Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 45.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 346 (sequence 2)
- Language
- German
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Vater zu berücke» vermochte, diese Worte »erd« v«, iiuftru Alte» dem Esa» in den Mund -«legt, »der auch der dern« Esau will gerne glauben mache», daß et ihm un de» Zchut »für di« Arme»' zu chm» sei; »ill §etwt »v lleicht Stroh denselben gebe», dech was er nehmen will, das ist mehr — er nimmt sehr gerne de» Zchut in Hta{,enba Münz« und sogar van seine» gehaßten Bruder! »Siehe, ich gehe de« Tode entgegen!'*) so spricht der Esau der Vorzeit! Und was spricht der Esau der Jetztzeit? »Wir sehen in der Weltgeschichte, daß Alles, »a* im Irstusst de» Judenthum« gestanden hat zu Grunde gegangen ist!' Er will uicht zugrunde gehen, darum — will er zugrunde richte»! — Daß doch da» Laster wir da» Unglück selten allein erscheint. sondern gewöhnlich — paarweise I Daß doch der Eso« der Gegenwart uicht »ur heucheln, sondern auch fälsche» kanu! — »Alle« wo» i» Dienste de» Jndenthnm» gestände» ha», ist zug'unde xeoongen!' Da» will er i» der Geschickte gelesen haben: Ist da» aber leioe Fälschung? Besagt und bezeugt die Weltgeschichte uicht do» Gegeutheil? Gerichtet und bezevgt sie nicht vielmehr, daß Ille», wa» de» Geist de» Judenchum« athmrt, wa» »on jüdischem Geiste durch»eht ist, lebendig und lebensfähig sei? Ist ja Esau» Grimm gegen da» Judenchum die gründlichste Widerlegung jener falschen" Behauptung, da da« Judeuthum, welche» dach gewiß in seinem eigenen D'enste steht, noch nicht zugruad« gegangen ist, fänden i dl, und es wird leb««, wen« längst verschollm sein wird eine jede Spur von dem Esau de» neunzehulen Jahrhundert»! Betrachten wir nun den alten Esau von eiuer andern Seite. »Segne mich, mein Vater, deuu zweimal hat mich Jakob hintergangen!"*) also ruft er au»! Luch der Esau der Reuzeit behauptet: »daß er uicht aufhöreu könne, den Uebermuth, die Anmaßung, tc. die im Judenthume liege, zu bekämpfea!' Da» soll heißen, er will de» Segen des Gesetze» in Anspruch nehmen.' Weil er vielleicht ein Mal, zwei Mal Anmaßung uud Uebermuch an Solchen vahrgevomwen, die keine»v«g» die Guten und Besten unsere» Stamme» sind; well er tu wenigen Fälle» von Unredlichkeit gehört, begauge» dimh die, die den Namen Jsrael-Jejchurun «ur zum Hohn« tragen, glaubt er einen besonderen Segen nöthlg zu habe», de» Sege» der Gesetze! Wie diele Wunden aber dem Judenchum stad geschlage« »norden iu der Zeit, dir dahin gegangen ist seit den Tage« de» alten Esa« bi» zu tarnt de« heutigen — wie viel väterlicher, wie viel göttlicher Segen »vchig war, um das sündhaft« Treibe» Esau» vergessen zu mache» — daß zu bedenken, ist nicht Sache eine» Esau! Wa« uns aber am schmerzlichsten berührt, wa» uas am empfindlichsten verletzt, ist folgend« Wahrnchmung: Wie einst Jakob sich kleiden mußte in die Gewänder de» Esau, um Le» väterlichen Segen», so glaubt mau — und die» sogar in unserer eigen«» Mitte — mau müsse heute die Gewäader tn» Esau aulegen, wenn «an auf den Segen de» Vater», d. h. auf den Gegen de» Vaterlandes sollt« hoffe» dürfen! jreb fm 's* rcn (* .mx» nt ,iapn.. - ’s» m na 'an <" Nein! Nicht die Gemänder de» Esa» »«rt* «tbg können uns den Segen bringen, ta» wir erwarte, l J»rael . muß ganz andere Gewänder, mal) Mt »Fest- »nb Feiertags- Neider seines Priest er beruft«' anlegr»; muß sie «legen dt« Gewänder, die in de» Prophetinwort geuanut find: »Die Lehr, der Wahrheit muß Jörecl stet» im Mnnde führ»; - Heuchelei » d Lüge darf üimu« auf seinen Lippe» ruhe»; friedlich und redlich muß e» «st de« Gedanken a» Gott und seine Lewe inmitten der Bvlker wandeln — dam» »ud ' und nur dann wird es ihm gelingen, da» ialsch« Urihell zu zerstreuen und Biele, di« durch rin solche» fich a» Israel veriündigt hoben, vou ihrert Jrrthum rurückzubringe».' ' Laudöb-rg a v. Dr. Feßler, Rabbiner. Die gegewwärtige ß!«ge der T»de« i« Oesterreich. In Nr. 42 dieses Blattes wird di« luficht ausgesproche», daß die Berhältutffe der Juden bei »ns fich i» letzter Zest gebessert hätteu indem «au hauptsächlich darauf »erweist daß in neuerer Zest die Luttsemste« von behördlicher Seite ge» maßregelt wurde». Ohm die ifiedeutuu, dieser Thatsach« zu orrkrnuru, glaub« ich doch die Meinung „«spreche» z» «üffen. daß mau fich nicht allzusehr iu «pümistische Träume wiegen laffe. denn nicht» ist gtfährlicher, als da» Unter» schätze« de» Feindes. .Denke aim Niemandem zu gering', empfiehlt uns scho» die talmudis«I»e Weisheit. Neu»«» wir di« Diag« beiU,re«Namen: Schönerer ist zu einer viermouatlicheu Lerkwitrafe vernrtheilt worden. Das ist ei» richterliches Urthal, welches »„ politische» Beweg,rüude» durchaus nicht beeinpnßr sei» kaum Wen» wir i» dieser Thatsach« ei» solches Anzeichen etbickeu wollte», so würde« wir damit den >uhär:g«r» Schönerer'» beitret«, wslchr die «erurthellung eiueu Justizmord »enueu. M„ darf ferner uicht oergefftu, daß tzrchöuerer uicht »egen seine» autisemitischeu Auftreten» verrrtheilt wurde, smtderu de», wegen, »eil er mit bewaffneter Haitd in ein ftemde» Han» eiudraog. und di« dort »«wesende» »efthrlich bedrohte. War nun „ch da» Motiv zu dieser Handlungsweise ein anti» semittsche», so geschah ja dt« Bouriheilnng nicht wegen de» juristisch gleichgiltigen Motivs. senter» uur wegen der «erdrecherische» Thal. Wurde» rmu serurr dstjewgen DkNonstranst», welche ans den Straßeu »Hoch Schönerer' riefe«, ebenfalls bestraft, und hat überdies der Statthastir von Riederöfterretch auf eine diesbezüglich« Interpellation i» Landtag« erklärt, daß er da» Vorgehen der Polizei, die fich di« Berhöhnnng der öffentliche» Behörde» nicht gefallen laffe» könne, ganz in Orbuu», finde, s, ist damtt nickt« «»der«» gesagt »nd gelhau als was in Preuße, selbst nuter tan Mtntftrr Pttttkawer anläßlich der lltzeeff« tu Reufiesti« geschah. StneBehistd« muß eta, „f Ordnung halte», in» ihr Aufthen z» schütze». Mehr z» tacke, ^ebt es «der, daß diese «asschr überhaupt möglich waren. tSa» Tanftnde um für eine» «bgestrasteu Berdrecher Partei ergreift», so »st aaerkennrp, daß dies« Main es verstand« nntrr de» Volk eine, Anhang j» »erschaff», sei es dnrch dst Gewalt fttuer Idee», »der dnrch geschickt« Agitator«», durch dst ftnnp, dst blinde» Letstnschafte» der Mache wachurrufeu. «der durch irgend eim: ander« Art demagoMscher Schleichwege. Schönerer hat «tu »«hl mtstaudeu dst «afft, P» e»tfl amme» Er vast«» es, salchr rlonen» hewnzuateh«^ »st weg«, geistiger «w phtzfischer U» reift fach »ou Ätrmmch«» beachtet worden wäre», «ck darmu dankbar dem Führer, der Jfc an s Sicht gnß§ea hatte, dnnh Dick M» CCn ftlgtat. Ar hatte «el» ^«g. «, zaMreth, Wocheudlätter z, nMqrstütze», welche ihm dieses «edeswerk »st de» »rößt«,glichen