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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1888-01-01 · 19. Jahrgang Nᵒ 35. · p. Seite 274

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
19 (1888)
Issue
19. Jahrgang Nᵒ 35.
Date
1888-01-01
Page
Seite 274 (sequence 6)
Language
German
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Z«fai mbttot i» tstaStmm Zustand« >«ch Hause kam, schrst M »tbtfutt ptr M BabrtQat*. Sst schickt» xruöchst üu zehnjährige« Mtdche», da« sich bet d» Ehelrut» L t, b«s»d, i» ei« Scheu«, »ose»» sie ihr et« »■yrfUlt „MH für diese Nacht- «miese», »«rast sie de» fMi^eiama i» Sch'ofr überfiel» uud ihm mit ciao» Lüchemueffer die Srhle durchschuitt». Hstrauf trugen sie de» Leich»«» i» sewer gauzm Kletduug sammt Stock uud Mütze i» da« et»a dreißig Schritte »tferust Hau« rtne« Jud». Nochde» da« Stebeipaar dir Spure» de« verbreche»« deseiligt, schliß d»sseib« ß«ße» Mitteruacht Arm und bezichtigt« sofort di« J«dm. da« verbreche» verübt zu habe». Zur Aufnahme de» Tchatbeilaude« erschte» der hier stationirte» Gendarmerie-Posteuführer. Dieser bemerkt« jedoch, tag »on dem Hasse, tu »elche« der Leich»«« de« Ermordet» gef»»dr» worden war, et« Blutspur wegfüdr«. Er gi»ß derselben nach uud gelaugte 'a zu de» Haus« der Eheleute T. vei der Untersuch«»« de« Hause« gewahrte der Gendarm, daß da« vettzeu« fehle, welche« er »ach vieler Mühe auf dem Dachbodeu de« Hause« versteckt ft b. Da da« Bettzeug vom frischen Blut« gauz dmchträukt war, lenkte sich sofort der verdacht aus die Krau de« T. uud ihre» Liebhaber. Da« kleine Mädchen wurde tu« veihdr geuommru uud e« «estaud, die Verübung der Blutthal durch da« Fenster mit aaaesehe» zu haben, da sie sich fürchtete, tu der Scheu« zu bleiben. Da« »erbrechertsch« 8tebe«paar wurde de» Gericht« eiugrlstfert.- 9t«f|Mi«»ai(a. eZoudo«. Der letzte Brief unsere« Petersburger Lorrespondeute« gewährt uu« «ine« klare« Einblick in die Ursachen, »elche zu der Austreibung sowohl der eingeboreueu al« der fremde» Juden au» Südrußland geführt haben. Um diesen Ausweisungen einen geseizlichea Anstrich zu geben, wurden ältere Verfügungen, wäch« für besondere Fillle erlassen wordeo waren, wieder aufgefrtscht und ihr Sin« so entstellt, daß sie den Zwecken der judmfeindllchen vehvÄ» al« Willkomm»« konnten, Ein von unser» Correspoudenten Handhab« dienen «»geführte« Beispiel beleuchtet die tmflische lpolktlk, eium mildern Ausdruck giebt «4 für ei» solche« verfahr» nicht, »ü welcher man gegen »st Juden vorging. Rach früheren Bestimmung» dürft» diese in dm Städte», aber nicht in den Dörfer« wohn». Da nun aber Städte au« Grüuden. welche die Jnd» gar nicht betreff», iu Dörfer «»gewandelt »erd» könum, so hat man einfach dies« NommSäaderuag vorrunrhm», um die mißliebig» Judm lo« zu werd». So verfähn mau thatsächlich iu Podolieu. So Verabscheuung«» Werth nun aber auch vo» rein «»schlich» Gesichtspunkte ou« die Ausweisung harmloser Einwohner sei» mag, so Hab» doch fremd« Mächte durchaus keine Gewalt sich eiuz«, mischen. Ander« wäre e« aber in Bezug auf die fremd» Zud». So sind z. B. viele Jnd», welche dm Ausweisung«, besehl erhalt» Hab», tsterreichische llntrithanen, welche uach dem 1864 geschloffen» üstrrreich^usfischeu Handel«, und SchifffahrtSveitrage, ohne besonder« eiuzuholmd« Erlaubuiß ftch an all» Oil», in welch» dm Jnd» der AufenchaU!chattet ,st> uiederlaflm und Geschäfte treiben dürsm. — Im tanz« werden die Ausweisung» ohne Zweffel eine Au», «uidernng nach Amerika zur Folg« haben und <« scheint, baß Canada und Causa« iu dm Bereinigt» Staat» de« Ziel derjmig» sein wird, welch« dm AnSwkisaugSbefehl zu erwarte., Hab». J. oh. ettverpook. Am 6. August fand die Einweihung der driu» Synagoge am hiesig» Platze statt. Da« vedürfntß zur «rruhmng einer v»» «ndachtstätte ergcb sich au« dem um staube, daß die am Rordmd wohnmd» Judm früher die gauze Stadt der Breite nach passtrru mußt», u» »uh einer Syuugoge zu gelang». Die Geschichte diese« neuen Gotte«. Hans» ist «tue ganz außergewöhnliche. Da« Gebäude hat frühe,: dm visstdmtr« uud Katholiken al» «iahe «cMrrt. 2-» «vftihr 2 «mmt» wurde erst der Pla» «faßt, tza«. sübe z, «»erb« »ui, dies« kuqe Zrst ^nügtr, d» Ü«bau uud die «unchtuug zu de« gegenwärtig» Zweck» fertig yt stell». «» stad Sitz, für SV0 Person» Vorhände-, etz. schließlich der Gallenr, welche für die Dam» restrvioet «fi. Die Beiträge ward» von dm jüdisch« Ciow huern HG Norden« angebracht und ist die Shuaaoge Eigmthu» derselbe». Die Zahl der gegmwärtig» Mitglieder bewegt fick «wisch» 40 und SO. Die Einweihuug wurde von R». I. Polack vollzog». ’S? t>4 1 Me»-Horst. Der Geueralrabdtuer Jakob Josef, auch »Charts Rack««- geuauut hat a» Sonuabmb, 21. ». Mt«., Muh». 4 Uhr i» Seth Hamidrasch Haggabal seine Antrittsrede gehalten, ausschließlich für Mäuuer, Kraue» wurd» uicht zug«lasse». Da« Bech Hamtbrasch Haggadol ist «tu kleine« Gebäude au der «orf»lk.«traße, »ub die Neugierde der Pol» ist poß und e« kam also in der mg» Straß« zu eine« Gedränge, »abet sich dt« Nem-Vorkrr Polizei wieder eiumal auSzetchuetr., Sie schlug mit llauppelü drei» i md verletzte riuige Äp fr. Da« kleine Hau« war natürlich g^riwgt »oll und Rabbi Jakob Josef hielt «tue Eiulettnngsrrde st» gewöhnlich» polmscheu Jargon, die sehr schö» gewest» sei« soll, nur weiß mau «igeutlich uicht «cht, wa» er gesagt hat. Er hat über dm Midrasch gefproch» — i7> n’wan n» ras btq* — «te,»« b» «ag«r» B«. richt» hervorgeht, uub soll sich über seine Aukuuft iu diese» Laub« geäußert habe», al« »oll« er ein« um« Beweg«»« im Inden lhuwe der Bereiuigt» Staat» ein seit» U. s. w- Mit dieser Sraukhest behaftet stob schon viel» vor Rabbi Jakob Joses herübergrkomm», stud aber immer noch zur recht» Zeit davon geheilt worbe». Der Herr hat wohl auch die Idee, baß vor ihm das Chaos iu Amerika war, «ub mit ihm «tue Neuschöpsuug beginne. Der denkt wohl auch »ie Andere vor ihm gedacht habm: baß ganz Amerika aus ihn grwariet uud zu ihm htoiufblicke. Diese Herr» wisse» uicht, »st laug und breit da« Stück Amerika ist. wst weit entfernt, da« jüdische Publikum vom Standpunkte der rabbstrisch-kabbaltstisch« Her»» steht, wst Jahrhunderte zwffch» der pilpuliftischm Gelehrsamkeit, de» polnisch» Ghetto-Judesthwu uud der amerikanischen Praxis sich auf» thünaea, die «iss» uicht, daß ste aus eine» neue», furcht.' bar schwankmbm Bad» steh». Unter d« Raddtue«, die aus Europa herüderkommm find, Hab» sch» gar Biele «tue n»e Bewegung i« Judeuthu» eiuleit» »oll», aber ste stud mit ihrer Orthodoxie bald auggelüutet wordm. Eö wird auch dem Her» Rabbi Jakob Josef bald begreiflich »erde», daß Amerika über derartige Erscheinung» rasch zur Tageeorduuug übergeht; daß außerhalb Rrw » Kork bunt Einer v» Hundert dar» denkt, baß es einen Rabbi Jakob Joses Chartf giebt. Amerika ist zu »eit vorgeschritten, e« ist selbst nvter dm Pol» für bst pilpultftisch« «eißhest und der rabbinisch-kabbalistisch» Orthodoxie kein Feld »ehr da. Wen» «an de« Herrn Rabbi et» geredet hat, daß sei« An« kuust tu Rew-Aork eto« u»e Bewegung «ustr Ruff». P«st» uud Geuaffm etuleitrt, mag da« eine Zeit laug wahr sei», aber »ich« sehr lange; hat mau ihm «wer vorgespiegelt, daß - er auf gauz Amerika «iu» Ct»fl»ß a»öüd» wird, i» hat mau dm Mmschm grausam betrog», de» das »merikauifch« Jadmchnm hat für derartige Samdanim uicht dst grriugste Vermeudu«, »b für st» »a »» Judmthu» hat » durchaus kein» Stua. Da« amrrttauische Juderothum ist wst da« L«d. — ei» ue»eS> uud stete«, -r e« läßt sich uicht «ehr zurückführr». (vad.) Aus Mem-Hmck, 2». Juli, wir» der .Krkf. ZG.- oe. schrieb»: Zwischen dm Paffa^er» der .Auchorta', welche vor estrig» Dag» »ach Gletgow «dstgelte, defaud sich e» ' Rabbi Dr. «rrtou Siverth« >»« C^cäg». welcher «tue Geweg«», zur Wiederaustichtuug Palästina'« iu« Leb« ruf» wt» uud tu Amerika u»d Cuglmrd scho» zahlreiche C geftmdm hm. De «tvmtha will ket» Phoutsst, T fest« f»k» et» ruhiger, weitsichtiger > er (Uutt uicht, daß dst Gribiduug rtm« 1 M Ste -- :

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