzahl der Schüler beläuft sich auf 140. Mehrere unter ihnen loffrn sich, nachdem sie hier ihre Studi« beendet Hab«, in die Königlichen Schulen eintragen, um zur Universität gehen zu können. Die in arabischem Stile gebaute Synagoge ist einfach, aber geräumig, w« n sie auch den Gläubig« wenig Comson!;ewäh>r. Die Gefetzroll« sind in Bagdad geschricbm und ind bei« mehrere vorhaudcn. Wählend de» l tzten Wiutei« ist Lady Roseberry mit Mine Saffoon und Mine Lz-a gekommen. um in dieser Synagoge zu b»t«. der sie, beiläufig gesagt, «in ziemlich reiche« Geschenk gemacht hat. Die J^e» von Bagdad sind sehr beschäftigt, dennoch fft ihre Synagoge am Sabbath stet» voll, wie ich mich selbst habe überzeuge, könn«. All« Baqdader Inden schließ« ihre Läd« oder hör« mit ihreyr Tagewerk während diese» gern«« Tage» on s^ Die jüdische Einwanderung von Bagdad fft sehr groß u«!> wollt« Gott, daß alle Juden von dort nach Bombay un d Jndi« zög«. da diffe» Land, da» ihn« so große Freiheit gewährt, sie völlig umbildet und ihn« erlaubt, ihr« Lrbensuaterhalt zu gewinn«. (Schluß folgt.) Kleine jüdische «haractersiige. Der fr«rfa«e Gatte. Zu einem orthodox« Rabbiner kommt da jüngst eine Fra» und erbittet sich die Auferlegung einer vußübnag für eia begangenes religiöse« Berschen. Der Rabbiner legt ihr auf. drei Tage zu fast«, stellt jedoch der Frau frei, die Fasttage auszulös« und ihm zu einem frommen Zwecke (Spenden für Palästina) für dm erst« Tag 0,18, für den zweit« 1.80 und für d« lchtm 18.00 Mk. einzuhändigen. Bald darauf etbielt der Rabbiner von dem Ehemann 1.98 Mk. mit der Bemerkung zugesandt, den britten Tag solle seine Frau doch lieber in oatnr» abmachen, d. Ij. fasten. Aus dem Spruchschatz des Talmud. Poetisch übertragen von Max Weinberg. Die Streng« gegen Weib und Kind, Soll stet» rechizeiiig Halt mach«. Dich soll nicht deine Strenge blind Und deine Lieb« kalt machen, * Und mußt du mit der Recht« häntra, Such' mit der Linken elnznlerik«. Riithsrl - Aufgaben' I. Logogryph Bon I. Kaufmann in Ess«. Au» einem Baum wird gleich rin siluß. Man nur d« Kopf abstreichen muß. Ost als Genuß, oft zum Verdruß Hört man'» gew«d'l, wie hier zum Schluß. II. Hebr. Lauträthsel. Bo» A. Kaufmann in London. Mit " gleicht'« dem Stejn, Mit t bringt'» Hellen Schein, Mit 1, wenn <« rem Kannst'« dem Altar« weih'n. in. Arithmetisches Räthfel. Bon 6. in B. 14-4x3 2; Sage mir, wo« diese« sei! Der <larr«»r rust im Gotte«hau« Am Sabbaih laut die Lösung an», Ht)' er erzöhli, wie Pharo'« Heer Mit Roß nnd Reiter sank in« Meer. A«fi-f««r der Alitthset i« »ar. §lr. L No«, Ha«, Manoah II Der Monat V2W (der 18. ehemal» jchnlfretrr Dag), V2lp (Rmhe). «eraunooilticher Redaeteur Dt. Rahmer, «a^rdu-g. Sntd von D. L. «olss. Magdeburg, Berlin von «ober» Fries«. Leipzig.

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