Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 50.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 391 (sequence 7)
- Language
- German
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Xitr ©offnnnfl* da* IBrifr;* obct StdrfrrML Nachdem Herr Julia* Hermann al* Achiilvorfteder die Aawefmdeu begäßt, wurdm durch einen Knabcn di« Weihelichter augezüadet. da» Wei belieb von säunntlich« Ambern gesungen, stach welchem {err Rabbiner Dt Gelbhau* ba»Aath«der bestieg und den »weseudeu die hohe Bedeutung diese* Feite* schilderte und die Kinder ermahnte testzuhalten an der Ueberlirsrrnug ihrer Borfohreu. Daun felgten Gesäuge, Drklamatioueu der Schüler und Schülerinnen, welche vou Herr« Lehrer Warenheim gut ein geübt waren und bei den Anwesenden einen ergreifend« 9 «druck zurückließ«. Nachdem noch sänrmüiche Kinder G:sch«kr. Bretzeln sowie eine Tafle Cboeolode «checkt« tattm, schloß eine Polonaise da* schöne Fest. Meiße» 10. De^wber. Am Schab. Chanuke-Abeud »irden hier mehrere arme Kinder a» vou einem ungenannt bleib« »olleudm wohlthäter sehr reichlich «st vollständiger BeNetdung beschenkt. Die Kinder wurden in da* Hau* de* Prediger* Ellguther gnmfru, wo ihn« die fr«digste lieberraschung zu TheU wurde, 9* ist dir* tu unserer Gemetud« ein recht erfr«ltche* Zetch« und beim Bekauutwerden diese* Akte* achter, wahrer Wohlthätigkeit wurde der löbliche Beschluß gefaßt, tm nächst« Jahre diese Etubescherruug zu wiederholen.' Mauutzei«, 2. Debember. Am erst« Abend de» Ehanvkofeste* wurde die «««baute Synagoge der Lemke Mosrg'sch« Llau*stistu«g eingeweiht. Bei dem feierlichen Alte waren die staatlichen und städtischen Behöcd«. sowie die Geistlichkeit und sie israelitische Gemeindebehörde zahlreich vertreten. Auch eia Bertrrter der t»raeli tisch« Obertnchmbehvrde, Herr Regiernn^rath Dr. Mayer au» Karl», «he. war zugeg«. Der qrrtse Rabbiner Herr Wagner sprach Schehechejouu in ergreifender Weise, Herr Stadtrabbiuer Lr. Appel hielt die We>herede über d« Text: „Diese» ist die Pforte de* Her«, Gerechte zieh« da ein" und Herr Rabbiner Dr. Fürst sprach eia längere» Gebet. Die Feier verlief iu der würdigsten Weise und machte auf alle Anwesend« emm nachbottigen Eindruck. Arankfnrt «. Zkl. 9. December. Heut; Nacht verschied vlötzlich der emerit. Bezirkörabbiner Dr. B. Hochstädter im 79. Lebensjahre. B St Stuttgart, 2. Decbr. (Or.-Eorr.) In der hiesigen Synagoge wurde Freitag Abend uud Sam»tag früh die gott-Sdimstliche Feier de* 28jährigen Dimstjubiläum» de* Kantor» Gruudelfiuger begangen. Borsäuger Tannmbaum sang seinem Kolleg« ein« Se-enSspruch in hebe. Texte d« er für d« Jubilar komponirt uud ihm gewidmet hatte. Kirchenrath Dr. o. Waffermann hob iu der Festpredigt die Pflichttreue und Bescheidenheit de* Jubilar* hervor. Bom Ktrcheuvorsteheramt erhielt Hr. Gruudelfinger Nauien» der Gemeind» einen filberu« Pokal und von Gemeindemitgliedern verschied«e Seschmke. Zum Festbanket >m SSnigsbau am Abend fand« ca- 100 Person« ein. Toaste brachten au» Dr. v. Waffermann, Ederfeld, Lehrer Stern - Egling«, Dr. Ruff u. v. Der ganze Festabend verlief in gemüthlichster uud heiterste« Weise. — Bankdirektor v. Kaolla, Rittmeister der Landwehr, erhielt vom Sultan den Medjidie-Ord« I. Klaffe. £«JKNÜisrf, 8. Derrmber. Die von der Staatsanwaltschaft qegen da« „Lux. Wort" angestrmgte Strafsache wegen Augrffe gegen die jüdische Religion gelangte h«te vor dem ObergerichtSyof zur Verhandlung. (Bericht in nächster Rr.) Me». In d« Monat« October uud November find unter der Leitung de» Prediger» Dr. Jellinek 10 Feaum uud 1 Mann zu« Judenthum übergrtretm und 4 Männer and 2 Frau« zurückgekehrt. Wurf*. Rach dem jüngst erschimen« Buche von Aon Kahn (Le Juif k Pwi» detmis le YL SiOcle) wohnten « Pari* in Jahre 1809: 2730 Juden, 1832 war ihre Zahl auf mud 20.000 grstieg«, 1800 auf 30,000 und jetzt 1888 auf ca. 00,000. £ Statte» Da* affiztell« Kiaisterialovuüetin euthälr folg«de Emmnunqm: tzlrofeflor Ugo für Hindel»aesetz. gebuug an der Universität;u Macera 1a; der gäehrte Wundarzt, Prokeflor d' A u c i n a in Mod«a; der berühmte Physiker, Prostffor Bia uchi und der Machematiker Segre tu Palermo; Professor RStaffio für HaudelSgesetzgebuug in Parma uud Professor Manara in derselben Eigenschaft iu Palermo. Hfeteroüurg. Auf iSrsehl de* Kaiser» ist die Thätigkett der sog«annt« P a h l e u'schea Kommissiioa zur Revision der Jud«aesetze grschlossm werde» Aew-tzlsorü. Al* Bize-Präsid«t der Verewigte» Staat« flt diesmal unser Glaubensgenosse Levi v. M o r t o » au» der Wahlurne hervtirgegaugen. Morton ist Inhaber zweier großer HandelShärsrc iu London und Re» Amck' 1878—1880 saß er im Parlament und er war auch Botschafter der Bereinigten Staat« am napoleoaisch« Hof« in Frankreich. Himniknie». Die EinaangSzölle für ausländische Waarm bring« dem Staite täglich 200,000 bi» 300,000 F«nc» ein. Da* Geuacilpostamt versendet in dein Laude uud außerhulb deffelbm täglich 8—10,000 Briefe. Die Drpartementttberichte, velck»e täglich bei dm Ministen« eingebracht wordm, ergeb«, daß für die 3 Taste de* jüdisch« RmjahrS- und Versöhn angSfeste* der ErngangSzoll die Summe vou 8000 Franc» täglich nickt überstieg uud daß au jedem dieser 3 Tage nur etwa 200 Briefe zur veförderuag aufgegibm wurden. Wa» könnte schlagmder al* diese Zahl« beweisen, daß die Jud« zu den Staatseinnahmen d« vorwiegend größt« Theil beitragen und daß sie e* si^>, durch welche der Geschäftsverkehr proSperirt und Rumänim* Reichthum erhöht wird, so wie daß sie, statt dem Lande schädlich zu sein, die nützlichsten Werkzeuge zur Förderuug seine* Wohlstand«» sind? Suuderlaud. Am 18. November hielt Herr M. E. Davi* au» Middleöborough in dem hiesig« ^Fortschritt*- verein" vor einer zahlreich« Zuhörerschaft emm Bortrag über „Saadia-, seiue Philosopvie und Polemik geg« die Karait« (brr Orig.-Berich im „Jrw. Thron.- hat „fttrait«-). Der Redner «twarf eiue Skizze von dem Leb« Saadia'», seiner Erziehung, seiner Ernmnung zum Oberhaupt de* Lehrhause» in Sura, von dm Schwierigkeit«, die er iu dem Resch Galutha David bm Sackai zu überwind« hatte,- bi» zu deren endlichen Aussöhnung. Bon dm Schrift« Saadia'» besprach Redner besonder» diejmigen, welche durch seine Differenz« mit dm Karait« hervorgerufen wurdm, oder irgendwie auf dieselb« Bezug hatte» Der letzte Theil de» Borirage» war ta: Beschreibung uud Analyse de» Hauptwerke» Saadia'» „Emu noch we Deochgewiomet und an demselbcn der philosophische Standpunkt, der große Scharfsiau und da» ausgebreitete Wiflen de» Autors aichgewies«. An* N»Klau». Wrnige Leute, selbst iu Rußland dürften wissen, daß fast der ganze Stab der Redakteure, Berichterstatt« und Mitarbeiter der verbiffmstm autisemi» ttschea Zeitung Rußland» — Nowaja Wremjr — au« Jud« zusammmgesetzt ist. Der Redakteur de» politisch« Theil«. Hai, ist rin prmßischer!Zude; der Berichterstatter für die medijinischm Angelegenheit«, Dr. Meisel, ist ein russischer Jude; der Redaktmr der!Ziaan-aagrlegmheitm, Adel, ist ein dattscher Jude; der Parfler Correspoadmt Jakovlew, der Kunstkritiker BaSkiu. der Geschichtschreiber und Ches» Redakteur Gc ldstein. Alle sind Jud«. Der Privatlehrer der Kinder Jouvorin'S (Herausgeber), Rosen bl um, ist auch eia Jude. Der ieritiker uud Dichter Burenin und der erste Mttherauigeber Dyako» stad beide mtt ädischm Frau« verheirat! »et. („Ist da* nicht sonderbar?" ragt der „Slmerican Hebrew", dem »lr diese «»glaubiche Mittheilung «tnehmm. Darchau* nicht, «tpricht ganz Jesaia 49,16. Sonderbar ist e». daß wir solche Nachricht« erst durch amrrikaaische Blätter erfahr« müflm; e* wird wohl Humbug" sein.)