Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 47.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 366 (sequence 6)
- Language
- German
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gewisse» Erblinde» prritgebea? Et bleibt ihn, eben keine ander« Wahl (I?Red.), als dasselbe in einer der Mission», schule» unterzubringen, wo et aber nie die im Vorhinein bedungene Zeit (6—• Jahre) bleibt, sondern gewöhnlich schon nach einem oder zwei Jahren von seinen Eltern abgehott wrrd, nachdem. sich sein Gesunvhedtzustand gebestcrt hat. In der. von dem Herrn Berichterstatter erwähnten niglisch-proststantischen Missionsschule befinden sich intgesammt kaum fünfzig Kinder, «ud darunter sollen nach seiner Angabe 13b oxä Aegypten sein!'. Wenn die Herren aut Jerusalem unseren europäisch«, Glaubensgenosse» beweisen wollen, daß sie ein weite» Feld, für ihr humanitäre» Wirken haben, um so die Mildthätigkeit unserer Mitbrüder anzuspornen, dann sollten sie andere SRittd zu diesem Zwecke ausfindig machen und mH ihre, ohnehin mcht auf Rosen gebettetm Glauben-- brüser Aegyptenanzuschwärzen suchen. Cairo, de« 26. Oktober 1888. I. Bercowich. L Grünberg. S. I. Lasimir. WaS soll mau nun zu einer solchen Uebertreibung in den „Spendenlisten" sagen! Ist „lomaan Zyon“ eine pia fraus erlaubt? Hat man im Kampfe gegen die Mission sich vielleicht ihren verwerflichen Grundsatz: „Der Zweck heiligt die Mittel" anxrignet? Wo bleibt oa die fides der „uncontrollirbaren Spendenliste»"?*) Oafterrelch U»g«r». In» Mngar». Wir erhalten von einem viel und chwer verleumdeten ungarische» Rabbiner. Hirn A. Hüniq e» Sillein, de» oochfolgenben „offenen Brief" zur Beröffevt» lichong: „Man hat" — so schreibt an# derselbe — .mit frecher Verleumdung »einen Namen in den lkoth gezerrt, man hat gegen mich eine förmliche Inquisition in'» Werk gesetzt u. s. »„ biucale Sckmähartckel im „Jteaevt" und in der Pesstr „Allgem. jüd. Zeit.' veröffentlicht . . . und da» Alle» nur deshalb, damit cch, der Rabbiner einer Eongreß- S«rinde, nicht alt Nachfolger meinet selige« Vater» den abbinattsid der orthodoxen Neutra er Gemeind« erlange. Die ganze Echandthat war also nur rin frommet Wahl» Manöver. Da sich in Ungarn kein vorartheiltlosrt, in »«irre» Kreisen gelesene» jüd. Blatt findet, so ersuchen wir Sie. «nt in Ihrem gesch. Bl. den ntchigen Beistand zu meinrr Ehrenrettung za gewädrm u. s. w." — Sir halten r» ,n diesem Falle für eine Pflicht. OTWI TO »fPU TJCT» dösen Brief zu vertsfrntlichen: Offener Brief an Se. Ehr«. Herrn B. Schreiber, Ober-Rabbiner zu Preßburg. Die Wahrheit meiner Ehre zwingt mich, bat cigrnthümlictze Vorgehen, da» Sie mir gegenüber befolgten, schonnagtlo« aufzudeckeu. Sie haben, um meine Erwählung zum Rabbiner in Neutra zu vereiteln, zwei sonst harmlose Leute vor sich geladen, wo «an sie in meiner Abwesenheit durch falsche Vorspiegelungen veranlaßt«, über «ich die schriftliche Zeugenaussage abzugeben, da» ich vor 15 Jahre« Religion»- vertrtzung»« begangen hätte. Diese» verleumderisch« Schriftstück haben Sie lrgalisirt »ad sodann meinen Gegnern übergeben» um in R. damit gegen mich zu agilsten, um Abschriften davo» überall hin zu versenden und um et schließlich im »Jtraelit" zu veröffentlichen. Gleichzeitig wurde die orthodoxe Press« gegen mich gehetzt, und ei« Herr Frankel erzählst ». A. ganz ernsthaft, daß er »ich bereit» i» Iah« 1869—70 — damals war ich ungefähr 14, Krankel aber höchstens 9 Jahre alt — alt verkommenen Epikuräer erkannt hat. So habe» Sie et «st Ihrem Gewtsten vereinbar gefunden, »ich, ohne »ich je gesehen, ohne mich von der Auflage ver« sttndigt, ohne «ich zur Rechtfertigung zugelosten z» haben, auf eine bloß« Verleumdung hin vor der ganze» Welt *) vir hatten mit der Aufnahme obiger Earrespondenz gqSgerl, weil wir «unahmr», bah di« horrende Zahl tt>5 mtglicher»v'ise nnr «in Lrnckfehlerfti (fLr 16), da aber bi» heute kein« Drmkfthlerbrrichtiglüg «fstft«, und selbst oi« „Züd. Pr." obigen Protest an» Latr» »»I 1* Lagen brachte, so konnte, wir dieBmSffenuLhung nicht versage». (R) an^sttzen Pranger zu strTe». mir menchlsttgö NstineiZ GH« ft: Nehmen. Al» ich von diesen Dingen erfuhr, g da bat ich «st brstsÜch und ösftntftch in de» ehrrhrtiettgste» Antdrückn. Sft mögen doch »ach göttlich«« und weltlichem Rechte auch mir Gestgncheit biete», «eine Unschuld zu erweisen »nd dahcr t» de» nächsten vier; Wochen die Belastungtzeugen nmhmolt i» «einer Gegen- - wart zu vernchme». Die vier Wochen ginge» vorüber, ohne - daß Este «etne Bitte erfüllte», weil, wie Sie mir schreiben ließntz Sie btt nach de» h. Feterraqen keine Zeit dazu- - hätten. Dieser Bo-»and war aber nichtig und '«»wahr. Mckttg. denn jeder honnete Mrusch wstd iunerhalb Vier- Wochen ein« freie Stunde finden müssen »m eia an seinem Nrbenmevscheu beoaug-aet, so schwere» Unrecht wieder gal zu wache«. Al» et galt, mir meine Ehre zn entreiße« und meine Existenz zu verrieten. pa waren Sie gleich den erste» Tag zur Hau», und seist, wo Sie inst «eine Ehr« wieder ' zurückgeb m sollen, find Ihnen vier Woche« z» wenig? Der l Bocwatw wnc eber auch unwahr. Denn thatsächlich haben : Sie sich ja Zeit und Mühe genommen, am 4. und 9. Vortag gen Monat» die Zeugen, weiche inzwischen ihr« frühere» ■ Auslagen vor Jedem, der et hören »allst, rrvozirstn, m»r - sich zu laden, und sie int besonder« am letztgenannte« Tagevon 8 Uhr Morgen« bi» 3 Uhr Nachmittag« »st allen Mitteln bearbeitet »nd ihnen sogar «st de« Bann« gedroht, damst st, ihre Aussagen anfrecütrrhalren und beeiden. Da» geschah in Gegenwart zweier Herren an« R. Und alt die Zeuge« denoocb standhaft blieben «nd sich Jhrim Verlang-» 1 nicht fügen wollten — dann hatte» S« fteilich kein« Zeit für wich. Trotzdem ich von diesem eigenthümiichen Vorgang« Lenntniß hatte, trotzdem ich ferner erfuhr, daß Sie Jh« Sehäfsigftst gegen mich sogar meinen s lften Vater ent» qelien ließen, indem Sie in Ihrer am Vorabende de» Ver» söhnnngttaget oehalstnea Predigt in der Sft nach oste» Brauch der im Jahretlanft verstoidenen Xabbinen ardachba, , meiner großen brrühuste« Vater» gänzlich vergaßen; trotz- - alledem wartete ich nihig bi» «ich de« Feiertagen «ad begab «ich sodann selbst »ach Preßburg, n« bft Erlangung . meine« guten Rechtet persönlich zu b.-tretbe«. Zwei Tage habe. Sie «ich da «st leere» Bersiiekchungr» htngrhalten, bis Bst wst endlich da» Wort gaben, in spätesten« 14 Tage» «eine «ugelegenhett mbnungtmäßig oorzunehme». Seit d«. malt 'inb bereits zwcst»al 14 Tage verstrichen, ohne baß bi« jetzt etwa» gescheht» wäre. Et ist nun klar, Sst »ollen meine Angelegenheit richt »ornehmen, bamtt nicht meine Schnldlofitzkett an den Tag komme; Sst wollea »ich »» leben Preis oerketzern nad verderben. m«il et da« Partei» Jnter fie so verlangt, und ich zweifle gar nicht, daß sich. »Lg« Kreitnrea stadea »erden, dst onk Ihre» Wunsch gage» «ich auch da» Ungeheuerlichst« bezeuge». Ich aber fühle mich uu-rmehr der Rl-ckficht eutbuud««. die ich bithrr de» Rabbiner von Prrßbuicg gegenüber brobachstst. und ich rufe Ihnen daher laut und üffnrtlsth zu: Sst habe« da» Recht verwirk-, mein R»cht? z« sein! Denn alt Rabbiner trabe» Sst sich uoentschnldbor vergangen gegen de» Grundsatz des- . jüd. Rechst«: .Man darf nicht in Abweftahest bet Verklagten die Belastungszeuge» verhören." (Lhosch. Mifchp. 38. 15. Maimo». Hilch. Etzuth. IÜ. 11); alt Rubtrrtzabe» Sst das Parsti-Juterrfi« üb» da» Recht ge"cL; alt «euschader stad Sst gegen »ich eioenthstmlich vorgegange». Hier» «st ist Me Polemik nesttersest« oeschloff» »nd »erde ich neuerliche Verleumduigeu — mit * Vorbehalt der Recht»- , niitstl — unbeachtet lasse». Sollst» Sst aber er kläre», daß auch nur «tu Wort in diese« Brief» unwahr ist, daun werde ich nicht zögern, entsprechende» Ort» de» wahrhetttbewei» zu erbringen und nüttögeusallt auch »st mottvirst Revokation der Zengen zn veröffentlichen. Sill ein, am 31. Oktober 188«. Adolf Hönig. Hamberg ober 8»«» hat seinen^ Name, von «ine» galiztsche» Fürsten, Rune»» 8w»w sR«), welcher in einer Bnrg ans dem «00 Fuß h^en Sanbderg »ohust, deren