Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 44.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 340 (sequence 4)
- Language
- German
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Freunde mb Verehrer M »» goNÜthliche» i)— sammeusei» Mi (mg« «uh Mitternacht veredügt«. viel« geistvolle« Reden «ud Toaste, mehrere Festlieder, fmk fiat Festzritung erhLhtr» die heilere Etttrauaw de» Motto. Schneide» iitzk, 29. Oktober. (Dr. Tor.) Der Mansterial-Bericht vom 13. Rovewber 1869 (M.-8l. für 1861 S. 17), vorauf in der letzte» Rr. d. Bl. Bezug gowmme», lautet solgeudermaßea: .Der Lutrag auf Befreiung der jüdische» Rabbi»« und Lautore» von Lomuumal-Abgaben, ist zur Gewäh« ruug nicht geeignet. Die Begünstigungen. deren LnSdehnung auf die jüdische» KvltuSbeamtm gefordert vird, sind torch specielle gesetzliche Bestimmungen' nur de» StaatSbemur». beziehentlich den Geistlichen, Lehrer« und Kirchendienern der LaudeSkirche» bewilligt. Zu diese» Kategorie» gehören die jüdische» LultnSbeamte» nicht, fie habe» daher keinen gesetzlichen Auspruch auf gleiche Vorrechte und es kau» ei» solches namentlich aui dem Lrtikel 12 der Ber« faffungSnrkuade nicht hergeleitet »erden, da es sich hiebei nicht um allgemein bürgerliche oder staatsbürgerlich« Rechte handelt." Der Rabbmer unserer Gemeind« ist schon seit langen Jahren seitens der städtischen Behörden von den Lomraalfteuern befreit, in Rücksicht darauf, daß die beiden Geistliche» der andern Loafesstoneu ebenfalls zugleich von diese» Stenern befreit sind. LS zeigt sich hier, »ie öfters bereits i» diesem Blatte erwähnt, wieder einmal der Mangel einer Leotralstelle tu Preußen, einer Stelle, von welcher solch« Lugrlegenheite» sachgemäß an die betreffenden Staatsbehörde» gebracht «erde» könne». — Wäre es nicht auch au der Zrtt. gemeinschaftlich gegen die von Len Regierunge» au di« jüdische» Gemeinden angeregte Zahlung für die Hälfte deS Religions-Unterricht au königl. Gymnasien bei de» höhere» Instanzen vorstellig zu wereen? Bisher zahlte die Symuastal-Laffe die volle Entschädigung für den Religionsunterricht mit 309 M. jetzt müffeu die betreffenden Gemeinden die Hälft« dazu beisteuern l (Man dachte immer, in dem deutsch->Sr. Gemeindebuud« eia« Vertretung gemeinsamer Gemeiadeintereffea zu besitzen, aber mau hört nicht» daß er sich dieser Angelegenheit« angenommen hätte. LS ist darum kiu Wunder, wmu die ursprünglich« Sympathie« für d«selb« immer «ehr im Erlöschen fiod.) Crefekd, 22. Oktober. (Or.»Lorr.) Zu dem Kapitel .Militaria", dem sich in jüngster Zeit zu wiederhollm Mal« die Spalt« dieser Zeitung geöffnet, erlaube ich mir zur Ergänzung noch ein Beispiel hiuzuzufügen, das beweist, baß den jüd. Linj.> Freiwillig« doch nicht jede Möglichkeit geraubt ist, bei d« llöthigru Fähigkeiten zum Reserve-Officier avoncirm zu können. Ein hiesiger jnuger Manu, Sohn eines Gemeiudeoorftehers, Herr Jac. Herzberger, wurde, nachdem er sein Di«stjahr als Ein.-Fr«ivilliger bei de» Husar«- regim«t Nr. 14 iu Dvsselorf, bei welchem, so lauge es besteht, nie ei» jüd. Ein,ähriger avaneirte, absolvirt und Me vorbereitend« Urbuugm gemacht hatte» zum Offictersexamen zugelaff« »ad bestand es glänzend. Gleichzeitig gebe ich als Jlluftraion zu dem vor Knrze» von der „Kreuzzeiluog" gebracht« Lrtikel, iu welchem fie all« jüd. Soldat« Much und Tapferkeit überhaupt jedwede Tugend, die einen deutsch« Soldat« zier« muß, abspricht, einige Auszüge aus eine« Werkcheo, das bei der hier i» diesem Jahre abgehalteu« Jubiläumsfeier des 7V jährig« Besteh«- des Westfälischen Infanterie-Regiment» Nr. 17. an die Fefttbeiluehmer vcrthcilt wurde. In dieser Schrift, betitelt: .Lnr,e Geschichte des 4. Wests. Juf.-Rgt. Nr. 17. dargeftellr von v. Schütz, Hauptmanu und Louuupag^Lhef im 4. Wests. Jnf.-Rgt. Nr. 17, fand ich folgend« intcreffante Skizz« aus d« KriegSjahr« 1813/18, 1869 und 1879/71: »1. Musketier Jacob Moritz (7. Lompaguie), ei» Jude, schon bei Druuewitz mit de» Eis««« Kreuz dekorirt, hatte der Dör« seine 69 Patron« bereits iu der Tiraillenr- Siuie verschaff«, ersetzte aber beständig seine Munition aus ka Lasch» der Gefskleu« und blieb fortbaurrub rn 1«,^ Vpitze «tt d«, Zuruf an die »»der« Tirattlrur: .L»a««l Lome«! Lüuuut «er noachgeläuft, es kann se doch goar utscht «ehr helfe, s« «üffe waiche l" 2. Der Füselier Kauf««»» derselb« Lompaguie (19.X ein armer Jude, erschoß »ei Bischweier eiu« Gepwr. Als die Stelle, wo die Leich« lag, im vorgrh« erreicht wurden rief« Einige de» Lanfmaun zu, er möge doch d« Kerl vifitir«; wieder rnschleg«d antwortete er: ,Lch hebe nur wtt sei»«« Leb« zu schaff«." Später »ifitierte ei» Jäger »ud fand 89 Thal« bet de« Erschoss««. 3. Luch der Gefreite Kauf«,»», 11. Lompagnie, that fich rühmlichp hervor, indem er trotz einer nicht nuerhet»- lich« Berwnuduüg seiner Sectio» vorauetlte und sei»« Kamo» rad« zu« Borge Heu ermunterte, bis et» zwetter Schuß ihn schwer verwuudet uiederstreckte." Könnt« wir die detaillirte Geschichte eiues jed« Truppentheils unserer Armee »erfolg«, so würd« wir gewiß einer groß« Zahl Mischer Soldat« begeg«, die i» d« Kriege», die zu rnseres Baterlaades Ehre und Ruh« geführt wurden, sich durch Math. Tapferkett und Gefreudigkett gleich ihr« christlich« Kamerad« ausgezeichuet habe». Aambu«. 28. Oktober. (Or^Lorr.) Die von Ihn«, geehrter Herr Redakteur, iu Nr. 43 unter , Ber mischte Rach» ' richt«" gebrachte Rittheilung von hier, bedarf einer Berichtigung. Der Berthetdiger des Dr. Geffckm ist nicht der frühere Abgeordnete Hamburg'S im Reichstag« Dr. Isaak Wolffson, soude« sein Sohn Dr. Albert Wolffso», ei» . zwar noch junger Mann aber »ichtSdestow«iger sehr tüchtiger, »ud geachteter Jurist. — Hier macht ein Borfall viel von sich rede», der zwar an und für sich für die Öffentlichkeit wenig Jutereffe bietet, aber dennoch der Erwähnung vachwat, weil er ei» Streiflicht auf das ganze Gebahr« der hiesig« Zelot« wirft, namentlich dev sog«auutm Laogeufelder Clique, »ud di« Folge gehabt hat, daß der Präses des BorstaudaS des Syaatzogn>-Brrbaadrs und der Lbebro Kaddischa, ein. wie Sie wohl d«k« können, streug orchdoxer Mau», sich gezwungen sah, sei» Amt niederznleg«. Der Vorfall war folgender: Dieser Tage verstarb eine alte Ziau. welche i» Ohlsdorf ei« Grab urb« ihre« vor eiuig« Jahr« västorbön« Manne erwarb« hatte, also zweifellos die Absicht hegte, auch dort begrab« zu werd«. Die üitzebra Laddischa übernahm wir übnch, nachdem der Todesfall gemeldet Word«, die Bewachung der Lache, sie traf die Vorbereitung für die Beerdigung, hatte auch d« Sarg bereits an fertigen lasse», selbfiverstäadlich alles imLi»v«rstä»d«iß mit d« H interblieden«, al« plötzlich ihn« der Bescheid ward, die Leiche soll« i» Langenfelde begrab« werd«. Die Lliaue der Zelot« hatte di« Hioterbliebaw» der Fra» so lauge bestürmt» und gestützt auf einen Bescheid deS früher bereits von unS « der .Wochenschrift" erwähnt« Rabbi»atSverweserS, der sich geäußert Hab« soll, es sei wichtiger, daß die Frau fit T3P Smr käme, als ihrem Wunsche gemäß ueb« ihrem SXafne bestattet werde, bis fie der« Zufraunung erlangt. Wie man nach dem Lode des feig« Oberrabdiuers einen solch« Mau», der fich an die Spitz« der Anti-Ohls« dorfrr gestellt batte, um RabbtuatSverweser mach« konnte, während man d» Lqnrrnt« auf das Rabbtuat die Anerkennung dieses Friedhofs zur Bediuauug stellt«!, ist »ud war ,, mir vo» voruhevnn «tu Räthsel Und läßt fich uur durch . «io« Maugel a» Energie und Lonsequenz erklär». Vir könne» de« Borstand uur rath», möglichst rasch zur Dahl emeS Rabbiner« zu schreit», um diese« - Jrterregrmm u» seowu Folge« ei» End« zu mach« Di« Wahl der Bertrau« »männer soll am 8. November erfolg«', »ög« die- ' selb« iu Berbindung mit der Saaraltrag d«S Synagogen- Verbands uum Mann wähle», Ler die Kraft und die Fähig« kett besitzt, eine große Gemeind« z, lest» und ihr biu$ fern Wiffen und seine Rednergabe zu uupontr», dann werd« , - düse vrreivzelttn Zänker bald v o» der Oberfläche drrschwtu»» /