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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 44. · p. Seite 341

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 44.
Date
1888-01-01
Page
Seite 341 (sequence 5)
Language
German
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. JJf _ A««t»rß. 22. Octolier. Der 70jA|ri|t (Otftetb M Lempel-Verbaudes ist «in Sonnabend festlich betrug» warden. I» Gegenwart de< Vorst,»de« de« Repräsentanten- Lollegiuws «od zahlreicher Mitglieder der Gemeinde sprach Herr Prediger Dr. hetmbörfer in etustüudtger Red« üder den Text: „Schauet auf Abraham, euren Vater und auf Sara, eure Ahuftau, den« all ein» Einzigen Hab« ich ihn bernsen, ihn aber gesegnet und groß gemacht.- (Jes. 81.) Am Lage der vvlkerkchlacht bei Leipzig — so begann der Redner — am Geburtstage de« groß» Kaiser« Friedrich III. «n 18. Oktober 1818 ist der damals einzige Tempel mit zeitgemäßer Andacht im Judmthrim gegründet »ord», aber er ist. wie Abraham, der Stamme ater zahlreicher bedeutender Gemeinden zewvrd», und sei» Wachschum wird immer grbßer. Was d» Seist und die Teadeuz dieses Gotteshauses oulauge, so ist fie: verbirduug des Glaubens mit der Wissenschaft. Nicht Willkür, sondern das Bedürft »iß der Zeit mar es: Würde und Wethe, Ruhe und Austand tu di« jüdisch» Gotteshäuser zu verpflanz», die Andacht za regeln and di« dentsch« Predigt einzuführrn, der» Vater, Gotthold Salomo», hier giilebt und gewirkt, — da« sei eine patriotische, eiu« rrl»cht»de und eine religiöse That gemes», patriotisch, denn ueben dem Hebräisch» wurde in unserer Zeit die Sprache des Vaterlandes zu einer de« Israelit» heilig» Sprache. erleacht»d, dmn Deutsch und deutlich sei» dm Juden seit jetzt" identische Begriffe gewes», den» daß selbst vor MeudelSsohn di« Schrifterklärungm Verdeutschungen geuannt wurden ur d leibst der des Deutsch» nicht mächtige Rabbiner sprach vor der Deutung dunkler Stell»: „Was ist das Deutsch?" Aber nicht wmig hat di« dmtsche Pregtgt zur Vertiefung der Religion beigrtrageu. Nach dieser tuhcütlich bedeutmderi Rede folgte eia Gebet für die »erstorben» Gründer, Prediger und Vorsteher, seruer für das Vaterland, d» Senat und die Gemeinde. Der Präses der letzter», Herr Josef Schöufeld, sprach im Nam» der Verwaltung dem Prediger vor der versammkltm Gemeind« tiefgefühlt» Donk aus. H. Ansinrnzk«», 21. Octobkr. (Or.-Eorr.) In hiesiger Stadt fft jüngst die Tritbinositi au, gebroch» und lieg» nahezu 20 Person» an dieser Kiaukheit da »jeder. Im verflofim» Jahre herrschte Hierselbst dieselbe Krankheit, Üe auch, wie bekannt, fatsamerweise mehrere jüdffcbe Einwohner er- Ä hatte, du als religiös bekannt sind. Die „Staatszeituag" stellt nuu in ihre«» Berichte über diese hier sitzt'»ieder aosgebiochme Krankheit die Behauptung auf, „an der L> ichiuofi», welche vor Jahresfrist hier geherrscht Hab», sei» hiesige Fleischer schuld gruwse», welche au« dem Fleisch« 5„Thierch»s", das die Judm scheu», lustig Wurst in hatten". Die Behauptung ist in jeglicher Beziehung los und »thält eia« freche verläumduag. Die Schechttah wird i» hüsizrr Stadt so gewissenhaft gehaudhabt, »ad die Beaufsichtigung der Schlachter ist eiu« so gmaue .und strenge, daß Thatsacheu, «ie sie die Staat«bürgrrzritung in ihrer Hmffcheu Weise anzufühem sich erkühnt, niemals eiutretrn küuum. (Eine solch« Garautte fft doch schwer zu stberuehm». so ist es jüngst fd.bft in Halberstadt und auch bei einem Fleischer da „Ldaß Jisroetin Berlin »orgekomm», daß trotz da strengst» Aussicht Lrepha für koscher verkauft wurde; natürlich stad die Fleischer sofort ge« «flert worden, als u>«n ihn» damuf kam, aber wie lange »ochtm sie da« bettügerische SjM getrirbm haben, ehe man'« «tbdftt?) Miud», 23. Oetobr. (Or.-Eorr.) Liue wahrhaft «rtzebeud« Feier verauitallete geste» die bmachbarte Sy- «agogm-Gemeiude Bünde ihrew Lehrer. Eautor uad Prearr Herr» Kroueuberg aus Aulaß seiner 28 jährig» Amtsthätigkett am Platze. Eiugelettet wurde die Feier durch «iu« Actus i» der festlich geschmückt» israel. Schule, dem «uch^dir gesaunute evaugelische Lel^rerschaft, sowie viel längst der Schule '«Uttoachsme Schüler des Jubilars beiwohnten I« Lauft des vormittags fuifcttt sich in der Wohnung de« Hr» Kroumberg zahlreiche Deputation» und Sratulattou« rin. Die befteuudet» israel. Amlsgenoff» von Nah und F«m mar» durch eine Abordnung von sechs Mitglied«» unter Führnug des Her» Steinmeg-Rtzeda vertrrt», der eine Adresft, in welcher da« verdimst des Jubilars in geblitzr»der Weise gewürdigt wurde, verlas, sowie als Geschenk «tu» Regulator überreichte. Daran reihte sich die Begrüßung de« Jubilars durch d» katholisch» Pfarrer und Local- Schuliuspettor. Hierauf rrschie» ver Vorstand der Syuagogm-Gemetud«, tu deffm Nam» Herr Lewis oh u sprach. Derselbe schilderte die reich aestguete Thätigkett de» Her» Kroumberg und gab d» Gefühl» inniger Anerkmunng für dess» unermüdliche Pflichttrme in Schule uud Synagoge Ausdruck. Am Schluffe seiner restlich» d» Jubilar hochehrmdm Rede überreichte Herr Levisohn als sichtbares Zeichm der Dankbarkeit für tr» geleistete Dimst eiu ansehnliches Geldgeschenk. Bewegt, mit. vor Thrän» zitierter Sttimme danktt Herr Kronmberg d» vertrete» der Gemeinde. Besonders geehrt fühlte sich der Jubilar durch das Erschein» de» städtischen Eollrgiums. da» uuter Führung de» Bürgermeisters seine Glückwünsche dar!irachte. In Erwiderung auf die Ansprache des Stadtoberhauptrs betonte das Jubilar, daß er von jeher fich bemüht habe und fernerweit auch sei» Bestreb» sein «erde, in di« Herz» der ihm auverttaute Jagmd den Bürgersinn zu wecken, sowie die Liebe zu unserer Heimath uud zur weite», dem dmtsch» Vaterland«. Sb»d« vereinigte ein Festmahl ca. 30 Herr» im Hotel Schürholz. A» demselben »ahraeu auch der kathol. Pfarrer und der Rector der »augelisch» Stadtschule theff. Der erste Toast ausgebracht vom geistlich» Loeal-Dchulinspettor, geilt dem Kaiser. Eiu dreifaches kräftige« Hoch durchbreuste am Schluß diese» TrinkspruchH d» Saal uud stehend iatouitte di« Festversammluug die Nationalhymne, zahlreiche Trinksprüch« folgt» auf den Jubilar und deffm Gattin, die Syuagogen-Gemetude Bünde uud chrm Vorstand, auf die auswärtigen Gäste uud Eollegen de» Jubilar«, auf die Eintracht der Loufessione«, wie sie durch die Unterschiedslose, tauige Bet Heiligung Bünde'« au dm Ehrentag des Her» Kronmberg fich so herzerquickend kund gechan sei. Bet Becherstaug, Red« und «»«saug schwand» schnell die Stund». Ehre der Gemeiud«, die so ihre Lehrer zu schätz» und zu würdig» »etß, wie die israelitische Korporatt»» Bünde. Ehre dem L ehrer, der, wie der Jubilar durch treues, unermüdliches Wirk», durch situ« «»schlich schönen Etg»- schaft» solcher Huldiguugm fich »rrdieut gemacht. Mt» WArtüutHarg, 28. Oewber. Nach der neuest» Statistik des »ürttrmbergischen Schulwesens find uuter dm 3477 Schülerin»» der hvherra Mädchaffchulm 340 israelitische, also fast 10 Procmt. ver evaugeüsch» Oderschulbchvrde rntersteh» 17 israel. Schulstell», welch« zur Zeit mit 12 Schullehrr» und 8 Schulamtsverwese» besetzt find» uud worin 191!tw»d» uud 286 Mädchen, zusamm» 477 Kinder unterrichtet wurden. Der katholisch» Oberschul» behörde uaterfleh» 10 israel. Sichulftellm, »velche mtt derzett 7 Schullehre» uud 3 Nmtsverwese» besetzt find uud worin 483 Schüler unterrichtet «erd». Der israel. Obervrcheubehörd« find 24 Religio»«lehre:- uud vorsängerstell» unterst« llt, wooo» 18 mit Ausläude» besetzt find. Das israel. Waisenhaus tu Eßling» behrrtierat 40 Zögling«, wovon für 4 von d» Staatswaiftahäuseri Kostgeld bezahlt wird. De» Taubstummmaustaltm gehörni 8 Zögling« israel. Eo»- ftsfiou au. Stuttgart, 21. October. Der König vou Jtalim hat de« Geueralcousul vou Pflaum hier, Mitglied der israel. Oberktrcheubehörde, das Lomwandmrkreuz der italimischm ki one verliehen. — Der bekarmte Hofscha«spirler A.Juukrrn«u« hier, drrch seine .Revtervrrträge" berühmt, veröfftusticht seit einig» Monrtm in der „Württ. Landeszeitung" seine Memoire». Be reff« ihrer Lorribr« äußert er fich über seine jüdisch« Eollegm: „Immer l£k ich da die Geschicklichkeit

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