Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 37.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 288 (sequence 4)
- Language
- German
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man Aufgaben fttac« Amte« eine kluge mb gewandte Gefährtin war Er »ib«et« sich vor Alle» de« Rust»» ber Gemeind« - Jnstituttone» — Gotte«di«ap. Rel'giousschule, SctrbtgiaflKtlnL — Ganz besonder« aber »ah« er sich der Kreta uab Bedürftigen au. sowohl der einheimische» als der sremdrn. De» Jünglingen. welch« in Halle stndirteu, den Lranken. welche di« Lliniken and Professoren Halle'« aufsuchtea und seine vrrmtttelung anriefeu, war er ein jederzeit freudig und rasch bereiter Helfer und Berather. Aber auch außerhalb Halle'« und snoer Gemeind« war er ein chätige« Diitglied und Mitarbeiter au der Hebung solcher Eiurichtuugm, welch« da« geistige, fittliche und leibliche Wohl seiuer Slauben«geuosse» fördern sollte«. Er war fast regelmäßig auf den Bersammluugeu de« Mitteldeatschen Tuliu«- beamtenveiein«, bei deaeu seine Vorträge, Anträge und Reden Zeuguiß »o» seiner rege» and eifrige» Mitarbeit ablegten. Bei allen seinen amtliche» wie nichtamtliche» Thate» and Schritten, ganz besonder« in seinen religiösen Reden, zeigte er sich al« ein aufrichtiger, treuer Anhänger de« überlieferten Judenthum«, da« er ia seinem persönliche» Verhalten. in seiner Familie streng brwabrle und in seiner Gemeinde wie im weiteren Lreise mit Ueberzeugung vertrat. Doch suchte er den Wünschen seiner Gemeinde nach Verschönerung und würdiger Gestaltung, nach Ordnung und Begeistigang de« Gotteldienstr« und de« Unterricht« Rechnung zu tragen. In den letzten Jahren führte er auch die Eonfirmatiou der Mädchen ein. Dabei zeigte er seine aufrichtige Liede zu der allgemeinen Bildung, indem er al« ein thätige« Mitglied der Litteraria, einer gelehrten Gesellschaft in Halle, sowohl gab al« empfing. Ganz ging er aber in der brüderlich« Thätigkeit in seiner Gemeinde auf. Er nahm Theil an jeder Freude und an jedem Leid« in den Familie» der Arm« wie der Reichen; er war mit seiner liebevollen Seel« mit jeder Familie und chrem Selb und ihrer Freude verwachse». Ein Hort de« Frieden«, ein Wächter der Religion, ward« er den Elter» wie dea Lindern ein lieber Führer and Freaad. Ehrlich und bieder, aufrichtig uud treu, ohne Falsch und Hochmuth, einfach und bescheiden, gottdegeistert und menschenfreuadlich leuchtete er Alle» durch setaea Lharakter voran. Da« rechte Zeugniß für die« alle« war sein Tod und seine Bestattung. Am Sabbath predigte er de« Morgen«, unterrichtete Nachmittag«, betete da« Mtuchagebet im G»tte«hanse uud macht« daun mit den Setaigen eia« Spaziergang; auf de« Heimwege, al« er sich einige Heilmittel beschaffen' wollte, überfiel ihn zu» Sabbathau«gang der Lode«e»gel. Schnell war die Lunde von seinem jähen Tode >n der ganze» Gemeinde bekannt; Schmerz. Llage and Thräuru ia jede» Hause. Am Montag Nachmittag 3 Uhr begann die Bestattung. Im Trauerhause waren der Vorstand, di« Repräsratautea and sehr viele andere Gemeinde- Mitglieder nebst Frauen versamn»rlt, uud Herr Rabbiner Dr. R a h m e r au« Magdeburg sprach t» tiefbewegten Worte» setuen Schwerz au«, und schildert«; mf einen finnigen Midrasch fich stützend, di« Tugend«» x» verklärten al« Familienvater und Ehegatte, al« thätiger Meascheufrruud and «1« treuer Diener Gotte«. Darauf ergriff Herr Vorsteher Sach« da« Wort uud »ah«Abschied >»a de» treuen Hirte» der Gemeinde. vo» Traurrhause ward« dt« Seich« von dea Repräsentanten »ach de» G»1tr«haas« getrage». Dort waren die ganze Gemeinde »ad avgesehene Bürger der Stadt vers«»melt; vou Laudelabern, Bäunre» »ad Flor uargedea stand die schwarzverhüllt« Lad«, welch« die Seich« bar» Nach eine« ergreifend«» Vorträge oo» WH TH darch dea Cant-r Meyer sprach Herr Semümrdirector Dr. Sroaer au« Hannover, der art de» Berblicheaea ia besonder«, inutger Fre.adschast Verbund« war. Er entwarf «ia Bild »ou de» sttll-fr^'mmen Lese» »ad Wirke» de« Birklärtea, iade» « »ns ihn dea Psalm 131: ,O Herr, nicht stolz war »eta Herz, nicht erhoben nieiue Aagru a. s. »." eameabete and schwer««, >»i« er brseheib.'N seine« statt«« waltet«, »ad i» Vchooße der «eltgio» di« Seganagen Gotte« hiaaah», .gleichwie der Eäagliag im MuMrfchaoße fich aabemaßt der liebeude« Sorgfalt der Mutter hiagtrbt." Er nahm dam i» N»«m der Familie u. der Gemetade Abschied vou dem zu früh dahingerafften geliebtea Fremd«, worauf Laator Abra»owtcz da« irb nrpfi i» >oehmuttz«»»Ler Weis« »ortrag. Nach dieser synagogaleu Feier bewegte fich der lange Leiche»^,, welchem die Schüler vorangiageu, die Traueradeu, zwei Söhne and ein Schwiegersohn, die Rabbiaer Dr. Rahme», Lroner, Weiße-Deffau, Olitzky-Läth«*). der Borftaad. die Re- Präsentanten und wohl di« ganze Genteind« folgten za« Friedhofe. Dort hielt Herr Rabbiaer Dr. Wethe die Grabrede. iu-xm er auf de» verklärte» die »orte auwendet«, mit welche» Maleachi den Hohenpriester schilderte. Er rühmte seine Frieden«- und Meuscheattebe uud «je« ans die Trauer hin, die die ganze Gemeind« ergriffe» habe. Zum Schluffe sprach Herr Vorsteher Blumrathal im Namen der Germania Log«, deren Mitbegründer der verstorbene war, mit bewegtea Worten da« Gebet. E« blieb kei» Auge thröuealrer; die Schulkinder «einte» schmerzerfüllt am offenen Grabe und mit weh»uth«v,llem Herzen halfen di« Anwesenden die letzte Ruhestätte de« vielgeliebte» bereiten. Mit Dr. Fröhlich ist cintr jener Rabbiner dahin, di« Anhänglichkeit au da« überlieferte Judeuthu« mit freudiger Aaerkennuag der Fortschritte de« allgemeine» Wiffen« i» wohlthuendster Weise verbanden uud na*l TDfi mTM »it Wort uud Thal, Gedanke und Empfindung al« Ziel und Mittel ihre« Strebe»« festhielte«. 'ITSTMTI Seine Gemeind: wird seine Witt«, di« treffliche» tageud» hafte Helferin i» seinem Amte, nicht vergeffe» »och verlasse». Da» war der Gedanke, der von Alle» festgehalte» wurde. Möge ihr die Lieb« der Gemeinde ein Trost sei», die ihr Gatte al« da« schönste Denkmal seiae« Walte»« zurückgelaffea. Gieße», 28. August. (Or.-Eorr.) Herr Rabbiner Dr. Hirsch in Frankfurt a. M. hat in eine« Etreular« dt« Rabbineu Deutschland« ersucht, einer vo» ihm, weg«» de« benöthigten Schreibe»« am Sam«tag bei de» Reifepriffangen. beabsichtigten Eingabe bei der höchste» Staat«brhörd«, ihr« zuftimmer.de Nameu«anterschrist anfüge» zu dürfen. Bo» mehreren Seiten aufgefordert, die Gründe aazageb«, war»« ich glaubt«. meiuerseU« st« versag» zu nrüffea, ttzeile ich ste in Folgendem mit, nicht zweifelnd, daß »tele »einer Lollege» fit bill'g«» uud ihnen zustimmen werdev: 1. E« ist mir ei» Ministertalerlaß, der solch« Eiazab« uöthig wacht, amtUch nicht bekamt. 2. Sicht wir, de» Großherzogl. heff. Rabbiaer nicht za, «ich an einer Eingabe an die Löuigl. Prent- Regtrrmg zu bttheUigeu. S. Dünkt «ich der Gegenstand viel zu geringfügig (I), um seinetwegen die Feder» der gesammte» Rabbiaerwett ia Bewegaug za scheu. Um diese za de» seltene» Schritt« gemeinsam« stnftteten« »ad Petitioairea« bet höchster Staatöbehörd« za vernalaffea. dazu »üffea höher« religiöse Motive (wie z. B. die Schlachtfrage) vorhanden fei». Mit so kleinlichem Gegenstand« mache» wir an« nur lächerlich. (?!R.) Dazu dürfte die Eingabe eine» «iazelnru Rabbtaen »der Rabbtant« vollkva»nma genüge». 4. «e-tau« dir große Mehcheit der Gymaastal- »ad Realschüler schreibe» mit vermisse» ihrer Elttra »ab aha« äußer« Röthignag am Sabbath; ebenso than sie e« M - den Reiseprüftragea; ja, fl« wolle» gar nicht davoa diöpenfirt sei». 5. Diejeatgea. die aicht schreibe» wolle», »erbe» «rf ihr spettelle« Ersuche» rnschwer davoa diüpeastrt, »te da« , betfptelsmetse bet dem jetzigen Rrchtümovaöt «t. 1» «. -z sei»« Zeit auf mein üftttachte» hin gescheh» ist. *) firn «aöbtaer SX. f «rj«I.SdMfa am, wie « in «iaem „i «oUdoleapelmwun« an die vtttw« Motni «itcheU»; darch llmachttt sei-r a» rmsoalche» «chhttaea vechiadert. (kltch) '