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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 42. · p. Seite 327

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 42.
Date
1888-01-01
Page
Seite 327 (sequence 7)
Language
German
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£*’ mk (atetta&tfiflte: ..Rn jetzt tck D» jüdisch« Fratz, wenn D» nicht willst, dich die Hundr aus dar Stelle Dem Blut fresse» solle, 1 — Nicht wahr Du hast e» auch milaagesehen. Wie die Ester geschlachtet wurlw? Sa««, daß Du, Kratze, e» gesehe» hast, da« sonst'' . . . (Da schwang der fürchte- Üch« Mensch ante gräßlichen Drohm seinen Stock gegen »ich.) „Ich sagte: ja ich habe e» gesehen. Auf alle seine Kragen, die sich auf die graust MLHr, die RecSky mir ebenso vvrsagw, wie ich sie au» de« Munde der D»ja-Eßlar«e- Btwmnne» schon vor de» gehört Hab« — gab ich ebrufall« eine bejahende Autwort. Mein« Angaben hat der anwesende Pöczell (^ ist derselbe, de« Larl CötvöL bei der Tage«, stchnng d« Borwurf machte, toü er wegen Mord» 5 Jahre eingetetet ward) sofort nieder, .schrieben. Dann forderte »ich Rrcöch aus. da» Schriftstück zu unterschreiben, wo» ich ad«r — ich weiß noch heute nicht woher ich de« Muth dazu Genommen Hab« — verweigerte. Darauf ergriff Rectky mit seinen beide« Händeu «eine Ohre», hob «ich in die Höhe, warf «ich hierauf zur Erde und trat meinen Körper mit den Füße». Rach dieser Pein hätte ich selbst mein Tode«, «ritzest nntrrschrirbeu . . .* DaiwemarE AOPaußageu, 8. Octbr. Der Oberrabbioer der hiefige« Mischen Gemrutd«, Herr Professor A A. Wolfs, hat heute nnter großer Theiluahme sein 60 jährige» Jubiläum gefeiert. Profeffor Wolff, der in Dariostadt geboren ist uuo früher Prediger in Gießen war, kau al« ganz junger Manu nach Kopenhagen, wo er jetzt 80 Jahre gewirkt hat. Bei seiner tzdcknvft hier t« Jahre 1828 waren die Verhältnisse in der hiesig« Mischen Gemeinde, die in mehrere Parteien gethetlt war, sehr traurige. S» gelang ihm jedoch durch fein verständige« und taktvolle« Auftreten die streitend« Partei« zu «arslhuen und geordnete Zustände einzuführrn. -r brachte e« zu Wege, daß ein« neue große Synagoge erbaut wurde, er war eifrig bemüht, die wahre religiöse Gesinnung zu pflegen, namentlich auch durch seine begeisterten Reden, die nach Tausenden gezählt werden müssen. Trotz seinen 87 Jahr« besitzt er noch seine volle Geisteskraft, er fuugirt noch immer in seinem Beruf«, und er hat erst kürzlich die dänische Uebersrtzuag de» Pentateuch vollendet. Die Re. aieruug, die auch früher seine großen Verdienste belohnt hat, «de» sie ihn zu» Professor und Ritter vom Danaebrog ernannte, hat ihn hmte mit dem Eommaudeurkreuze de» .Daunrbrog geehrt. Der Jubilar erhielt anßerhrm viele Zeugnisse »on der Liebe urd der Achtung, die er sich in allen Kreis« der Gemeiud« erworben hat. Die Repräseateste« der Gemeinde habe» ihiu eine Adresse und eine golörur Medaille mit seine« Bild« überreicht, eine Damm- > zz depntattou bot ihm «in« «eilen Omar, wozu die Beiträge j unter d« Damen der Gemeinde gesammelt worden find, und »on Fern und Rah find ihn. Gaben und zahlreiche Glück- «unschtrlearawm« geschickt wordrn. >- Von de» 4000 Juden de« Laude» unter einer Gesanuntbtvölkeruog von 2 Mitivueu Seel« wohnen 3.000 in Kapenhagen. wovon di« mrislenkanflentr undManufaeturisten sind; die Zahl der Haudwerüer ist gering; auch sind unter denselben mehrere Schissteigenthüorr. Krr«ifchte «»st ,lr«eße A«chricht»«. Mdßtzetznrß. Wir Hab« zu dem jüngst« Bericht au» unserer Rachbarstadt Brandenburg bemerkt daß die Beweise der Sympathie, di« uns»« von dort scheidend« Eollegm und Mitarbeiter, Herrn Dr. Krön er, auch christltchersett» geworden, ein wnhrer Xickännol» stwSobom seien. Ein« dieser Snudgebnng« halt« mir für «tue so bedeutsame, den Rabdinerstaud überhaupt ehrend«, daß wir nicht »mHin JSmkb, dieselbe zn veröffentlich«. Unser geschätzte Fr«nd v wtrd es nn» nicht verübeln, wenn wir da» ihm von de« Her« Oberbürgermeist«,: der Stadt Brandenburg zngegangene, nn» vertraulich mttgetheUte -tzrruzrngntß reprodneteu: »Herr Dr. »roaer. srlt 12 Jahre» vetorabdlner der hiesige» jüdischen Gewebte, hm sich »ilhread der ga»ze» Zeit fewer hiesige» VlcksemteU «W et» »mm M herverragender wissenschaftlicher Besllhtzung «rd lauterster Geiwom» erwies«. Nasgerüftet «it gründlicher Gelehrsmnkeit und mit ei«r vekrdt»«- kett, dl« viele setuer Bortrch» ^rrevezu hat «l» «aüerailtt, «rschebw» lasse», ist sein Streb« hi» «it aller Äraft aus sittliche Beredlnvg s laer Glaubealaeavsie» getcktet «wese». Vater d« oeawar uoaÜatziastea öuher» BerhUtuIssm hat Herr Dr. llreaer «0, traft de» chn bqeeleude«. selbstentsagend«: fittNch» Erafte», verstand«, seiner iSiellung »ach Nah« hiu dl« ihr aebührnte G.ltung zu derschaffe», aal i» da Fühäwa sei«» Fawllleahauohalre« uad da Erziehang seia« 1 Lader vorbildlich sich za erhalte». Sei» Weggang voa hier wird meiners-it» lebhaft bedanett. Braadenburg a. H. 22. September 183b (Li. 8.) Der Oberbürgermeister. gez. Neascha.E Partt». Am Sabliath I.«oft-I»oa» hielt Herr Robb. Dr. Krön er in der B'ue B'rith-Synagog« »vr einer andächtig lanscheoden Versammlung seine zündende Antrittsrede. HterN». In der Raiht vom 15. zu« 16. d. M. wurden an» der Ä-uagoge in der Ktliferstraße mitte» Einbruch» folgende Gegenstände gestohlen: 2 paar silberne Lmchter, 3 silberne Vorhänge zur Torah, 3 paar silbeme Klon«, 2 silberne Stäb« »st je eine Hand, 1 si iberner Becher, 1 silberne Gewürzbüchse, 1 silberne Kanne, 1 silbeme Schüssel. 1 silbeme» Altarschlld. Mrevka«. (Or.-Co.-r.) Der erste Borsteher der hies. jüdisch« Gemeind« und Kurator der Fräakel'schmi Stistuag« Rechtsanwalt Dr. Milch sst von deu Stadtverordneten «st 67 von 73 Stimmen zum Stadtrath gewählt worden. — Die Akademie der Nffseaschaftm zu Madrid hat Prof. De. Grätz zu ihrem Mitglied« ernannt. Aichwteßus. Gegen Heinrich v. Tr ritschte hat der hiesige köuizlich« Awt »richte Herr Arnold Kalischer eine« .Offenen Brief von ei^em deutschen Jsrarlttra" erschein« lassen, welcher iurbesondere da» Treitschte'sche Schlagwort von dem »internationalen Judenthum" zu» Gegenstand der Kritik «acht. <E» heißt in der Broschüre: „3« Interesse unserer verletzten Eine aber weisen wir. die wir voll uad ganz, mit Herz und Kopf in Liebe und uawandelbarer Treue zu uasrrem preußischen Vaterland«, zu unserem deutsche« Reiche, zu unserem erhabenen Kaiser und Könige stehen, Ihre herabwürdigenden Worte in jeder Beziehaug ra t Ernst uad mit Earscbiedeuhrit zurück." Wirft*. Die hies ge Gemeinde wird am 2. Dezember den Grurid^ein zu ein:« neuen großartigen Tempel lege», deu sie »Kaiser Feanz-?toseph»-Jabilä«m»-Trmpel" zu neune« die allerhöchste Einwilligung einzuhaleu. gedenkt. — Ja Brennporikschen lK>t die kleine Gemeind« einen kostbaren Vorhang vor der yeiligen Lade gestiftet, deren Jischr>ft auf da» Kaiser.Jubiläum 4>ezug nimmt. . Au« Ate», 12. Oc'ober. wird der gestern erfolgte Tob de» durch seinen großen Wohithäligkeitsstan weithin bekannten Herr» J«raelBrot»ky telegraphisch gemeldet. — Warschawski Poliakof. Brodsky. diese« glänzende Drrtzestirn» da» den düstera Horiziat der russtscheu Judeuheit erhellte, ist tuaerhoib weniger Lloaate erloschen — ein sehr traurige« Geschick, da» die Jubrr, Rußland« in diese« Jahre betroffen l Fnrin. Die Hock,zen d « Herzog» von Aosta, Bruder unsere« aügeliebte» König«, mit seia.-r Richte, der Prinzessin Laetitia Bon aparte, welche Anfang» September hier ge» friert wurde, führte tute dem Gefolge Ihrer Majestäten eine große Anzahl hoLgestellter Civiluao Militairbeamtea in unser« Stadt. Uatei: dies« befanden sich von unseren Glanbeuögmoffe« «. A. folgende Persöultchkesteu: Eommodvre Carlo Luzzatti, Parlameut«Mitglied; di« Senatoren, Commodore Tullo Mass arani und Artom, Cxmiuister in Eopeuhageu; Lvmmidor« Giaromo Malvano, früher Geuaalsecretair im Ministerium da» AuSwärtiaea; Oberst Giuseppe Ottolrn,hi; Oberst vrgrö, VberstabSarst zu Lworno, die Ardlleriwberst« Srgrö und Larmi, außer dtesm ein« Auuhl äußerer Ofstzwre und Sectio«»- beamte» au» den oastnedrae» Miutstertea, welch« sich i« Gefolge ihrer CabstwAöef» befaude». Biele dieser jütischen Besucher wurden zur Königliche» Hochzeitstafel geladen.

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