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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 42. · p. Seite 326

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 42.
Date
1888-01-01
Page
Seite 326 (sequence 6)
Language
German
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Abschnitt« au» bra Brotzhrttn, Mit silcher qm Sabbath vorzulesen ist. versteigert. Jakob Sarttn»leben blieb »it 80 Pfg. HSchstbittrud«, da er sich aber »eigerte. da» Gebot zu halte», beauftragst der Vorsteher de» Gustav Muhr, der 60 Pfg. geboten hatte, da« Amt (?) zu übernehmen. Dieser wollte dem auch rtchttg Nachkomme», wnrbe aber von dem Vater de« Jakab, dem Meyer WartenTlrben I, daran verhindert. indem der letztere zu schreie» anfing, er trete für seinen Sohn rin. er lasse sich sein Recht nicht nehmen, wobei er mit den Hände» um sich fuhr, und, da sei» Sohn und ander« mit eiugriffen, e« dahin brachte, daß der erste Vorsteher den Gottesdienst für geschlossen erklärte. Augeklagt, den Gottesdienst durch Lärm und Erregung von. Unordnung gestört zu haben, behauptete er nun, in seinem Recht gewesen zu sein, zumal Muhr nicht »ürdig erschein«, ein Ehrenamt zu übernehmen, Hab« derselbe doch s. Z. bei Wirth Gießmam« hier, wo er verkehrte, ritt Thora versetzt, auch bei Wirth Peter Radenhäusrr in Ober-Ramstadt, wo er nach vieler Mühe eine Wohnung gefunden, nicht »ur eine solche, selbst seine Genetriemrn verpfändet. Auch sei, al« er, allerdings etwa« laor, sich äußerte, gerade eine Pause gemacht worden, in welcher in di Regel die verschiedensten Dinge in den Syaagoqer. verhandelt würden. Der als Expeite gehörte LandeSrabbiner Dr. Landsberger bestätigt, daß in ländlichen Gemeinden, wo kein Rabbiner Ordnung halte. indeuPauseneSost zugehe, wie auf einem »polnischen Reichstag". Selbst bei dem Voileseu, welche« hier (in D.) deuisch erfolge, auf dem Laude meist hebräisch, so daß eS Niemand verstehe, gehe man au« und ein und schenke der an sich gottesdienstlichen Handlung vielfach nicht die volle Aufmrik'amkeit. — ÜK>« Gericht nimmt an. daß der Angeklagte sich der Anordnung de« ersten Vorsteher« zu fügen hatte, welcher den Muhr mit dem Borleseamt betraute, durch sein Schreien und ganze« Auftreten fei der Gotteldievst gestört worden, welch« Folge seiner Handlungsweise er habe voran«- sehen müssen und verurtheilt ihn n t Rüeksftht auf die Herkömmlichkeit tumultua rischer Auftritte in den Pausen in «ine Gefängnißsttafe von 8 Tage«, anstatt 3 Wochen, wie die Staatsbehörde beantragt hatte, und zur Tragung der Rosten." Was soll man zu einem solchen Skaudakprozeß sage», über den jetzt die politiichen, selbst liberale» Blätter »it bedenklichem Achselzucken berichten. Solle« die jüb. Blätter darüber schweigen? Ist e« nicht ihre Pflicht, auf solch« Sreb«- schädeu hinzuweise» und auf Abbestellung der Mißbräuche beim Gottesdienst zu dringen? Giebr e« wirklich »och Gemeinden in Deutschland, in denen »te Mizwo« »versteigert" «erden, in der Synagoge »ersteigert werde»? Synagogen, in denen während der Thoravorlesnog über die «verschiedenlle» Dinge" laut verhandelt wird, in denen es. «te der Laadrabbiner zugesteht, wie auf einem »pointscheu Reichstag" zugrhr? Wa« find da« für „Pausen", von denen dabei die Red« ist? Wohl die »rit „Mi scheberach’i“ ausgefülltea Zwischenpause«, während de« einen und andern zu Thora Aufgcrufeneu. E« scheint auch in diesem Prozeß da« famose, und von Rabbiner Dr. Rohn in Iaowrazlaw so gründlich bestrittene Gutachten de« Rabbiner« Dr. Ehren selb zu Gnrseu, daß Störung«., während der Thoravorlesung kera« vollgülttge Störung de« Gottesdienste« seien, al« mildernder Umstand gewaltet zu habeu, so daß der Gerichtshof die Herkömmlichkeit tumultuortscher Austritte berücksichtigen zu müssen glaubte. Haffeutltch trägt dieser Fall auch dazu bei, die Vorstände selbst »er kleinste» Gemeinde» aufzurütteln und zur Abschaffung von Mißbräuchen sowie zu streuger Aufrechthaltung der Syuagogeuordouug auzuregeu. E. Aienänrg a. d. M.. Id. Ocwber. Gestern wurde der Nestor der hiesigen jüdischen Gemeind« zu Grabe gettogen, der Rausmova Daniel (Gedaljad) Maguu« au« dem Flecke» Drackenburg a. o. SS. l*/4 St», von hier. Der L«ts1o,bc»r war in diese« O«te am 10. Septbr. (Zom Grdalia-i) l 192 geboren, stand also i» 97. Lebensjahre uud war der ältest« vürper de« Kreises. Seit viele» Jahre» litt er an «chioerhörigkeit. war aber sonst gesund und rüsil, bi» vor etwa eine« halbe» Jahre. Noch vor einigen Jahvertl? kam er allwöchentlich in die Stadt, mt den yleifchrttckkuf selbst zu t«sorgen. SSegen seiner Schwerhörigkett «ahm er ' fest lange keine» «ntheil au dem öffentlichen SotteSdRwstt, war aber sehr püaktsich und genau in dem Halten der iüd. Bräuche, er hat noch am vergangenen Succo* «st beut Lulaw in der Hand sein Gebet verrichtet. 0U vor kurzer Zeit schlachtete er noch sein G'flü^l selbst ,nd wie sei« sei« »Gefühl" Crom) war, davon konnte sich Schreiber dies«» . überzeuge«. Der Heiwgeganarne hatte ein enormes Gedächtniß, er wußte au» der .Franzoseazeit" so lebendig za zähle», al» ob st« erst jüngst an nu» vorübergezogen «ud nicht 7—S Jahrzehnte hinter u«S läge. Sr war ei» boscheiden«, bieder« und rechtschaffen« Mann, d« sich di« Werihschätzuug sein« Mitbürger «worben hatte, di« sich auch zu seinem Ehrr-geleite fast vollzählig «»gestellt hrtten. An sein« Bahre sprach d« Lehr« Eck m an« untet Zugrunvelrgung de» Texte» an« Spr. Sal. (16,31). Er ruhe in Frieoen! Oesterreich. Zn« Angar». Der ehemalige SicherheitS-Rommiffw in Ryirr^yhaza, Andrei» v. Recrky ist jüngst ia eia« Ri'b ' derung d« Theiß «hängt aufgefunden worden. RecSky ist vor fünf Jahren in dem Prozeffe wegen der angeblich «- ' mordeten Esthn Solymoffy viel genannt Word«». Er war e», ia drffea Hau« her kleine M ortz Sch arf, d« Belastung», zeuge gegen seine eigenen Angehörige», die erste Nacht seiner Hast »«brachte, und dem die Hertheidig« i» Prozeffe vorwarfe«. den Zeugen zu sein« belastende» AaSsage» dressi tt zu hoben. Eine« d« B-tth idiger, Dr. Henmanu, hatte SkeeRH spät« wegen dies« Bo> würfe aus Säbel gefordert; «ußte. e» ab« «leben, daß d« schwächlich« jüd. Advokat ihn. de» Riesenstarkrn, arg zerhaora obführte. Nachde« bann d« Prozeß mü de« Freispruch endete, gab RecSky sich so sehr de« Trünke hin, daß seine dedaunn»w«the Famllie sich vor - ihm zu Verwandten nach Preßburg flüchten mußte. Sei» Amt hatte d« Polizeibeamtt eiugedüßt, « zog voa einer herrschaftlichen Familie zur and«,», um deren Gastfceuud» schaft zu genieße«, sank immer ttes« und an» hat er ,ich «ttäugt. Ja emem hmstrl.ssenen Brief sthreibt «r »Ich Hab« de» verüchttichste» Tod gewählt, ich erhänge mich «tt rtu« Rrbschaur, um endlich doch meine Leidenschaft« zu bezähmen." Ein «Pest «scheinende» Matt lüfttt in eiae« Artikel bei dies« Gckegruhett unt« d« Spitzmart« »Nemesis" du» Geheimniß, da» über das räthselhafte Geftändaiß de» Kro«- zrugea im Tißa-Eßlar« Prozeß, schwebte. Morch Scharf, welch« gegenwärtig 30 Jaare alt ist, tn Amsterdam wetlt und daselbst sich al» D> mankenschleifrr 35—30 fl. p« Woche verdient, «rzähst oämt>ch d-a Sachverhatt «« folgt: ,Lf» unserem Dorst ging voa Mund zu Mund »st Rande, duß mein Bater im Bereme mit mehreren Jaden di« Esstr Sost^ moffi umgebracht hätte«, noch bevor ich uud met» Keims Bruder Sumu riue Silbe davon gesprochen hatten. W« diese Mähr «dichtete und «zählte, weiß ich nicht, ich sprach nur au» Augst dasjenige nach »a» man «tt v«pla»ßßst. Ich war «ia unwissend«, furchtsam« Dorffunge, welcher ganz ksvuder» vor den Genchrsleute« sich «schreckte. So lief uh schau voa Weilen beim Anblicke «meS Panduren. EiueS Abend« hoben «ich zwei solche fürchtnliche Mensch« aus eiaea Wag» uud fuhren «rt mir »ach Siagchalu in oab Haus d«S RecSky Bandi und als ich bloß ottsen Name» Hütte, schüttest« mich bereit» da» Fieber. Sie thatta mir nicht» zu Leide. R.csky vieß mich zu Bette gchen u» zu schlafe», wa» ich auch softrst gethan habe «ud rn d« Thar schlief ich gar bald «in. E» mochten ei mg« Stunden ge- »eseu sei«, daß ich geichlasen Hab«, da rüttelte «ich RecSky uasaust an» de» Schlafe, schleppte «ich nach seinen» Zimmer^ '••• wo «r «tt «uausspcechstch wilde« Blick« »ich — PÜ i „ i .MW»:

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