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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 36. · p. Seite 279

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 36.
Date
1888-01-01
Page
Seite 279 (sequence 3)
Language
German
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iH9v B*pnw »adjiatbet Kraft') txn»ramci »crbai wie bix Sy- »agogal.Dichter tt so schön «tlgebrückt hat: .*«vi rhat»». halt-»m TOnpXJ Dann bbtt Otott (Mt Flehen in dieser Staad', 1B TITtf Tb 2V'N1 Uad beffttal, Opfer. tha« Du dick kuad .VNP «l« heilig! So »»gen »ir den» Sott anrufen »in Wahrheit", da- *it Sott nn« nahe sei, wenn wir ihn anrufen! Briefe aus Stwtzlarrd. Petersburg, 24. August. Ladonton» int» llboUi. Aber nicht nur Bücher, sondern auch Menschen;, nicht nur gute Bücher oud gute Menschen, sondern auch Räuberi omane und Räuberhauptleute. Und diese beiden haben oft da« Semeinsame, daß der Fluch, den fie gestiftet, ihr körperliche» Sein weit überlebt... Zu dieser schaurigen Philosophie bin ich gelangt, als ich hörte, da« dem Mord, gesellen Lhmielnicki ein Denkmal gesetzt wurde. Run kommt auch an euch die Reihe, ihr Tamerlau und Tschingischan. Schiaderhanne» und wre ihr olle heißt! In Sie» ist e« enthüllt worden au einem Tage, da da« rechtgläubige Reußen, voll die »euuhundertste Wiederkehr jene« Tage» feierte, an welchem Wladimir der Heilige da« Ehristeutbum anuahm. Wladimir der Heilige und Bogdan Lhmielnicki. Jo dieser zufälligen Zusammenstellung spricht zu un« die 8eiden«.s geschtchte unsere« Belke«: auf eine» Wladimir folgte überall und immer rin Bogdan-Der Heilige und Lhmielnicki! O diese beiden Begriffe find im verfolg der Zeit fast synonym geworden: ein jeder .Heiliger" war uu« ein Lhmielnickt und ein jeder Lhmielnicki den Ander« ein Heiliger. Am Tagede« hclligen Wladimir ein Denkmal dem heiligen Lhmielnicki l verhülle dein Antlitz, o bcilige Menschen« lieb«, so diese« Denkmal de« Haffe« enthüllt wird! Wir ktnoeu uicht« thuu, al« höchstendir Faust in der Tasche ballen, sonst «erden «ir der Blasphemie bezüchttgt. Siebt e« doch auch hierzulande der Lhmielnicki'« gar viele, die noch heute einen Juden neben eine« katholischen Pfaffen und einen Hnud hängen möchte», wen» nur die abscheuliche Oeffentlichkeil nicht wäre, welche in jede Lappalie ihre Nase steckt! Allein es giebt auch Umstände, wo auch der Russe .nur Sou fürchtet, wüst Niemand auf Erden" selbst die Oeffeut. lichkeit nicht. Und daß ist jetzt dokumeatirr worden. — Die Idee, dem „Slanbenrtzeldea" Lhmielnicki ein Denkmal zu setzen, ist eine alt« und hat schon unter dem seligen Alexander II. bestanden. Berufen« Personen wurden aufgefordert. Zeichnungen etnzu eichen. Um die Ehre, in dem in Erz ver. ewigteu Lhmieluicki sich selbst verewigen zu dürieu, bewarb fich auch ein sonst ernster Künstler Miktlschin. Da« Modell, welche« er einretchle. stellte Folgende« dar: Lhmieluicki hoch z» Roß aus der Spitz« eine« stelle» Felsen«; in der Rechten einen Besehtthaberstab, nach Nordosteu, d. i. «ach der Richtung von Moskau zeigend: n»it der gebogenen Linken da« fich bäntnende Roß zügelnd. Unter den Hufen de« Thiere« drei Figuren: ein Jesntt, «in Pole und ein Jude io die Tieftn — wahrscheinlich in di« Hölle, die nach de« neuesten Forschungen in Rußland ist — finkrnd. Auf der eine» Sette sollte die Juschlift pran^n: Nirgend« besser — Nirgend« schöner — Al» in de« Ukraineland: — kleine Inden, — Leine Polen — Und auch keine Union. Da« Lomttee beanstandete diese Zeichnung, ,cha dtt hingestreckteu Körper de« Jesuiten, de« Pole» «nb de« Jnb«, Heft drei Nationen, welch« zwar z» Boden gedrückt sind, gleichwohl aber noch existtreu. verletze«' könnte" nvd auf eine bezügliche vorflellnng de« Loruttre« gab Alexander LL den Befehl, die Figuren «zu entfernen. De« nnu aber dtt .Autorschaft" -in« dadurch gleich!«« «uf Null rrduzirt wurde, so liest man ihm zu der E'thüllnng«feier keine Etnladnrlg zu ehe». Darob eht erbitte rt, rief der Künstler die ^öffentliche Meinung" an. worauf ihm voa eine« hiesigen achtbaren Blatte erwiedert wurde, laß die grobe, hetzerische un» unküaftlerische Idee, die seinem Eattmrfe zu Srnnde lag. unmöglich die Billigung de« gebildeten Publikum« erlangen konnte uod daß er besser gethan hätte, zu schweigen.... Sei dem. wtt ihm wolle, ob mit oder obne Figuren, da« Denkmal ist uod bleibt eia Hohn auf die Meichlichkeit, ein Fleck auf Rußland. Doch was fragt ursere Regierung danach? Ein Hohn auk die Menschlichkeit ist die ganze Politik seit Jgnrtieff» fluchwürdigen Andenken«- L« »erden noch jetzt unausgesetzt Mensche« schaareuweije au«ze»iesen, wie neuerding« au« Odessa, Warschau «. S., obriohl fie nicht einmal Ausländer, sondern Russen — allerdings Juden find. Sie. die Regierung, rast rein in ihrem Eifer, dir Juden zu «aterdrückcn; e« genügt ihr nicht, dag wir a -l f der E-de tiegen, fie will ua» uuter die Erde bringen. Eher hat fie keine Ruhe. Di,d fie aber dann Rah« haben? Sie wähnt e«. vergißt aber dabei einen Hauptpunkt, nämiich — sich: unter diesem Regime kann und wird e« nicht besser werden. Doch da» gehvtt nicht hierher._ L. Gerichte tt*fc Ilerrelpenderrseu. Merkt«. Mit Hohn und Spott hat die .Kceuzztg." unlängst da« Verhalten der Juden im Krieg« in Bergleüh gestellt zu den Verdiensten bei' altadligen Geschlechter während de« Kriege». Dem gegenüber sei an die Thatsach« erinnert, daß unter den jüdischen A-rzlrn Berlin« nicht weniger al« 32 im letzten Kriege da» Eiserne Kreuz erworben haben, eine Berhältnißzahl, dir jed«nfall» nicht kleiner ist al« bei den chttstliche« Aerzten. Bon zwei früheren jüdischen Abgeordneten, welche der ftristnnigen P irttHaagehätteu. hat oer eine seinen Sohn al« freiwilligen Husaren vo° de« Feind: verloren. während der andere im Kngelrege.r va» Eiserne kreuz und den Rothen Adlerorden mit Schw.'rter.r sich erkämpft:. — Al« B:rfaffer der Hetzattikel» grgea d e Juden in der .Kreuzzeitunq' wird in einer Lecl>n:r krrc svo rvrnz d:c .Münck. Neuesten Rachr" Pros v. Treitschte bezeichnet. Bezeichnend ist e« doch jedenfall», daß dtt RegiernagSblätter gegenüber dem Attikel schweigen. Dagegen berichtet die .Börsen-Zettunq-, daß ihr von vertrauenswürdiger Se>tt mttqetheilt worden sei, der Kaiser habe sich gelegentlich einer Unterredung mit einem jungen Stnitlmanne geäußert: »Ich kenne nur Baterlond-frennde und Gegner unserer gesunden Entwickelung. Niemand wird mir zuttauen, au« Rad der Zeit znrückschrauber zu wollen. Im G gentheil, es ist der Hohenzollera Stolz über da« zugleich edelste und gerttftestt Volk zu regieren, und in die« Lob schließ: ich Alldeutschland ein. Unsere ganze Gesetzgebung ist voa hnmanim Grnadanschauungm dictirti Wer die« verkennt und die Geister gegen einander hetzt, gehöre er welcher Richtung immer an, hat auf metren Beifall nicht zu rechnen. ES giebt wahrlich Ernstere» zu thun." Dtt .Rat.-Ztg." erfährt von berufener Seite, daß eine genaue Koattoll« dezüelich dieser kaiserlichen Aeußerungen nicht möglich ist. da weder der Name de« Staatsmannes noch ki« Zeit der Unterredung genannt ist daß aber Leus«» rungen wtt die berichteten wiederholt von dem Kaffer gethan worven sind und die von der .Börsen zeitnng" mitgrtyelltea Wortt jedenfalls den kaiferlnhen Jnteutwaea vollständig entsprechen. — Sie sind de» Sohne» Frttorich» Hl. und de« Enkel« Wilhelm« I würdig I Msgtzeünrs In Bzug auf die von der .Kr-uzztt," in Abrede gestellten Betbeiiigung der Judea au den Beftriungskategea von 1813—3LÖ weist die .Franks. Ztg." daraus hm. daß banal« 500. Inden al» freiwillige Krieger in da« preußische Heer traten, daß, wie in der Denkschrift zu •piri iTn icrnn ■np m c

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