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Jüdisches Familienblatt · 1888-01-01 · 3 (1888) · p. Seite 10

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1888
Issue
3 (1888)
Date
1888-01-01
Page
Seite 10 (sequence 2)
Language
German
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die Hau- und ging; aber schlaff«? wälzte er stch a»f setae» Lager: Ja, er »ar jetzt ei« Jünwfiug gcamtas, jetzt erst hatte er seine Zukunft klarer vor Auge» uud wußte, wa« er sollte, wa» er wollte; ei» Jude wollte er sei», ei» Arzt wollte er werde«, uud beide» im Sinne setue» Vater»! — Dieser Gedanke deschäsiigtt ihn fast die gange Nacht hin» durch und auch, al» er seine« HeimathSort am auderu Morgen verließ, uud ihn da» schnaubende Dampfroß durch de» sonnige« Frühlingsmorgen hin trug nach der herrliche», blütenreichen Musenftadt am Neckarstrand, ge» Heidelberg! lFarlsetzaag folgt) Der StaKbi «»d die Pa»'». «nUnrtztstortsche »riählnng «na de« 1TIL Jahrtznndrrt. Nach de« Russischen uon >. Levin» Tagan. 22] (Fortsetzung.) «Italic tut»rlftm tktdfcywia.) t«»«»rn« ittHlli.) .Wozu will man aber de« Rabbi sein Lind entreißen? Können Sie mir hierüber Ausschluß geben?" .Do» ist eine Jntrigue de» Pater Benedict»», die voll kommen seiner würdig. Er haßt den Zwantzer Rabbi mit allen Kräften seiner finstern Seele. Zudem will er sich in der Person diese» Kinde», da» nach zwei, drei Jahren eine ungewöhnlich« Schönheit zu werden verspricht, eine neue Berbündete, richtiger, einencue Sklavin sichern. Panno Oda verblüht, ist schon verblüht; Pan PotocL ist gealtert. Rur die Jugend und Schönheit einer neuen Favoritin find im Stande, ihn zu beleben. Und diese» künstliche Leben, genährt durch da» Leben eine» jugendliche« Wesen», wird alsdann ganz und gar iu der Hand de» schlaue» Pfaffen liegen. Die neue Favoritin wird die Sklavin de» Paters sein, »er alte Potocki der Sklave seiner Favoritin — bedarf e» nun noch derHiuzufügung, wer dann Herr im Schlöffe sein wird?" .Was sagt Pauna Oda zu diese« abscheulichen Borhaben?* .Sie kennen ja da» Treiben an dem Hofe unseres Herrn, und ich will auch in dieser Hinficht mit Ihnen keine Geheimnißtlämerei treiben. Panna Oda — sie hat sich mir anvertraut, und von ihr Hab« ich die» Alle» erfahren — hat eit Absichten de» Pater» und di« Hoffnungen chrc» übersättigte«, gealterten Freunde» durchschaut, sie sieht dar Ende ihre» Regiment» nahen, kann e» aber nicht verhindern. Ich wiederhole e», Don Pedro: das Schicksal de» Mädchen« ist unwiderruflich beschloffeu uud besiegelt." .Und sollte sich Pan Potocki wirklich zu einer solche», durch nicht» zu rechtfertigende., Gewallthat verleite» lasse«?" .Ich bin« Sie, der fiomme Pater BeurdiUn« ist der ärgste Feind jeder Gewallthat." sagt« Ehmielnicki boshaft lächelnd. .Allein r« ist schwer auch nur eine barbarischeHandlnng zu uenoeu, die er al» .Gewallthat" bezeichnen würde. Die Ezploitiruag der Bauern hält er für ei» gottgefällige» Werk, weil man diese dadurch an jene christliche Demrtth, die chnen da» Himmelreich sichert, gewöhne; er verfolgt die orthodoxe Kirche, weil sie Ivtzerei lehre »nd Millionen von Ehristenseelen zu Grunde richte; er billigt die Peitschung der Inden, al» ein probate» BefferuugSmittel zu ihre« Heile — und auch di« Anwendung von Gewalt gege» die Enkelin de» Rabbioer« erllärt er fftt gerechtfertigt vom Standpunkte der Rächstenlieb« und Gottesfurcht " .Wie da»?" .Er hat Pa» Potocki überzeugt, oder richtiger, dieser stellt stch überzeugt, daß Escher nicht Jüdin von Abstammung ..." .Wieso?" Chmielnick« theilt« ch« die Unterhaltung mit, die von de» Pfaffen au jenem denkwürdigen Abend i» herrschaftliche» Schlosse geführt wurde. . ist ja*geradq« lächerlich, .Ru», diese nichtig« verdächtig»»» ist in de» Hände» de» in dergleichen Sachen bewanderte» Pater» zu einer Beschuldigung ge»»»rde», zu einer Beschuldigung, die durch Scheinbtioeise bekräftigt wird." .Durch wa» für Beweis«?' »Pater Benedicta» hat dem Herr« Potocki einen Brief vorgelegt, den er vor meb>eren Jahre« von einer sehr angesehenen geisllichen Persönlichkeit in Spanien «chatte« habe« wollte. Danach soll an» einer chrsamen Ehristensamilie ein Kind weiblichen Geschlecht» von jüdischen Bösewichtern geraubt worden sei», da» trotz aller Rachforschuuge» nicht aufge» funde» «erde« konnte; und einig« Merkmale, di« in de» Brief« angegeben waarn, deuten darauf hin, daß jene» geraubte Mädchen — Esther fei" .Und da» neune« Sie Beweis«?!" .Ich sagte ja: Scheinbeweise, denn ich bin fest überzeugt, daß der vorgelrgle Brief ein Machwerk di» ehrenwerchen Pater«, ja, noch mehr, daß auch Pan Potocki davon ebenso überzeugt ist, wie ich; allein diese Erdichtung giebt der krassen, empörenden Gewaltthal. die gege» da» Kind beabsichtigt wird, in jedem Fall« einen wohlwollenden Anstrich, und da» ist schon hinreichend, um die offenbare Berten,«- dung de» Pfaffe» al» unwiderleqliche» Fakt»» aazusehee." .Ich gestehe, Pan Ehmieinickl, daß ich d»von etwa» gehört Hab«, wenn auch nur in dunkeln Andentnuge», legt« aber diese» Mnthmaßunge», diesem Gerede kein«,» Werttz bei, denn bi» dahin erschien mir ein ähnliche» verbrechen »oa Sette« de» edlen Herrn Potocki ««wahrscheinlich, unmöglich." .Edle Henen, ho ha ha! Ihnen kann «an Alle» ztt» ttauea." »Sie sind eia guter Mensch, Pan Ehmielnicki und ich bi« stolz aus ihre Freundschaft." .Ah erfüll« meine Pflicht, und Ihre schmeichelhafte Meinung über mich, Verehrtester Don Pedn^ ist »ei» bester Lohn." .Wie ist aber einem solchen Unglück »erzubeugen?' .Sehr einfach. Da» Mädchen «nß heimlich sortaeschaffc werdea. I« jede« Falle aber «nß «an d« Rabbi warnen; er wird schon ein Mittel finde«, um sei« Kind a» sichersten zu retten." - Don Pedro seufzt« tief aus. — .Ja man muß ij« warnen; mag er (eine Enkelin retten und — sich selbst." .Er ist außer Gefahr. Man muß bab Gerücht vee« breiten, der Rabbi habe sein« Enkelin auf kurz« Zeit fort-ib schaft — zu verwandten — zu Besuch — oder dergleichen." *: .Ich werde darüber Nachdenken. Erlruben Sie mi» aber, daß ich Ihnen freundschchttichst die Hand drücke Iw Name« derjenigen Mensche«, die Sie rat ltnglück behütte." »Freut mich von Herzen," sagte Ehmianicki. stch ver» - neigend, und schlug eine« Seitenweg ei». — Der Doktor blieb auf seine« Platze stehen. Mehr»» Sekunden kämpft« und tobte r» t» seinem Inner». Plützlih , wendete er sich »ach der Richtung, wohin Eymieknickj fitgange« war. und rief dies« mit wett schallend» Stimme an. Der Stallmeister kam zurück. .Was befehle» Don Pedro?" .In jeder edle» Handlung eine» Mensch« ist eine würdige Bergeltuug enthalten, und ich möchte d Ihne» dmch die Thal beweisen." .Ich versiehe Sie nicht ganz. Davor." .Sehen Sie. Sie hoben unglücklich» Mensche« eine» große» Dienst erwiesen, »ad i» Namen lneser Unglücklich,» will ich Ihnen eine» Gegendienst erweise«." 1 .Wir?" »Jawohl, Ihnen. Sehen Sie ... wie foB fcfi »ich auidrückm?. . . Ru», ich lieb« e» »ich», »ich in Muk» Angelegenheiten zu mische». Ader Ihre heutige Hatzdüu war solcher Art, daß ich Sie al» Fremde« nicht betrachte» lau«. Pan Ltzmiclnickil Sie würbe» i . .1

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