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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 50. · p. Seite 390

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 50.
Date
1888-01-01
Page
Seite 390 (sequence 6)
Language
German
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wacker dargestrllt, sehr reichen Beifall fand. Zuvor hielt Herr Blumenfeld eine» fesselnden, Jung und Alt belehrenden, Vortrag über die Bedeutung de» Feste» — die Alten bittend nicht zu ermüden ber der schwierige Aufgabe der Erziehung zur wahren Religiosität — die Jugend ermahnend. fest zu halten au den Ueberlieferungen und so zu leben, daß Eltern und Lehrer mit Freuden auf die Früchte chrer Saaten blicken könnten! Religiöse Lieder und Musikvorträge beim Beg'un und Schluß trugen zur Verschönerung de» Feste« bei. (Schluß folgt! Oesterreich M»g«rr». Pilsen, im Dezember. (Or.-Cor.) Die Grundstein» lepuna zu einem neuen, große» Temvel unserer Gemeind« gestaltete sich zu einem ebenso imvvsanten, als würdigen Feste. Der Gottesdienst im alten Tewpkl, zu dem sich die Lpiyrn der kaiserlichen uud städtischen Bchördru, sowie zahl» reiche Deputationen von Vereinen und Körperschaften ttugrfanden hatten, nahm einen sehr würdige« Verlauf. In seiner Ftttrcte betonte der Rabb. Dr. Car o, daß nicht die Sucht zu pradlrn uud zu glänzen, sondern da» dringendste Bedürfoiß noch einem der ganze.« Gemeinde gemeinsamen Gottesdienst, Grund uud Eckstei? de» Neubaue» sei. Nach dem Kaisergeber »or geöffnetem Sankwariem ordnete sich der Festzug nach dem Bauplätze, lieber 300 isr. Gymnasiasten und Realschüler unter Führung ihrer Lehrer eröffaeten den Zug. 3 Knaben trugen auf seidenen Kiffen die in den Grundstein zu versenkenden deutschen und hebräischen Urkunden, dann folgten die Geistlichkeit, die Ehrengäste, endlich die Gemeinde. Auf dem Festplatze, der durch die Munificenz der städtischen Behörden auf da» Prachtvollste dekorirt war, hatte sich beim Herannaheu de» Zuges die hohe Generalität und da» gesammte Offiztercorp» eingefunden. Der ausgezeichnete Männerchor iotouirte »Baruch habo" uud der k. t. Statthaltereirath Josef Wolf vollzog nach Unterschrift tor Urkunde die Grundsteinlegung mit Hilfe de» Architekten Max Fleischer an» Wien, dem künitige» Erbauer de» Hause». Der Eyor trug Psalm 121 vor. Hierauf bestieg der Rabbiner die in den Reich»» und Landessarben gehüllte Kanzel und hielt ein in Dank und Segen für Kaiser und Reich, Land und Stadt, Behörden und Ehrengäste ««»lautende» Weihegrbrt. Zu den üblichen drei Hammerfchlagen sprach er Folgende»: Ernst wird dem Herrn ein Tempel sein der weite Erdenrund Einst schließt die ganze Menschheit eineri Bruderbund, Und Götter kennte,g bedecket die Erde wie Wasser den Meere<grund. Nach dem Rabbiner ergriff m Hammer uud Kelle: der Bürgeimeffter, der Senior de» evangelischen Presbyterium», Gearralm-ijor Hanbeck. Generalmajor Korterritz, Regiment»- oderst Fleck von galkhausiu, der Präsident de» Landgerichte», der Oberfiaanzdirekror. der Oberpostuud der Obertelegraphea« ve, wüster, der Oberstaatsanwalt. der Schützeumajor, sowie sämmlliche Dilrktoren der StaatSmittelschul.» uud die Vertreter aller eingeladene« Körprrschasteu »ad Vereine. Rach einer sehr schövea uud stimmnugSvolleu Ansprache de» Herrn Architekteu ergriff der Cultuaoorstcher « ab at da» Wort, um dm erschieaevm Ehrengästen den herzlichsten Dank der Gemernde abzustatieu. Seine Rede endete mtt einem Hoch auf Se. Majestät dm Kaiser, iu welche» die nach Tausenden zählmde Marge jubelnd «»stimmte. Die Absinguag der Kafferhymne bildete dm Abschluß dieser würdigm uud durch dir Theiluahme der »auzm Bevölkerung verherrlichtm Feier. Auch dem Fetzbauket am Abeud, welche» durch schöne Trinkspruche gewürzt war, wohutm uebm anderen EhrmgSüen, da Herr Statthaltereirath und Bezirkshauptmaun. der Bürgermeffter uud da evangelische Pfarra bet. Da» Fest war noch jeda Richtung hi» rin wahr« Liclänood doonfteun. Mö>r da» begonueue Werk uuta de» Segen Gatte» ohne Uns-ll »ollmdet »erbe». N-r«rfcht-2»»d ntutfkt Nstchrichte». Aersts, 4. December. (Or.-Eorr.) Der bekannte Dr. P. Förster ist ttotz sei«» Ramm« rin schr zahmer Miuu uud erfüllt von dm herrlichstm Gmadsätzm allgemeiner Thier. 4 liebe, so daß er rt uicht über « Herz bringt, sich dm «ennß grausam erlegter Thiere zu göaum und dämm unter die Brgetarier ging. Ja. Herr Dr. P. F»rfter ist Vorsitzender ' de» hiesigm vegetarischm Verein». Freilich ist'» ihm nicht zu verdenken, daß er dm Judm aegenüber die durch dm vegetarischm Kohl geaonume Sanscheit seine» Wesen» ein! wenig vergißt, und auch seinem Namen Ehre muht; die Ehre seines Namen« hochzuhaltm ist in der That ei«» Biedersinne« erste Pflicht, uud da seine Thierliebe ihm sei, edle« Waidwerk verbietet, übt er e« wmigsten» gegen die Semitea. Um dm Präfidentenstuhl de« vegetarischm Verein» fand diesmal ei» heftiger Kampf statt. Ein jüdische» Mst» glied machte auf den seltsamm Wiederspmch aufmerk>am. der in der so verschirdmartigm Behandlung seiner Mitqeschöpfe liegt, wmu die so thierfrmndliche Gesinnung de» Herm Dr. Förster zugleich eine so semitmfeiudliche ist. Er hatte Erfolg und man wählte einm, der wmiger semiteublntdürsteuden Neigungen huldigt, al» Herr Dr Förster. F. Zterkin, 9. December. (Orig.»Eorr.) Die Synagoge der , Adaß-Jeschumn-Gemeiude -, die sich btSher ans dem 14 von der Hauptgemeiud« zu« Bau der 4. großen Synagoge ' V augekauften Terrain in der Lindmstraße befand, hat rruu ihr '-Z «ue» Heim in der Jemsalernerstraße 66 bezogen. Da» . M Gotteghau» befindet sich in ei«m Fabrikgebäude mit 3 Höfe«. « Die Farbenpracht de» Synagogmraume» macht die prosaisch« ..I Umgebung verqeffen. Die bunten Fenster sind eia Geschenk jf dr» Herrn Comurerzieurath» R. I »r a e l. währmd die überau» . -Z reichnr Verzierungen au Decke uud Ostwaud von einem Kunst» v-'-a maler eatworfm uud ««»geführt wurden. Zu beiden Seitm - ß der heiligen Lade zeigt die Wand goldme Harfen al» Sym- M bole'de» Psalter». Sämmtlrche Arbeiten iwurdm koftrulo» angefcrtigt. Die Syuagoge hat 300 Sitze, indeß ist di« J Raumverschwraduug za west getrieben, bei besserer Ausnutzung ' ■| können bequem noch 100 Plätze gewonnen werdm, wa» für -'-M die hohm Feste wichtig ist. 'W Die Einweihung hatte ei» größere» Publikum in dieser Audachttstätte »ereinigt, nach einem Chorgesang hielt der ^M Rabbiner der Gemeinde ,Adaß Jeschumn-,H.rr Dr. Land». berger die eindrucksvolle Wnherede. D. Starfis, 7. Dezember. (Orig -Corr.) Wie immer in.M den letzten Jahrm fand auch diesmal eine Chanukabesch«er»L8tz ung. Eine Anzahl Ehrendamm unterzogen sich der > be»E sreligendm Mühe, die nöthigm Mittel zu sammeln. EtwäM. 1000 Kinder konnten mit nothwmdigm Klttdung»gegmstäad«».M ' zum Theil sogar mst vollsiändigcn Anzüqm bedacht werde,.. Der Beicheernng der würdigstm und bcdürftigstm Kinder au» dea Gemttndrschulm ging eine feierliche Aasprache» di« dre^', Bedeutung de» Feste» vergegenwärtigte, voran» während iu ■ vielen Fällen nach der Benheilung der Sachen er« - Be» | wirthung der Kleinen auf Kostm der Ehrmdam» folgte. Cmnmrrzimrath Israel, der bei ollen Wohlthätigkests» , i oben stet» an der Spitze zu fiadm fft. hatte groß« Borräthe Wäsche dem Dameakomste« überwiesm. ' \ Zterfis, 9. Dezember. Ja dem «och jugendliche« MterU von bäum 30 Jahrm ist au dea Folg« einer langjährige»^^, Uuterleibskrankhett der städtisch: Lehrer Herr Rema k, der i“ j auch an der 2. Gemeiadereligiousfchule wstkte, gestorben. Bei seinru chrisllichm College« stand er nicht blö» w«gm seine» pädagogischm Geschicke», sonder« auch wegen seiner J Pflichttreue und schlichten Bescheidenheit iu hoher Ächtung.^ Btt der Beerdiguag kam dieselbe durch die große Be» thttliguag, namentlich der chnstlirbm Berliner Ährcrwest, H «td durch eine zahlreich« Schülerabordsung zum AusdruL'-M Er ruh« sanft! - Aordtzonse, 4. De^mber. Gefter» Abend feierte dösM Mische Gmnstlde nebst ihrm Kinder, i«

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