Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 35.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 273 (sequence 5)
- Language
- German
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unb ftabiru Mn 1827 bi« 1830 in Bonn unb veilin. I« Johre 1832 wnrd« er zu» Registrator an brr hamdurgisch« Stodtdibl »thek ernmim. i« Jahre 1881 -um Srcretatr. Trine »rohe Gelehrsamkeit namentlich in der klassischen Philologie machte ihm zn einer höchst schätzenswert»« straft - tflr Unsere Bibliothek. M4 anch a0«rarin anerkannt wurde, «ach bern Labe de» Herrn Prof. Dr. Petersen wurde er zn» Direktor der Ttobtdidliothek ernannt und wirkte als solcher lange Zeit, bi« er vor einigen Jahre» «m seine Penfionirnug etnkaw. Der Bei stör bene rrsrente sich in weiten strelsen. namentlich anch in israriitischru. hoher Achtung und Berrhrnng. Davon legt« anch di« groß« BetHeiligung bei der heute Morgen stattgefnndrnen Beerdigung Zengniß ab. Im Lranerhanse hielt Herr Prediger Dr. de irnbvrser di« Leichenrede mit Zngrnndelegnng de« Psalm» wortr«: „Deine Herrlichkeit war: stämpfen für da« Wart der Wahrheit in Bescheidenheit nnd Tugend". Redner «twarf rin Bild de« bedeutenden Gelehrten »l« Pädagoge, Forscher und Schriftsteller, sowie al« Director der hiesigen Stadtbibliothek, - die für die Welt der Geister fast Da« dedente wo« für die stanswannschast dir Börse. Ans da« Wirken in Familie nnd Gemeinde eingehend, wnrde hervor» gehoben, daß J«ler einer der Ersten gewesen, welcher vor 81 Jahren die Begründung töraelitischer Rabbinerseminar« in der Allgem. Zeitung d. Jvd. angeregt hat und daß er d«-roßen Rechtsanwalt Gab,tri Rießer in «Bünden ve>» «wigt und meisterhaft übei die Entstehung der hiesigen '«raelitischen Gemeinde geschi-teben habe, ferner daß er Vorsteher de« Stipeudienverrins für arme Stndirende nnd Mitglted de« Vorstand«» der Alliance Jsraeltte Universelle zur Hebung der geistigen Cultur der Glanben«genossen gewesen. Sein wahrer, bescheidener nnd tugendhafter Charakter habe ihm in den vornehmsten stretsrn zahlreich« aufrichtige Freunde erwor rn, und sein -käme sei durch sein immense« Wißen .weit berühmt geworden. Die Zuhörerschaft war tief ergriffen dnrch di« Schilderung diese« seltenen, idealen Charakters. Am Grabe auf dem Friedhof in Ohle darf fand nach der Recitation der üblichen Gebete die feierliche Einsegnung dnrch Herrn Dr. Leimdörfer statt. Vßorn, 27. August. Die Ster belasse!TÖD iTTO (Vereinigung iör. Cuttusbeamt« zur gegensritigen Bersorgung ihrer Hinterbliebenen), welche im Sepwmber vorigen Jahre« gegritvset wurde und bereit« im April er. durch da« Ableben ihm« Milgliche« Alb. Wolfgang in Greifenberg den Hinterblieben« die Summe von 870 Ml. zukommen ließ, bekam leider bald darauf die Anzeige von einem zweit« Todesfall«, und zwar dem de» vtistorbenrn Moritz Abel m Dtssau.bescheimgt vom dortig« Standesamte. Selber war Witwer, vageg« hinterließ er nach ringe ho item Berichte der Polizei-Verwaltung in Deffan und dem Rath« der Stadt Leipzig drei erwachs««, unversorgte Töchter und ein« 17 jährig« Sohn, welcher noch die Schule besucht. Anch für diese Hintrrblieben« war r« dem Vereine vergönnt, bereit« in den letzen Tag« de« Monat» Arni de« Borstand« der i»rael. Gemeinde zu Deffan di« Summe von 870 Ml. zu übermitteln, welcher gleich daraus hierfür sein« Dank aussprach. Was für eine doppelte Wohlthat au dm gänzlich verwaist« Kinde« unsere» Eollegm geübt worden «st» wird jedem Lolleg« einleuchtend sein, und berechtigt mich die« zur nochmalig« Aufforderung, daß jeder College e« sich zur Pflicht mache, baldigst dem Verein als Mitglied beizutret«, um dnrch eine grüße« Anzahl von Briträg« seine Familie «inst versorgt zu wtff«. (Anmeldung« bei« Unterzeichnet«.) Anch wäre es sehr wünsch««werch, wmn die verehr» lich« Mitglieder im rigeu« Interesse zur Bildung eine« Fond« ihre Vorstände und Privatperson« al« passive Mst» wieder nach ß 10 der Ttvtat« zur Zahlung eine« jährlich« Beitrages von 10 Mk. anreg« und bei festlichen Gelegen» cheit« Sammlung« veranstalt« würd«. Der Bericht erscheint deshalb erst heute,' um hierdurch alle Kollegen, die noch nicht de« Vereine angehürea, b im Heranuahm der hoh« Fektiage erst recht hierzu zu andrst». Der Untmzeichnete erlaubt sich schließlich, die verehrücheu Ast» qlieder darauf aufmerksam zu «ach«, daß er nach § 20 f der Statut« in nächster Zeit eine Gmeral-Versammlung in Thorn anzuberaum« gedenkt und die« seinerzeit durch die Fachblätter vrrüffmtlich« wird. L. Leipziger, Cantor. Leiter der SterbLfse ."7«2 .11^. Or. Affe», 28 August. (Or.»Sorr.) E« ist bekcinut, daß die Antisemit« Nma-Hen m't der «ahrhest sehr kühn sind, daß sie sie yerurtheilung eine« Juden als Krtirat betracht«, lüngeg« dir Berorthrilung eine» ihrer Gestn >ungs» geuoffm al« »ngerecht bereichn«. So hat der in unserer gu'm Nachbarstadt Dottmuud besteh«»« Aatisemtten Verein „Deutscher Ber.-in" genannt, sich nicht cutblödet. au Schönerer in Wim im Cftsäugniß folg «de« Schreib« zu richten: „Der Vorstand deil „Deutsch« Vereins Dortmund" läßt Ramm» der 487 veremsmitglieder dem Herr-, Ritter Georg von €kfiöncrct seine aufrichtige Vnntra» nung und Bewunderung aussprechm für sein «uthiaes, uneigennützige« und ailch nicht durch schwere Kerkerhaft zu brechendes Verhalt« in dem Kampfe gegen da« Judmthum. und knüpft an diese Auerkmnuug zugleich! d« Wunsch, daß die unverdient über ihn verhäuqtr Straft für ihn ohne «Schaden vorübergehen, der gut» Sache aber zum Heil und Seg« gereichen möge." Als« rin Abgeordneter, der es wagt in eine Zeiturgs» rttaft-on bewaffnet einzudriugen und die Redakteure that» sächlich auzugrrifm und deslsalb von der ersten bi« zur legten höchst« richterlichen Instanz mit einer empfindlich« Straft belegt wird, erleidet „unverdient" Straft Wird sich in Oesterreich keine Gerichtsbehörde find«, die diese schmählichste aller Briridigungm, (unverdimt verhängte Straft) die man eine« Richter gegenüber aulsprech« kann, durch da» Dortnwnder Gericht zu bestraft» veranlaffen wird? Hkordßnnsen. (Or.Co«:.) Am 17. d. M, Nachmittag« 8 Uhr, wurde die hiesige, durch ei«« Borbau erwriterte and sonst r«ovirte Synhgoae in üblicher nnd würdiger Leise ringewriht. Herr Rabbiner Dr. Gelbhau« frffrlte durch seine schwungvolle, demnächst in Druck «scheinende Rriw die zahlreichen Hörer, worunter sich auch viele christliche Tteil» nehmer befand«. Auch der wohlgeschulte Synagogen-Chor brillirte durch sein« herzlichen Gesänge, wobei sich nammlüch die Solo-Sängerin, Fräulei, Johanne Loh« »mn kirr, durch ihr« seit« schöne Grimme auözeichnete. Dankbar anzuer» kenn« lst insouders die mit sv vielem Eifer mtwüieltr Thätigkeit de« Gemeinden orstaode«, sowie nicht minder die bedmwnd« OpferwMgkrit der Repräsentant« und der hiesig« Gememdemitgltrder. HervorjMhebm ist noch daß der etwa fünfvierteljährliche Bau aufaug« von dem Regieruug«<B>mmrister Her« Bing, derzeit in Sondershaus«, und bis zur Bollmdung vorzugsweise von dem Regierung»-Bauinspeetor Her« Dauziger (beide J»raelitm> welchrr letztere hier sein« Wohnsitz hat. mit dem regsten Jntereffe geleitet und gefördert wurde. Die Stzvageg« steht um» in ihre« Aeußem wie in ihrem Innern als Zierde der hies. Gemeinde, wie nicht minder ab» lohnmde SehevStrürdigkett der Stadt Nordhaus« da. Möge Gotte» Schutz »ad Seg« über Gottes Han» nnd Gemeinde waltm! An« Gkeoto in Gnliztim wird uns ^schrieb«: „Die Gattin des hiesig« Polizeimonne» T. «nterhielt fest längerer Zrit mst ihrem «ostgwger, rin«, Serichtsdimuistm, rin intime« Ltebesverhältntß, worüber fich übrigen« der Herr Gemahl, der öfters in dranntmetnsriiger Laune nach Hanse zn komm« pflegte, ke« gr rues Haür wachs« ließ. Da jedoch da« Ltedäpaar eine «ty ringeh« wollte, beschluß dassrid«, das rinzto« fsinderutj, d« .nichtsnutzig« Trunkenbold", ans dem W^r zu räum«.. Al» T. vor rintgrn