Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 19 (1888)
- Issue
- 19. Jahrgang Nᵒ 35.
- Date
- 1888-01-01
- Page
- Seite 272 (sequence 4)
- Language
- German
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die Fühlung Mit der Zeit verlöre» Hütte nfe deshalb die antisemitische Bewegung mit einig« Worte» zornig« Label« obznthnn meinte — entblddet stch diese« Bl«tt »icht, folgend« Sätze zu leist«: »Via« mußte schau lauge Lessing» .Rath«»- »l« et« literarisch« r-orheit ausehe» uu» die richtige» Aufchamuige» »o» »aut uud Herdsr, «oethe nnb Schiller übe» da» Judeucham ifl »«liauaier «ahrheit machen, «a» «ußt« am »usaug de« Jahr, huuderdi de» gesellige« Einfluß de» Jadeuthum» t» Srrlm bekümpse» und di« geistige Koketterie mit jüdisch» vilduug veruitheste». Ma» mußte i» Interesse unsere« volle« uud »u« eig ea vortheü der Juden (?) die Emanzipation unterlasseu uu» den Jade« ei» »u« deutsch-christlichem Geist enis /ruugene» durchaus tzmuaue« Kremdeureckt verleiden. Via» mußt« sich hüte», sie um ihrer Riaione» Millen zu Edelleutru uud Krriheirr, zu mach-n. di« sie doch ui« melde». Man mußte sie vethiudern. sich-in den «Koßftildte» au« Pis-mmel». die-Herren zu spiel-n. de» .«tstbaum» zu kultiuir». aus dem Lande RilleraiÜer und vauernhöfe zu ermerde» oder »»»- zuschlachieu, i» der Stadt Magazine mir ckttstl-chm Lolmlllaveu und Fatrilru mit somuag«lose» Arbeiter, zu begründen, Zeituug-u uud Wißblli t r zur 8«ll»vemistung her«l»zugeben. sozialdemokratische ur d chr», »«stürzend« Prvpllgandr za treibe». Man mußte Fürsorge treffe», dit revolutionitrea (?) Jude» in Bann und Acht zu ihm. uud sie, mit mehr Reckt al« die Jesuiten, au» dem Landzu jagen- Da« couservalive Blatt verlangt die Beschränkung de» Judenerwerb«, die Aufhebung der Emancipatio» und meint: „9hn Mangel an staalgmännischer Einsicht uud polüischem Mnth könne sich der Rothwendigkeit verschließen, die Indenfrage in Angriff zu nehmen. E« sei die höchste Zeit, etwa« zu thuu. itt sei gewiß, daß der nächst« groß« innere Staat«, «au» Europa« diesen stampf aufnehmen werde und mufft* schließlich wird folgender wilde Kampfruf »»«gestoßen: Rom r«es Cat» sei» vstaruru censeo, bi» Karthago zerstön mar; so rufen wir dev heutigen Regierungen unser Ostoram cenaeo zu, bi» die Juden Herrschaft gebrochen ist. Entweder da» Judeucham verzichtet aus sei« uuerlrigllch« Stellung, oder c* fordert einen Kamps Heraul, der nur mit seiner allgemeine» Unterdrückung enden kann.- Daß diese Heran» forbermig sich nicht nur gegen den »eist de« tobten Saiser« Friedrich, sondern auch gegen den lebtvdeu Reichskanzler — gegen den bereit« der .nächste große StaatsmannauSgespirlt wird —, ja in letzter und höchster Jrstauz gegen den Äotfct Wilhelm 1L richtet, der es in feierlicher Stunde eidlich gelobt, allen Religton«- genoffenschastkn in seinen Landen seinen Schutz angedeiheu zu laffen —, übersieht da« monarchische Blatt in seinem blinden, judenhetzerische» Eifer. JM» Gärrschkeßen, 21. Auxust. (Or.-Eorr.) Bon Beschlöffe» d«S oberschlefischen Gemeiude-BerbandeS konnte in der Oeffemlichkett nichts verlauten. Die erste constituirende Versammlung de« BerbandeS, vnlche am 19. Juni a. c. in Gleiwitz in Aussicht genommen war, unterblieb mit Rücksicht auf die patriotisch« Trauer, welche da« tragische Ende unsere« vielgeUebtm Kaisers Friedrich Hl. nah« legte. RichtSdeftowcuigrr besteht nach wie vor die feste Absicht, die Idee de« oberschlefischen Gemeindrbuuoe« nicht fallen z« laffen. Ausgeschoben ist nicht aufgehoben. Rach Schluß der Badesoisou und der rituellen Feste wird man mit aller Energie diesen Gemeindebnud in« Leben zu rufen und seine hohen Ausgaben zu verwirkliche» trachten. Im Mittelpunkte de« Interesse« steht nach wie vor di« Grünrung eine« i»r. Balseiihanse« für Oberschlefieu. In betheiligteu Kreisen degt »au sangnmische Hoffnungen und man rechnet ans die volle Hingebung und Opierfrendigkett der oberschlefischen Gemeind« i» Allgemernev und der hochherzigen Philanthropen innerhalb und außerhalb -Schlesien« im Besonderen. — Die Befreiung der iSr. LnUnSdeamteu von den Lommunal - Abgaben zu erzielen. har der oderschlefische Gemeinde-Verband sich ebenfalls zur Aufgabe gemacht. Hier ist die Jutereffenaemeinfchast und Solidarität der Gemeinden nud ihrer Lnlln«beamten garuicht zu verkenne». Die Verfügung de« Regienmg«- Präfidente» zu Oppeln, »«»ach alle LnltnSbeamten mit wrew »olle» Diensteinkmnmea znr Lommunalstener heranznzretze» find, «acht stch m sehr unliebsamer Sets« «nch de» •tncirtai fühlbar. Go ist «G ei» Fall bekannt, wonach! der Lantor «wer oberschlefischen Gemeinde utz-mrhr nicht M! wenigcr »l« 30 Mark monailtch an Lommnnotsteuer zu «nt- *3 : richte» hat. Der Lantor, welcher eine Fra» nn» etm v»ße Feunüie zu ernähr«, hat. beausprncht für dies«» ebenso nn- > erwarteten wie beträchtlichen AnSfall in ftimm ohnehin nicht 1 zu reich bemessenen Gehalt« ei« Remuneration m seiner; Semeinbe. An« Billi^eitSgründe» sollte die Gemeinde da« Gesuch ihre« Beamte» berücksichtig,. Der gschästgfShrmd«' Borftand de« RabbiuerverbandeS will sich ebenfalls mit diese« : Gegenstand« befassen. <N soll »orerst ei» kundiger Jurist mir der Sache betraut »erden. Da« von chm gesichtet« Material uud sei» Rath soll ans Gmnd ftfae* «ifnnt«» später praktisch verwerthet werde», vielleicht »stch« «nch der de»tsch-i«raelitische Gememdebnnd dieser Sache, selche zu Gunsten der LnltnSbeamten zu regeln, anch im Interesse der Gemeinden selbst lieg», näher treten. Viridn» nnita« ließe stch hier etwa« Ersprießliche« erreiche». Eine« brancht aber da« Andere nicht anSznschließen. I« Gegensatze z» H. Dr. F. in 8.. welcher »nr den Ausschuß de« Rabbinerverbände« oder e>» Mitglied degselden in die Schranken treten laffen will, erwarte» wir nicht alle« Heil von oben, stein E«>iuSde»mt«r sollte müßig die Hände in den Schooß legen. Unter Beiufung aas da« Urtheil de« Oberverwaltung«' gerichte« vom 18. Mai 1888 sollte jeder Einzelne znnäckzst beim Magistrat seiner Stadt reclamiren. Dir Allerhöchste LadineiSordre vom 14. Mar 1832 schützt auch dir Bmnnrn jeder .dem Staat unke geordneten Corporation". E« ist durchaus nicht auSgrschloffeu, daß die Höheren Verwaltung«- de Hörde, auch in Bezug auf unsere LnltuSbeam'en stch diese Anffaffung aueigueo. Nur müffen chueu dahin zielende, gena» moüvirte Reclamaiioueu zu Gesichte kommen. Darum gilt r«. den Juftauzenzug «iuzuhalte» nud zunächst beim zuständige» Magistrat in geignrter Weise zu reclamiren. Werdcn diese Reelamotioaen zurückgewiesen, dann ist e« immer noch nicht z« spät, von ein»« größeren verband« de» weitere» Instanzenweg oerfotge» zu laffen. — Unser Hünenrevirr wird oft euphemistisch da« schlesische Lalifornim genannt. An«nahm«weise scheint r« jetzt einmal diese Venrnuung zu rechtfertigen. Der Ha >pfreff»r der preußische» Lotterie fiel in die Lollrcte de« Herrn Lomnitz zu Beuchen OVS. Zum größten Thrile find kleine, e Leute, auch Glauben«- genoffen in erheblicherer Zahl, an diese« Gewinne bechetligt. P. S. Ad Tooem Benthe» wird das Hmeinzieh-n der stönigl. Regierung in dir Rabdluerwahlangelegendnt seiten« einiger sogen. Orthodoxen oder Eonservattve — wie sie stch verblümt nennen — durch Proteste, Au Stritt« drohnngen, schmutzige anonyme Angeber««», Hineinzerren von Famillenangelegenheitrn u. s. »„ von allen Gedildetrn tu der Provinz auf« strengste verunheilt; man erblickt darin den ärgsten Ehstlul hoschem (Entwtthuug de« Jndeuchnm«), und ich habe von Mehreren, denen man nur Einige« über die Miitrlchea erzählte, wir man die Unterschriften znsammenbrachl«, — c# sollen sich darunter die von Sinder» «nd Frauen befinden — die Aalßernug gehört: Man muß sich schämen, Jude z« sein! Mau weiß ganz genau, «er die 2—3 geheimen Anstifter und Unfertiger der Proteste sind, man weiß, au« welche« ttüben Quellen die verleumderisch« brieflichen Mitthnlungen fließen; wenn anch diesmal «icht — wie in Erfurt — direkt au« Posen, so kennt «an doch die Rohrpost, durch welche sie »ermittelt worden. E« ist bä solchen Denunziationen, wir denen di« stönigl. Regierung überhäuft wird, wahrlich kein Wund«, wen» dt« Bestät^nng auSbieibt, oder, wie e« heute verlautet, sie ohne nähere noch anzustellmde» Recherche» über die religiöse» Differenzpunkte zwischen den Protestlern und dem Gro« der Gememde, zur Zeit »och nicht «rtheilt wrrdn, tan». jitMlmt, 21. «na. Herr Dr. Meyer JSler, et« in der hambnrgische» GelehrteuweU uu» anch in »eitere» Kreise» »ohtbrkannte Prrsbnlichkett, ist m Sonntaa tat dem Hotz« Alter von 81 Jahr« ^storb« Herr Dr. J«ler iß et» ^boreuer HamdnrMr, besnchtr hier ba« Jahamienm .