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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 36. · p. Seite 280

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 36.
Date
1888-01-01
Page
Seite 280 (sequence 4)
Language
German
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—' 880 A .*• ' ' *'- ‘r“-J ' - '' '■ •■:- ',^7r?av ,l-rf der dem Berttuigtm Landtag vorgelrgie« Verordnung. betrrffend die Verhältnisse der Juden vom Jahr« 1847, bemerkt ist, „di- Jude» des preußische» Heerrs von de» Soldaten der christlichen Bevölkerung im Allgemttaen nicht erkmnber unterschieden stad, im Kriege gleich drn übrig»» Preuße« sich bewährt. i« Frieden de» Truppen nicht «achgesiaad» da den und daß der erste g'mein« Soldat, der mit einem eisernen Kreuze geschmückt wurde, eia Jude war, und allein von den Berliner jüdischen Freiwilligen nachweisbar wenigsten» 8 — 1 Premierlieutenaat nad 5 Sekondelirutenant» — diese höchste Auszeichnung für Tapferkeit erhi lten und aus demselben Grund« zahlreich« Juden za Offizieren befördert wurden. Aus der Reumark werden auch einige interrffante Mittheilungen gemacht. Darnach waren an den damaligen Feldzügen aus der Mark Juden in großer Zahl betheiligt. Lu» der Stadt Laudsberg a. d. Warthe zogen fast alle jungen Leute jüdischen Glaubens als Freiwillige in den Kampf. Zwei Brüder, welch« eine Stellung in London hatte«, kamen denn »Aufruf au mein BE in ihre H:iw«th zarück, um sich als Freiwillige einreihe» zu laste». Unter dm Rittern des ersernm Kreuzeaus dm Jahren 1513 bis 1815 befanden sich auch eine große Anzahl Juden. Al« König Wilhelm im Jahre 1883 zum 58jährigen Gedmktoge des »Aufrufs an me» voll" sämmtliche »och lebend« Ritter des esternm Krmzes nach Berlin berief, warm auch hierunter Juden vertreten. Luch viel« junge Leute jüdtschm Glaubms' habm 1813 bis 1815 als Offizier gedient, so beispielsweise der Lieutenant Kühne in Landsberga. W., 2jüd. Offiziere im benachbarten Schönfließ; von dem einm der letzten» lebt heut« »och rin Sohn als Jude in Schöafließ. Aeltere Berliner werdm sich noch des jüdischm Major- Burg erinnern, welcher als Lehrer zur »ereiuigtm Artillerie» und Ingenieurschule kommandirt war und auf dem jüdischm Begräbnißplatz in der Schönhauser Allee beerdigt ist. Ja Westfalen, bttspittsveise in Schwerte, befandm sich noch bis vor Kurzem unter den Veteranen au« dem Befreiungskriege Juden. So hatte sich ein Jude in Schwerte, Ramm« Salomon. in dm Schlachtm als Artillerist außer anderm Ehrenzeichen auch da» eiseme Kreuz verdimt. KL Hber-Angektztt«, 23. August. (Or.-Lorr.) Die Anregung eines Fortbildungscursus für israelitisch« Lehrer in Nr. 23 d. Bl. blieb leider erfolglos. Nur drei Anmelduugm find eiugetroffeu. Kein Rabbiner oder Gemttude- Lorsteher hat in dieser Sache das Wort ergriffm, obgleich ko oft über Unzulänglichkeit der Religions-Kenntnisse bei jungen Lehrern geklagt wird. Die Märmer, die z« diesem Zwecke bereitwilligst die Mittel beschafft» wollte», farrdm für chr Wohlwollm kein» Anklaug. Wir sagm ihnen dennoch Herz» Dank für die gute Abficht. Wir köuntm nach einem umen geflügrltm Worte: »Das läßt tief blickenhier «auch« Schlüffe zieh«. Aber wir «ollm jetzt, zur Friedmszeit. mit unserer Meinung zurückhalte«. Wenn die oaloou rollgponoo für leider sehr viele unserer Glaubensgeuoffm vorüber sein wird, »erd» wir schon Gelegenheit finde», wieder anzuknüpf». Aber ein« Jrrthnm mehrerer Freunde möchten wir bevichtig». Man glaubte aus dieser Anregnug und a»s mein» neulich» Artikeln in d. Bl. heranslesen zu könum, daß ich an der Gründung eines umm deutsch-israelitisch» Lehrervereins arbeite, oder einm anderwärts hervorgttreten» Plan unterstützen wolle. Gott sei uns gnädig und schütz« »eich vor einer solch» Thorhett! Dafür bin ich zu alt, Hab« mit der israel Lehrerwett zu viel Erfahr»»gm gesammelt l Es find hmte 24 Jahre, sett der erst» General-Versammlung der Achawa nnd bis zum 17. September 25 Jahre, seitdem ich die erste Anregung dazu in de» Aufmft »Dt« Selbfthülfegegeben. Die Freunde der Achawa von heut, »iffm nicht, was ich damals an Hohn, Spott nud Beschimpf»»- geerntet. Wie mancher Thaler, der viel bester» Zweck« hätte dien» könne», vmrde veransgabt, «» mich in dm Koth z» zieh» »nd »ei» Werk im Keime zu erstick». Dicke vrochnrr», Klngblätter aller Art überschüttet» d» »vereinsgrüadli»-' »»d die jüdffch« Lehrermett. Ich habe scharf» oieüeicht manchmal z» scharf gemttwortet. aber ich fühtt«. daß die Sach« gut sei »nd ließ »ich nicht irre mache», -dl«, hiugedmd« Freunde stand» mir zur Seite und mei» damals noch frischer M»th trotzt« all» Widerwärtigkeit». Und jetzt steht di« Ach«»« groß nab herrlich da nnd könnte, wen» von denen, die es -»geht, richtig unterstützt, ganz und voll der Aufgabe, die rin llutrrstütznngsverei» erfüll« soll, genüg». «s ist auch »och, ja jetzt «ehr als ft. «ei« vollste lieberzeugnng, daß »»r et» großer und allgemeiner Verein Da»er und Sicherheit bietet; und daß di« Grundlage »»d der Ausbau der Achawa de» Zwecke entspricht; daß die Achawa »ach menschliche« Ennest» eine gute Penfions- und verfichernngskaffr ist »der doch werdm wird. Und dennoch ward» in dies» Jahr», wo fich nur et» Dutzend Lehrer zur Lonferenz znsammmfande», neue vereine gleicher Art geplant und ansaeführt. stsie find aber «nch danach, diese ' Winkel vereine. Ja, es ist uns ein Fall bekannt, daß Männer, die dir Achawa schon mehrfach in Anspruch gmomm» hatte». - ein» solch» verein gründet» und als Vorsteher leite». Freilich — diese Vereine werdm nie letftnngsftchig, aber fie behindern dft Achawa in ihre« Weiterschreite» nib wir gebrauchen darum kein allzu hartes Wort, »enu wir hier von Untreue spreche». — Ist dies das Material zur Grüadung eines Vereins mit ideal» Zwecken? Dft wenige» vom Staaft in Süddmtschland angestelltm jüdisch« Lehrer halt» fich überall für z» gut, jüdisch» Anstalt» ihre Gewogenheit zu schenk», wenn sie nicht alsbald kltngmd« Erfolge verspreche»; die verhältniffe in den einzeln» Ländern und Provinze» find durchaus verschiede». So btetetet wohl jedes Land Raum für Loufermzm zur Besprechung pädagogischer und anderer Lehrersachm und wir wünsch» denfelb» Heil und Gedeih» und besonders, was viel» uothwendig zu sei» scheint, innere Selbstständigkeit. Aber znr Gründung eines allgemein» wie geartet» ander» Vereins bietet fich kein Ran« «ehr. Es find gut gemetntt Wünsche, aber eine Ausficht aus Erfolg habm fie nicht. Ein« Analogie bittet der .allgemeine deutsche Lehrerverei»!- Dft' allgemein« dmrsche Lehrerversammlnua- und dft einzeln» Laudeslehrervereine erfüll» nach meiner »«maßgeblich» Meinung in weit ersprießlicherer Weise ihre Zwecke, als der s. g.dewtsche Lehrerverein. Die verhältniffe find auch hier zu vmschftdrnartig. — Bleib» wir als» btt de«, was wir Hab» «nd bildm »ft das entsprechend aus. Dft , Reorganisation des ganz» jüdisch« Sehreistandesmuß um» einer anderm, hier,» einzig berufen» Seift ausgeh». Aber bc* baldl Eine allgemeine jüdisch« Vereinigung kann in erster Stuft nur die Aufgabe habe», dft Verhältnisse der jüdisch« Beamt» — und das find doch tu erster Ltnft dft Lehrer — zu regeln. Das könn» nicht dft Lehrer. Dft Lehrer müff» viff», was fie find, wo fie find «nd bleibe» und was fft zu thun haben. Das mnß ihn» von einer Stell« gesagt »erd», dft der Jndenhttt gegmüber gewiffermaßm d» Staat »ertritt und dft höchst« Antorität besitzt. Ist dies geschehe», dann könn» vielleicht noch andere Anfgaben ins Auge gefaßt werdm; eher nicht. Gestatt» Sft mir nnr »och eine Bemerkung bezügsich der Achawa! Gttegmtüch de« Gemttndetags in Berttn fiel eine Bemerkung etwa des Inhalts: »Der Gemeindebund soll« nicht nur dft Achawa unterstütz», sonder» »ch anderr Vereine. Dft Achawa nehme nnr geprüfte Lehrer auf, dft ungeprüfte» Lehrer »är» aber oft bester, als dft geprüfte»-. Wir dank» schönstens, aber wir »ollm von dftser ungeprSft» Lehrer^fellschaft, dft »tt aus trmrrig» Erfahrung« jcan kenn», «üchts wisse». Wft überlast» 2 sie gerne d« gmannft» Vereine«, «ft »ürdm Ihn» «nch ttne Unterstützung des Gemttndebundes gen» gönne». Dft Achawa hat vom Gemttndebnnde dftttt durchaus keine Unterstütz«,. Wenn dftser für Einzelne das »iukanfsgeld z»HU,

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