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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 47. · p. Seite 364

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 47.
Date
1888-01-01
Page
Seite 364 (sequence 4)
Language
German
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rascht sah. <H mag auch fein, daß der olles religiöse Lebe» ertötende Jndiffermtismus, das Zurückbleibe» m dem Ausbau religion-gemeindlicher Institution« nicht bemerkbar machte, aber, die Gründe seien welche fie »ollen, Thatsache ist e*, daß. als bei» ersten Ausstattern des Antisemitismus das Tis des Jnd fferentismu« zu schmelzen begann, mau Ergänzung« und Ti Weiterungen der Gewernde-Lmrichtang« zu wünschen begann. Mau kam nun zu sich und es entstand« in den vom Tentru« der Stadt — bis dahin zugleich das Teutrum alles jüb. religiösen Leben» — entlegenen Etadttheilen jüd. Bereinigungen, die manches noch halten. Ich begreife nicht, warum das nicht zugegeben werden soll, warum man in jedem, der eine berechtigte Maimung laut werden läßt, einen Hetzer si-ht Wenn man sich so unfehlbar dünkt, daß mau jede Shittf für unerlaubt und die Gemeinde in ihren Grundfesten erschütternd hält, so iit nicht abznsehen, wie Verbesserungen im Gemeindeleben geschehen können. — Mau muß von jener Seite die übergroße Empfindlichkeit oblegen, wenn Dinge, die in mancher Hinsicht zu wünsch« übrig lassen, berührt wert»«, ja die Gemeindebehörde sollte billig eine allgemeine Dikcussion w'llkomw« heißen, umsomehr, als sie in diesem Falle van höchst ehrenwerihen Piwatmännern ausgeht. Die jetzig« Ansammlungen Hab« nicht j«e gemllndestürzenden Motive, sondern vielmehr rech: lobenswerthe, die m d«selben zum Ausdruck gelangt« U-bnzeugungen spiegeln im Groß« und Ganzen die der hiestq« jüd. Bevvlkernug wieder und es ist sehr erirmlich und mit tz»yer Genugthuung zu begrüß«, daß d>-se, wo,l in weit übeitriebenn Weise, „Agitation" gena> nie öff ntliche Diseussion aus de» Schoße der Gemeindewitgl'eder hervorgegangen und nicht künstlich in dieselb« hi> eingeschl« udert wordm ist. Mein Resnot in Nr. 40 dieses Bl. über die Sitzung der N>prSs«tant«versainmlnng thut ancb dar. daß die Gemeinde- Väter das sehr wohl zu würdig« wiff«, und den Roihstand als vorhanden auerLuum. Ich selbst war sehr ost in der Loge, an dieser Stelle von einem solchen berichten zu müffm. Herr Weinberg fotbert nun für je 10,000 Seel« eine große Synagoge und Schule rc D»se Koroerung dürste tu Ln That sehr übeikiebm sein. Don ch müßt« noch 4 beiselb« «richtet werdm. Für das Bekmsniß d« gewöhnlichen Sabbate ist auüreichmd gesorgt und die gähu«de Leere, die sich an solchen mit Ausnahme der „Alten Synagoge" bemerkbar macht, wurde, dm chatsächlichen Verhältnissen gemäß, in der Repräseatantrnversammlung von dem conservotwst« Mitgliede anerkannt. Die vinte, die j-tzt in Angriff genommen, wird für die Soh»lo»oh B’gälim genug Raum bin«, sodaß da- Problem, wie beseitigt man die Mißstände an der „llouriur rroralur" noch weit« blnbt. Jeder w>ll da für die Andacht die Synagoge auffuchen, und 7 Synagou«. noch so groß, werden nieht ausrnch«. Eine Reihe gewaltiger Gotteshäuser» die chre Pfortm nur au drei Togen un Jahre öffnen, zu erricht«, wird niemand, der billig denst, der Gemeinde zumuch«. Ich habe mich bereits vor Rasch tzaschanah darübn ausgelaff«, s» daß ich jetzt nur zur Er» »ung gebe« möchte, ob sich nicht gnäumege Hallen her-!u und nach Jom Kippur znsammwstelleu laff«. Es müßte das Gutachtm von Männern diese« Fache» eingeholt w«dm, ob da» nicht möglich, es wäre eine gute und billige Lösung dieser Frage. Worin aber wirllich mehr gethau werd« müßte, da» betrifft da» Religiousschulwesm. Ader darauf komme ich in «wem besonder« Artikel zurück.*) y«fM* Die Direktion der hiesig« „israel. Waisenknabm-Anstalt' veröffmtlicht ihr« „füafzigstm" Jahresbericht; sie bliekt mit dem Gefühle dankbarer Freude und Befriedigung ans dm reich« Segen zurück, den diese aus fS *) ««find n« über Me ganze «naelegmheil noch zwei «mrespa». de»z» «es BaLn^gezaagc», »tr Walen redach nicht tn^«i»er Nr.?»stel über diese« ' (*e*.) klein« Anfängen sich langsam u»d stetig entwickelnde und immer höhere nud Umfassendere Zi>-le sich steckmde Anstalt währmd dieses erst« halb« Jahrhniederts gestiftet hat. „Jedoch nicht nur rückwärts, heißt es in dem Bericht, auch vorwärts riehtet sich unser Blick, und wenn etwr» nufer Dankgefühl und unsere Zuvrrsichr iihShea könnte, so ist e» die Hoffnung, der wir uns hingeb, u'» daß die Zukunft der Bngangmheit nicht nur entsprechen, daß sie dieselbe sogar übertreff« werde. Ei» neuer Aastoß ist hierzu «ged«, nud unser diesjähriger Bericht wird in der Entw'ckelmig «fferer Anstalt eine Wende zum Borschniten, eine höhere Stufe bezeichn«. Unser Wais«haus, ursprünglich nur zur Aufnahme vou Kinde« der Stadt Pos« gegründet, wurde später auch zum Asyl für Waisenhaus der Provinz bestimmt. D« räumlich« Verhältnissen entsprechend und dm statutarische» Bestimmung« gemäß, welche d« lasier« das Borzugsrecht bezüglich chrn Aufnahme e nräumni, uud die Zahl der letzter« beschränk« mußt«. Hab« wir nothgedruug«, wen« auch mit schwerem Herzen, den hilflos« Geschöpf« aus der Provinz die dringend gewünschte Aufnahme gar oft verweigern müssend Der gute Wille fand an dem unzulänglich« Rau« und dm «g« Mitteln unser« Anstalt eine dedaunnswerthe Schranke. An« dem lebhaft ewpfundmea Wunsche, Abhilfe in dies» Hinsicht zu schaff«, reiste d«n i« Schooße der Direktion dn Entschluß für Eiweitecunz der Anstalt Sorge u trag«, um den zu aewiuu«den Raum alsdann thunllchst r Zöglinge aus der Provinz zu oet»rab« So wurde denn in der Sitzung vom 8. September 1887 der einmüthige Beschluß gefaßt, daß der hiesig« jüdisch« Korporation gehörige. unserem Waismhouse angrenzende Grundstück für d« Pre's von Mk. 30 000 käuflich zu erwerd« und aus demselbm dm geplanten Lrweitemugsda» auezufähreo. Der Kauf ward« demgemäß pecseft und es hat die gerichtliche Auslaffung bereits staitaefundeo. Gewiß ein vielverheißmde« Beginnen am Anfang der zweiten Hälfte der erst« Säculnm unserer Anstalt! Wir find uns der §üst>mmung aller Freunde und Gvaner der Anstalt zur usführung unsere« Planes bewußt «ad wir sprech« hierbei »übt .nur kbie Hoffnung' au«, sondern geben un« der zuversichtlich« Erwartung hin, daß der Edelsinn unserer Glaudmsgenoffen. ««besondere derer tu der B r o v t n z — den« ja der EkwriteruugSbau io erster Reihe zu Gute komm« soll — sich mit reichlich« Spmdm au dm Kost« de« Baues betheü'g« wird. Es ist ein Werk der Liebe, das wir ausführm «oll«, ch» werd« Me Gab« der Liebe aus Stadt und Land sicherlich nicht fehlen." Gegenwärtig unterhält die Anstatt 18 Gaffenknaben und zwar 11 aus der Vttrdt Pos« 7 aus der Provinz. Au Dotation« «ad Legat« »achte das Jahr 1887 der Anstatt 98ö0 Mark, md zwar Legat des Herrn Seeliß Auerbach (Pos«) 8000 M, des Hem, Samuel Bot'steiu (Berlin) 800 M., Rehemia» Wedell'jches Stipmdiu« 100 9L, Dotation vou Frau Rachel Sanders geb. Muuk (Berlin) 600 Mark, für Hem, Leopold Davidsohn 800 Mail, vou Fräulein Auguste Michel zu Neustadt a. W. 300 Mk, vou Herrn Moritz Victor 000 97t, von Frau Jda Wotff geb. Briske 400 ML, Legat des Herrn Ji^ob Hamburger zu Berlin für sich uud seine verstorbene Ehegattin, 4V0 ML Die Spmdm beliefe« sich (incl Ssmmelbüchsm 226 ML) auf 2052 ML Die Summe de Eiuuahmm betrug 24,888 RL, die der Ausgabm 12 209 ML, so daß ein lleberschuß vou 12,478 ij ML zum Eihaltuagsfonds gelegt werd« konnte; 388 bei» tragmde Mitglieder, worunter 340 aus Gemeinde Pos« — fördern die segensreich« Ziele der Anstalt. All' dm edl« Wöhlthäter und Gönne« wird vom Direktorium der iuuigfte Dank abgestatet» uud daran der Lausch und die Bitte knüpft, der wir uns vou £eq« »s ~ AüsüU» vornehmlich durch et», reze -.1 daß es M

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