Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 45.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 349 (sequence 5)
- Language
- German
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toibrmb mrtft 100 ftttttelüm bis nur bei 3.11, ntn 100 ^iptrftantfr bei 4.59 br Fall ist. Die Zahl der Handeltreibenden ist also «uw: de» mtnnlich« Jude« vrchältuist- »äst'g fünfzchmnal f» groß. als unter de« Ehesten; die Jude« find also auch iu süifzehafochem Most« der Verlockung zu denknigea 8ktbt«(<ti und vergehe, a»4arsetzt, Welche ta Ha,del ho»»tsSchliii, »orlonnnra. Somit erhalten bk obige, «09 brr Kreuzmtttug" angeführte« Zahle» elur ga»z andere Bedeutung. — Eig»«hü«lich aber ist es, daß da« statistische Bureau des Deutschen Reiche« in seinen Erläuterungen", welche de» To xüen der Kriminalität nach Religion «"d Kooftfslon beigiaeden stad, es uni rlassen hist, dkse doch so überaus uaheiwgrud« »Erläuterung" Hinz«. Pf*»»* Für uns Jude, möge« aber dir starre« Zahlen der «uerbmliche« Statistik starke Mahner seit», die Alle», die es »geht, tu» Gewisse» red«, mögen unsere Prediger stet« daranf Hinweis«, dast bas Wienlsiche der Religio« nicht tat der Eeremonie, so»der« in der Moral liegt. m*W 71/IV w7 IO sm Mt/- Werü», 2. Novbr. (Or^ilerr.) Der Ban einer ««« Synagoge wird letzt auf dem «oste«, von der Gemeinde ansewoftm Gruudftück-Eomplrx in der Linbeastraste in Angriff g«»mm«. Durch dies« Vau erhält Berlin bk vierte graste Gemein de-Synazoge. Unsere Berwaltuug ist sehr rührig und hat a»ch die Einrichtung nmer Reliqionsschulm — wie solche vor einiger Zei> im Sübwest« der Friede.» Ttr. erruhlet worbe« — in Avl stchl genommen. Auch Privat» Gemeinden unrden eine Anzahl von der Hanptgemeinde sub» verttonirt, und ei» besondere« A«g«merk wird darauf ge» richtet, dem Unternehmer-lln» .-s« mit Betlokal« an den doh« Festtag« möglichst zu steuern. Wie schwierig dir fttzrerr Sache bei den lokal« Lerhältuiss« Berlin« durch, zuführ« ist, »iff« diqenig« nur zu deurtheilm. die sich für diese speziell« Angelegenheit seit einer Reihe vo« Jahr« tttteeesfirt habe». Wenngleich nun die graste Medrheit unserer Gemeindemitglieder davon überzeugt ist, dast die Ge» meind«.Brrrvaltu»g gerade in dieser Bqiehnng da« grüstte Eutgegenkonuu« zeigt, dost Istvrstand und Repräsentant« zklbewnstt vorgehe« und stet« nOra billig« Ansprüchen soweit es bk Mtttel gestatt« nachloinm«, so macht sich doch, von Zeit zu Zltt e>ne Agitation geltend. die sich bemüht, die Gemüiher zu erreg«. Eme sttlche Bewegung ist auch gegen» «Artig von einem Herrn angeregt worben, best« Absichten bk best« sei« wäg» — aber man kennt bk dahinter stehend« »treibende« Kräfte" der beut»;« Agitation, und wird «ist» «rauisch. Man weist es. daß es eine i« Still« wühlende Keine orthodoxe Partei gieibt, bk (• aufZersplitternng der grasten Gemeinde abgesehen hat, und dir kein Mittel verschmäht, o« diese« Ziel z« «reich«; ste aeht verbind«»»« mtt Männaa der radtkalst« religiös« Richtung eia, sie speralnt auf den Ehrgeiz Ekzelner, dk rin Lüstch« nach eine« höher« Lemtchen in stch verspür« x. nab schiebt diese vor. Was soll man vo» einer viwegung sog«, die ihre I». Zrnktttm« von einer Sette nopfäng», die ganz außerhalb der grast« Bnliner Gemeinde liegt Motive, wk unbefriedigter Ehrgeiz und Sireberti,«», verleihen jeder Bewegung ein »»schönes Ansfrh«, hier wird dk Sach« noch häßlicher dadurch, dast man Männer 'herangezogen, die sonst ,lllm jüdischen Interest« sehr sen>, aber all« Streu« und Agitation« sehr nahe steh«. Dk »treibende Ktvft" her heutig« Bewegung hat denn anch solch« Benins» Männer schon oft zu» Sinrmbock für seine Zwecke benutzt, aber stet« mit Nägucherr Ersoig«. Mau brancht eb« ganz liberale Ram«, die de» Schnvrz« zum Deckmanttl di,me» »üffen; ja selbst die sriedl'ebmd« Männer der »Refcrm» gemeinde" müffe» dazu herhalt«, ahnungslo« d« orthodoxe« Lielen zu d'er« und mttplarüeik» an dem Herostrattntverk der Zersplitlernug der Mutter,Gemeinde, währ«» dk Hintermänner sich, od de« F«reife c« der vorgeschod«« Posten, «s Fäustchen lach«. Wk i «dauern so «anche« srkttich gesinnte Mitglied, da« dem siockrnle fofg«b, von dem Aus« häag'schild sich täusche» nnd zur Agittttion geg« di« Lanpt» gemeinde sich nebronch« ltft, — »och nomina «ant odloM! (Bon anderer Sette gebt »,» über dieselbe Angel»a«h»tt ein Bericht zu, d« wir gekürzt trab mit Hinweglaffung von Ram« hier folg« l'ffm): — Sett einiger Zeit mach: sich wieder hier, eine Bewegung ant Bermrhrnag von Synagogm und Religionsschnl« geltend. Es werd« dahier in all« Tdeilen der Stadt Brmmm- Üungm eiabernfru. in welchen eine Öffentliche Ansprach« statt» sindrt and dann der stereott»pe Beschluß gefußt wird, eine Eommisston von 7V Pe>sauen zu wähl« (je 15 auf ein« Stadttheil). die mit aller flKieratc für die Erreichung 'obiger Jnsttiutionm zu wirk« hat. Fa jeder versamml-rug ward« mit grast«» Bedauern Hervorgeboben, dast die Gemeinde» venoaltnug nicht grnüg«d iiitc Pflicht in der aageg-bene« Richtung grtdan; so sei z. B. in de» l-tzt« 28 Jahren, obgleich dk Gemeinde um da« 5f«che gewachsen ist. nur eine Synagoge »ad eine Religiones vale errichtet worb«, während mindesten« fünf nölhig wären x. Mreska«. (Or. Cwt.) Was sich die. Breslauer Kartelltft« leist«, übersteigt »achgerade alle Gr«z«I Wa« wurde iu der kartrlliftischeu Wahimäauerversammtuag va« 2. Novdr. wieder alle« zasaiomeugehetzt l Ra ürlich mußt« die Juden tu ausgiebigfter Weise herhalteu. Da trat auch Herr Freiherr Profeffor Dr. von Stengel auf und nach» dem er »eidlich auf die Juten geschimpft und au«drücküh erklärt hat», bist er selbst katholisch sei, verkündete er — nach de« Referat der Schles. Zeitung — .daß Hunderte von päpsüich« Dekret« deri Umgang mtt d« Juden verböte» (t-bc richtir)." — Hierzu bemerkt die »Brest. Zeit.": ,Uub da ist gleich wieder «in wmkerer »artellmann »nr Hand, der «ahrscheinltv an» «in Mann via grober Sottelgelehrtheit ist, und ruft enthnsiastis«: .«ehr richtig." Sa« wird die .kleine «xuNenz" da,» sage», Minister a. D. v. Sind»Horst, der doch auch katholisch und in cfttholici» vtelleicht so belesen uod schristtuudig wie der «redlauer Profeffor, daß er sich von de« hiefigeu katholische» F-eiherr» abkanjeln lassen m»b, weil er gegen die Dekrete der Püplft verstoben und de» Umgang mit Juden nicht vermieden hat. Mia.ster a. D Stadthorst ist nicht Freiherr, aber sein« schlimmste» tseguer gebe» ,». dast er ei» «entlemann ist »nd al» «entlemaun hat er e« sich bekanntlich verbeten, d-b tu tathol'fche» versammlungm auf die Juden geschimpft «erd«; al« Sentlemän hat er t« Gramsatz >u vielen, vielen Lader« auch nicht Anstand geuomuwn, t« der Synagoge bei der Leich«f«Ier» llchkett für sÄne» Lallege», den «bgeorduetea Ladker, ju erschet««. Ja, Herr vo» Stengel, »stolzer Sohn »erumala'«". Sie »erd«» es vielleicht doch vom kleinen Siudthorst lernen, wa» der nicht-deutsche Spruch bedeutet: nobhaa« obligs!" Uebtigen« hat et» grvster Teü der hies. Jud« bei d« «ahlmännermahl« seine Stimme d« Kandida«« der lkartellpar^ri gegeben. — Die verantwort««- für ftine Br» hanptnngeu r .Di» Gegnrrsch aft gegen die Inden dernhe ans religiöse» Motive». Do« if: falsch; e« denkt niemand dar», dk jüdische Religion anzngriifea." »Ich möchte wisse», »er je dk Inden wegen ihr-r iLenfesfioa augegriff« hat." (worauf «in degeistättr Partristängrr de« Redner« eia überzeugte« «nd überzeugende« ,Kiem«d" einwars) — dk Lerantwartung für diese und iihnltch« Behauptung« »Kd der Herr Profeffor gern tterixhmm. Wen» er aber gesagt hat: »ich gehe so »eit wb bas da« au« jüdischen Schrift» stellen» belegen, drß mich bk Judenverfolgungen tta Mittel» alter nicht etwa au« religiöse» Haffe herrühren, sonder» lediglich »ege» des Anstretew der Jaden, namentlich des »mchcrischm lufttrtens" — f« bitte» wir den geehrt« Herr» Redner .so wett zu gehe»",' «nd seine Belege aus jüdische» Schriftstellern «u» und der 'Peschichtswiffenschast nicht mt» zneuthalten. Gsterode (Ostpr.). 30 Oktober. Das Miaisterialrescript vom 13. Rooemder 1830 lautet wörtlich:*) .Der >Mra, a»f Besrestma der jü». Rabbiner u»b Seutoren M» ü!mnm»»al«b^,be» ist zur «ewähnmg utcht p»»iz»e1. Die Be^ostiguuge». dm». Lusbehen»- uf die jfi. Ok ltuabeamten gefordert wir», stad dnrch *) SK brni«» dasselbe i» Itiefcr Kt^ wem, zweier Druekfehler, d« sich l» Wttcut beftOex y» iwr. «r. umer «ch»et>n»ühl) bestich«, »ochmnw ab. (Red^