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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 52. · p. Seite 406

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 52.
Date
1888-01-01
Page
Seite 406 (sequence 6)
Language
German
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Wir». (9hl 8«rtn« ftbtr Lchrerta^.) Der kntholifch- Politisch« Bern» im V. Bezirke htckt am 6. November rt»e Sitzung ab, auf bereu Taaeborb««- »Bericht über bi« Lebrertag«, »bgestattrt vom hochwürdtg« Herr» P. Stanracz* staub. Luwesend war« auch awt geistliche Herren. Da» Publikum hatte sich au» all« 10 BezttKu Wien« rekrutiert und zählte sehr viel« Franeu, und auch halberwachsene MSbcheu und Jüugliug« «rreu auiveseub. E« würbe ia der versammluug gesagt, daß die Lehrer bei derselbe» zahlreich vertreten sei«. Nach gaaz zuverlässig« MittHeilungen »arm wer nur 4 Lehrer und kaum von diesen 2 au» Sympathie fftr diese» Verein auweseub. Der Herr P. Etaurarz, welcher über die Lehrertage bericht« wollte, bracht« Zitate «tue» »gewiss«* Dr. Dttte». eine« »gewifl«' Dr. Hauuak, eine« »gewissen* Schuliuspektor» Laurenz Mayer, eine» »gewiss«* Lotschinka und mdere. Die Nennung dieser Namen «urde von d« Versammelte» mit Autrufen, wie: »Jude*, »Judenkuecht*, »Judmliberaler*, .Freimaurer', begleitet. >l» bei sicher Charakterifiernng der gmanuteu Persöulichkeitm ein »Oho*-Ruf laut wurde, war« sofort mehrere »vereiuigte Christ«' bei der Hand, d« Rufer und sein« Lollegen eigenhändig in echt urchristlicher Liebe hioau»zuschmeiß«u. Gemeiuderath Dotzauer hatte dm Muth, zur Mäßigung zu «ahnen «nd für Her« Latschiuka eine Lanze einzulegen. Bergede«» war« seiue Worte. .Herunter, du Judrakuecht', »Schacherer*, »Halt die Bosch«, bist a a Judenltberoler, a Talmijud* wurde ihm zngemf«. Und al» er sich bei Besprechutzg der Wirksamkeit de» G'mer städtisch« Pädagogium» auf dm Aurspiuch eine» uubezweifelt« Latholik«. de» Priester» am Schorimgymuafium P. Fried, berief, scholl «» ihm entgegen: ,J» a a Judl* Nicht unerwähnt wollen wir laffeu, daß bei Besprechung der »unchrifilichm* Gesinnung eine» Lheile» der Lehrerschaft, uammtlich der Wiener Lehrer gerufm wurde: Dü Lausbuam, dö Räubersbuam, zu dv soll ma a Sind in d' Schul schick« l' — Die Redaktion fügt tu Klammcra Hinz«: (Da» ist eine würdige Gesellschaft!) Oesterreich-Uwgarm. Au» Hfrag wird un» geschrieben, daß Herr Regiemug»- rath Prosrffor Dr. S. I. Lämpf sich ia Folge vorgeschritten« Liter» und au» Gesundheitsrücksichten entschloss« habe, nach 4ckjähriger rühmlicher Thätigkeit al» Prediger und Rabbiner der Tempelgemeiude i» dm Ruhestand zu tretm. Nachdem die zum Zwecke der Genehmigung diese» Entschlüsse» einbemfme Generalversammluog der Tempelmitglieder unter ehrender Lnerkmuuug der großen Verdienste, die fich Herr P of. Dr. Lämpf erwarb« hat, zugestimmt hat, ist die Lauzel diese» Gotte»hause» n« zu besetzen und e» steht zu rrwa-teu, daß dieselbe mit einer hervorragenden Persöulichkeit besetzt werdm wird, welche alle Eigmjchaften einer glwzend« Rednergabe besitzt, um da» Auschm dieser altehrwürdigm Gemeind«, die bezüglich eine» würdevoll« Gotte»dimste» bi-hec au der Spitze stand, auch weiter in Ruhm und Ehr« zu erhalt«. Kr«Ere!ch. ßfari». Bei dem Leicheabegängniß de» am 1ö. Nov. verstorben« Phttolog« Arsene Dar «st et er brtheiligt« sich Ramm» der Pariser Universität Rönan, Manuel und Bräal. Zadoc Lahn hu lt eine «igreifende da» Berdimst de» Belstorbwen um die Wisseuschatt würdigend« Leichmrede. Ramm« der Fakultät der Wissenschaft sprach« Himlh. Gaston, Pari» und Ferner. Der Verstarb«« hat er» geschichtliche» Wörterbuch der frauzöstschm Sprache verfaßt, da» unvollmdet gebliebm. — Die Bor berntu ngen für die Wahl de» Großrabdiuer» von Frankreich sind im Gange, indem die auswärtigen Confistori« ihre Delegirtru emmnm; Z.rvoc Lahn, Ler unzweifelhait gewählt würbe, will auf seinem jetzig« Posten bleiben, der Lberrabbraer au» Bordeaux. Herr Levy» der vor Lurzem erst an» Besoul dorthinbemf«, hat die meist« Aussichten. — Armand Lippmaan, der Sohn de» früher« Lller Oberrabbiner, ist zn» S<ab»offizier ernannt warben. Der Unterprüfekt Strauß von Adbeville ist zu« Präfekt« von Drvme ernannt. Waponne Der hiesige Oberrabbtner Astrne hat «ine Predigt über dm »Seder* veröffentlicht. Eia Madrider Blatt- Hat daselbm in schr ehrmder Weife gedacht. Astrne hat nun an dm Direktor de» Blatte» ein« schr schön« geistvoll« Brief gerichtet, ia welch« er die Prinzchim de» Jude», thum», die Bechlmste der Juden, sowie da« Berhältniß der sephachischm Juden zu de« heutig« Spanien bespricht. »Die Antisemiten* sagt Vtrne n. A.. »wollt« die Welt glaub« mach», daß die Inden nur Bürsealeute. Lauf- und Handel»!«le wären. Besitz« wir nicht eine groß« Anzahl hervorragender Richter. 3ng»ieure, Aerzte, tapfer« Soldat« und zwar in all« Wiffmoattnugm »om gemein« Man» bi» zum Genial? I» Institut von Frankreich sind 10* Jnd«. Und gar unsere Finaazmänneri Speudm nicht di« Bischoffshetm. Fuld, Furtado, Goldschmidt, Pereirr, Heine, Rochschild «nd Hirsch Million« zu philanthropisch« Zweck«, um die unwissend« und fanatisch« Massen der Arbeit und der Gesellschaft wirderzugebeu? — Al» Nochkomme ' jener Spanier, die 1492 an» ihrem Batertande verjagt wnrd« . liebe ich Spanien, weil unsere Bäter in seinem Staube schlumme« und weil diese« die Schw.'strr von Frankreich ist, da» immer Eure Mutter bleiben wird.* D«i»e«e»rk. -openhage«, 2. Dezember. Der 1v. November wir ein Tag hoher Freude für die Bewohner Dänemark», denn an diesem Tage feierte Se. Majestät Löaig Christi an IX. da» 2Ljährige Jubiläum seine» Regierungsantritt». E» ist wohl nicht uvchiq zu sagen, daß die Iudm unsere» Laude», welche allen Grund Hab«, die liberal« und gerechte Regierung ihre» erleuchteten, großwüthigen und gerecht« Löaig» mtt der innigste» Frmde und Dankbarkeit zu segnen, mit d« iiichtjüdisch« Untrrthanm wetteifert«, ihre aufrichtige Liebe und Bekehrung Ihrer Majestät kuodzugebm. Zu diesem Zwecke fand inftüher Morgenstunde ein feierlicher Jnbiläum»gotte»di«st in der Synagoge statt. Oberkautor Simon sprach rin für die Frier oe» Tage» besonder» verfaßtr« Gedeck für den Lande»Vater und recitertr darauf dm 21. Psalm. Nach dem hierauf folgmdrn Bortrage einer Jubiläum«hymve durch dm Chor bestieg Hen Rabbiner Dr. Simousen di« Lanzel und sprach autnüpsmd an Psalm XXVIII, 8 über die segm» reiche Regierung de» Lüuig« Christian und über die hohe Bedmtuag de» Tage» für Dänemark und da» dänisch« Bolk. Besonder» betonte der Redner d» persönlich« Einfluß und da» leuchteade Beispiel unsere» erhaben« Herrscher«, die Lauterkett und Einfachheit seiue» Famüirnlev«» und den durch göttlich« Gnade dem Herrscherhaus« erwachs«« Segm durch die Löniglich« Nachkommen, welch« bereit» auf hohm Für st «thron« sitz« oder g« d« Stuf« dersrlbm steh«. Am Abmd« warm die Synagoge, die jüdisch« Schul« und säauatliche Wohlthätig» kcllsinstilute prachtvoll illuminirt. Am folgmdrn Tag« hatte eine Deputation der Gemeiudevertreter und die Geistlich« der jüdisch« Semeiude die hohe Ehre, Sr. Majestät ihre Aufwartung mach« und ihre ehrerbiettgsteu und herzlichsten Glückwünsche »arbriugm zu dürfm. Der Lvuig empfing sie auf» Huldvollste, dankte für di« ihm auögesprochmm Glückwünsche und sprach drm Her« Oberrabbiner Prof. Dr. W o l ff seine besoudere Gmugchuuug über di« i» der Süuagoge veranstaltete Frier an». Die Deputation wurde hierauf zur AbmdqeseUschast im Löniglich« Palaste eiugelad«. Der erstt Borsteher der Gemeinde, Staatörach J»ra«l Glückstadt, hatte die hohe Ehre, zu dem Diuer, welche» von Ihr« LöuigUche» Hohetteu, de» Lrovprinzrn und der Lronpriuzrssin zu Ehr« Jhrrr Löniglich« Mosistäte» veranslalttt »urde, ruigrladrn zu werden. Zur Errnnernng an dies« denkwürdig« Tag wurden beträchtlnhe Summ« für Wohlthäligkeitsiustttut« grspmdet; unter dies« fizurirt ein Geschenk von 10000 Irrou« von uvser» GlaubenDgmoff»

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