Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 44.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 339 (sequence 3)
- Language
- German
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Unb ber WohlthüllsMlvIinn «ater tat toben wirb fc%r »ft «f Me 9nbt gestült, bk er aber «her immer . «längend bestanden hat. Hofkentttch regt er sich euch 1« totereffe ber «men SbftbMnik» beb Stäbchen Wetiet Ln «miVernement Oßm. Di fbrt «n 80. September 108 Häuser b«rch Kener oerstör^ (barntter drei Btthänfer) und $t$eu 800 Familien «vbachlos gewarben. Der Schaben wirb nnf 140 Taufend oeraaschlagi, verfchett «wen verschiedene Sebünbe mit t» Emme, zwölf Tattend Rubel. Des ttenb W unbeschreiblich. Gaben nirmtt Herr Matthias Kowarsky in Maliat (San». WUm) entgehn. Wk Sk sehen» beftanb »ein .Schaltt- — um zu »einem ersten Bilde anrückzntehren —ans verschiedenen Ingr»-. bknzirn unb war anch stellen«^» sanerunbznletzt,angebeamt'. Rnn »er »Schaleteffen n»il, must es sich schon aefoOen lassen, wie er gerättz. Nagasnt RltoeL Die «e«efte» „A»lt«rttlder^^ bMi Alrf Gb«U Aremzo». u:*) Das erzreifeubstr Snttntttb in Meter Sammlung ist »Der Satt bes Abraham Nttttüfer". Franzos zeigt hier, »k in bem russischen Serwaldrngssystem so »tel Gransamlett Kege, baß anch ohne jede Spur »on böse« Willen Seitens ber Beamten boch bk entsetzlichsten Grenelchaten möglich find. Ein hoher rnsstscher Beamter, ein ltebenswürbiger nnb wohlwollender, m»r ettmck »ergeßlicher Herr, ber auch künstlerische Neigungen hat. kommt durch ein Stäbtchen seines Bezirkes nnb ein alter <Wbe fillt bem künstlerisch geschulten Enge bes Vornehmen Mannes auf. bem der Jude hat einen selten schönen Satt; ber Ebelmann skizzttt den toben und als er nach Petersburg an ben Hof kommt, zeigt er bk Skizze einer Herzogin, Me Me Malerei als Dilettantin be» treibt; sie thält bas Entzücken und ber Beamte Verspricht ihr bas Modell zur Stelle zu schaffen. Nun gehen telegraphische Befehle, ben Man» nach Petersburg zu schicken; jeder ber untern Beamten »«schärst den Befehl unb als er in bas Städtchen zu dem Potizei-Inspector des Ortes kommt, ist es eine fönnltche Berhaftsorbre geworben, den Abraham Weinküfer gefesselt, »14 völkische Verbrechen bringend verdächtig. sofort nach der HanptstaM einznlkfern. Der Polizeiignspector kennt den Mann »ls harmlos mb erkundigt flih noch einmal bei seinem afcfytai Baraesetzten, ob nicht ein Mißverstänbniß oorlkgt; ober diese Frage ttägt chm Wni sefichts ber T Hatsache, daß bet Befehl direct ans Peiersbmg kommt, um einen scharfen Verweis ein. Abraham Set«, küfer wanbett gefesselt nach ber Residenz; bott angekommrn wirb er sofort in Ströpingsklckbnng gesteckt und der prächtige Batt wirb ihm natürlich abgesihoren. Inzwischen ist er >on Denen, bk ihn nach Petersb«.-, haben bringen lassen, oergossen worben, Jahre lang sckmachttt er im Gefängttß, »ergebgns müht sich seine Fern, ihn zu befreien, endlich entdeckt der Beamte durch einer, Zufall Iren oerhängntßoollen grrthnm. er eilt nach de« SesÜngniß. den wifcholbigen zu retten, batt hött er, baß der Unglückliche »or einigen Monaten gestorben ist; bk Fern war schon früher ihrem Grame erleg»; bet verwaisten Linder nimmt sich dam der edle Herr an. Wer ist schnlb an diesem Elends Niemand, aber Jedernun» steht» bas ist echt rnsstsch, bas ist jenes System der Wistkür, der Sewaltchch» da« selbst dam noch seine Opfer forbeot, wem gar keim, böse Absicht oorwaltet. Franzos hat diese Erzählung. »on der wir hier nur das rohe Gerüst Mpbcn, mit den feinst» Hügm ansgestatttt; schon um ihrttwülen astein wirb diese Samncknng weithin BeachMug >btt Frsgos wiitzj nicht den Schein erwecken, als seien bk Juden nur Opfer, als sokn sie ganz schuldlos an der 9nn.Hi MOfc f, tt ». •. sieb,teer st. sech^zer» und G. Ml» 8. ro V. n. Srdnzod schreibt st. schmstt. materiellen, geistigen nnb stttichen Misöre, unter der fie seufzen. Da haben wir eine Skizze der .Fehlermacher-. Der Mann lebt hauptsächlich i-aoon, baß er jrnge Menschen, Juden rnd Lhristen, bk zu« Riilttärbkast ansgehoben ererben sollen, verstümmelt ober krank macht, n» sie »on dieser Pflicht zu befreien, und er flutet tn diese» schönen Berufe nichts gor so Schlimme«. Sa ist in eine» Sande, wo Me Beamten Me Achtung vor bw Rechte fortwährend untergraben. alle sittliche «ampstadung fast erstorben. Auch der Humor findet bei Franzos sein Recht; freilich hat er einen gar bitteren Beigeschmack Ein wackerer Jüngling, der t» Talmndftudinm kein Genüge finbtt und sich nach weltlichen Wissenschaften sehnt, kann nod; vielen andern fehlgeschlagenen versuchen sich nicht anders retten, als baß er eta Zündhölzchen am Sabbath anzündet; jetzt erreicht er feinen Zweck, er wirb ans der Stadt gejagt mtb wirb Professor ber OkMdn. Drollig ist Me Anekdote, mit der Franzos eine Studie über die sonderbaren Namen der galiztfchen Inden einleitet. Bei eine« Balle lernt ein Stndett ein reizendes junges Mädchen kennen, er fragt fie nach de» Namen und erhält tut Antwort: Süsse mich. Ter junge Mensch ist ganz entsetzt über diese unerwartete Bitte, dis er endlich erfährt, daß Süffemich der Name des jungen Mädchens ist. Als er einer audern sich znweadtt und sich oorsteD, hött er Me Segenrede: .Grober Slotz'. Er ist sich keiner Schuld bewußt und wirb verblüfft bürch bk vermeintliche Beleidigung; auch hier löst sich bas Räthsel dadurch, daß Groberklotz der Name des jrngen Mädchens ist. stfim mtterläßt eo der Stndett überhaupt, seinen Namen zu nennen und plaudert mit einer jungen Frau, die durch ihren Geist seine Achtung gewintt; im Satte des Gespräch« erzählt er Me Erfahrungen, die er diesen Abend mit sonderbaren Namen gemacht habe, da wirb Me Dame gereizt, findet es häßlich, sich über Namen jn noqoiren und gcht von ihm fott. Erstmmt erzählt er eine» Freunde sein Seid: der aber erklätt ihm den Aerger mit der einfachen Bemerkung, daß die geistvolle Dame eine Fran Mist ,eb. Wohlgernch ist. Der verf. »eist nach, wie die wohlgemeinte und für eine geordnete verwaltrng nothwrndigr Maßregel den Jaden bürgerliche Namen zu geben, von den Unterbeamten zu neuen Neckereien und Verunglimpfungen der toben seiner ZeÜ gemißt raucht ward« ist. _c«chl-b kl,».) Krrichtr «td DewtscchUued. Mmbebneß. von höchstem Jaterrsie für dk Leser unseres Blatte« dürste bk Mtttdeilnng de» offiziösen römischen Blatte« .Fanfulla" über ein Gespräch sein, da« gekgentlich einer Unkryaltunq des Kaiser Wilhelm mit König Hnmbett über dag Ghetto geführt hat. Hiernach soll Kaiser Wilhelm sich wk folgt geäußert haben: »In Deutschland halten «ich Birle für einen Gegner der finden. Allein «an irrt. Dk Juden sind eia intäliaettrö Element, das auf «ehr als auf eine« Gebiete vkl leistet. I h hasse nur die Anwüchse des Jndenchum«, ohne aber priacpiell dagegen voreingenommen zu sei».- Darauf habe König Hnmbett erwidert: ,8t» donol* (Da» ist recht!) So denk anch ich darüber. Gute nnb schlechte Jndwidn« hat jede Ionfesstl,u. * »reskan, ben 28. Oet (Or. Lor.) Zu« Bericht in voriger Nummer über die Feier des 70. Geburtstages bes Herrn De. Benedikt Zncktrmann tragen wk noch Einiges nach. Zahlreiche Zafchttfea und Telegramme zeugten von ber großen Siebe und verehr mg, bereu fich ber Jubilar bei seirirn Schükr und Freunden erfreut. Das stnrttorin» der Frincktlschen Stiftung«, hat dem pflichttreuen Lehr« einen zwimtigen Pokal mit ehemvolle» Begleitschreiben gewidmet. Am gchrigen Abend fand ein zu Ehren des Herrn Dr. Znckennrnn veranstalteter Kommers statt, welcher dk Hörer dos Seminars, bä» pesammte Sehrerlostegtn», sawk »tele