Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 42.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 325 (sequence 5)
- Language
- German
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Diese »« rdtenten sießanch, dem, iu kra golden« Bnch« misere« ünmpse« »» die Befrei«,, de» Vaterlandes kftfKft wir Hunderte» otn jüdtiche» Namen, deren Trüg« Gut und BlatUnnserer Sach« zmn Opfer trachten." Etz« der Mai, die jüdischen Depntattonen entließ, über, reichte er denselben hochherzige Geschenke für die Innen ihrer Gemeinden. Inch der H,rzog »an Ivfta, Bruder de« SSuig«, bc> nntzte di« Gll«g«>hett, auf bi« hohe Meinung, »elche da« Königlich« Hau» von deu Juden habe, hiuzuweiseu. al« er einer jüdischen Deputation von Ln rin (siehe ». u.) für die ihn» bet seiner H»hzett«frier dargebrachten Glückwünsche seinen Dank abstattrte. Seine Königlich« Höhest drückte bei Erwühnnng Spanien«, ans dessen Thron er ja gesessen, sein tiefe« Bedanern darüber an«, daß diese« «nglückliche 8aud seine« rechte» Ir» »erlor. al« e« au« religiösem Fanatismus sei« arbeitsamste« und tüchtigste» Bürger, die Jude«, anstrieb. „Al« ich tu Spante« war", fügte der Herzog hinzu, „jotic ich »och die Spure» dieser große« Fehlgriffe er-' blicken. Noch hente leidet Spant« durch dieselben und wer weiß, ob da« Land sich je au« seinem gegenwärtigen Zustand« erhebe» »ird. Mit de» Inden schwanden Haudel und Industrie «nd von jener Zeit an datirt Spanten« politischer uud cvmmerkieller verfall." Möge da« erneute Frrwtdschaftsbliadaiß zwischen dem italienische» und preußische« Herrscherhause die schönsten Früchte de« Frieden« und der Gleichberechtigung für beide «öller. für Deutschland uud Italien, tragen! Werkln, 14. Ocwber. I« großen Saal de« Stadt- «isstouthause« hat Herr Stöcker vorgestern Abend wieder Judenhetze im großen Stile dttriebeo. Er sprach von dem .^»pörendeu jüdischen Wucher in Hessen". Es sei schon so weit gekommeo, daß man in Marburg de« Mördern eine« Juden eia Hoch auöbriage. (Die Zuhörerschaft zollt hierzu Beifall.) Stöcker sprach daun von deu „jüdischen Magaztn'er« (Rudolf Hertzog l) RamschverkLufern, Bankerotteure»" in Berlin. Jla alleischlimmste» aber ist da« Ueberwuchem der Juden i» -ffenttichen Leben, in der Presse, in der Kunst, in der Littoratur. Der deutsche Geist geht allmählich, wenn er nicht bald aufwacht, t» dieser Vermischung mit dem jüdischen Geiste de« llutngaage entgegen." „Da« allein helfen kann, ist, daß mau die Stellung der Atdea systematisch, grsetz» esch, auf dem Wege der Berwattnng, kurz, wo «an bekämpft und daß «an vor Illem auch im Volke da« Bewußtsria wachruft, daß der jetzig« Zustand der Würde einer großen Ration eicht entspril^." Hierauf zog er gegen Eremer und Böckrl lo«, mit letzterem sei gar nicht auzukommen, da er sich für de» Hauptmacher hielte. Nein, nicht Bückel, sondern er (Stöcker) sei der Later de« Antisemitismus, er habe chn vor 10 Jahren angeregt, «d seitdem sei er durch die ganze Welt aegauaeu." (Nun streite» sich di« Herren gar noch um die Vaterschaft diese» „Wechsrlbalg»'.) Hie» war — wie der „Börs. Somit" schreibt — da« Gerücht verbreürt, daß Herrn Stöcker von autoritativer Seite naheanegt worden fei» baß «an seine politische Agitation mit seiuvn gelltlichen Amt nicht für gut vereinbar halte und deshalb wünsche, baß er ans die Agitation verzichte, weun er nicht dmch lufgebeu seine« Amte« sich diejenige Freiheit de« Handeln« gewinn« wolle, dir bei nn« nun einmal »ur dem nichtbeamtet« Mensch« beschieden ist. Die .^kreuzzeituug" dementtrt zwar diese Nachricht, aber da» «acht sie nn» erst --*- -t-*»-» Um ^Qnnrafmmn, Werkt«, 14. Oktober. (Or.-Corr.) vor zwei Woche» dem«, da» «teichröberlche Han« da» ö0jährige Geschäft«. jabüLnm und b«t der UO. gUtUm Mark. Gkin hüe ich r-:' -X. Ihne» über «ine so selten« Feier berichte», allein ich wußte nicht wa«. Jubiläen wert«« beut zu Tage in erschreckender ffltcM« begangen, wenn auch da« Jubiläum der 150. Million Mark hier nodj keine« Lnraäager gefunden hat und sobald auch wohl keine Nachfolge finden wird. Allein de« Leser« diese« Blatte« würde diese Nachricht allein nicht aenügt habe«. Ich glaub« ihre» Jdeengang richiig zu brnrtheil«. wenn ich annchme. daß t«i der Borstellenq von der 1K0. Million zugleich ihre Wißbegierd« laut «erden wird, welch riesig« Summe solch ein »ieldkönig ohne gleiche» bei solcher Gelegenheit wohl zu Zwecken der Milderung menschlichen Elend« und menschlicher Leiden und Roth gestiftet haben müsse. eine Neugierde, die ich früher nickst Hütte befriedige» kvnuea. Ich bin «u« jetzt in der —ich will nicht saz«: bevorzugten — Lage, t* chu« zu können. Außer der unter der Leitung de« Herrn Hofpredig«« Stöcker steheudea ebenso .würdigen wie bedürftigen" Stadtmisstoo, der vom v Bleichrvder'schm Hanse wohl auch nur 10 OOO Mk. gewährt wurden, scheint keine Einrichtung für würdig genug befundm zu sein, bedacht zu werden und da« schriat auch wohl da« wohlerwogene Motiv gewrseu zu sein, warum sie alle leer ausqingea. Uud in der Thal, in der Würdigkeit, van einem jüdtschea Großbankier unterstützt zu wrrdea» dürste sich so leicht kein andere« Jastitrt mit der Stöckerschea Stadtmisstoa messe» künuea. Alle Zeitungen de« Im- und di« bebrüten bereu de« Au«» lande« haben t» sich ang,-legen sein lassen, den Helden de« Tage« in spalten langen -lrtrkel« in fast zu wohlwolleudem Sinne zu feiern, wobei die hohen Tagend« de« große« Seldsamwler» in« rechte Licht gestellt wrndeu, um habe ich ein Lob vermißt, da« Lol, nothvekämpfeuden Wohlthistigknt«- stun«, «st dem man sonst bei ähnlichen Anlässen, wenn nur der allergeringste Schein vou Berechtigung vorliegt, nicht zu karg« pflegt. Diesen Rihmeötitel schien man ihm auf Gruad de» oben ^zeichneten Wohlthätigkeiwakte«, der allerding« «st nach seinem Jubiläum imd nach besoudn« Aufforderung «folgte, nicht zue,kenne» zu wollen. Da« ist ein große« Unrecht, da» die Presse am eheste« wird« gut zu «ach« nicht versäumea sollte uud wir beeile« un«, auch diese Seite an dem verehrte« Herrn Krösus nach Gebühr zu würdige«». Wir dürfe» der frohen üftwartMg Ausdruck geben» daß da« Jubiläum der 1000 Million zu noch großartigerer Bethätl« gang eiae« hohen philaatiwpischra Sinne« Laanlaffuag gebe» wird. Was kann man carch von lumpigen 1K0 Millionär «warten? Zumal sein «rgermaaisch« Eidam, ein echter Sohn d« Mark, deffea Vorfahr« schon unttr de, ersten hohenzollerschen Markgraf«» — dem Nrmen nach wenigsten« — (ine und welch' eine Rolle gespielt haben. Herrn Gersou ». Bleichrvber« Kassen ein wenig sehr angegriffen hat. Denn da« Abenteuer mit dem Heer» v. llechtritz dürfte wohl einige Million« v«schlu»gm fab« und in weis« Boiau«sicht »weise ist wer vorau»siicht", —diese» einst etmrrffend« Vorkommnisse« hat sich Heri' v. Bleichröd« von jeher d« denkbar größt« und „vormhmlichsten" Zurückhaltung in Ausübung vou Wohlthätigkelsakten befleißigt, uud daher rührt auch wohl dir große Fülle de« Mangel« measchenfrmudlicher Stiftung« seit«« diese« Bankköuig«. Darmstaöt. Bor d« hiesigen Sttafkamm« wurde in der Rosch-Haschaua-Woif« ein Prozeß verhaudelt, d« geeignet ist, jedem gebildi-ttn Israeliten die Schamröthe in'« Anllch zu treib«, well « unsere Religio» de« Gespülte t» d« Aua« von Nichtiiirarlittu ouösetzt. Aaderrrseit« zeigt «, wie dringend, troch alle« Sträuben» d« Orthodoxie, an aewkffe« Maaß vou R>formen auch i» d« Synagoge» der «ulligemeind« ist» weun wir nicht B"U3 riPXini9WW »erd« woll«; tan die Schmach trifft die Gesamuchutastell. D« Fall war, wie die Tagesblätta bericht«, folgend«: Am zweit,» jüdisch« Ofterfetatag« d. I.. wurde, wie « d«. ländlich« Gemeiud« üblich, in d« Synagoge zu Oba-NauAM vor vrrles« d« Thora da« Ehrroamt eine» Borlrser« da ^nphtara", d. h. de«