Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 51. · p. Seite 395

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 51.
Date
1888-01-01
Page
Seite 395 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
81% known words query
IRI
…/5369809-5935050-5956488--6932-5372801
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— Ö96 — mit christlichem He«», »ft Jude, lese» artt jüdische» $crgm. Ihnen (lab bir christlichen Jd«n Ikrftarft aab gehoben biäch INtet aab Harter, durch Lind aad Enkel, bte datselb« glmibt« aab glaubeu, durch die gürtüchl»« Remiaitteeaz« Ihrer Ktaderjahre, durch bea taaseab Mal wiedeihalftu T,»st bet» Ntedergeh« der Sanne Ihre« SrbeulebeuS; bei uu» steht Vater and Matter aab Kind aab Enkel aab Ktnbhett aab bte vilber unserer t» Grabe Rodend« brr Kraft dieser christlichen vorstellang« «tgegeu. Uns erschein« dies« Vorstellungen, seiea sie auch tu bte ltebltchstea Hüllen gekleidet, stet» tu den dürren Farmen des logischen Inhaltes, und mir wundern aas anr. arte eia Professor Delitzsch glauben kann, diese Auseinanderletznngen »erden t» Stand« sein, ein jüdisches Herz -« bäehren? Es würde umgekehrt freilich auch nicht um ein Haar anders sein. Ich will Ihnen and Keinem in der Welt tu der Kraft des Glaaben« nachsteh«, natürlich Äs Jude. Ich »e>ß aber t» voraus — und mit wir weiß es jeder Rabbiner und jeder Mitglänbige meines Glaubens — daß jeder versuch eine» Inden darch Darstellung seiner Uebrrzengungen, und stünde ihm die Kraft der Rede wie Iesajah zu Gebote, einen begeisterten Christen für'» Inden» thum zu gewinnen, nothwenvlg an der psychologischen Eigentdümlichkrit alles religiösen Glauben« scheitern müßte. Dieses vewußtsein des Iniienthums von der Unübertragbarkeit der Religion auf einen Wurf; baß es höchstens möglich sei, eine geschichtliche Einwirkung im Sanft der Jahrhunderte ans die Umgestaltung der religiös« Vorstellungen der Mruschcu zu üben, daß aber jeder uuwitttldale Befthrung«versuch höchstens Seinem dürren, n»euu nicht lügenhaften, unmoralischen ekenntnisse führen müffe — dieses vewußtsein gilt uns selber als eine der edelsten Eig-nthümlichkeiten unseres Bekenntnisses, und d„s ist mit ein Grund, warum jeder Bekeh«ng»veiffuch, and ginge er selbst von den edelst u Tendenzen eines Delitzsch aus, ans uns den gerade entgegengesetzten Eindruck macht, den der Missionär zu erwarten stch berechtigt glaubt. Er erwartet Dank — und wir empfangen den Eindruck, er wolle uns überzeug«, daß 2 mal 3 — 7 ist. vir sollen es glauben; es soll zu unserem Glücke sein, es zn glauben; »ir könuen aber nicht, nusere ganze jüdische Denkweise lehnt fich dagegen auf. vir scheu nur die dürren, aus uvglanblicheu Thema. «Warn» aus unglaublich? verlangt denn bas Indentham nicht emch den Glaubeu an Wunder? Und wer erst Wunder glauben kann, sollte der nicht auch Mysterien glauben binnen?" — Wir antworten: Nein! Zwischen „Wunder" und „Mysterien" liegt für öen Inden die ganze Wett der Logik. VA«istertal-Reseripte betr. verückstchttgu ng de» vabbaths nab jüd. Festtage bet schitftltchea PrüsnagsarbeUcn. L Magdeburg. >uf dft von einer größer» Anzahl deutscher Rabbiner an den Herrn Luttusmtntfter gerichtete Vorstellung wegen Berücksichtigung des Vabbaths bei den schriftlichen Prüfungsarbeiten jüd. Abiturienten ist folgende Entscheidung des Ministeriums der geistlichen, Unterrichts- und Mediclual- Angelegenheiten ergtwgen: Merlin, 18. Rooenider 1888. E». Hschehrwt-rben erwidere ich auf bft Eingabe vom 23. Oktober d. Is., daß ich mit Rücksicht auf bft allgemeine Ordauu, der höh, reu Schulen «ich anher Stande finde, enw vesttmmung p treffen, wonach bet der Einrichtung der schriftlich« Lbitnritaten-Prüsung bft jüdische Sabdathftier schlechthin z» berück ichtigen sch, ftbakb sich unter den Aditurftnftn Ind« der stmngÄäuftgeu Rtchtnng befiabeu. Uebrtgen» Hab« ich Grand anzunehuwu, daß jüdisch« Abtturftu en. welche rechtzeitig und in angenwsiener Weift den Anstol'sl-irector mit den religiös« Bedenken bekannt mach«, welch« nach tjrcr »uffafsunq an» der verlegnn, oon schriftlich«« Prüsuuqsorbeiten auf den Saddach sich für fie ergeben könnt« auf eine wohlwollende Erwägung eine, solch« Mtttheiluug richuen dürft«. (gez.) non Goßler." II. «ürzburg. lluf bft Eingabe, welch« einige hiestg, isr. Studir«d« der M-dicin an bcn Minister des Innern für Lirt>«- und Shulaugelegenheit« uw die Rücksichtnahme auf die Sa'chath« und ts aelitisch« Festtage bei Bestimmung der Prüfnugstermiue gerichtet Hab«, erfolgt« folgender Erlaß: Nr. 14731. „München, den 27. Nov. 1888. «. Staolautui/terim» de» Jauern für Kirchen» und Schul» engetegenheitm. Mit Vorstellung vom 18. l. M. Hab« fich «ehr«» israelitische Stadireud-: der Mediciu an der k. Universität vürzdurg au da» unterzeichnet« k. Staatsmin'fterium ge» uwudet und unter Besag auf dft bestehenden religiös« Vorschriften der Iarartiter, sowie unter Betonung der Schwftrigkeit«. welch« schon »iederhott israelitische Prüfung»- candidat n »eg« Beilegung einzelner PrüfNNgsthetle ans Sabbathe und israelitische Festtage b gegart sei«, gebeten» es möge »erfügt w rbm, daß für die orthodox« israelitisch« Landidateu der »rstlich« Prüfung dftjmig« Thetle eines Prüfungsabschnitte», in welch« fie geuöthigt find, zu schreib« oder eine Sektion zu machen oder rin Präparat anzufert'gen oder eine Operation,"' an der Leich« auszuführ«, nicht an einem Samstage oder israelittschen Feiertage «b» gehalten «erd«. Nachdem den Israelit« eine Thätigkeft der angegebenen Art am Sabdath und an jüdisch« Feiertag« durch ihre R li»tou-gesetzt untersrgt und dft Freihett de« «New,ff n« ein «erfaffungsmäßig gewährleistete« Recht jede« Vta «tsdürgers ist, »erb« dft Prüfauzsoorfitz«'« angewiesen, d« in dieser Richtung heroortrelmd« Wünsch« israelischer Prüfuugtcaudidaftu Rechnung zu tragen uad auch die Examinatoren in gleichem Siuue zu verständig«. Dr. Freiaer: von Lutz. Der Gmerulsecretair Mtuifterialrath Dr. von Giehrl. An die Hr rrn Lorsi »enden der ärztlich«, Prüsuuga-Eomwtspmwn an de» t. Uaiverfitäte» Ltüacheu, Sürzdurg »ad iörlaagen erlaagea. _ Kerichle r«d (&*vrefpoubeu}ett. Demtschlawd. gkrftu. Das ti anrtge. alle Gemüiher tief bewegende Ereiguiß der abgelanfcn« Woche ist bas unselige Pistoftnduell Eich ler-Bl ui». lieber dft Ursache desselben bericht« wir nach hiestg« BUttern und nach der oom Ausschuß der Studie enden an der Berliner Uuioerfität veröffentlichte» Erklärung. Der oanet. mack Hugo Blum sowohl, wie sein Gegner »duck. hiat. Etchl er waren Mitglieder des studentisch« Ausschassrs, deff« Autsdaaer jetzt cbgrlaaf« ist; erster« war als Kandidat der „Freftn wissmschaftticheu vereinig»»»", - letzterer al« Vertreter de» „Vereins deutscher Student«' in den Ansschuß gewählt ward«. In der fttzten Ausschußsitzung vom 1. Deeember erbat fich Bln« vor Eintritt in der Tagesordnung bas Wsrt und sprach muer Hinweis ans das Wadljlugblatt des Verein» Deatscher Stndent« sein Bebaue« darüber aas,' baß es an der Universität, «ährend der gesnvi« Sinn des bentsch« Volkes im allgemeine» den Antisemitismus glücklich überwand« habe, noch twnrer Vereine gebe, welch« dft Gleichberechtigung aller Ssttbireud« leugnet« nnb bnrch juden» fttnbltch«, hetzerisch- Aiahlaufrüft Zwftspatt in bft Studentenschaft pt dring« sucht». (Är fahr bann fori: Meine Herr«!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.