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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 51. · p. Seite 394

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 51.
Date
1888-01-01
Page
Seite 394 (sequence 2)
Language
German
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Was aber daSfgrellste Licht stuf di« Gegenwart wirst und sie al»;,di« Epoche der Widersprüche erscheiueu läßt, ist die Thatsache, daß während wir in fast alle» Schichten der Gesellschaft den Gottrsglauben untergraben sehen, man fich dennoch nicht entblödet, auf da» .Gotlesurthell de» Zweikampfe»" sich zn berufen. Kann e» etwa» Widerspruchvolleres. Ungereimtere». BerdammenSwerthere» geben? 'HJmIEttelalter.i woHman seine Zuflucht zum GotteS» urtheil genommen, hatte man so sehrstan da» Eingreistn der Vorsehung in die Privatverhältniffe des Menschen geglaubt, daß man keinen Augenblick daran zweifelte, daß der im Zweikampf Gefallene wirflich hatte. Heute dagegen, wo man stolzgdarauf ist, sich zu einertz Weltanschauung zu bekennen, welches die Wiege de» Menschengeschlecht» etwa in einem «meifenneste finden will, heute, wo so Mancher den Affen für seinen Urahn hält, heißt «» mit der Wahrheit ein verwegene» Spiel treiben, ist eS eine Frivolität, sich auf ein sogenanntes GotteSurtheil, auf den Zweikampf, berufen zu wollen. Wo» soll denn diese abgeriffene Münze des Duell-, mit der man vielleicht dir vielen anderweitige» Ehrenschulden bezahlen will, bedeuten, wenn man dadurch den Schuldschein zerreißt, den, die Geburt eine» Kindes den Eltern ausgestellt hat? Beflagenswerth aber und verdammenSwerthZ ist e», wem, auch da» Judenthrm zu solche« Moderhorheiten sich hiureißen läßt, die es ruhig den Söhnen der .Edelsten der Nation" überlaffen sollte. Will man uns etwa glauben machen, daß ein junger Mann dadurch seinen Glauben»» eiser bekundet, wenn er für den Schimpf, der dem Judenthume angethan wird, zum Dfuell seine/Zuflucht nimmt? U» kann keinen größeren Hohn, keine größere Schmach für da» Judenthumßgeben, als eine solch' irrige Meinung! Da» Judenthum weiß nichts und will nichts wiffen vom Zweikampf; es pennt überhaupt keinen Kampf mit .schneidigen" Waffen, seitdem eS keinemj Eroberer gegenübersteht. E» hält sich an das Prophetenwort: .Nicht durch Macht und nichtfjdurch Kraft, sondern durch meinen Geist — spricht der Herr Zebaoth!" Nicht di« Stärke der Faust wird dem Judenthum zu seinem Rechte verhelfen; nicht die Kßörperkrast wird seinen Sieg ermöglichen', sondern der Gottesgeist seiner Lehre! Mögen unsere Jünglinge stolz sein auf da» Judeuchum und erfüllt von^dem Bcwußtsrin. daß sie es aufnehmen krauen mit allen Hochgeborenen und Edlen, well sie zurück» iüden können auf eine Ahnenreih«, die geadelt wordeu ist durch die Standhaftigkeit, mit der sie tausendjährige Unbilden ertragen! Mögen sie die Lieb« zum Judenchume dadurch bekunden, daß sie in den Hörsälen und iu den Werkstätten der Kunst ihre Geisteskräfte auf da» Höchste anspanuen, um «ine» geistigen Sieg davon zu tragen! Mögen sie di« Mahnung beherzigen, daß die Liebe zur. angestammten Religion im Herzen sitzen muß undßnicht — auf der Degeaspitze!!") ) »«gleich, «« Mt treffliche Hebe «a,ba»»G n Mt Ckfet Bl,«'» im MiagnMa «SaOkaitett'’. flbk.) ««'Herr» PrefeHer Delitzsch i» Leitz-iO.. Off« Bricht ftm gMtnjWwr »r. »,lbsch»idl-vtr»e,stH. Dritter Brief. Wir" werden also, hochverebrter Herr Professor, Ahr« .Stufte» Fragen" »ou »o» dem Slandpmlkte de« eigeutliche» «dreffateu: de» gläubigeu Jude«, zu prüfen habe» Deu .gläubige» Jude»". ,» welch«, wir uatürltch uicht bloß, wie Sie I»ie orthodoxe» Jude, ^lhlea sonder» all«, di« mit Geist aud Her,, mit Stolz «uv Hiugebuu, am Audeuthume fefthalteu, »ollen Sie durch folgende» Gedaukeugaog für de»Abfall vom aa^ftaunutr»Glaube» uud für Annahme de» Ehrifteuchma« gewtm««». Sie «olle» .gewinne»"; uicht Überzüge». Darum war e» praftisch, daß Sie kriue Iah lt«angabe, ja selbst keine Ueberschrifte» de» 12 Abschnitten Ihre» Büchlein« zu« Leitfaden gäbe«. Derverüaud liebt dieAbtheiümgeu, zur klare» Uebestcht; da« Gemüth wird bester durch Gesammtwirkuuge» unterworfen, «euu die Grenze» scheinbar ineiuanderlaufen. Ich boff«, iu großes Zügen Ihre» Gedaukeugau wieder» gebeu zu käuuen. Ihr 1. Laplel giebt die BoraaSsetzuuge, Ihrer .ernsten Frag«," au: Dasein Gotte« und Einheit Gotte«; da« i. Lapitel zeigt al» Eoustque», diese» Glauben» deu Glauleu au eia« Offenbaruug Gotte«, bereu Sie drei unterscheiden: die patriarchalische, die mosaisch« u»d sie christliche; da» 3. Lapitel will die verantwort»»« All- Israel« für Jesu'« Tödtuu, beweise» daß dir Uederant- «orwag Jesu «l« eine« lode«würdigen Verbrecher« eine auf de« jüdisch«,Volke lafteud« Natieualschuld ist"(S. 13); da« 4. Lapitel will beweise» daß die Mes »»«-Verheißung«» der alte» Ptopbele» ihre Erfüllung wihr«ud de« zweite» Tempel« erwarleteu. also schon erfüllt sei» müffeu uud zwar i» Jesu»; da» 6. Lapitel behauptet die Abäuderlichkett de« mosaischen Gesetze«; dem steht uuu aber der Au«spruch Jesu'« selbst eutgrge»: .Ich bi» uicht gekommeu, da« Gesetz aufzulisen" (Matth, v. 17) uud da« will uuu da« 6. Lapitel dahiu i»t«pretireu: im Leben Hab« wohl Jesu» »uter de» Gesetze gestaudeu, ab« mit seinem Tode Hab« « da« Gesetz aufgelöst: k,s 7. Lapiiel will de» Partieulari«mu« de« Judentham« ,»« d« altru Polygamie, dem Levirat und d« Erlauduiß der Ehescheidung beweisen; da» 8. Lapitel pellt die These auf: Jesu« sei au die Stelle d« Tempel-Opfer getreten; im 9. Lapitel ioll die Nothweudigkett eine« Mittler« zwischen Gott uud Mensch bewiesen «erden; ball). Lapiiel will de» Werth de« ftelloertreteudea Leidens uud Sterben« Lhrtftt durch eine Londoner MissiouS-Geschichte zur Anschauung dringe», uud nebenbei, so unter der Haad, auch zeigen, daß dir Vorstellungen von stellvertretendem Leid uud Tod uicht speeestsch christlich, souder» gul jüdisch sei«,; im 11. Lapitel «erden Stelle« au« de« Midrasch zusamwengetragen, die wir «l» Beweise für di« hohe Moral de« talmudischeu Judeuthnm« auzuführen pfleg-», um darau« zu folgen», wir wüste» «ch diejeuige» Stellen de« Midrasch auerkeuue,, di« deu christllcheu Dogmen ähuliche Vorstellungen obspiegeln, ,m dadurch »User» Widerstand aegeu di« Auuahme dieser specifisch christlicher- Dogme» z» schwächeu uud zu brechen; da« 12. und letzte Lapitel zeigt, daß die jüdischen Vorstellungen vom Meist«» mit de» chrfltltche» da« Gemeinsam« Hab«,» daß der Messt»« al» uuverheirathet gedacht ist. Da« ist iu dürre» Züge» »er Inhalt Ihrer .ernste» Fragen" — i» .dürre»" Züge», so dürr, daß St«, hochverehrter Herr Proststor, davor wohl erschreck, »erde». .Wie", werde» Sie sage», .da» und uicht «ehr ist der objectio« Inhalt de« Büchlein«, tu welche ich die »uqeGluth metue» Her»»«, die tiefstr» und thenerstr» lieber^»»»»«, «eiue« Geiste«, meiue edelste» Hofsimuge», »ei« heLißstr» . Ahunuge» uiedergelegt ,» Hab» glaub«, und dieser Kck, . studet dariu ^chi» »ehr. «l» diese» dürr» Inhalt?" — Dieser ^)»de"l — da« erklärt «ich Herr Pmstfstch *

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