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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 45. · p. Seite 347

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 45.
Date
1888-01-01
Page
Seite 347 (sequence 3)
Language
German
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st'. rJkdawra nergalleu, aber er hatte varnehmlich sei« Erfolge L^^bach tat Geschicke M taste», «tt welchem a bk schlummernde» Leidenschaften kl fMri» |» »ecke» s«chte, »ad daß er L *it der Erregnng bei Hasse» grgta bk I»deu de» richti-e, > -»»kt »rf»»dea hatte, am sich tn'die Höhe zu bringe», de« i-, »eis«, seiae Erfolge. Jeder Deute«de Wirb sich sage» aeüfsea. - daß diese Erfolge »icht »»glich geweku wärm, »eaa Sch«, »erer e» orrsucht hätte, gege» den Edel, gege» bk Geistlich, tett ober ttgend et« aubere Gesellschaftöllaff« -» hetze». «nb daher müssen mir bei de» Ersolge, sei»«» Naftretea» »euiger bk Lhatsache i» Rechnung ziehe», daß er an irgend etaem -»ntt scheiterte, so»d«rn vielmehr, daß er so lang« tu de» rtchtigev Fahrwasser segelte. Daß er, ohne da» Recht der Wählbarkeit ja besitze«, bei der letzte» Rrich»rath»»ahl i» feten» Bezirke bk relativ «eiftrn Stimm ans fich vereinigt«, »ährend bk nächst größte Stiwmmzahl einem La». iV.; didate» der klerikale» Partei zastel. »elcher auch sonst al» antisemitischer Schriftsteller »nd NgUator sich eine» Rawen gemacht hat, beweist dir volttthümlichkeit diese» Manne» u»d s»»it seiner Idem. Lrotzdl» daß Pater Eichhorn zum Lheik dm Eutisewitm gmüge» konnte, dmm er fich übrigen» auch i« Parla«e»te avschloß, trotzdem daß dk auf de« Land« immer müchUgm Geistlichm fich für ihn eiusetztea, ^,»nnd trotzdem in diese» Wahldezkle da» reich begüterte Stift b' ■ Zmettl fich befindet, »nd trotzdem ferner all« Wühler mußten. iß daß eine für Schönerer abgegebene Stimm« eine leere De» > »anpraüau sei, und ttotzde» tödlich rin zweiter Landidat der liberalen Partei in der Perso» eine» Beamten a»fge»ellt - mar, der ja doch auch vermöge seiner gesellschaftlichen Stellung Enhtlnger haben mußte, hatte Schönerer die «eiftrn L Stimmen, so daß er. wenn er überhaupt mühldar gemesrn v- »üre, i» die engere Wahl Hütte kommrn »üffrn und ohne > Zweifel al» Sieger daran» hervorgegangrn mürr. Unsere lutisemilrn hadm fich auch sonst noch sehr rührig gezeigt. I« Wtmer Gemcindecuth habrn fir «« sogir ge- , . wagt, dm Inttag z» stellen, dk Judm vo» alle» städtische«! Irdettm »»d Lirserungm a»»zus«hlkßr». Dieser lutrag war »oht von Hanse an» al» Demonstration gedacht; für «nsere Betrachtung der Dinge aber ist e» mesrnttich. daß diese De. 7 »onstrattoo überhaupt möglich tmtrb« und «im Unterstützung vo» acht Stimme» erhielt, »nd daß sie nicht, wie «» i» der k' liberale» Im der Fall gemesrn »är«, einen dlaßen Heiter - lettsrrsolg errnngrn hatte. Wir «üssrn «u» heute »ühsam dir Zeit in Eriu»er»»g r»fe», wo Jstoczh im «ngarischen Reichstage dm l»trag auf Zmückführuu, der Judm »ach Palästina stellt«. Damatt «eintm di« Etum, der Ma»r sei ei» landerbarer Meufchmftermd. dk R»dern hielten ihn für »errückt. oder für et»e», >xr »m jedrn Pret» berühmt ■erb« will. Ernst geoamm u hat ihn mahl Rkmaud. heute hing«« dürfte Et»er da» Wa,z«itß unternehmen. einrn Plan ijn Gründung jüdischer Rteberlaffuugm tu Palästina «nf Staattkostm t» eimm Pari,»»«»« zu beantragen, ohne -' dar»» lächerlich zu »erden. Und dach liegt zmischen Jftaeztz'» . erste» laftrttm «ab unserer Zett erst ei» Aertrau« oa« geh» Jahre«. Ferner »nrd« dir Antrag» et»« Gasse i» Wie» »Uch de» ehemalig« Justizminister Glaser z» hm»»«, von - he» Anttsemiten aaf» heftigste bekämpft, meU Glaser et» getanfter Jude war. Inch diese» Bargeh« »üre oar zehn Jahr« noch ganz nudruttar gemesrn. Mit eine» War«, tzoWernd « dm anderthalb Ahrzeheutm dk Frückseligtrit gegm dk Jnd« zu» Lheile t» denUtche« Gchmtudm de. grifft» war, znm Lheile wieder »«rheimlicht werdrn mnßte. ist sk jetzt t» Wachs« »ab wird »tt Uhstcht zur Schau grtragrn. Dieser Demanürationösucht verdankt a«ch das Bestrebe» der Anmemttrn hw ImMim. dm bottMm Kaiser bet seiner Imaesenhett in Wie» durch besonder« Fest-Ser» aupaltuu^n zu ftter». Diese Fetrr sollte »ohl «edeubei de» dattschm |»kr >l» b» Bebeerttber beb Deutschland« gelte», al» defs« zrckünftia« Glieder sich dk »attanak» Autisenütm betrachte», aber «göttlich »ach »ehr dmtjmigm Manne, vo» de« «an trotz der klaren Enihüllungm de» Graft» Daugln» «eint, er sei der Freuud Stöckn» und der warme GSr ner der ercesfi» causervattvm Elemente. Dieser Versuch vnrrde wohl nnterdrüft, «ad allcrdlug» nicht »nr »ezm feiner gegen da» österreichische Laiserhau» gerichtete» Spitze, sondern wohl auch weg«» seiner au«gesprochen anttliberilm Teadeoz. ober nicht, daß er unterdrückt wnrde, soaderu daß er «»«gesprochen werdrn koun«. ist da» wichtiger Kennzeichen der Lag«. In dem citirtm lafiatze (Nr. 42) wird ferner darauf Gewicht gelegt, daß et» Beschluß de» Landtage» den jüdischm Seelsorger da» Gemetndewahlrechi eiurüumte. Da» ist eigrntl ch etwa« Seldstversttadltche», so lauge da» Judenlhnm eine staatlich anerkannte Touftsfio» bildet. Wir wollrn nun aber zugebrn, daß da« rtgrmlich Selbstoerftüudltche, in Bezug auf Gleichberechtigung der Eaufesfisnm hmtzutag« nicht «edr ganz selbstverständlich ist. und e» bleibt darum ei« Verdienst de« Bar»» IköniglWarter, diese Gleichderechttgnag angeregt zu habrn. Bon größerer Wichtigkeit ist aber auch hiebet der Umstand, daß fich zeigte, wk geführlich die ungünstige Besprechung der jüdischm Verhältnisse Galizien« i« Herrmhause durch Herrn von stvutgdwarter bei Be» rathung de« neuen Gesetze!: zur Regelung her jüdischen Grmriudegesetzr für dk Inffaffuug de» Judeuthnm« wurde. H.ir von stönig»waiter hat Immatt den Faoatttmu» und dk Wiffm»feiudschaft der golizische» Rabbiner ohne jede Röthigung anf« Grellste beleuchtet und daoo« nah» jetzt ein liberaler Abgeordneter de» »ererösterreichischea Landtage» da» Recht her, zu sagen, mau könne dm jüdischen Seelsorger» überhaupt nicht dk Rechte der Seelsorger anderer Ton. sesfioam eiurüuweu. Au« der ganzm Geschichte erhellt dk Wahrheit de» Au»sptuche» anserer Ilten tu der Mischaa: .Weise, seid vorfichtig ft» mrm Reden!' Wir können die traurigm Zustände nnftreltrüber im Osten nur bellagm. wir sollm versuch«,:, sk zu besser», aber wir dürfm mcht in so gefährlicher Zeit dk Gegensätze zwischen uu» künstlich verschärfen, und »ach wrnig«, fie vor der Welt bloßlegea, «m in dm Augen unserer gerade att die bessere» z» erscheinen. Inch an m geh, die Mahnung, welche Mos« an dir drtttehalb Stämme richtet«: ,Sall«n eure Brüder in dm Samvf zirhrn, «nd ihr wollig zurückbkibrn?' Wenn wir mm einrn lSlick in dk Znknufi wrrseu, so erösfarn fich «u» durchau» üeiü« glüuzmdm ««»sichtra. Da» Ministerin« ist umerding» durch dm Eintritt de» früherm Statthalter» für Galizien, Herrn von Zalttli, und durch die Ernennung de» Grafm Schbubom »um Jnstizministrc verstärkt worbe». Dab bedmtet zunächst eiue Stürkn», derjrnigeu Elemente, welch« di, förderatoe Gestaltnng der Monarchie «ostrebe». Für sich bettachtet, kvnute an» da» gleichgilttg sein, dm» wir habrn kein Recht, dk jüdische Aa» schonnag gerade mit der een trattstischrn oder duattfttschen 9k» staltun, der Monarchie für »ehr oereinbar »tt »tt der söderaliftischrn zu Haiku, »xr dadurch muß uochmeudiger Weise eine Stärkung der ariftokvattschm nab klerikale» Partei erftlge». welch« immer bereit »arm, auf paltttsche» Gebiete ZUGestüudutffe zu mmtzm, omw fie ihr auf kirchliche» ge. macht merde». Der neue .Justizmvttster ist der Bruder deb Erzbischof» M» Prng. früher Präsident de« katholisch, politischen Berriub doselbp, »ud hat iu einer Schrift über de« «mm Strufgesetzättmvf sich «sft» dahin «ttgesproche», daß dab Gesetz auf christlicher »ruudlage auf^daM »erde» müfie. Mau erinnert sich fern», daß 9Mf Gchöttdorn öfter att Eaudtbat für dm Pofim rtneb Unterrichttministers genannt »nrd«, und baß dksi Gerüchte bet der Uuzusrkdrntzett der Egecheu «tt de» gegenmüttiarn Untrrrichttminister noch immer nicht schm eigen mallm. Sa bedeutet diese Ermnnnug entweder eine Innühernng an dab Project der conftsfianellm Schul« aber mtubeftenb bei Versuch, dt« Wartführer diese« Berlangen« einigeemaßm za beschmichtigen. G-be» ist für bk p,«ttsche Gkllnn, der Judm eine «ruft« Gefahr. Der Min»per Graf Gchbnbam wird wähl

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