Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 37.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 289 (sequence 5)
- Language
- German
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— 880 — 7. 6. DK studirte» 3«reefiten, mam fie in Me Praxi» trete», Mt Lehrer, Mt Injlt, Mt MtferenMrcc, Me Recht»« anwälte, Mt Richter, Mt Prostfforen h. t, mit sehr wenigen KtttmMnta, schreiben an Samstag, müssen am Sanwtag schreibe«. Es schesttt mk höchst bedenklich, diejenige», bk nach Schnlordnnng »der lardesgesetzltcher Borschttft am Samstag schreiben »nd diejenigen, die ihr Beruf dazu zwingt, für Religio»sgesetz«llebertreter zu erklären, wir - mühte» den» alle» Streben und Bewerbe« um höhere« wissenschaftliche» Berufsleben perhorresciren, wa« keinem venckuftige» Menschm in den Sin« kommen wird. Rabb. Dr. Levt. — wie man vernimmt, hat auch der geschöft»führende schuß de» deutschen Rabbiner-Verbande» sich der Ansicht zugeneigt, der Htrsch'ichen Petition nicht beizuketen, sondern ans anderem Wege eine Remedur herbeizuführen. Wan Wiederr^eiu, 28. August. (Or.-Eoir.) Rr. ö de« in Eiocinnati erscheinenden »American Jsrael'te" vom 3. August d. I. ertLält folgende Betrachtung über da» Rosch« haschnva-Fest. die wir zvm Ergvtz-n unserer Leser hier mittheilen: »Rabbi Ehamah ben Rabbi Ehininah, der Rachkolger de» Berfoff r» der Mischnah und Oberhaupt der Akademie zu Liberias, hatte van dem jüdischen Neujahrsfeste eine andere Meinung, als die der Drnim« »nd PiutimVerfasser, an welche« ««h von der rabbinisch-kabbalistischen Orthodoxie festgehaltru wird. Im Lalwud Jer. Rosch haschanah, Perek I, »ird belichtet, daß sich derselbe über diese» Fest folg'nder» maßru äußerte: »Wo ist eine Ration, gleich dieser (der jüdischen)? Es ,st der Gebrauch, daß. wenn Jemand vor Cstrichr geladen «ird, rr schwarze Kleider anlegt, sich schwarz umhüllt, keirea Bart wild wachsen läßt, weil er nicht weiß, wie sei« Urtheil lauten wird. Aber Israel ist nicht so; es kleidet sich in weiße Gewänder, legt weiße Umhüllungen au. scheert sei» Batthaar, ißt und trinkt und ist heitern Sinnes, denn -es weiß, daß Gott ihm Wunder chon wird." Das ändert nn» natüttich «ach der Meinung des Attikelschreibers de« ganzen Eharactir des Reujahrssistes. Es räumt auf mtt allem Fostm, Klagen, Weinen und alle» Schrecken einflößenden Gebeten. Es räumt auf mit allem dem Schofar und dlsse» Blaser aufgeschichteten Aberglaube''. E» brreittt einen fröhlichen und lustigm Lag denen, welche auf Gottes Gnade und Battrkiebe ver.rcum und sich nicht vor den Schliche» des Satans, de» Schattens ihres eigenm schuld« deladaue» Giwisseus, fürchten, wenn irgend Etwas aus der Syuagoge entfernt »ud anständig zu den ehrwürdigen Ueberreste» der Vergangenheit begraben werden muß so ist t« der Schofar, » lchm die KabbaUsttu mit Bergen von Aberglauben mrgeben haben. (Also dieser Satansapparat soll anständig m>d dabei noch zu den ehrwürdigen Uederrrstev der Vergangenheit begraben werde«? wer lacht da?) was das bibstsche Gesetz und die psalwodische Erwäh« nung des Schofar» betr.fft, so wird irgend eine Trompete oder ei« Hör» dteselden Dieaste Ihme, (hoffentlich werde» aber dk eirisichttgtru amerikanische« Brüder noch so viel M«h besitzen, sich durch diese» Trompeten Schmetter «icht tnsvockshora jagen z» laste«), ohne de» Gebrauch lächerlich zu machen und ohne den damit verbundenen Aber« Mauden z» verewigen. Die Ansicht Rabbi Ehamah ben Ctznninnt darf auch uns vollständig genügen." (Run sage »och Jencnd, daß mau in Amerika den Talmud nicht zu mmtstinfo mÜD Als würdige» Pendant zu den vorstehenden möge auch folgende Mrttheilung aus dem »Jew. Ehron." hier ihr« Matz sind««: Philadelphia hat einen jüdische, Ltud, bttauut »etter den Rine» »öarrck-Elub: stm p XBV2: mafZn, ui deutsch: -Hunbugtreiben") Dieser hält must« kaltsche nnv Gart»«Feste mtt JLuninttton an den Freitag« abettde». Der »Jen. Expo»." fragt mtt Recht, ob der Garrtt- Mab auch wohl wage» würde, solches an Sonntag« abend zu chn«. h E. veOaerateh MsOesrn. ytfdj an 3. September. (Or.«Torr.) Gestern Morgen «n 5 Uhr 30 Minuten hielt @e. Majestät unser geliebter Kaiser hier seine» feierlichen Einzng. An der Spitze des Spaliers wurde der Kaiser vom Bürgermeister, dem Stadt, rathe und der Bezirks-Bertrenn, erwartet, dieser schloffen sich Me katholische Geistlichkeit, der Frauen- und Herren- Hilfsoerein vom rothen lkrenzr, die israelttische Lultusgemeinde mit dem Rabbiner trab ungefähr 30 hier bestehende Vereine an. Um 10 Uhr wurde unter ander« Lorporatioue» auch derEultnsvorstand mit dem Redbincr Herr» Dr. Friedländer von Sr. Majestät in Audienz empfange». Der Kaiser sprach diese Depntatton in huldvollster weise an : »Es freut mich sehr. Die hier zu schen." Hierauf erbat sich der Herr Rabb. Dr. Frstdländrr, der im Ornate erschienen war, die Erlanbniß, den üblichen Segen bebe <Xt<: n Haupte» sprechen zu dürfe», welchen Wunsch der Kaiser „mit Vergnügen" gewährte. Rachde« Herr Dr. Fttedläuder sowohl in hebräischer al» in deutscher Sprache ten Segen gesprochen und den Kaiser ehrfurchtsvoll begrüjit hatte, dankte ihm der edle Monarch für de« Segen nur erkundigte sich tu leutseligster weise bei ihm über die verhältniffe unserer Lultusgemttnde. Auch dem Präses der Gemeinde Herrn Stadt« uad Gerichtsarzt Dr. S. Sach«, wie de» andern Mitgliedern der Depntatio»: Herren H. Sach», I. Hause, >. Strausky. G. Weiner uad >. Hahn wurde die hol» Ehre zutheil von Sr. Majestät in huldvollster weise anges!,rochen zu werden. Bet de» Herrn Dr. Sach» erkundigte sich auch Sr. Majestät über den hygienischen Stand der Stadt Pisek, worüber dieser die er» fraulichsten Auskünfte zu ertheilen in der Lage war. Heute am 3. Sept. beehrte Sr. Majestät der Kaiser in Begleitung Sr. Excelleuz l>e» Hern» Stadthaiter» Baron Krau» dk Siroh-Papierfabrik de» Herrn M. Spitz und ver» wellte daselbst ungefähr 15 Minuten, indem er sich vom Fabrikbesitzer sämwlltche LabllttSteu zeigen und über die Ton« ftructiau der Maschine» Anstchlüffe ertheilen ließ. Deine Majestät sprach stch sehr auette tuend über diese» EtabliffemeM au». Tief geehrt ab der Hain» Ehre, dk ihm zu Theil ge« worden, sprach Herr M. Spitz, der zu deu achtbarsten und würdigsten Mitgliedern unserer Cultusgeweinde gehört und zugleich Mitglied de» hiefigiu Stadtverordneten-Eollegium ist, Sr. Majestät seinen ttesgefthlteu Dank au». /teile«. Seitdem Misere Orthodoxe» oder hier richtiger Finsterlinge, bei den Wahlen zu« Luttusvorftaude trotz aller Agitationen mit ihren Emedidaten durchfalleu, ergreifen fie jede paffende »nd unpaffmde Gelegenheit, der Gemeinde- Repläseutonz Oppofltia« zu mache», und da» »icht eben in parlamentarischer, sondern in recht brutaler, ja scandalsser weise. Sie habeu bk »tretzige, schärfer« Toaart" abgeguckt, bleibe« aber ungeschickte lopifte». Jedem Acte des Var« staube» setzen fie widerst« »d rutgegeu »ud gegen jede da» Gemeinwohl leMgllch bezweckende veroedmmg ergreife» fie de» weg de» Recnrse», ihn — natüttich ersalgla» — dt» znr letzten Instanz »ersalg-md. Dk reacttaoaire Hydra begnügt sich nicht mtt ihre» Processen btt der polnisch« Lande»« stelle, fie mmntt sogar da» Sttafgertcht in Ansprnch und ist nicht darum «erlege«, Priiteusiauen va» Zaune zu breche« n»d fie so aufzudanjche», um eine, wen» auch unbegründete, Strafanzeige redigiren zu könne». DK Matador« unserer Lppofittansparttt. «usandece Elemente, denen kein anständiger Mensch dk Hand reiche» würde, gedervrn sich, al« wäre» fie in ihren heiligste» Gefühle» verletzt, während e» ihnen nur darnm zu lhu» ist, wieder an» Ruder |K »tUajtH, um. oe« ihren cnrnlischen Stizen an«, da» MchlUmn »ach der anttqnirte» Pfttfe tanze» zu lasten, wir sagte», daß fie ans jede, also auch illegale weife Opposition machen um «ee de« Gemeinre-Vorstande Bettegeühett zu beretten, sei» Ansehen nach innen »nd außen z» mtterwühle», tte Ein« nahmen zu schmäler» «nd wirst folgende Astaire ein grelle» Licht ans dk Knmpfwttse »ieser Herren. Mit Genehmig», der politische» Behörde »ttrd für'» Schlachte» de» vktze«