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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 42. · p. Seite 324

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 42.
Date
1888-01-01
Page
Seite 324 (sequence 4)
Language
German
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gemäße Pflanzstätte der G»tte«f»rcht Schule und Han-, wie ist da die Grfahn nicht z» verkenne», die in etasemgrr Ber» «ehrnng de« Wisse»« liegt, ans welch« unsere Zeit hiüardettet, unbekümmert, ob damtt auch die Gemüth«. «nd Eharakterbildu- > gleichen Schritt halt». Und sind etwa die Gefahren geringe, welche Halbbild«» »ad die dadurch nur zu sehr geförderte uuverhältni«mäßlge Steigerung der Leben«a«sprüche mit sich führen? Sehen wir nicht, wie, wenn erst der furcht» bare Ernst de« Leben« heraotrilt, dieser Alitier von Halb» bildung zu Schettern qrt>», oft mit Llrinmuth Berzw ifiuag wohl gar Selbstmord endet, den unsere Väter doch kaum de« Raweiu nach gekannt. E« ist ein gar gewichtige«, inhalttschwere« Wort, da« der uuoergeßltche Kaiser Friedrich, den ich noch einmal citirrn muß. in unsere modernen Zustände hat hineindringe» lasten: »Nur ein auf der Grundlage von Gotte«, furcht in einfacher Sitte auswachsende« Geschlecht wird hinreichend Wider ftaud«kr»ft besitzen, die Gefahren zu überwinden, welche in einer Zeit rascher wi rthschaftlicher Be» wegung durch die Beispiele hochgefteigerter Lebensführung Einzelner für die Gesammtheit erwachsen.* »Da« ist r u heilige« Berwächlniß, da« wir treu bewahren sollten. Dar»« ist e« wohl z« beherzigen und zu bethättgen . « Texteswort r .Ttm J5Ö1? »fnn prä pTX der Gerechttgkeit uachzugeh«, im Berkehr «tt Fremde», wie Verkehr unter einander, in unserem Berhültniß zu Gott. Und die Frucht solcher Gerechtigkeit muß sein: allseittger Friede! Philo- Mdv A«tisemitischeA a»A^vefterreich« Schon lange ist in diesen Blätter« nicht« llebersicht» liehe« über de» Stand der Judenfrage in unserem Laster» staute enchasten gewesen. Gott sei Dank stt über diese» Zeile« ei» freundlichere« Licht verbrrittt, denn die »erpestende Lrankheit de« Judeuhafle« ist ersichtlich im Niedergang begriffen. Nicht daß die wetten davon ergriffenen Kveste der besseren Einsicht zugänglich geworden wären, dazu war die Durchseuchung zu tttteafd», nur daß die Terzte schärfere Mittel gebrauchen und die Wärter i» der Anlegung .der Zwangsjacke nicht «ehr so sparsam sind. Die «lttidynrststche Richtung, di« hier zu Laude der Antisemitismus genommen, hat chn gründlich gerichtet. Im -Vaterland*, welche« von offizieller preußischer Seite de« EgoiSmu» und der Ber» logenheit beschuldigt wurde, hat zumestt auch nur der frondirende Lleru» da« Wort. Di« deutsch»natiouale Studentenschaft, welch« von jüdstchen Lostragen und Stipendien lebt und dabei wacker .Hoch Schönerer* schreit» wird von den braven Wiener Polizeimänner« behandelt, wie sie e« verdient. Schönerer, der schon lang« den verstand und au» auch noch den Adel verlore« hat, sitzt unter Schloß und Regst, der graue SträstingSauzug soll chn vortreffstch kleiden. Wie sehr der Antisemiusmns m Verruf geratheu ist, bewestt ein« köstliche Geschichte, die sich in Prag abspiett. Dort» wo die Einigkeit der Deutschen eine LebenSbedinguug chrer Existenz bildet, kounten e« einige antstemüstche Deutschnatioual« nicht unterlaffen. an» dem großen deutsche» Turnverein auSzuscheiden und eia exclusive« vereiuchen z» bilden. Um sich nicht lächerlich zu mache», wurde d» antisemitische Tmdeuz offiziell in Abrede gestellt und beschlossen , drei Paradejuden aufzuuehmen. Rach d«se« Aushängeschild stt man nun auf der Such», aber es will sich natürlich i» Prag kein austäudiger Israel« zu einer solche» üomöd« hergebm und d wird dem Bern» nicht« andere» übrig bleiben» al« sich wevigsten «inen Paradefiche» — zu kaufen. Eruf» und würdig habe» der Wieuer Geureiuderath und der aiederösterrrichische Landtag den schamlose» versuch der Antisemiten, die Anwesenhttt de« dmüschen Laster« in ihre« Sinue p fodtiftcbea, znrückgewieseu nnd der «iuisterprüfldeM hat de» freche« Antrag, dm peigust war. etar» geisttz» Znfammeaha», »wisch« de« jnnpn «auaröje» nk de» Wiener Aatstemite» zu konstatirrn. aevchqv all rr^enmß». feindlich gebrant-martt. Bei Geleaenhett eine« Gesetziwtwnrf» über da» Wahlrecht der geistliche, im mederösterreichkstbe» Landtag ist der edle und alle Zett für die Jtterefsen de« Judentham» «tt Liker »ad Begststenm, kämpfende Barm» Lö»ig«»arter für die vollständige Gleichberechtig»»« der Loafrsstoaen rinaetrrte» «nd hat er einen vollen Erfolg errungen. Bei der Debatte trat «» wieder einwal zn Tap wie schädlich da« Bemühe» in unserer eigene» 'Ritte wirkt, den Stand de» Rabbiner« herabzudrücke» und Hera!»zuwürdigen. Lin unbefangener Redner äußerte, er habe nicht gewnßt. daß die Rabbiner «uh Seelsorger feie», er habe ne »ur für Matrsteusührer gehalten. Demgegenüber wie« lkümgSwartrr auf da« m verfaffnogSmäßigrr Behandlung ststunde Gesetz hin, welche« trotz aller gegnerischer Wühlarbeit de« Rabbiner diejenige Stellung anweist, welch« so naive Aasrhaunnge» tu Zwkunst unmöglich mache« wird. Mit Ausnahme de« Justizministerium«, komme» in alle» Restart« Befördernngea von Inden zu hohe« Arnttrrn vor. die Avancemeottlstte für da« lästerlich« Heer am 18. A^nst enchielt «ehr al» 20 Beförderungen von jüdische, Offiziere». Arnold Beer. Oberst »ad Tommaudaat de« Feldrrtlllrrie» Regiment» in Laibach, stt leider in voriger Woche in voller ManueSkraft gestorben. Er mtbc auf der israelitische». Abcheilung'de» Lenttalfriedhof« i» Wie» mit alle» milt» tatrstchea Ehre» begraben. Unter de» vier GenrralftabS» Srztru der österr.-ungarischeu Armee befindet sich et» Israelit, Herr Waldsteia au« Wodriaa. Darum ist e« auch begreiflich. «tt welcher Freude die J«rastüm der Monarchie dem 40jährigen Regierung».Jubiläum de« geliebte» Herrscher« entgeamgehe». Die wohlthätigen Stiftungen ton Private» »nd Eorporattonen zur verherlichuna dieser Tage betrag« sch«, Millionen nud »och immer berichte» die Zeit»»»» *** solche» Akte» der tiefste» Dankbarkrtt nutz freudigste» Bekehr»»». über welche wir später z»s«nme»f«ste»d berichte» werde». Gerichte tt«* Gsrrehkmcheiqr«. Demtschlwmtz. Magdeü»rg« Wichrev» Stöcker i» Berli» auf« mue die GrmÄher gegen die Juden «stregt »»d die Perfo» ««seres erlauchte» Laiser«, beste« Bild durch di« Rede de« Grafe» DouglaS i« reinsten, schönst« H»he»zoller»gla»ze als da« eine« Fürste» erstrahlt, der z» temer extro».poltttsche» oder religiöse» Partei sich httuwigt, sonder» hoch über allen Par» tete» steht, in die Sttettfrage» der Partei«, htnadan^ehe» sucht, »eilt derselbe tu Rom al« Gasstre»ad de« Lünhd va» Italien, n» da« FrnmdfchafMdünduiß seine« edle» Bated» Laiser« Friedrich, »tt diesem kktznige z» er»e»er», der «tcht usr di« Jude« seine« Lande« stet« ick« gleichberechtigte treue Bürger anerkannte, »nd di« vefühigte» «»trr ihne» bi« z» den höchsten Slaatsämter» beförderte, sauber» für fie »och gauz besonder« Warte der Anerkenn»»» hatte. So wird »»« .aus Jialte»* berichtet: Auf de» Retseo, «lche Adntg Hnmbert durch verschiede« Theile seine« Stzuigreich« «achte, hat derselde anch mehrere jüdtsche DeMattoa« empfange». JnSes«»» bemerkte Sei»e Majestät mehrere Btteame», »elch« mttrr Garibaldi i, verschied«»« Schlacht» um die Freiheit , Italien« «ttgefwH« hatte» «ch »er« Brnst di« Pwß» Tapferkeitsmedaille schmückte. A»f diese Thatsache «spielach äußertt der st»»t, gep» die Mitglieder der DeputMim, wie folgt: .Met, berühmt« Vater hatte für sei« jüdische» lUtterthau» eche desandere Acht«»» n»d Z»»«t,»»tz. 1

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