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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 46. · p. Seite 355

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 46.
Date
1888-01-01
Page
Seite 355 (sequence 3)
Language
German
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' fick auch dm»Scht»»f gefallm läßt u» Ruhe zu ^winnea •fccr mu (Mfligct lchtmer Dtuge »Mn. der behGt doch den Stachel zurück. Gegenüber solche» unerfreulich» THatsachen, selbst ant den Kreise» Drrcr, di« im Streite -egen die Autisemit« «I» Wort ührer für die Jude» «iugetreteu find, ist <» ein Trost, doß rin Maua wie Ara»-»« »icht verzweiftlk. Hat doch der römisch« Sevet dem -oufal nach der Schlacht bet Kannä sei»«« Dank dafür vottrt, daß er a» der Republik nicht v«rz»«tfelte. köaS Frauzo» über Seiger saat. »erdtent tu eiarm besonder» Artikel ou»führlich besp'vchen -« tverdevHWir kommen «otil darauf gelegentlich zurück. Die Sa»t»l»«» die Franz»« »r« bietet, ist reich an Belebru», »»d Auregung; die Sanne der Livilifation bewegt sich von Westen nach Osten. Hoffe» »ir. daß ste endlich ihre Strahle» t» jene bt»her dU'klen Lande dtueiuiend« wird; Millionen I«raelite» harre» doei der Erlösung au« staatlichem und Geistigem Drucke. Berichte und Goreespondenre». Deutscdland. Wagbebnrg, Ist. November. Aus London kommt die Trauerbinde von dem Hivscheiden des Herrn Dr. LouiS Loewe, des treuen ArundeS und Reisebegleiters Sir Mose« Montefiore's Tr entschlief Montag Morgen, de» 5. d. M., nach einem kurzen Unwohlsein sanft und ruhig i« hohen Alter von ungefähr 8V Jahren. Dr. L. Loewe. 1809 in Zülz (Schlesien) geboren, erhielt seinenersten Unterricht in Rosenberg, setzte seine Studien in Liffa. Nitolsburg und Preßburg fort und l<zog alsdann die Universität zu Berlin. Seine bedeutende Sprachlenntnih verschaffte ihm nach beendigten Universitätsstudien Eingang in die gelehrtesten und einflußreichsten Kreise der englischen Metropole. Vorher weilte er auch eine Zeit laug in Hamburg, wo er die orientalischen Münzen in der Sprewitz scheu Collection ordnete. Nach seiner Ankunft in London hatte er sich bald die Gunst hochgestellter Freunde und Gönner, besonders dir de« Herzogs von Suffex erworben, welcher chn in dir verschiedensten Geleh Umkreise einführte. Nachher besuchte er Oxford und Ermdridge und verweilte später eiulge Monate iu Paris. 1837 unternahm er mit TmpfehluntzSschreiben seiner inuflußreichen Freunde versehen, eine Reise nach dem Orient, die aber nicht ohne manche Sefahrru verlief. Iu der Nähe von Safed wurde er von Drusen überfallen und beraubt und konnte seine Wanderungen durch Palästina nur iu der Verkleidung einü Beduinen fortsetz««. Diesen Reisen, welch« seine Münzen- und Sprachkenntuiß wesenüich bereicherten, dauerten über 3 Jahr« und hatte «r sich fortwährend der Gunst der türbschrn Behörden zu etfimien. Auf seiner Rückkehr über Rom. wo er die Vaticana besuchte, traf er mft Sir MoseS und Lady Montekire znsammeu, die auf ihrer zweiten Reise »ach Palästina begriffen warm. Bon dieser Stund« au datrrt ein bedeutender Wendepunkt in seinem Leben. Der Tinladuug de« Sir Mose-, ihn nach Palästina zu begleiten, entsprach er bereitwilligst. Später begleitete er dmselben auch nach Dama-cuü und uaterftützte chn auf allen strueren bedeutuugsvollen Reism durch seine linguistischen und soustigm Kenntnisse. So blieb er der treueste Freund und Gefährte de« BaronetS fast ein halbe- Jahrhundert lang bi« der Tod sie trennte.!8ie bedeutend seine Sprachkrnucniß'war, geht darau» hervor, daß er im Jahre 1840 in der Synagoge zu Galata vor einer großen Versammlung gleich, zeitig in 4 Sprachen eine Red« hielt, so daß seine Zuhörer, t verschiedenen Rationalität«« anarhörmd, chn verstehen könnt«. I» seinen Nachlasse bestuoeu sich mehrere unvollendete Mauuskripte vor, hochmichtiger Bedeutung iu verschirmen orinchüisch« Sprach«. L» 25. März 1841 hatte er die Hohr Ehre, von Sir Mose« der Köutgi» vorgesbcht zu werde». I« diese» Jahre gab er euch aafft»|ka dal SrrMose» «ine «nglische Hebersetzuna von Levisohn« oiri vvt» (G«« di« Mutbeschuldig, ung) Hera»«; ferner edirte er aus Wunsch seiner Zuhörer mehrere Predigt«, u. a. die auf d« -od de« Herzog« von Sussex 1848 bei Gelegmheit oer Reise Sir Moses nach Rußland predigt« er in der Synagoge zu Wilna; 1854 erschien von ihm ein!8örterbuch der cirkassrschen Sprache, sowie eine n»Irische Uebersetzung eines Thal«» des 1. Buches Samuel. Al» Sekretär de« großen Philanthropen stand er mit den bedeutmdstm Rabbinern und Leitern von Wohlthätigkeits« nstalttn fast der ganzm Welt in Verkehr von Allen geachttt und hochgeehrt. Ja seiner Hand war auch die Oberleitung des „Jewish Lollege", die er erst nieterlegte, als er nach Brighton ' zog, um dort eine jüdisch«: Boardingschule zu gründen. Hier ttas ihn das bittere Leos, daß einer seiner Söhne im jugendlichen Alter beim Baden seinen Tod in deu Wellm fand. In seinen letzten Lebensjahren leitete er auch das Judith-College, zu welä-em Zwecke er nach BroadstairS übe-siedelte. Welches Verttauen und welche Achtung der Verstorbme bei Sir Moses genoß, seht aus des Letzteren Testament hervor, worin derselbe lestimmt, daß alle Tagebücher und Briefe dem Dr. Loewy auSgehändigt werdm, um auf Grund derselben eine Biographie der Lady Montefiore zu schreibm. Diese, welche zugleich auch eine Biographie des Sir Moses ist. wurde im Juni d. I. vollendet und dürste voraussichtlich bald im Druck erscheinen Eine der letzten Sorgen Dr. Loewe's war es noch, die Leitung des .Judith College" in würdige Hände zu überttagen, und hiermit beschl oß er sein segensreuhes öffentliches Tagewerk nach dem Willen dessm, der ihn beruft« hatte, seinen Glauben»- und Zeitgenossen ein Segen zu werdm. 'N'Awl Dr. Löwe <rjn ist im Jahre 1844 verheirathet und hinterläßt seine Wittwe nebst 3 Söhnen und 4 Töchtern, von welchm die älteste die Gattin d«S Herm Rabb. Dr. A. Kur,ein iu Tepütz ist. Bei dem imposanter Leichenbegängnisse verrichtete Rabbiner R. Harris die geisüichea Funktionen. auf dem Friedhofe und im Sterbehause trug Rev. Dr. H. Adlereinige Abschnitte aus der Mischnah vor. Werkt«, 10. November. Geehrter Herr Redactmr! Seil »leim Jahrm di» ich Abvnuut Jh es Blatte»; ich habe e» gern gelesen und zweifele nicht an seiner Objektivität.*) Nicht »euig erstaunt war ich heule, eine Orig-Corr. an« Berlin» 2. November, za fiubea, die nur »urch Mangel näherer Juformakioarn k ufuahme fiqdm kooute. Uei-er die Frage. »» dir jetzige Verwaltung ihre Schuldigkeit gethau hat. mSchle iv mich hier'nicht auslaffen, ich wünsche hierüber keine Zeitttagö-Polemih erlaube »ir inoeß. Ihnen beiliegend eiu „Circular **) zu üd>rsrude», welch«» Thalsacheu mthält uw drffeu Inhalt von keiner Sette beftrilten wurde. Nicht allein Hab« ich «ehr al» lauseud Ansttiumuugs'Ndrrffm erhalten es ist auch »o» dm Rr» präseuia«tm die Bedürft, ißfrage anerkannt war deu. «» allm disherigm Bersammluni^n habe» sich Mttglirder dieser Körperschaft bethetligt v»d e» frmdig begrüßt, daß eine so große Anzahl Gemeinde- Mil.lieber stch für diese Vugelegmheit iuteresfirt, und «» .streng »ermetdrt. reli,iöse Rtchmngm zu btsmtire». Gegm eine bestimmt ausgesprvcheae Behaupt»«, muß ich iudetz euergischm Pretest erhebe«. Der Satz: »Was soll man von cturr Bewegung fap», die ihre Iuftmettoom von etuer Seite empfängt, dir ganz außerhalb der großen Berliner Gemeinde liegt." •) U« diese auch i» Mdl'pibcn Falle z» bethstigeu. drucke» wir dickes Scheeidea »ollirhalUIch Nb. nur utn Himmgtaffuug der Jafiuuat oaea geae» unser» ackch. Larrespoadeuteu. der der ganze» »»gchegenheit »«Ug geaeuäbee-edt, uud nur au» defter «bted« Arq-lltteeu», »er »owemd«, di« uur al« «^^e» -) «r laste» üwsckl, »» «chluff, dieser «mwspmd-n» falg«.

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