Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 49.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 378 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Factionea' innerhalb der Tonfesfivne» sa »iS aaf« schießen ließ. . Als» «ttf )»b friedliche» .Streite der BtrittiBfMl* XL Zweiter Brief. Ihre Vrvschüre, Herr Profeffar, ist ei» Gmchschrriben .an die Grbtlbeten der jüdische» Religio»'. Bet et»e» Brief« m» Herr» Prof. Delitzsch verdient «ich di« Adresse ctei#c Anfmerksawkeit. .U» die Gebildet«»' rc. lest et di« «dr-ffe Ihre« Briese«. .Die Gebildete»'- sollt« dt« Adresse rtchtiß sei»? Der Inhalt Ihre« Briefe« scheint mir sa gar nicht an .die Gebildete«' gerichtet z» sei». Der Standpmckt Ihrer .Ernste» Krage»' ist der specifisch rrltgiils-bvgmattsch«; der Gla»be »icht »»r an Gott» s»»d«r» euch an di« Offenbarnag. a» die Prvphcleu. an Sauber, an Mysterien n. dergl. »ird von Ihnen »«randgesetzt. Sie «olle» nur beweise» daß der Schlußstein der Offenbar«»« »nd di« v»üsti»dige ErMang aller Sei«, sagnnge» der Propheten i» — Iesn« gegeben sei. Und »ie »ollen Sie da« deweifen? Nicht durch phllvsvphtsches RäsmmemeM, sonder» durch Ex:gese, dnrch Erklärung sch»t«riger Stelle» der Bibel. Und ans diese« Wege »allen Sie .die Gebildete» der jüdische» Religion' an treffe»? Aas diele» Wege sollen Ihnen .die Gebidetea der jüdische» «eligid»' folgen? Wie wenig scheine» Sie unsere .Gebildeten' zu kenne«! Unsere .Gebildete»', haben alle« gesehen und alle« gelernt und alle« gelesen; sie find heimisch in Nord«»'« .Eouventuoelle Lüge»', in Straaß .alter und neuer Glauben', in tzlüchuer« .Lrast and Stoff'. Bo» Darwin »iffe« unsere .Gebildeten, daß e« in der Ratnr »ie in der Geschichte nrr Ursachen, «der kein« Zwecke giedi; von Saat »iffen sie. d,ß die übersinnliche Welt der Menschenvernnuft e»ig orischloffen ist. Bon Bernstein »iffen unsere Gebildete», daß Abraham, Isaak und Jacob, ja »och Mose», David, Salomo bi« Ahab bloß mythische Personen stad: Und Sie legen Ihr« dnrch and durch dogmatischen .Ernsten Frage»' de» .Gebildeten der jüoscheu Religio»' vor?! Seil diese oder jene Stell« der Bibel sxt verständlich, diese oder jene Prophezeihung nur erfüllt sein soll, mrn «an an Iesn«, ,l« Gotte« Sohn und Mesfia« glaubt, darum solle» die .Gebildete» der jüdischen Religion aufhürru Inden -»sein? Sa« ausrrn .Gebildet«»' daran liegt, ob eine Stelle der Bibel unoerftündlich eine Prophezeihuug unersüllt ist! Unser« .Gebildeten" glauben weder au die Göttlichkeit der Bibel, noch an di« MSglichkeit einer Prophetin. Eine erfüllte Prophette ist ihnen nicht« »eiter, al« rin merkwürdiger Zufall, und wenn Jesu« darum Gotte« Sohn und der Ressia» sein soll, weil der Prophet Zacharta «der Jesaia ihn »l« solche» um Jahrhunderte vor» a»» verkündigt hat, so »erde» unsere .Gebildeten' darin nar einen neuen Grund »am Z»eifel finde». Unsere .Gebilde«»' gehe» vor de» Pringtp an«: de» Schleier der Zukunft hat ein Mensch nie gelüstet, eia Israels-Prophet so wenig, «ie die Priestert» z» Delphi — unsere .Gebilbeten', an di« Sie, Herr Profrffor, Ihr« .Kragen' adressire». machen da gar keine» Unterschied. Sen» um» wirklich alle« sich nachher ganz genau so erfüllt hat, wie e« der Prophet vorher prophezeit hat. nicht nur in große» Zügen, sondern auch im kleiaste» Detail, »en» z^B. »mb Ihre» Sorte» (S. 18) da« rhrffkenthn» eine alttestamentmffche Weks-^ß sagnng in der Lhatsach« erfüllt steht, daß i» 80 StVwrll^aüW der Berrlttherloh, de« Inda« IlchariM besteht, da .der gut» Hs! Hirte bet Sacharin »an de« undankbare» Balle mit dreißig Silberlinge« «bgelohnt wird (11,12)' — sa »erben unsere A .Gebildeten' »icht etwa de» sehr nahe liegende» Einwnrf mach«»: .Sie? d«m»«ch »üre ja der «errüther Juda» Ilchariot der ,»t« Hirt« de« Propheten? — soviel lusmerksamkrtt schenke» »nsere .Gebildete»' de« Buchstabe» ««r lä «icht — sondern st« »erde» sagen: Ser g« viel beweist. ,.-j beweist zu wenig! Sall di« göttlich« Inspiration wirklich «st solchen «letni^eiten sich abgeben? Sall wirklich die «nzahl der Silberlinge de« verrütherlahne« sa wichtig sein» dich die Sattheit — von welcher unser«Gebildet«, ein« wahrhaft große «arftellung Lade» — st« schon Iahrhmiber«, vorher zu verkünd«, für würdig »nd nöthi, hielt? Rein, »erd«, «nsere .Gebildete»', di« Adressaten / Ihre» Send- - schreiben«, sagen: eine salch« Ueberriustimmuug i» Klein« rechtferttgt di, Bermnthung, daß" die Prvphqeihnng de» Sa-'^ charia de» Berfaffer» der Evangelie» Hebammendi-mste ge-" leistet und al« Vortag «ebirnt hat. Dt« Evaugeüe» h^e, den Berrütherloh» ans. 30 Silberlinge normtrt, »ach de» Berichte M Sacharta, »er mit 30 «ilberldrge» de» .gute, i Hirte»' ^fertigen läßt. Den», sa sage» »nsere .Gebildete»'. die Strauß .Alten und neue« Glaube»' mtt Begierde »erschlänge» haben: die Evangeliste» könne» doch unmöglich als Augenzeuge» berichtet haben, denn st« berichte» »•» — Sander». Sander «der oiebt ei nicht. — Da« ist dk Boraulsetzuug unserer .Gebildete»' — die Gesetz« der Ratnr " find unabänderlich, «äre» die Evangelist«» Angenzeuge» gewesen, so hätte keiner bester al« sie ^wnßt. daß die Wunder, die von Iesn« berichtet find. Dichtung, sogar Herr« . liche Dichtung, aber nicht Wahrheit sind, «Nd bet ihrer Wahr» hett»liebe hätten sie dann dies« ««»der nicht t« To« de« Geschichtsschreiber» erzählt. Dt« Evangeliste» haben als» nur berichtet. M, ihnen berichtet wurde, und habe» Lücke« «it ihrer Phantasie pragmatisch wie jeder Historiker, «»gefüllt. Und so werde» sie wohl über die Höh« de» Bereiche»- lohne» «har Bericht gewesen sein nutz fie werde« sie ihn in ihrer aufrichtige» Glänbigkeit nach der Abflndnrigösnmmr des Propheten Sa charia normtrt habe». Gerade «eil dt« Eva»- -- ge listen —- so werde» unsere .Gebildeten' fortfahr«» — von aufrichtiger Gläubigkeit erfüllt waren; weil sie stst glaubten, jede Prophezeihuug müsse fich tritOc«,. dar«« , hatte» die Sorte der Propheten für si e den Serth von / historische» Doku« enten, die fie über jede» Punkt zu Rath« zog«»,, über welch«, fie in der Geschichte Iesil's - eben ohne Rachricht waren. Sie eonstrnirte» dicher dt« Geschichte Jesu'« «ach de« B-rla^n der non ihnen ans Iesn« bezogene, Prvphezeihnugen. So entstand das Mosaik^ J Gemälde des Leben» Ies« ans de» Banstet,«» der Pro. phetenworte. Sollte» die gläubige» Evangelisten glanbwür' digere Quelle» als die Propheten Gattes? Sie glaubte», > es «üff« sich alle« sa begebe», wie die Prophet» verheiß»; 3 sie eutwarsen dann ei» Bild dieser Erfüllung, «it de« vollsteu Rechte thvrr tief» Glänbigkeit. Ballte ihnen, (tat j gläubige» Evangelisten, der Bericht eines znfälüge» klug am »enge» «ehr Gewitzt habe», als das Sott »es «llmüchttge, Gottes, „der sprießt «nd es geschieht, der beste hlt »nb es J