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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 45. · p. Seite 348

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 45.
Date
1888-01-01
Page
Seite 348 (sequence 4)
Language
German
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Manche« v»» ks «afgckea, wal bet polttische Partei- «an» Graf Schönbor» all »«»«ränßerltche Rechte der Lathei ike» bezeichuet hat, aber daß er, ohne feine Grwadsäne ausdrücklich z» Verl«-««, Minister »erde» konnte, tt&t nn» Inden die Mahnung b* Propheten Mick« int« Ohr tönen: »Schreitet nicht einher in anfgerichtrter Gestatt, denn e» ist eine böse Zeit." v. »0« Ludwig Vorderger.*) Sie ei» Wolkenschleier ist «in Hauch von Wehmnth über alle politischen Anfsätz« und Reden anSgebrettet, di« hnd«ig vawberger in den letzte» Jahre» »ervffentlicht Hut. Wofür er als Jü-gli^ zu de» Waffe» «egriffen hat, der deutsch, nationale Staat, ist herrlich erstanden, aller Ort» höre» »ir. daß da» Sehne, der edelste» deutschen Männer jetzt «-füllt sei, und doch ist Alle» ander» gekommen, al« Ludwig vawberger e» al» Jüngling in lieblichen Zukunft-ttiinme» gesehen hat. Der »eis«, »ielerfahrene Manu ist lrannn gnotß nicht geneigt, «ns da» hohe Gut de» dentschen «Staate» zu verzichte», aber e» ist th» tief schmerzlich, «enn er di« Kahne, für die er sein Lebe» eingeletzt hat, jetzt in de» Hände» Derer steht, di« vordem ihre erbtttersteu Gegner »are» und die auch jetzt »ur diese Kahne nutze», um die «raffen zu tänsche». Wer ist heute al» ReichSsttnd geächtet? Der. jenige, der vor Johrzehendeu geächtet uns verfolgt gi»cfen ist al» der Bannerträger de» deutsch, nationalen Gedanken« gegenüber de» allgewaltige» Particularilmn». und »er gilt vor andern al» reich-treu? Die Ritter der .Sreuzzeitmrg" oder die »delrpartei in de» Kleinstaaten, die e« merkt, deß im Schatte» der nationale» Fahne ihr Sohl beffer gedeiht. Bawberger oerfolgt di« Geschichte der NaüL»alität«td«<:; e» liegt außerhalb de» Ral men» dieser Zeitschrift, diese» re-chen Ideengehalt zu besprechen. Hier »olleu mir nur die Sätze erwähnen, in welche» der Paroxirmn» der Ratioualitäten» bewegnng und der Mibbrauch derselbe» zu Gunsten de» Eigennütze» in seine« Beziehungen zum AutisemitiSmilS de» sprachen wird. „Der öffentliche Geist in Europa ist moralisch und intellektuell zurückgegangeu, n»d »«mal» ist da» Wort von der Lllmächttzkrtt de» Rickerträchtige» so oft ettirt worden, wie in uuseru lagen. Diesen Rückgang bezeichnet allerding» ei« berühmter Professor der Geschichte al» de» Gedanken einer aufstrebenden Zeit, für welche» »eg« seine» Stillleben» de« Laiser Friedrich da» Berstäadniß abgee ange« sei, besonder» de»halb, wett sich derselbe zornig abgeioeadet habe von de» Mamfest»tioum derjenigen boruttten ^>affe», welcher nickt zufrieden andere Rtttone» mtt Schmät unge» me »erfolge», auch im Inner» der Ratio«» selbst »ach Spaltungen sucht» um Opfer für sei» Wütheu z» stader». Die Extrem« berühre» sich und e» ist leicht z» erraeffe», »tt au» der Uedertreib» »g de» Rationalgefühl», Welt«» i» Deutschland znsawmcfusseud wirke» sollte und zusainme». fassend gewirtt hat, gerade wieder die Zersetz»«» jervorgehe» könnte. So g»t wie de» Raeeuhaß kan» «an anch bat StammeShaß wieder heranfrnfen.' Bamberger aber glaubt nicht a» da» Githe'fch«, daß da» Riederttächttge da» Prächtigere sei; ettirt rin andere» Wort Göth«'», »daß da» wahrhaft Berdienstich« sich dadurch auSzeichnet, daß e» der ganzen Menschhett «gehört". Gericht» «ölst G*vteffmbtnjtn* Aerkk» Au» der jüngst veröffentlichtt« ^kriminalflttistck", welche die in Dentschland ^ttn Jahr« 1386 wegen?erbrechen und Bergehe» gegen die Reicht gesitze verntlheitten Personen nach chrrr Religio» sondert, reißt die „ftieugtf." einige Zahlen an» den Gruppen heran» und fmnmlirt 1 .4 totst* AvAa-e* tos Dss «cfstaMKjFl alleckingö in eiazetaen Klaffen für die Inden nicht güastig ,:A «Mb wie »ollen durchanö nichts keschöaigen, sonder» inM allen unfern Kreisen auf Besserung n» Hckrng der Moral dringe», aber die bloße» Zahl«, der Statist«! gebe« kein 2 Irene» Bild, wen« «au d« sonstige» speriellen Berhältniffe,^ die eine» Einfluß auf diese oder jm« Gattung von stras.^'n bare« Handlungen antüdeu, dabet ««Her Acht läßt, and rein Z »echanffch und gedankenlos Folger vage» an» de» Zahle» E» wurden überhaupt im Jihre 1886 vennthktltr 201749 Eraaqelische, 140 755 K.cholike», 294 svusiige Ehrfften, 3399 Juden und 5803 Personen uurrmittelter ... Religio». ES kamen demaah auf 100 Brrarthetlte' 57^ Gduul, 39.3 «achol.. 0.1 sonstige Shiisteu, 10 Juden und 1.8 Personen »aermittelrer R-ligiou. Aas 100 000 tEin» * wo me: kommen Berurtheil e b-i den Evorgelischea 690, bet d den Katholischen 838 und bei de» Inden 608. Die „Krenzzermuz" h bt aua folgende E nzelgrnppen he^ruö: „Bei den verbreche» und vergehe» gegen EtaM, Neligia» uud öffentlich« Ordnung find di« Juden vertriNea «it 199 BeranteMeU auf 1V0 0V0 Eiaw»hner, wLhrenb aus Katl^likr» NS uud auf Evau» «lifche NS entfallen. Bet Beleidigungen find die Jude, vertreten mit 156 «erurtheilte» (l'OOOO «tnwrhaer), «ntholwrn dagnae» «tr S». Evangelische nn mit 87. Beim Betrug«, sowchl dem tt». fache» al« im wiederholten «Schall-, find die Judea detheiiigt mtz « verurtheU eu gegen 50 Katholische und 2t Eoangellsche: Helm rin» fache» Bankerott di« Inden mt 1» lagen noch nicht 1 hei de» Ehristen: bei betrSgertschem Sankerntt mtt 5^ Jude« gegen 0,5 Lat Halite« und 0,9 Evangelische; bei UrkindenfDchuuge, 11 Juden gegen 6,6 Evangelische und 6 Katholiken; beim «eiueib 5,2 Jude» «ge» 2 Evaagelischt und 1,6 Satholike»; eadlich bei Zuwidechaudluuge» gegen { 147 der Wewerbeardnung 17 Jude» gegen 10 Evangelische Mb 6,2 Kathollleu." Die angeführten Berhältnißznhlim sind an sich richtig; aber ems«iti,e Folgerungen an« den Zahle» ziehe», ist durch. fl au» ungerecht. Ebenso «inseitige Folgerungen klaute «an ans folgen» den Zahlen der Snttisük ziehen: Bei der llnzncht «it Gewalt tc. stehen die Katholiken voran »tt 7.9 pegea 6.2 Emrugelisch« und 57 Inden, bei i»er Röthignag »it - Bedrohung ebevfallö die Katholke» «tt 18 getzm 11- . Evangeliscy« und 8,2 Juden, beim Rand die Kathoilke» «tt j 1,2 gegen 0,75 Evanaelffche mb 0 Juden» bei der Gewalt - und Drohn«« gegen Beamt« die Ikatholcke» »tt 30 gegen 27 Evangelische und 8.5 Inden, bei. Brandstiftung 1,1 Kaihol teu gegen 1,2 Protestanten u»d 0L5 Inden. Ücker» Haupt entfallen bei Berbrechm «ad Bergchen arge» die Person auf 100 000 Einwohner derselbe» Konfession 344 Katholiken, 252 Protestanten und 233 Inden, »öhrend bei; den verbreche» «ab Versehe» gegen da« Vermögen «nt» fallru 871 Katholiken, 317 Evangelische »ad 227 Inden. ■ Eö wäre ein Unrecht sondergleichen, hieraus Foigerrnge» gegen da» Ehrifteathnm und iaödesoadere gegen den Kackoli» - zismuö zu ziehe». All« solch« Zahlen sind tun verständlich - unter Boeückiichttgmg der Gegenden und der Beruföthötigkeih in welchen die eine oder ander« Kimfeffio» narwiegt. I» den östlichen Provinzen sicht deispblöweise die Vevöllerung Vorzug»meise katholischer Bezirke »i> Oberschlefl» »ad in der Provinz Pose» dnrchschutttllch ans ei»«« weniger hohe» Knttargrad als di« Bevölkerung andwer Provinze«. Ebenso hängt tue höhere «der geringere Z>ff«r der »ege,, eine« besonderen Berdrrchruö oder Bergchen« veruahettte» von de» Borwregen der Konfession i» demjenigen Vernföckvetge ai^ welchem das Berbreche» oder vergch» besonder» agenthS«. ltch »u sein pflegt. D'e hohe Z>ff«r der Inden lei einzelne» Berkrche» und Bergchen ww Betrug. Bankecott, UrbmdenflllfchmP hängt naturgemäß danut zasammei, daß dies« verdmhlff nnd Bergehe» am häusigsttu verkoinme« »ater denjattck», welch, Handel treiben, llwtrr 100 hanptbttnDchätjge» «min» lichen Jude» aber betreibe» »ach der preußisch» Berns». statlstik von 1883 nicht weniger al» 61,63 tz«ckrlägchlhüste, W •) «oseubaum * Hart. BrrUn. 1588. 22 8. «0 Pf.

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