Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 52.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 404 (sequence 4)
- Language
- German
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ähnlicheu Dinge», dam» wert«« allerdings .manche zurückstehen wüsten. Wa» »an gegenwärtig «ater .geeignet" vrrstcht, schetut nicht »eit ab davon zu liege«. »ähreud die zweite Qaalificatioa io einem möglichst eiuflußreicheu Onkel besteht. Die Leser der ,J»r. Wochenschr.- werde« vielmehr a>» frühere« Autlastuugen zur Genüge erfahre« habe«, wa» es mit de» Mangel «» Lehrer» ans sich hat. nnd daß ein kleine« Lehrerproletariat in der Bildnsg begriffe« ist. Auch arademischc. mit de« Doctorhnt gezierte Herren giebt es, dir eine -»ständig dotirte Stell« -«greife« würde», so daß der Gemeinde eia «ohlsortirtrr Borrath zor Verfügung steht. Wenn die Borstadtsgnagogea Material genug Hab«, «» nach Gntdünle» «ad an» leichtfertige« Gründe« ihre EultuSbeamten einfach wegzujageu. »ad «« «udere. die fie ersetze«, nicht i» Verlegenheit kanmren, so kaaa die Gemeinde, die mit Recht gepriesen wird, ihren Beamte« eine sehr «odle Behörde z« sei», gewiß nicht klagen, a«s Mangel aa geeignete» Kräften Stellen ««besetzt laste« za «lüste«. Mag die Gemeind« einmal mit dem heute nicht mehr ungewöhnliche« AuskunstSmittel de» Auuvucireu» versuchen, dana wird fich» entscheiden, ob Mangel oder Ueberfiuß aa jüd. Lehrer« vor« Händen ist, bi» dahi« verhalte ich «ich ungläubig. Merkt», 20. Dezember. Noch immer ist da» Stndentea« duell und sein« traurigen Folgen ei» Gegenstand der hie» sigen Preffe und e» ist gut, daß die öffentliche Meinung so lange al» möglich damit beschäftigt wird; vielleicht gelingt e», diesen entsetzlichen Götzen, dem soviel Menschenopfer gefallen sind, zu stürzen. Die liberal« Preffe, wie rin grotzer Theil der Bevölkerung, hat dem unendlich bedauernswert den gefallenen jungen Mann die gebührend« Beachtung und Theilnahmr geschenkt. Leider darf ma« da» von der fanatische» antisemitischen Preffe nicht behaupten. Auch diese Gelegenheit»schien ihr nicht z« schlecht, die schmählichsten Angriffe auf die Inden zu schleudern, ja sie hat einen solche« Grad von Rohheit und Gefühllofigkrit anläßlich diese» Borfall«» a« den Tag gelegt, daß ma« über solche moralische Verworfenheit entrüstet sei« muß. E» steht ihr kein Wort der Mißbilligung, kein Ausdruck de» Bedauern« zur Beifügung. Manch« Blätter dieser Sorte begnügte» sich einfach mit der «acktn» Regiftrirung der Thatsache, andere aber, z. B. »Der Reich», tote* sehen in dem Morde eine» Inden durchaus kein verbrechen, eher ei» gottgefällige» Wach da» Organ de» Hof- Prediger» der .Iickigio« der Liebe" grinst die empörendste Schadenfreude au de« tragische« Su»g««g de» Zweikampfe» uud sucht uur seine entartete, den Slemeutargesetzen der sittliche» Aeltordllung hohnsprechende Gesinmurg durch Ausfälle auf de« gefallenen Jude« zu verbergen. Line» Raufbold nennt der »Reichsbote" den erschaffenen Hugo Bl««», «nd dazu hat da» verlogene Blatt die Stirn aagestcht» der Thatsache, daß derselbe, ein geübter Schütze, zweimal t» die Lust schoß, um uicht zum Mörder zu werde«, nur um keine Blutschuld aus sich zu laden. Es gilt in de« Studentenkreiseu, die de» Blum kannte«, für ausgemacht, daß seine erste Kugel, auf seine« Gegner abgrfeuert, denselben zweifellos nirdergestrrckt habe« würde, wen« er nicht in einer allerdings sentimental« Schwäch« zu nennend«» Friedfertigkeit, — nachoo« e» so weit gekommen war — fich ihn gar nicht zum Ziele geaoauue« hätte, vielleicht vorau«srtze»d, sei« Feind »erde durch solche« Edelanth sich' in anderem Sinne für überwuude» erkläre». Zu» Glück kan« ma» de« für seine staauueSgruvffische« Kollegen so war» eintreteudeu Blum, der einer der mverschrockeüsten Student« war, keine Feighett vonoerfe», welche» Prädikat sicher der gesammtrn J»denheit «grhestet ward« wäre; für d« Fall, daß Blum die Forder- «ug unbeachtet gelaffe« hätte. Ser in diesem Fall der Raufbold war, da» überlast« »vir einfach de« llrheil der tffentüche» Meinung, soweit fie «och ungetrübt durch d« Schlamm der antisemitisch« Sthmlltzprrste zum Ausdruck kommt. Diese hat de»» auch bei der Beerdigung sich in der vetheiliguag von mehr als 100000 Mensch« kundgegeben, e» wurde nur e> neStimme der ve«ttheil«»g laut gegen d« Sichler, der »ach dem unglücklich« AuSgange de» Duell» — so berichtet die .BolkSzeitung" — eine wahrhaft satanische Freude nnd Gemüthsohhcir an den Tag legte. E« wurde ihm bekanntlich ein Zimmer für .bestere" Gefangene auf dem Flur mtt Prof. Seffckm zusammm eingeräumt; gegen eine Taution wurde derselde auf frei« Fuß gestellt. I« meinem vorig« Berichte — der Ihnen nicht in dt« Hände grkomm« zu sei« scheint") — habe ich bereit» da» sehr schwächliche Berhattea de« Leiter« der Universität zu kritisirm Cgi. Dastelbe chut jetzt die qrsammte hiesige auständige t, nur mtt viel schärferem Ausdruck de» Unwillen» darüber. daß er nicht mtt sittlicher Entrüstung und mtt aller einer solche« Unsitte gegenüber gebot«« Strenge d« brudermörderisch« Saß der Etudireudea unter einander klar und fest verdammt nnd in Acht uud van» getha« hat. Selbst der .Reichsbote" lacht boshaft über da» Kinderspiel, da» dem Herr« Lootor mmgmfiooa mit der abgmommene» Unterschrift der Studirrnden beliebte. Der Lichtpunkt de« traurig« Ereigntffe», durch da» eine große Familie trostlos unglücklich wuidr, ist die Au» theilnahme eine» groß« Theil» der Bevölkerung »nd M a y - bäum» herrlich«Rede, die die müde jüdisch« Anschauung über Bruderliebe off«bart und durch Beröffmtlichuaq i» all« Blättern unserm christlich« Mttbürgera zugänglich gemacht wurde. Merk«, 24. Dezember. Der Borstaod der hiesig« Gemeinde vers«det folg«de» Etteular aa die Gemetademitglierer, aus da» wir in nächster Rr. zurückkommea. „Die rituelle Beschueibuag ist tu unsrer Gemetade setther grüßt«chell» vou Männern vollzogen Word«, welche der erforderlich« mediciuisch« vorkeuattttffe uud »tff«schastltch technischer Anleitung entbehrten uud jrd«fall» mtt d« Fortschritte» der ärztliche« Siff«schaft uubekauut war«. Diesem Umstaude ist e» zuzuschreibeu, daß bei der vollziehuug der Beschueiduug oder in Folge derselb« wiederhott Unglücksfälle ringetret« find. Um d« letzter« vorzubeugm, Hab« di« Gemeiubebehörde« tu Uebereiustimmuug mit dem Rabdtuate die umfettig aufgeführt« .Anordnung«" gettoffeu.** •*•)) Indem wir di« vrrehrlichm Gemeindemitglieder ersuch«, von d«selb« Keuutuiß zu uehmm, empfedleu wir d« Bo» theiligteu auf da» Drtug«dfte, eiutrrtendrn Falle» dt« Thätigkeit geprüfter Aerzte iu Auspruch zu nehmen. Ei» Na««»-verzeichatß derjenigen Herr« Aerzte; welche sich zur Bollziehuug der Operation« bereit erklärt Hab«, füg« wir ergebenst bei"^) Berlin, i» Dezember 1888. Der Borstaud der jüdisch« Gemeinde." Kumßurg, den 21. December. (Or.-Lorr ) Gestern faud die alle drei Jahre wiederkehrrnde Rmwahl de» aa» füufzeha Mttgliedern bestehenden Rrpräsmianten -Tollegium« statt. Dir -) Der Brief ist durch dm »ührmd der Seihnachwzeit bedeut«» gesteigert« Vriefverkehr auf der Gast leid« tu Verlust -«ach«. (Netz) **) Diese .Anordamgen" laut«: l. Die vahl de« mir der Operativ» z« betrauend« Arzte« ist «ach Maßgabe de» »msettigea Namev«-verzeich»iffr« den Alt«» tu betreffmdm Kinde« über last«. 2. Der Arzt ist die bei der Leremonie üblichen EegmSsprüche darzutragen nicht verpflichtet. Diese Funclio» wird, «oma van demselben abgelrhnt, von «ine« b« Borbet« d« Gemeind« verrichtet. Die Anweisung «n dt« vorbei« erfolgt durch da« vur> an d« Gemeind«, Oranienburgerstr, St), 1 Dr. vmügltch, Anweldmge» «erd« daselbst wocheuiäglich wührmd d« GeschSfWstnuden vor«. S—1 und Rata. 8—6 Uhr entgegengmomwm 8. Die Honorare find: a) für dm Arzt auf 1ö Mark d) . » vorbei« . 6 J festgesetzt mb werden, sofern Eltern notori,ch unbemittelt stnli» an« »« Grmeinde-Hanpttaff« gezahlt. •*•) U find kw» 68. «in» alleM Vornahme d« lällall wtzräst