Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 52.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 407 (sequence 7)
- Language
- German
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'Senn Philipp CK Hei».««» zu (lanflm di» Königin Lvnism^Kmterhospikil«. Ei«« große Anzahl uafmt jüdischen Mitbürg« hat Llnäzeichaungea «ad Ehrmtitel empfanz«. N««chwte» Ltckarsß. Herr Mare» « Karchh. ei« portugiesischer Glanvmägenoffe u«d Dr. der Wissenschaften an der Universitüt zu Pari«, ist ,«« Tirvfeflor der Philosophie für die Hüter« Klasse» de« Lyceumä z» Plojofti ernaant worden. Herr Furch y hatte sich vorher «ine« Examen z» «nterziche«, in welchem er al« Mttlewerber zwei berühmte rumänische Profesiorea hatte, von denen einer den provisorischen Borsttz führte. Uaser Tlanbmtaenosse. welcher ein gründlicher Gckhrter ist, schlag beide bald au» de« Feld«. Bi« dahin hat noch kein uaturalistrter Jude e« gewagt, auf «inen ähn» llchen Posten Anspruch zu erbebe«, denn man wußte voran«, daß ein« Zurückweisung erfolgen würde, Heute haben wir «der einen Unterrichesminister» der «st Herrn -Stourdza wenig gemein hat. denn Herr Maj oresco steht ganz und gar ans de» Gipfel der Unparteilichkeit. Unwünte». Herr Moritz Rosenthal, ein'.rnwünischer Pianist, hat in Amerika einen glänzenden Erfolg erzielt, wie sich dessen seit de« luftreten Srnbinstetn» «in Künstler rühme« dürste. Den kleine Joseph Hoffman» erntete Beifall al« ei» Wunderkind; Herr mosenthal «der ward al« ei« Meister beglückwünscht. Er ist kaum 28 Jahre alt «ad «t» Schüler Liszt'«. Unsere Königin Elisabeth ernannt« denselben zu ihr«« Hofptantftm. Sern Vortrag ist bezaubernd. Die Kritik rühmt seine bewnnternswürbig« Gewandcheit eben f» sehr al« seinen poetischen Aasdruck und erregt daher sein Künstlerruf berechtigte« Ansteh«». Italien. Ilom. Der König empfing in besonderer Audienz dm Ja» genimr uod Forschungäreismte» Herrn Angela Luzzato und unterhielt sich längere Zeit mit demselben über drffm Reis«, besonder« über den Zw'tand de« Kbaigrrtch» Siam, welch«« eingehend von Herrn Lazzato erforscht wurde. — Ei« augenschrmlich von Herr» Cris pi tnspirsttrr Leitartikel in de» offiziös« Organ „Riforma" rühmt in «armm Wortm dm Lommandmr Giaeomo Alatri für sei» mmschensrm»bliche« Untemchm», welche« er durch Gründung de« Mnsterashl« für jüdische Kinder bethäthiat hat. Sogar da« nltramontane Orga »La Sqnilla" spricht de« Gründer hierfür einm üffentlichm Dank au«. Ker«ifchi- »»> »e«rß< Msächrichtr«. Mark», 2V. Dezember. Di« hiesige Akademie der Wissenschaften hat de» Professor Dr. Frendenthal au der Universität z» Breslau «in Stipendium,,« 1800 Mk. za» StNdinm der Philosophie in England während de« 16. nnd 17. Jahrhundert« und de« Professor der Physiologie Leopold Anerd,ch gleichfalls t» Breslau st» solches im Betrage van 2000 Mk. ißt Fortsetznng biologischer Stndim verliehe». Mentße» 2li. Dezember. I« der gestrig« Repräsentanten-Sitzung wnrae Herr Rabbiner Dr. Kopfstein h. Z. in Ems (fäher in «ding) zmn hiefigm Rabbiner einstimmig gewühlt. Mo» Meter» tost». Di« in Aachen erscheinend« streng katholische .Rheinisch. Westfälische Schulzsttnu," repeodnzirt ols Leitartikel eine» von Herr» Rechtsanwalt Lehmann in Dresdm in Nr. 20 und 21 der »Allg. dentschm Lehrrrzsttnn," verüffentlicht» Lorirag »Der Lstchtsstn» t» her Erziehnug'. In einer Redakttonsnote wird derselbe als von besondere» Interesse dm Lehrer» empfohlen.*) (Bei dieser Gelegenheit dürfte «ch die »Rh. Wests. Schnl- «itung* mtt ihre« reich» wb intarffmstm Inhalte allm jüdischen Lehrer» anfr vür>«str empfohlm.) deckst» t» nnsnem «Ute dr»,»» chwd.) Mm. Dm BemÜhunist» des Her« Rabb. Laupheimer in Buchau ist es gelungen, daß für die israst. Kinder in Redensbnrg von vemselbm in jährlich SV Stnndm Religioasnaterricht erlheilt wird. Das Lokal hat die Stadt im Realschalgebäulw verwilligt nnd die Kost« bestreit» zu *L dir Bitter ter Schüler, zu '/, die Israel. Zmtralkirchmkafse in Stvttgurt. <L»»e«t«rg. lieber eine antisemitisch« Bawegung in der luxemburgischen Kammer berichtet die .Köln. Ztg." awscheinead nicht ohne Behagm folgendes: Der Kammer »arm elf Raturalisationsgefuch« von Ausländem unterbreitet worden, unter den« fich sechs Jsraelitm befandm. Die Gesuche der Israelitru »nrde» sämmtlich verworfm, während die übrig« sämmtlich angeaommm wurde». Mlm. Mir dem 1. Zsannar 1889 erscheint hier eia neues antisemitisches Blatt & I» Schäaerer: »Deutsches B olksblatt' »an dem bekaunim jndmstefferischm Drpntirtm vergany. — Die bekannte Finna Gebrüder Gnttmann in Wim hat für die Armm der Stadt Budapest tausend kmtuer prenß. Kohl« gespmdet. (Da» find „glühende Kohlen" auf de« Haupte der Jndmhetzer.) Wie». Zn de« in lüesem Bl. dem verstorbmm R. R Rabinowitz gewidmet« Nachruf ist noch (nach der .Neuzeit") nachzntragm, daß Herr» vr. Jelliuek da» Berdteust gebührt, R. auf die Talmiidhandschrist in Münchm aaf» mersam gemacht und zur Kiammlung der talmud. »Vorina I-«oüo»oa" angeregt zn Hab«. Kaag. Der König von Holland wurde bekanntlich bei seinem letztm Unwohlsein drtth unser« Glanbmögmoff«, Prof. Rofenstei« au« Lei »dm. dem aahm Tod« «tristen, da König chrte dmselb« Imrch dm Holländisch« Lüwen» ordeu. Bei dies« Gelegeaher: sagt die »Kölnische Zeitung", Rosenstein wäre eia deutsch«!, geborener Berlin«, der vor 20 Jahr« durch Empfehlung Birchow'ö «ach Holland beruf« »ord«. Daß a rin Jude sei, sagt die »Sölniskhe" nicht, wa« ja auch »üht aöthig ist. Aber e« wäre gut. wem» di« ehrmwath« »Kölnische" auch dasselbe Prinpp verfolg« würde, wem» «in Jude etwa» Schlechte« thut. Al« neulich zwei Notare hta durch vn fehlte Häosaspekulntioa stüchstg wurde», sagt« di« »Kölnisch« '', der eine von dies« war ein in hiesigen orthodoxen Kreis« angesehen« Jade. (»Wir wollm nicht Euren Honig, ob« auch nicht Euren Stachel".) Hkari». Wie bekannt, hat «an schon seit laaa« Zeit die Errichwag eine« Monummt« zu Ehr« de« groß« Novellist« Honort de Baljjae geplant. Da« von dem »Bereiu der schön« Wiflmj«haftm" geioähltt Komitee hat d« Entwurf de« berühmt« jüdische» Ltldtzaner« Emile Sold« angenommen. Di« herrltrhe Gruppe, mit der« Herstellung dm Künstler schm begonnen hat, wird wahrscheinlich im nächsten Frühjahr enchüllt werden. Pr««. I« welch hohe» Aasehm der jüngst hi« verstorbenl Rubbin« Mosche Saboua stand, zeigte di« Lstchmbestattnng, an welche.' üb« 10,000 Person« all« Eonfesfioaen und Stände theilnahmm. Pdsßa. Am Abmd tu« 11. d. M. starb hstr plötzlich d« Radbin« Dr. S. A. E chwabacher tm 70. Leben« jahre. (Nekrolog in nächster Nr.) Aotannioserg. I» »«gangen« Monat (Novemba) »nrde hiastlbst d« Grmrdsteiu zu ter astm in Dr,»«»,al gegründet« Synagoge gelegt. Während ter jüngst« Feftt«ge war« 780 jüdische 'Indächtige in unser« Stadt. H«r» Mendelssohn gebührt da» Berdtmst, bet ter Organisation ter Gemeinte besonder« thätig» Anthetl gönn»»» z» habe». Die finge Gemeinte hat «ch scha» ein» Wohlthttigkeits- und «errdignugsverri». Gßsrsestsn. Mt einer Mchomät von 700 Stimm» wnrde De. Mayer von hier al« Mitglied de« gesetzaebeudm Körper« gewählt. Er ist ter erste nnd einzig« Jude i» Staate, welch« zu solch« Bürde tzstmgte.