Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 43.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 332 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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.seiner Stiftung zu modtficiren imVegriffe ist nud dadurch manch«« autgefprochro» Wunsche «tgegeukommt. Wien. 21. Oftaoer 1888. Dr. «d. Jellluek-. Snfis. CS wird die Leser Are« qesch. Bl. gewiß ivtneffirw, Mackenzie'» Worte selbst -u erfahr«, mit denen dieser jetzt bestgehaßte Lrzt dm chm gemacht« Vor. Wurf, daß er jüdischer Abstammung sei, zurückweist. Dirselben lauten wie folgt: ,Mr,u verehrter Großvater^ welcher ungemein stolz auf leine Abstammung au» dem schottisch« Hochlande war. der in seine« Leb« niemal« ein« Faß außerhalb Eraßbri- «anoieu» gesetzt hatte, würde zweifelsohne sehr erstaunt ge» wes« sein, zu hören» büß er ein polnischer Jude seil Ein Eorrespondent scbri'b mir au« Danzig: ,T< nutzt Ihn« oar niLts, vorzugebm, daß Sie kein Jude sind. Sie er. wuthigten einen jüdisch« Doktor, »oa hier nach Loaeou zu verziehen, eine Sach«, au welch« nur einer don dem Stamme gedacht Hab« konnte.- Selbst Person«, welche behaupteten, meine Feeuad« zu se»u. bezeigt« rin« lebhafte Neugierde bezüglich meiner Abstammung. Ein« Dam« schrieb mir au« Magdeburg, sie Hütte mich in jedem Bunde vertheidtgt, ausgenommen bezüglich «rin« jüdisch« Abstammung. Wenn ich nur irgmd eia« Beweis a«en könnte um ihr zu zeigen, daß ich kein Jude sei, glaubte st«, würd« die Dinge in ihrer Stadt viel günstiger steh«, sie möchte gar gerne wijs«, wo ich gebor« sei und von wo meine Vorfahr« Herstemniten. Ich brauch« nicht zu sag«, daß, w«n ich wirklich zu de« bemerk«»werthm Stamme gehör« würde, welcher auf jedem Gebiet« der L'tteratur. der Äunft und W-ssenschast so viele Männer von der höchsten Au»zeichaung hervorbrachte, ich stolz darauf wäre, anstatt «ich solcher Abstammung zu schämen. Ich hielt r» überhaupt «rr der Müh« werch. die Sache zu erwähnen, blo» als Beispiel von der schmählich« Uu» genauigkeit in der Behanptung von Thatsachea, welch« ebenso eine systematisch« Gemeinheit wie da» charakteristische Kenn« zeichea der Anariffe geg« mich war.- (Ob die Herr« Gerhardt und Bergmann, fall» ihn« ein solcher »Borwurfgemacht worden wäre, sich «btufall« so Juden und Judrnthum geäußert hält«?) Areola«, 22. Octoder. (Or. Lor.) Im verflosseu« Jahre feierte da» hiesige jü->isch-th«ologisch« Seminar unter reger und iuuiger Bethelltguug von Mäuuer» der oerschtr» benste« Stände «ud Berufsart« au» all« Theil« D«tschlaud», au» Oesterntch und ander« Staat« Europa» uud und Amerika» ei» schöne» «ud er heb« de» Fest, d« 7V. G«. burtstog de» hochverdient« jüdisch« Geschichtsschreiber«, de« Herrn Prof. Dr. H. Grartz. Auch iu diesem Jahr« (ben 0. Oktober) war e» eine« allseitig verehrt« Doeeutm dieser Anstatt, Herrn Dr. B. Zuckermau» vergönnt, sei» 70. G«burt»tag»fest zu begeh«. Da jedoch der JubU« tu seinem schlicht« uud bescheidenem Siuue bereit» vorher de» öftere» d« Wunsch geäugrrt hatte, dies« Freud«»tag tu aller Stille zu feiern, and sich, um vollend» all« ehrend« Kundgebung« zu entgehen, »or seiue« Jubelfest« »ach Ober, schlefi« beärben hatte, — nach welcher Stadt, erfuhr «au erst po«t MBtom — so mußte füglich vo« einer öffmUich« Festlichkeit, wie sie der Feier eine» solch« Tage« wittdig gewes« wäre, Abstand gen »mm« werde«. Trotzdem »urdea dem Jubilar nach sei»« Rückkehr schöne Gednüzeiche» »ud kostbare Ehr«gescheuke als Beweise treuester Autzäugltkjknt, uud verehruugsvallster Lieb« seit«» de« Euraiorium» der Kommerzienrat Fritucket'sch« Stiftung«, seit«» der llolle» ^g« uud ehemalig« Schüler dargebracht. Die gegeuwärlig« Hörer der «»statt beadfichttg« tu d« aLeruächst« Lc^u jhrerfeit» ihre» »erehrte» Sehr« durch ei»» Festcomuer» ihre Freude «u diesem Jnbelsest zu bednck«. — Der Name de» Jüdilar» ist ued» deujeutg» uttw» Krankel, Beruatz» «ud Gritz aus» «gfte verkuüpst 2) 3) 1) S) mtt der Goschtchö» der Auftakt, o«, umtcher er Sutftlch« tu uuermüdstchor Pflichttrr« uud mtt vollem Eifa noch di» »um tobt«« Tdge mehr- «I» drck Deceuut« hiudurch sei»» mübevoft« Amte» »I» Ornat uud Biblwitzekor waltet, «ähooud^ dicker louatühckgm. segeusretch« Thütigkckt hat 'er auch dt« jüdischerßtttoratur durch tzochdrdeuteude Werke bereichen.. Die Ar Knifft seiner Sprziolftudi«. di« ei» vou nur wenig« bnrcknw» Gebiet umfass«. legt« er tu fügendem, für die MLoz»»- uud fo leuderkuud« de» Talmud» wichtig« Schrift» tziedevr 1) lieber S«bdatjodr»etzc1u» uud Jobelperiod». Breslau 1857. Iu» LuMch« #•» N». «. Mw* rottr dem Titel: »▲ tnmttoo of the Sabtwtia»! oyd* of th» jabÜM* übersetzt. London 1866. ttelKt talwudische Münze» uud G-ewlcht«. Birsla» 1862. De» jüdisch« Maaßstzste« «ud seiue-Beziehung» zu» artrchtschen »ud römisch«. Brest«» 1967. Da» Mathematisch« im Talmud, «resl» 1876. Materialien zur Entwicklung der altjüdisch« Zeit» rechuuug tw Talmud. Breslau 188*. Außer mehren» Aufsätz« iu Fraukel-Grötz'» >M»»ot schckft verfaßte er »och: 6) Kotalog der Semiumbibltothek. Theil I. Breslau 1870. Zweit« Ausgabe desfetd« 1876. Wir wünsch» de« liedeuswürdigm Jubilar eiue noch lauge Jahn soNgeführte gckeguete Wirksamkeit iu oller Frisch« uud Rüftigkett l-tg-DTOa TOB NS' TT BW JlM tzserfchsest», 1& Oktober. (Or.»£on.) Der 28. September 1888 scheint berufe» zu fcka, 'iw der Geschichte der jüdischen Gemeind« Oberschlestus eine b«r»orr»g-nb« Rolle zu spielen. Sollte tu Zukunft zu» Hckle de« Gemeind« eiue straffen Orgauisartou uud ein« «noerk »»bin Sottdarität »ur Wahrung gemeinsam« jüdischer Jutereff« sich gett«d »ach«, wir» mau mtt Dauk aut d» 18. T>schn 5642 zmw^schau«. An dick«« Trge fanden üch in Glet» witz via« Vertreter der bedeutendst« oberschtestsch« Gemeiud« em, um sich destniriv üb« die Gründung eines .verbände« der jüdischen Gemetudeu de» Regierungsbezirke» Oppelnschlüssig z» «och«. Dn Zusammentritt dieser Versammlung i» Gletw itz war schau am 19. Juni diese» Jahns g'Plo«. vo» der Ein Haltung diese» Termiaes «ahm «a« mit Recht au» patriotisch« Grüad« Abstand, weil «au d-«al» aoch zu numittckb.^» sätet dn erschütternden Einwirkung dr» tragisch« Ende» unsere» vielgeliebt« Dulder» «uf de» Kaiser chroue staube Am 28. September hatte mau >m» Verabsäumte nach Dt» namhaftest« Gemeind« Oberschlcki««, »i« Be ui Heu» König »Hütte, Kattaw itz, Myslawih, Tarua. witz, Sohra«, Pleß, Gr oß-Strehlij». Nteolat «. o. «tsaudtm ihn bernftn« Vertreter nach lFlckmitz. An ein« Erledlguag der ebeuso schwterigea wie icmfaugr» Tagesordnung war allerdings dt her kurz beiueffem» nicht zu d«tw. Au« dem Ehao» der vtetseitge» Wüus und Ansicht« ergab sich aber sihlteßlich da» Uerthvote suttat. daß da» Zustaadeko»«,:» de» oberschlesischc» G«e- «eiudrverbande» als völlig gestthert auzuseh« ist. Die eou» stitutr»de Vrrsammluug erwählt« au» thni Mitte eine Eammissio«, wckch» mtt der Aisgab« betraut «ab», anga» meffeue Statut« zu «twerftv. Allseitig« SlMpathte und Zustimmung hat sich da» Projekt der Gründung eiue» tsruelittsche» Waiseohause» t» uud für ober» sch lest«« zu erfreu«. Wir «blick« hierin Iu» Eardtual» puuft für die Thätiakett de» »berschlestschm Germiudebnudeft. ' v Mtt freudiger Begeisterung wurd« die «ttcheil»^ de» Hen» Dr. mad. Lsbiuger-Kottmoitz «tgeaeuaeuoaa»«^ »elcher ermächtigt war. im Rau« de» au» Huttschi, stcuumach»" ) Herrn Jaro»la»»ktz iu verliu 5000 M. all» erst, LtedeL» 7.7 »ade für die Erricht»»» eiue» Waiseuhause» aujsmeld«. mtt . de» Bemerk«, daß der Eiugaug von weitern 15000 «. durch Vermittelung de» h»chcherzigm Herr» I. sobald ernstlich zu» Bane de» «aisachmchß',