Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 49.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 379 (sequence 3)
- Language
- German
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& r k? ffor 11» mrw Mrfr»»irtni W* Whrefle» A»g/» je»ge», >»te a>ef 1» Gott geschaut hatte», nicht wie es gekww»e» war. fnOen wie t* *td) feo» Plane Gotte« kommen mußt«! Und nn» berufe, Eie, - Herr Profeffor« fU, onf dies« ««nderdare UebereinftimmunE, . ans diese Erfüll»»«, der Prch»h«te»w»rte, «n daran« eine» Beweis für Jesus z» führe»? «l» ob ein «nnder wäre, »am die «opte mit de» Orißinal einige Zü^ ^meiu *«<! Die Evnngckün copiren die Propheten, sie conftruire» die Geschichte-» a if den Proptnten. Dt« «oangelisten hatten Recht, den» ft« «l a « b t e ». Aber haben auch S i e Recht. Har Profeffor, »xnn Vte tnt« nun die Propheiea al« Beweis für di« ftstorisch« Wahrheit da Seudp»g J«i»« oorhakte«? So »ade» »nser« .«ebftbete»- spreche», sie »erde» die historisch-kritisch« Methode, dt« ft« in da Prsfau- Geschichte käme» aelenrt habe«, auf die heilige Geschichte «wenden — o*f stbraha» ans Mos'«, »»d so auch auf Jesa«- — Würden unsere »Gebildete«- mit diesem ihre» verfahre» et» Uar.cht begehe»? I» Bezug auf die Evan.- geltest »itrde» fte sicherlich keim Unrecht begeben. Rührend und bew«»denmg«»ürdig ist dir Aufrichtigkeit und Wahrhettgliete da -vangelisteu in Bezug auf diese Methode ihra Leustructiou da Geschichte au« den Propheten. Sie mache» gar kein Hehl darau«, daß die Propheten ihre Geschtchtsquelle» geweirn. Warum sollten fte auch, lvtr hibe» eine zu groß« Meinung von, den» Charakter da Eoaugeliftru, al« daß un» ihre subjecltv« Wahrheitsliebe in Erstaunen setzen sollte. Rau ist der heutigen Geschichtsschrribuag nicht »lehr alle« historische Wahrheit, «os den Evangelisten und überhaupt der alte» Geschichtsschreibnn z u»z«o«ifelhafte historische Wahrheit gr»esen. W»hlg«merst: historische Wahrheit! Die ideale Wahrheit ist von der historischen Wahrheit ganz «nabhLngtg. . _ istonsitz«, folg« . Wricfe <m# Pole». Lodz, de» 29. Rovemba. Wenn man bt«ha anzunehmeu geneigt wir, daß di« »or einiger Zeit wlaflenen lltorschriften über die Eröffnung und Aufhaltung dst Ehedari»». welche unsere« orthodoxe» Glauben «gen osien emeu ungeheuerlichen Schrecken eälgesagt batte», einige«, uuan auch nur sehr spärliche« .Licht i» da« so traurig und düsta ausseheud« Erziehnngstpesen de« polnischen Indrnchem« bringe»; wenn «au bisher da Hoff, »nag lebt«, daß d t in de» gedachten Vorschriften enthaltene Reform »ur das «ist« Glied i» da Rette da »ufbeffmrugen sei, welche die Regierung «!1 Hilfe jüdtscha Gelehrten i« ihm vorzuaehmen gedenkt, so hat »an sich eben so sehr «stur Illusion hi»;egeben, al« ob man da Meinung wäre, daß dt« Regier»»; durch riwe derartige vielseitige Refot» dem Geiste de« pelnftchen Judeathuws eine andae, de« de« neunzehnte« Jahrhunderts entsprechend« Richtung zu gebe« vermag. Denn, abgesehen davon, daß schon allri» die aller Beschreibung spottmde düftae s^iale Frage da pol»ische» Jadenheil, ihre» lSeist bleta» herabdrückt, ih» au« de» Baude» de« Fanotisnms nich t aufkonunen läßt, ist e« nur da Lhassidisorus, diese »»rein« Quelle, diesa Gistbaam de» Aberglauben» uni» da Dummheit, welcher so üppig in da Mitte de« t »lutsche»!z»d«fthnms blüht, da seine BchLuge imma "tffat um de pollfche» Inden ziehet, jede Resornlbesirebuag gleich i« Heim» «stickt, jeden 1» ihre« C fe. .. Geiste a»sglim»e»d« stlbenäfunken verlöscht. Und wahrlich, Ick« dem Gelegenheit gebot»» Ist, sich, we»» auch «a ober* Rdhlich «tt dem Td»>« und Treibe» de« gegenwärtige» Ehrfsidiswns bekannt zu mache», wird wohl nicht «ehr darüber i» Zweifel sei», daß, so lang« sei« Kraft nicht' aätizlich gebrochrn sei» wird, dir Anstrengung n»d Müh« da aufgeklärten Jude» in Pole» die Bildung uata ihren unglücklichen Glaubeuegrnoffra einheimisch zu machen, eine dwchaus vergebliche «id nicht« erzielend« sein wird. Ja. wem cf wenigstens zu einer Auseinandersetzung zwischen den Aufgeklärten und Chassidi» kommen könnte, dann hätte« wb: den Worte« da Auszeklärteu unbedingt Glaube» ««schenkt u«) der Ansicht gehuldigt, daß man auf friedlichem Wege Sun Ziele gelange» wir», so aba, da man die Reden der rfgevärteu. ja sogar ifcra Person wie die Pest flieht, und da bie Rabbiner diese Verachtung »ur noch schüren, so ist <» leicht begreiflich, daß unter solcheu Umständen von einer veffanng da geistiger: Lage de» polnischen Judeachums »»ftänfig nicht die Red« sein kam». Wie de» auch sei, wenn di« Schwierigkeiten, dir de« Aufgeklärten eatgegentreteu, a»ch Unrkrich sehr groß und nicht zu unterschätzen sind, immnhin aber dürfe mau nicht vergessen, daß diese Mißbriiuche auf jede» Fall abgeschafft waden müffen, dran hierin liegt die Zukunft da polnischen Judeuheit. Rach uusera Ansicht, du mt hier da Begutachtung all» für ihre unglückliche« Glaubensgenoffen arbeitenden jüdischen Landsleute vorlegen, sind t« hauptsächlich folgende Punkte, welche eine Beffaaug hnbeiführea können: 1. Zwangsschulea einzuführen. 2. Da« Rabbinatswrsea durch «ne gründliche Reform «mzugestaltrn. (Auf-welche Ln bie« stch ohne Rcchthell bewerkstelligen läßt, werdm wir im zweiten Brief mitchcklrn.) 3. Eine Geschichte der Israeliten, mit besondaa verückstchttgung da Geschichte des Chassidismus und unter fletrr Anweisung auf die au« ihm eastandenen Mißbräuche, tm Hebräischen und im Jargon heraufzugeben. 4. Daß alle Nrsgrklärlen, welch« «r, dem heftigen Wert arbeiten, auch danach streben sollten, sie jüdtshen Aristokraten, welche immer weita und weit« von ihrem Volt sich entferne», uad welche für einige von oben gesprochene« Worte Religion und Volk im Stich zu lassen bereft stad: mehr Achtung uad Ja» tereflr für Religion und Glausbeasgeaoffea beizubringen: und endlich v. eine« Tag frstzusetzen. an welchem stch die Heuptverrreter der Pai-tei an einen bestimmten Ort Versal a mein sollen, um über alle die polnischen Juden betreffenden Fragen Rücksprache zu u hm n und zu berathea. Wa« aber dir Hauptfach: ist, ist da«, daß die Devise der >ufgcklärteu nicht »nirderriüßen »ad zerstörenlaute» darf, soa» dein sie muß „Vereinigungheiß«; denn nicht eine Stcfornr, wi, dir amerikanische» Rabbiner sie verlang«, thut na« noth, nidjt eia neuer Gchilchm aruch, — Gott behüte! — au: Ausrottung der ixrrottetea Unsitte» «ad Mißbräuche Rrniguaa unserer durch de» Chassidismus verunstalteten Reiigioa soll unsere Aufgabe sei» l Das Schöne und Rützlich« des ueanzehntm Jahrhunderts mü dem jüdischen Großen and Wahren zu paare», all« tu de» letzt« Jahrhunderten willkürlich eiageftihrtrn sogen, heftige» Gebräuche »ad Lehren wieder zu veroröugeu da« ist, und bleibe unser Zi,<> uad wnm es uni« »ur nicht an Much uad Ausdauer fehle» wirb, daun wird uud muß «4 gelingenl Jade« Wir der: Aberglaube», die Dummheit uad dir »Achstft bekämpfen, kärrpfen wir nicht gegen, sondern für unsere Religion, für un irr Volk und besten griftigr Größe! Stoßt sie nicht zurück, ihr orthodoxen Rabdiair, die Han», die sich euch sittlich znr gerieinsamea Arbeft eatjegeastrecktl Wir sind zum Frieden t Wun ihr es dennoch chut, so wird auf euch einst der Finch w mf Bvlkes fallen, l)af müde des Lasttrageus, trotzdem ihr bat» Gegenihetl davon behauptet, seinem Rum eutgegrugrht I .ISP fl