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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 43. · p. Seite 334

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 43.
Date
1888-01-01
Page
Seite 334 (sequence 6)
Language
German
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und gan» befcabrt* verdient wohl rin Lehrer, der weit über ei» Hilde» Jahchnndnt httdwrch sei« Lesen mb Lrhrm. seine ganze Kraft und vttksanckit in den Dienst der Mrnschhrit gestellt hat, daß »an ihm Imrch «ftw» ch»mL»R«ch«f ei« Dmtmal der Lied« «nd WnthschStzung sitzt. — Der Nestor der israelitische» Lehrer ißeffen«, der emnttir» Lchrrr Jakob Antkind in Zierender,, ist sanft nnd gottergebe», wie er fich u: seine« ganzen Leb« «Hollen hat. am 4. d». Mt«, an» dieiem Leben grschttd«. «, seine« Sterbelager stand eia großer Theil seiner treuen Ae»rinde und betete andachtsvoll diejeuigen Psalmen, die er sekst als seine Liebliugrpsalme« ihnen bez^ichntt hatte. Und so betet» er jede« Wort leise, aber deutlich anssprechead mit idarn, bi« er «ft de» Worten de» Erb«« ans den Lippen sanft entschlummerte. Am 7. b». M r. wnrde er. nachdem sed, ältester Sohn in Eterbehasje lZerzerarriftnde Abschiedstworte gesprochen, unter eirer außergewichnlich große» vethMznng zu Grabe -getrogen. Such »iele israelitische »nd chrisllichr Lehrer an« Roh und Fern hotten sich eingefundeu, «a dem liebe» Venen Kollegen die letzte Ehre zu erweisen. «« Grabe sprach Kolleg« Bloch an« Gud n«b«g unter Zugruudleguna te« Schristworte« (.Hohelied 6,2») tief e»« pfundere Worte und entwarf ein ledt»«voüc» und Wahrheit«, getreue« Bild der langjährigen und segensreichen Thätigkeit de« Berftorbrn'n. Er betörte tBosdn«, mir der verblichene in jener Zeit, da de» Jude» in Hessen die Smanz-patioa verliehen Worten war. sein Theil dazu bettmg, die Aigevd so zu erziehen, taß sie sich ebveso att tüchtige Juden, wir al« brauchbare Staatsbürger dieser Emanzipation würdig machen konnten, indem er p* "|T! DS TW, jüdische« Wissen und jüdische Gesinnungen mit den weltliche» Anforderungen in Einklang za bringe» wußte. Die allgemeine Theilnahme bei diesem Leichenbegängniß war beredt,« Zeugniß von der h»he» Achtnug und große» Beliebtheit, die fich der Dahiugeschiedene bei alle» seinen Bekannte», welchem Stande «nd welcher Richtung fi« auch augehörr» mochten, zu erwerbeu gewußt hatte. Mit Pflichttreue und Grwifsmhastigkrft verwaltete er da« ihm übertragene Amt al« Lehrer »nd Borbeirr. Seiner Grmeiud« war er olle Zeit rin verständiger »nd tteuer Bnathn; vo» Allen wurde er gesucht «nd hochgeschätzt und sei» Wert wirst» stet« beruhigend uud versöhnend. de«» Friede war der Gruudzug seine« Charakter« Dabei war er von einer herzgrwiuueadeu Freandltchkft und Bescheidenheft. All' die segeuSreichen Jnstcwtioam in t Gemeinde Ziereuberp, wo er an 80 Jahren treu wirst,, stad theil« durch chu in« Leben gerufen, und mggrsammt von ihm geleitet worden; er wußte mit rrchieu LerstäaWß und feinem Tak'grfühl überall da« Gcmeindeimereffe zu sttderu. Auf Lehrrrkouftreuzen, ganz besonder« aber auf de» Jahresversammlungen brr israelitischen Lehrer Hessen« fehlte er nicht, wenn e« nur eiuignmoßm sein geschwächter Körper Sestattete. Wenn er sich znm Sprechen erhöh herrsch» laut- »se Sülle, den» alle waren sich bavußt: „da« sind L ppea eine« Lehrer«, denen W-hrhe.t eutquillt.- Rach Ehre hat er nie gegeizt; aber je weniger er gerade die tzchre gesucht, je wthr «nd um so lieber «nd «sier ist sie ihm entgrgengevracht worden. E« fehlte ihm deshalb out, nicht an Anerkamung. besonder« seiten» seiner vorgefttzteu Behiftde» und manche» Belobuugsschretben. welche« oft mit einer Gratifikation verbunden war, ist ih» zu Theil geworden. Sei» Familienleben war ein warhast glückliche«; für sein« Kinder leiste er sich gern jede Entbehrung ans, um denselben eine i.fierr and zeitgemäße Aurbftdnug zu Theil werde« zu lrssea. Sein« beiden Söhne bestimm» er für den Lehrerberus, de» er selbst se über alle« Leb» uud von einer wahrhaft idealen Sette ausfaßte. Sk haben -beide eine geachtet« Stckrnag; der älteste Sich« ist Lehrer »nd liSatsenhausvaier in Cassel, der jüngere Lchrrr an der Jakobsonschult in Seesen. Ackob Grttüud war am kl. Juli 1808 in Frielendorf geboren, »nd da e« damal« »st dem Schulunterricht gar schlecht bestellt war, so hat» ch» sei» Bat« für ta» Geschäft bestimmt. Doch lag in ih« ein groß«!Mfsm«dra»g »nd ein« unbezwingliche Lust zum Lehrerderuse, nutz « wuß» Mftbl und Weg« ,» stad«, um sei«« Ziele immer näher zu kommen. Durch unermüdliche» Fleiß und einige» Privatunterricht hatte er sich auch so weit vorbereitet. haß. n sich 1880 «ft gutem Erfolg« bei d« damalig „Präfurg»- kaaunisston für «raelische Lchr« in E'ssel unterziehe» kann», und so »mrde er dann voa Lßefürstüch« Regiecuog zu Cassel erst in Rrnterähansen und spät» im Iahte 1837 io Ziereuderg angesteül. Hier wirk» er, nachdr» er uuter zahlreiche» Aarrkmuuug» sein« großen Verdienst« um Schule «nd Gemeinde am 3. August 1871 sei» füufziojähiige« Dimftjnbtläum gefeint hat», bi« zu seiner am 1. Februar 1840 erfolg»« Pmstnuirung. Am 27. Jnkt 188» »fein» n da« Fest der goldene» Hochzett »nd wnrde de« Jubelpaare an diese« Tage, umgebe» van Kinder» «nd Enkeln, von Freunden und Schüler» f» viel Eh» z» TheU, wie wohl selten in einer Lehrrrsamil» Vorkommen dürfte. Mdg« Gott dem verblicheneu, d« hier auf Grd« de» Fried« geliebt nnd gefördert hat, in dm lichte» Häh» dm ewig« Fried« al« Lohn seine« fromm» Leben» verleih« kl — rr3Y3rt 3. Cvrneltn«. Merwnhet«, den 19. OVober. (Or^Evrr.) Mittwoch, dm 17. Ot»ba, geruh« der Erbgroßhnzog voa Bad« anläßlich seine« Besuche« aus«« Stadt sammt sriun erlaucht« üiemahliu auch die Synagoge zu besachm. Ist» Königlichm Hoheit« wird« am Porta» de« Gottrshiusr« von dem Sgaagogrneathe empfang« uud fodana in d« heilig« Raum geführt, woselbst die Begrüßung durch eine Ansprache de« Stootrabbine« Dr. Steckelmacher erfolg». Dn Letztere hob hervor, wie tief begblckt »nd gerührt wir un« ob dn hoh« Ehre dies« Besuch« fühlt« und de» tauig« Dank, dm wtt empfände», wdh drffn zum La«druck bringen könatm, al« indem wtt ac; derfelb« geweiht« Stär», wo auch sooft allsibbmhlich uuse« heiß« Gebe» für di» «arg« Kaiser lichr und Grobherzoglich« Hin« zu Gott rmparftrigm, auch tu diesem für uu« denkwürdig« Augmblicke unsere G.fühl« zusammeafasim in da« rnmge und hnz'iche Geb t: Dn hrm«lis«l>e Bat« ni*t Ihre König!. Hohütm auch snu-r ia Sine» anilrig« Schutz nehmm und gesund und kraftvoll nhirlt« altrzeit. au chuew erfüll nd den alt« priesttrltchm Segim: „Der Herr segne dich u. s. w.' Sichtlich gerührt daiist« für diese War» huldvollst d» hohm Hnrschasteu, ließe« sich sodaun dm mit zue Begrüßung erschienene» Hena zwett« Stad»abbiun Dr. Appel oorstrllm, bestchrig»« hinauf «ft großrn Jaterefsr da» Gotte«hau« uud verließ'» dasselbe, nachdem iham der Borfitzeade de« Syiagogearach», Hen David Aderkb, auch noh Im Namen der Gemeinde » bewegte» Wort« gedinst, m>t wiednhoftm Lmßnuagr« tnnign Befriedigung. Da« Eretgniß hat in unsner gßemernde mtt Recht da« freudigs» Aufiebm hervorgnasm. ZltenÜnnstadt, 13. October. (Or.-Con.) Die fette ne Feier dn golden« Hochzett beging tu dies« Tag« da« in hiesig« Kreis« verehrte Ehepaar Jsack uud Hanua Bachmauu. ' Dn Judüar widmete de« hiestg» Krirgrrvereinr, desf» tan,jährige« aktive» Mitglied n ist, eiu prachtvolle« Beuch uud ließ dafielde von sriun Eukeltu de« Vereine überreich«. Dn Sriegeevnrt» brachte Abend« de« Jubelpaare «in« Fockelzug »nd et» mufikaltsche« Stäub chm uud übngab ihm auch ein hübsche» Geschenk. Sodann fand rin Concrrt roch Ball statt, »nd wurde d« viel« Verdienste, d» sich da» Ehepaar wlhrmd setnn 80jährigm Bnhttrat^mg ermord«, ehrend gedacht. a Herr Bachmenn hat üdn 80 Jahre al» Mohel sungttt 9 uud auch oft d» Gvtttsdieust zur stößt« Znfritdentzckt setoer Glaubensgemeind« versetz«. Für dm jüd. Cnttn« nlld für all« jüd. Aqzelegeuheitm hat» « überhanpt ftmnn «in rege» JMneffe. Möge e» de» Jnbelpaarr vngönnt ftd^och et« Reih« v»n Jehrm im Krch« setnn KtNdN nnd jm iMimfft

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